Galaxienbeobachtung - Welche Vergrößerung???

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Michael_D10

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Hallo zusammen!!!

Ich wollte eigentlich nur mal wissen mit welcher Vergößerung ihr durchscnittlich Galaxien beobachtet?
Ich meine nicht zum Aufsuchen dieser sondern zur genauen Beobachtung. (Nehmen wir mal eine durchschnittliche Galaxie in Bezug auf Helligkeit und Größe an; aber auch Futzelchen).
Wenn´s geht bezogen auf einen 10er Dob.

Schon mal vielen Dank für die Antworten

Clear Skies

Michael

 
Hallo,

für die meisten Galaxien ist bei meinem 10"-Dobson knapp 80fache Vergrösserung ideal, wenns um einen ästhetischen Anblick geht, der Himmelshintergrund ist da schon recht dunkel.
Für Detailbeobachtungen verwende ich dann 110fach, manchmal auch knapp 230fach.

Schöne Grüsse

Markus
 
Hallo Michael,

na ja, bei Planeten und Mond verwende ich auch 230fach, und da muss ich ja auch ordentlich scharfstellen können... bei Galaxien stelle ich dann auf einen nahegelegenen Stern scharf.
Luftunruhe merkt man bei der Vergrösserung natürlich schon.

Gruss

Markus
 
Hallo Michael,

ich besitze ebenfalls einen 10" Dob von GSO.
Wenn ich durch meine Beobachtungsaufzeichnungen schaue, sind die häufigsten Vergrößerungen bei Galaxien 120x und 178x. Zum Aufsuchen verwende ich meist 60x, da habe ich noch gut 1° Gesichtsfeld, manchmal vergrößere ich dann aber nicht mehr höher.
Welche Vergrößerung am besten für eine Galaxie ist, hängt von mehreren Faktoren ab und ein wenig herumprobieren lohnt häufig.
 
Servus Michael,
viele Beobachter machen den Fehler, schwache Objekte mit viel zu kleiner Vergrößerung zu beobachten.
Zwar gibt es Galaxien, die man mit kleiner Vergrößerung beobachten sollte, etwa lichtschwache und gleichzeitig sehr flächengroße Objekte. Beispiele wären etwa M 101 oder M 74.
Aber die meisten Galaxien brauchen "Power".
Der genaue Effekt ist in dem Buch "Visual Astronomy of the Deep Sky" von Roger Clark beschrieben (S. 49ff). Aber das Resultat ist, dass man für schwache, kleine Objekte viel Vergrößerung braucht, um sie überhaupt zu erkennen.
Ein Nebeneffekt bei großer Vergrößerung ist, dass dann erst sehr kleine Galaxien von Sternen zu unterscheiden sind.
Aus der Praxis: Ich benutze bei meinem C8 ein Okular mit 81x und 0.8° Gesichtsfeld zum Suchen und 125x/0.5° zum Beobachten. Unter guten Bedingungen greife ich aber oftmals zum 220x-Okular, da nur so die genaue Form der Galaxien erkennbar ist.

Gruß
Stefan
 
Viel wichtiger als die Vergrößerung ist bei Galaxienbeobachtung meiner Meinung nach ein dunkler Himmel. Deswegen: Außerhalb von Streulicht sind 178x (7mm Nagler) genial. Innerhalb einer 5000-Sellen-Ortschaft sind 250x im Vergleich dazu enttäuschend. Galaxien sind bei dunklem Himmelshintergrund einfach viel schöner zu beobachten.
 
Ciao Stefan + all,

kannst Du mal kurz skizzieren, woher das kommt ? Dass man schwache Objekte dann bessser sieht ? (Nicht jeder kommt leicht an so ein Buch - und nur um diese eine Frage zu beantworten ...) Ausserdem: Warum probiert Ihr es nicht einfach aus ? Ist das eine vielleicht aufkeimende Okularwechselphobie ? :-)

Meine Erfahrung mit einem C11 ist ebenfalls: Gelaxien vertragen Vergrösserung - genauso wie Planeten - vorausgesetzt man hat genug Licht (Öffnung). Z.B. kann man sich mal M82 ansehen und versuchen den über die kurze Achse liegenden Staubstreifen zu sehen (im C11 kein Problem). Andererseits muss man auch sagen, ist es genial z.B. im Virgo Haufen mit geringer Vergrösserung ''spazieren' zu gehen, und sich klarzu machen, was man da eigentlich sieht. Oder aber man schaut sich Galaxiencluster an, wo in einem Feld alles mit Galaxien vollgepflastert ist (z.B. Coma-Haufen - allerdings wird das auch in meinem C11 dann schon eng und der Himmel muss super sein um die schwachen Fuzzies zu sehen).

Ausserdem ist DUNKLER Himmel essentiell. Das liegt daran, dass Galaxien radial ja sehr schnell in der Flächenhelligkeit abfallen (und an sich schon relativ geringe Flächenhelligkeit - also mag/arcsec**2) haben. Elliptische Galaxien oder die Kerngebiete (Bulges) der Spiralen fallen mit Exponentialgesetzen nach aussen im Licht ab, also radial sehr schnell.

Nimm an an einer Stelle der Galaxie kommen 100 Photonen von der Galaxie (sagen wir pro arcsec**2 - rein fiktiver Wert). Bei einem Himmel, der mir 10 Photonen/arcsec**2 schickt, sehe ich diesen Teil der Galaxie super, weil mein Auge 100+10 Photonen (Galaxie+Himmel) mit 10 Photonen (Himmel) vergleicht (11:1). Kommen vom Himmel 100 Photonen/arcsec**2, dann sehe ich die Galaxie immer noch, allerdings nicht mehr mit tollem Kontrast. Ich vergleiche dann 100+100 Photonen mit 100 (nur 2:1). Schliesslich bei Himmel 1000, bin ich bei 1100 versus 1000 (1.1 : 1). Dann sehe ich die Galaxie also gar nicht mehr möglicherweise (nicht unterscheidbar vom Himmel weil kein Kontrast).

Im Endeffekt sehe ich also mit hellerem Himmel, effektiv nur noch einen winzigen Teil der Galaxie (das Zentrum) - winzig, weil die Helligkeit so schnell nach aussen abnimmt. Sehen wollen wir aber alle doch die 'ganze' Galaxie (wo hört sie auf ?), d.h. Strukturen in den Aussengebieten, Spiralarme, etc ...

Schöne Grüsse,
Peter
 
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