Galaxienjagd zum Frühlingsanfang

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Skytom85

Aktives Mitglied
Hallo Leute,

vor ein paar Tagen kam mein neues ES 24mm 82° und widererwarten musste ich nicht lange auf die erste Probefahrt warten. Da sich der Mond erst relativ spät über den Horizont wälzte konnte ich mit dem 10" f/5 Dobson eine kleine Galaxienjagd starten.

Mein Hauptanliegen bei dieser Beobachtung war es das 24mm gegen mein LVW 17mm und das GSO 30mm zu testen.

Mein erstes Ziel war das Leo-Triplett. Hier passten alle 3 Galaxien schön in das große Bildfeld. Beim Vergleich mit dem GSO 30mm machte sich die kleinere AP zu Gunsten eines dunkleren Hintergrundes bemerkbar. Das Bildfeld war nahezu identisch, nur die Vergrößerung war etwas höher. Alles in allem machte es mit dem 24mm deutlich mehr Spaß. Interessant war der Vergleich mit dem 17mm LVW. Mal abgesehen vom großeren Bildfeld scheint beim ES die Lichtdurchlässigkeit höher zu sein. Das machte sich später bei den richtigen Funseln noch deutlicher bemerkbar.

Als nächstes war NGC 2903 (Leo) an der Reihe. Der Anblick der Galaxie in dem riesigem Gesichtfelds war einfach nur schön. Da wollte ich gar nicht mehr höher Vergrößern als mit dem 24mm.

Bevor sich das Einhorn in Richtung Horizontdunst verabschiedete, wollte ich noch den Rosettennebel beobachten. Dank Telrad war der auch gleich gefunden und bei 24mm und OIII war der Anblick auch eine Wucht. Beim Vergleich mit und ohne OIII zeigte sich, wie nützlich so ein Filter ist. Ohne OIII musste man schon sehr genau hinschauen.

Im Sternbild Koma war der Kugelhaufen M53 an der Reihe. Nett, aber nichts überwätigendes. Besser waren, da die Spindelgalaxie NGC 4565, bei der man bei 11mm deutlich das Staubband ausmachen konnte. Dieses war sogar noch im 24mm zu erkennen. Die Black-Eye Glaxie M64 machte auch einen ganz passablen Eindruck im 11mm. Galaxientechnisch handelt es sich hier um ein kleines, aber sehr lohnendes Sternbild.

In den Jagdhunden war M51 als deutliche spiralförmige Scheibe mit einem hellen Kern sichtbar. Weiter südlich konnte ich mit dem 24mm die Galaxien M63, M94, NGC 4490 und NGC 4485 abgrasen. Zu guter letzt bot sich mir im 6,7mm beim Kugekhaufen M3 ein fantastischer Anblick.

An diesem Abend gab es natürlich noch zahlreiche weitere schöne Objekte, die ich hier jetzt aber nicht aufzählen möchte. Insgesamt waren es knapp 25 Galxien.

Was ich an diesem Abend gelernt habe:
1. Das ES 24mm überzeugt auf ganzer Linie (Kontrast, Schärfe, Einblick)
2. Auch bei fast noch Vollmond kann man auf Galaxienjagd gehen
3. Kein Mensch braucht Goto, wenn man einen Telrad hat ;-)

Gruß

Thomas
 
Hi Thomas,

schöner Bericht. Ich hatte gestern auch einige Galaxien im Okular (12mm Nagler T4, hauptscächlich aber 8mm Ethos) und einige Doppelsterne auch noch.

N2903, M65, M66, N2683, N2859, N2693 und N2782 waren die betrachteten Galaxien. Der Monda war abr noch nicht da.

Gruß
Lothar
 
Hi

1. Das ES 24mm überzeugt auf ganzer Linie (Kontrast, Schärfe, Einblick)
Sehr schön, hab das 30mm im Auge, da fehlt mir noch was an der Ecke.

2. Auch bei fast noch Vollmond kann man auf Galaxienjagd gehen
Ja solange der noch unterm Horizont ist. Das ein oder andere konnte ich gestertn auch mitnehmen.

3. Kein Mensch braucht Goto, wenn man einen Telrad hat ;-)
Stimmt, kann aber doch hilfreich sein, grad wenn man nicht DEN Himmel hat.

Gruss

Peter
 
Servus Peter,

ich hatte ursprünglich aus das 30mm im Auge, hab mich dann aber wegen der Aufhellung des Himmels dagegen entschieden (AP wäre bei mir 6mm). Mit dem 24mm kann ich bei etwas aufgehelltem Landhimmel (Stadt in 10km Entfernung)auch noch gut Galaxien beobachten (AP 4,8mm).

Gestern Abend habe ich mir gedacht, wie schön es doch ist Galaxien zu beobachten. Da hat man 100 Mrd. Sterne vor sich und die Dinger sind Millionen Lichtjahre weit weg. Irgendwie ein erhabenes Gefühl.

Die Beobachtung von Galaxienhaufen, wie dem Leo-Triplett oder M81/M82 mit einem Übersichtsokuklar ist dann die Krönung. Beim Blick durch Okuklar sieht man da schon fast die Krümmung der Raumzeit ;-) Wir haben ein echt schönes Hobby :-)

Gruß

Thomas
 
Ja, macht echt Spass, auch wenn es manchmal nur ein paar difusse Funzeln sind. Mir ist das egal, es ist da, und sehe durch ein Rohr in die Ferne und Vergangenheit einer gigantischen Natur. Was willste mehr?

Gruss

Peter
 
Hallo Thomas,

schönes Fazit aus dem Bericht. Ich habe hereingeschaut, weil mich das Okular auch interessierte.
Bitte ärgere Dich nicht über die folgenden Fragen, denn sie zielen nur darauf ab, Deine Ergebnisse besser greifbar zu machen. Denn die Transmission kannst Du doch im Vergleich zu Okularen ganz anderer Brennweite gar nicht bewerten, weil die unterschiedliche Bildhelligkeit einen Vergleich doch gar nicht erlaubt. Das LVW 17 muss doch aufgrund der höheren Vergrößerung ein dunkleres Bild zeigen. Wenn natürlich das 24,5mm ein helleres Bild zeigt, als das 30mm, dann ist das schon eine gewisse Ansage, aber auch da fragt sich: Haben sich die schwierigen Galaxien vielleicht "nur" besser vom Himmelshintergrund abgehoben, der im 30mm aufgrund der AP von 6mm deutlich aufgehellt gewesen sein könnte?

Clear Skies
Sven
 
Hi Sven,

wir hatten den dunkleren, kontrastreicheren Hintergrund sowie schwächere Sterne (in h+x) im 24mm ES im Gegensatz zum 22mm LVW, das das schon allein von der AP und der Vergrößerung hätte bieten sollen :)

Ansonsten: Klar - So wie du es beschreibst ist es auch, viele Galaxien heben sich erst bei WESENTLICH kleinerer AP wirklich ab...

CS und Gruß Benny
 
Hall Leute,

gestern Abend konnte ich meine Jagd nach Galaxien fortsetzen. Ich hab so ziemlich alles abgegrast, was im Deep Sky Reiseatlas in den Sternbildern Großer Bär, Jagdhunde, Coma, Jungfrau und Löwe zu finden war. Die Bedingungen waren nahezu perfekt. Bis um 1 Uhr früh war der Dobson Volltubus knochentrocken. Keine Feuchtigkeit und es war richtig dunkel (Spiralarme bei M51 bei 10" waren deutlich sichtbar, auch bei direktem Sehen).

Zum ES 24mm:

Ich hab die Okulare an einigen Objekten alle mal durchprobiert. Mir ist dabei aufgefallen, dass die Detailerkennung und die Wahrnehmung von sehr lichtschwachen Galaxien im 24mm besser ist als im 17mm LVW. Das LVW schluckt einfach zu viel Licht. Der Vergleich vom 17mm LVW zum ES 11mm bestätigt das. Hier gibt es fast keine zusätzliche Himmelsabdunklung mehr. Ob das jetzt ein Pluspunkt für die ES-Okulare ist, oder ein Minuspunkt für das LVW weiß ich nicht.
Das meistbenutzte Galaxienokukar in der letzten Nacht war das ES 24mm.
Bei den meisten Galaxien brachte eine höhere Vergrößerung mit dem 17mm keinen ästhetischen Zugewinn.

Aber die Schönheit liegt natürlich im Auge des Betrachters. Mir ist halt der Gesamteindruck des Bildfeldes wichtiger als eine andeutungsweise zusätzliche Struktur in einem Spiralarm.

Galaxien, die im ES 11mm eine super Figur machten, waren: M51, M101, M82, M104

Im 24mm am schönsten waren: M81/M82, Leo-Triplett, NGC 4565 (Needle-Galaxy), M108 i.V.m. M97, M96-Gruppe und die Markarian-Kette im Virgohaufen.

Das 17mm LVW kam nur zu Vergleichszwecken zum Einsatz. Vielleicht muss es eigrndwann einmal einem besseren 17 oder 18mm weichen, wobei das Einblickverhalten der LVW´s phänomenal ist.

Heute geht die Jagd weiter :-)

Gruß

Thomas
 
Hallo Thomas,

Dein Bericht wird ja mehr und mehr zu einem Okulartest. Bist Du sicher, dass die Vergleiche auch alle objektiv sind? Nicht, dass Dich Deine Begeisterung über die neuen ES-Okulare blendet!? Mich wundert sehr, dass das Vixen LVW 17mm gegenüber dem 24mm ES so schlecht weg kommt, müsste es doch einen dunkleren Himmelshintergrund zeigen und stärker vergrößern -> mehr Detail zeigen. Zudem sind die LVWs ja nun mit Sicherheit alles andere als schlecht. Sven hatte schon ähnliche Bedenken über die Aussagefähigkeit eines solchen Vergleiches angesprochen. Mir ist der ganze Bericht zu sehr Pro-ES ausgerichtet. Da kann ich für mich jetzt nicht so viel Nützliches mitnehmen. Dennoch freut es mich, dass Du so viele schöne Galaxien sehen konntest.


Viele Grüße
Christian
 
Ich möchte hier natürlich keine Werbung für eine spezielle Marke machen und ein Okulartest sollte es ja ursprünglich auch nicht werden. Mir war nur wichtig meine Eindrücke zu schildern. Und das die LVW´s Lichtschlucker sind ist ja keine Neuigkeit. Schlecht sind sie aber auf keinen Fall. Das 17mm ist das vom Einblick her angehenehmste Okular, das ich habe.

Zur Okularfrage möchte ich noch abschließend erwähnen: bei mir haben noch ein paar Kinder durchs Teleskop geschaut. Und die waren von jedem Anblick begeistert. Schön ist das Universum durch alle Okulare. Man kauft sie ja nicht um sie auf Herz und Nieren zu prüfen sondern um den Anblick zu genießen, den sie einem liefern ;-)

 
Hi Thomas,

die Nacht von Sa-> So war ich auch draußen um zu spechteln. Meine Session dauerte ca. 5 Std. Am Anfang war der Himmel noch halb voll Zirren, doch so ab 10 Uhr wurde es dann zunehmend besser.

Die Anzahl der Objekte, hauptsächlich, GX war wieder sehr groß. Eine Aufzählung spare ich mir.

Hier nur die Höhepunkte aus meiner Sicht.

1. Quasar PG 1351+64
2. Komet C/2012 K1 Panstarrs
3. Galaxiengruppe um N5044
4. M64, Black Eye Galaxy
5. N4565, N4631, M104
6. M51
7. UGC3445, UGC3446
8. Leo-Triplett, N3377+N3367

Gruß
Lothar
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben