Galaxster

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Rheinanrainer

Mitglied
Hi zusammen,
Gestern bin ich über dieses Angebot bei eBay gestolpert.
Versteht mich nicht falsch ich hatte nicht vor diesen Artikel zu erwerben, aber etwas hat mich stutzig gemacht. Also zuerst einmal der Preis: 299 € und 8" kennt man ja sonst nur von einem Dobson. Hier aber soll das Rohr die Montierung, ein Stativ, Okulare und restliches Zubehör verkauft werden.
Und dann ist mir folgendes aufgefallen: Da hier nix von kadioptrischer Bauweise steht und für die Brennweite 800mm angegeben ist hat das Teleskop m.E. nach f/3.9, hätte damit eine ziemliche Bildfeldwölbung und wäre absolut inkompatibel mit den mitgeliefertem Plössl Okularen. Es enständen also Folgekosten von rund 1000 € für passende Okus. Also liebe Sternenfreunde wie habe ich das zu verstehen, oder habe ich den ganzen Kram einfach noch nicht verstanden??

cs Johannes
 
Hallo Johannes!

Ich sehe das genauso wie du. Was ich allerding noch mehr vermisse sind Angaben über die Qualität des Spiegels. Man stelle sich nur mal vor dort wäre ein Kugelspiegel verbaut?! Wie die Montierung mit diesem Gerät zurechtkommt kann ich auch schlecht einschätzen.

Grüße Tobias
 
Parabolspiegel drin?

Hallo Johannes,

... hat das Teleskop m.E. nach f/3.9, hätte damit eine ziemliche Bildfeldwölbung und wäre absolut inkompatibel mit den mitgeliefertem Plössl Okularen.

die Bildfeldwölbung dieses Teleskopes ist deutlich weniger stark als etwa
die Bildfeldwölbung eines 8"f/10 SC Teleskopes. Die Bildfeldwölbung würde
hauptsächlich zur Defokussierung eines Sternes am Bildfeldrand führen,wenn
auf die Mitte scharfgestellt wurde.
Die Defokussierung wird vom Auge (sofern das Auge noch nicht zu alt ist)
wegaccomodiert, stellt also kein Problem dar.

Trotzdem stellen die mitgelieferten Plössl ein Problem dar, da sie auf das
schräg einfallende Lichtbündel eines Sternes abseits der Achse mit starkem
Okular-Astigmatismus reagieren.

Es enständen also Folgekosten von rund 1000 € für passende Okus.

Wenn man auf die wenigen Okulare zurückgreift die bei f/4 sehr gut funktionieren,
wie etwa die Televue Nagler.
Aber auch andere Sternfreunde mit 8"f/4 Teleskopen beobachten nicht immer
mit Nagler-Okularen, sondern nehmen Plössls und "gewisse" Abtriche in Kauf.

Die eigentliche Frage stellt sich aber folgendermaßen:

- Ist der Hauptspiegel ein Parabolspiegel?
- Wird eine bestimmte Optik-Mindestqualität garantiert?

Denn nur mit passabler Optik ist ein Teleskop auch als solches zu gebrauchen!

Und ein 8" als f/4 wäre mit Kugelspiegel völlig unbrauchbar!

Falls die letzten beiden Punkte mit ja beantwortet werden können kann man
über den Lauf nachdenken, falls sie mit nein beantwortet werden müssen kann
man nur abraten.

MfG,Karsten
 
Hi Johannes,
das ist optischer Murks und mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit baugleichdem Optrons Eimer mit Kugelspiegel.
Da, wie ich zumindest lesen konnte, auch die Monti nicht grade der Bringer ist,
besteht eine sehr sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Käufer Geld zum Fenster rauswirft, denn den nachgefragten Preis ist es wohl nicht wert.
CS
 
Hi euch allen,
Danke für eure Antworten, langsam schein ich zu verstehen worauf es bei Teleskopen amkommt. Ist doch auch was Schönes, als Fazit muss man aber wohl auch sagen, dass dieses Teleskop nicht wirklich etwas "Schönes" zu sein scheint. Scheint aber auch nicht wirklich ein Renner zu sein, da bei der Verfügbarkeit steht, dass noch kein Stück verkauft wurde. Anzunehmen ist, dass ein Kugelspiegel verbaut ist, denn wenn ein Spiegel parabolisch ist, schreibt sich das nun wirklich jeder (eBay)Händler groß auf die Fahne und als kleines Extra gleicht die Spinne auch eher einem Panzerkreuz, als einer Fangspiegelhalterung.

cs Johannes
 
Hi Zusammen,

also die folgende "Stellungnahme" setzt mal den Fall, daß es sich um einen Kugelspiegel handelt. (Ich gehe davon aus, da ich ein höchst ähnliches Gerät ja schon vor Monaten mal auf einer China-Export-Werbeseite fand, das war das Ding mit der "giveaway quality" - die könnte man zynisch als Wegwerf-Qualität übersetzen.)

Hier sind warscheinlich alle miteinander die Betrogenen. Typische Händler die sowas kaufen sind Ebay-Küchenstudios, die nicht wissen, welche optischen Vorraussetzungen so ein Gerät haben muß. Die sind dann insofern betrogen, daß sie warscheinlich nicht wissen, was für einen Schrott sie einkaufen. (Bei diesem hier habe ich aber Zweifel, der hat viel Optik im Programm, müsste es besser wissen...)
Der Kunde ist nun weiter der Betrogene (und zwar am Ende der Nahrungskette), weil er aus der Artikelbeschreibung nicht erkennen kann, daß er ein optisch eher untaugliches System kauft.
Der Hebel für den Verkauf ist eine "begriffliche Ungenauigkeit". Denn eigentlich muß ein Newton einen Parabolspiegel haben, so ist er von Sir Isaac konzipiert worden, damit das System in der Bildmitte gut abbildet. Da nun aber bei bestimmten Newtons der Unterschied zwischen einem Parabolspiegel und einem Kugelspiegel so winzig ist, daß er ähnlich klein ausfällt wie die restlichen "Hubbel" auf der Spiegeloberfläche, hat es sich für "unkritische" Newtons eingebürgert, Kugelspiegel zu verbauen. Klassisches Beispiel: Der 114/900, bei dem hier der Qualitätsverlust so gering ist, daß er hinter andere Optikfehler zurückfällt, also unerheblich ist.
Somit ist nun das Problem, daß eigentlich ein solches Teleskop mit Kugelspiegel kein Newton ist, daß es aber üblich ist, Teleskope wie den 114/900 als "Newton" zu verkaufen. Sozusagen eine Definitionslücke, hinter der man sich gut verstecken kann.
Schließlich könnte man auch sagen, daß dieser Kugelspiegel ein schlecht gelungener "Parabolspiegel" ist, und eine Qualitätszusage wird ja nirgends gemacht. Außer natürlich die gewagte Aussage, "Newton-Reflektor zur Himmelsbeobachtung". So bis 30-fache Vergrößerung wird man den Himmel damit auch beobachten können, und weil es ja so an die 10 Objekte gibt, die man damit betrachten kann, wird es wohl keinen gerichtsfesten Grund geben, diese Aussage in Frage zu stellen.

Alles klar?

Clear Skies
Sven

PS: Fragt sich, ob sich die angeblich so schön glatten Kugelspiegel nicht relativ leicht von "Freunden des Pechs" parabolisieren ließen...
 
Solch ein Angebot richtet sich an Einsteiger. Die wollen keinen Roshstoffsatz, sondern ein benutzbares Instrument. Wahrscheinlich ist es selbst einen Anfänger bewußt, daß es Kompromisse gibt. Aber *praktisch unverwendbar* ist nun doch eine zu große Einschränkung.

Ein klapprige Montierung kann man mit einer Blechbüchse voll Blei stabilisieren, die Justierung kann für den Anfang ein Fachmann in 5 Minuten verbessern, selbst unbrauchbare Okulare lassen sich durch irgendetwas ersetzen. Aber einen Kugelspiegel zu entsilbern (-aluminisieren), parabolisieren und neu zu bedampfen, geht wohl noch ein Ende weiter.
 
Hallo Uwe,

Wohlgemerkt, mit Nichten wollte ich einem Einsteiger nahelegen, den Spiegel nachzuarbeiten. Aber einen erfahrenen Spiegelschleifer könnte es halt doch interessieren, einen Kugelspiegel zu bekommen, den man nur vom Alu befreien muß und danach mit einer Pechhaut eine hübsche Parabel verpassen kann.
Sozusagen ein vorgeschliffener Rohling für einen ganz netten Preis, je nachdem wie man unbearbeiteten Rohling, Karbo und eigene Arbeitsstunden bis zur selbstgeschliffenen Sphäre so bewerten will.

Verflixt, es muß doch immer einer drunter sein, der es falsch versteht! Mit "Freunde des Pechs" sind jedenfalls erfahrene Selbstschleifer gemeint.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Thomas,

ich weiß nicht, wie Stathis darüber denkt, aber ein Kumpel vom AVR hat sich vor ca. 3 Jahren einen 200/900 "Demotubus" gekauft, dessen Spiegel irgendwie nichtmal sphärisch war. Für ihn hat es sich sehr gelohnt, dieses Ding nachzuschleifen.

Bei diesem Gerät hier wäre die ganze Sache auch unter völlig anderen Gesichtspunkten zu sehen:
- kein Umbau am Tubus nötig
- kein Schliff, da Sphäre in Ordnung, also Einstieg direkt beim Gießen der Pechhaut, das fehlende Tool ist also kein Problem
- Preisunterschied zwischen kauf eines 8" f/4 Parabol und 6" f/5 Parabol erheblich, Preisunterschied zwischen 150/1400 und sphärischen 200/800 hingegen gering.

Ich selbst brauche das nicht, habe 200/800 mit Parabolspiegel hier parat.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Uwe,

Es kann niemand nachweisen, daß Willi Stoph es kleingeschrieben ausgesprochen hat.

Irgendwie ist das nun das zweite Posting von Dir, in dem Du auf diese Art und weit ab von der Sache an meinen Postings herumnörgelst.
Wenn Du meinst, das muß, dann können wir gerne eine Fehde eröffnen.

CS
Sven
 
Hallo Sven,

ich habe mir das auch einige Zeit lang überlegt, aber bin mit meiner Sphäre sehr zufrieden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/totlach2.gif" alt="" /> (kling lustig) - und ich denke wenn man keine Ahnung von Pechhaut und Carbo hat, sollte man ein funktionierendes Gerät nicht zerbessern <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Ich habe mal noch eine kleine Frage (nicht böse sein): Du bezeichnest das Megastar als das "meist abgeratendsten Teleskoptyp 2005" (in einem anderen Posting). Hast Du schon mal da durch geschaut?

PS:Ich hole mir später sicher 10" od. 12", aber noch reicht mir das Jetzige völlig aus.
 
Hallo Thomas,

Zunächst zum 200/800 mit Kugelspiegel: Es ist eben kein funktionierendes Gerät! Ein 8-Zöller, der schon bei 70 fach keine brauchbare Sternabbildung vorweist, der wirklich rechnerisch einen Strehl von nahezu 0 hat, kann nicht "funktionieren".
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbth...p;Number=372303

Klar, daß Du mit Deiner Sphäre zufrieden bist, denn deren sphärische Korrektur übernimmt ja der fest im Okularauszug verbaute Jones-Bird-Korrektor, der nebenbei noch als Barlow wirkt und die Brennweite auf die 1400mm verlängert. Das heisst in diesem Gerät wird der Fehler des Kugelspiegels korrigiert, genauso wie das bei einem Schmidt-Newton oder Mak-Newton durch die Korrektorplatte erfolgt. Der Fehler ist also bei solchen Geräten behoben! Bei diesem 200/800 aber nicht!

Damit also zum 140/1500: Ja, ich hatte einmal die Gelegenheit, durch ein Megastar zu schauen. Viel genauer kenne ich aber mein eigenes 114/1000 welches exakt nach demselben Prinzip arbeitet.
Deshalb: Es ist wichtig, daß ich nicht von der Optik an sich oder deren Qualität abrate, sondern daß ich von dem Optikprinzip abrate.
Wenn Du nämlich meine Äußerungen zu diesem Gerät nachverfolgst, wirst Du feststellen, daß ich niemals behauptet habe, daß es nicht im Rahmen seiner Konstruktion gut abbilden könne.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pftroest.gif" alt="" />
Es sollte kein Angriff auf Dich sein (Danke für den SkySurfer III Test auf Deiner Seite(!) - der arbeitet jetzt bei mir gut <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />) - es war nur eine Frage die mich interessierte.
Das mit dem 8 Zöller ist natürlich großer Mist - ich schätze mal, daß ab einer bestimmten Spiegelgröße auch keine Korrektur (mittels Linse) mehr zu machen ist.
 
Hallo Wilhelm,

ja, beim Hubble hat es auch geklappt, daß Ding mit Brille richtig zu justieren. Aber probiere mal, so einen 150/1400 zu justieren. Na, inzwischen gibt es wenigstens Justageanleitungen, aber meiner Meinung nach ist ein Einsteiger damit überfordert, und genau darauf zielte mein Abraten bisher immer. Es ist im Prinzip so ähnlich wie beim Chromakorr: Kriegt man das Ding justiert, hat man ein tolles Teleskop. Wenn nicht... brrr....

@Thomas
Eine Frage der Spiegelgröße ist es eigentlich nicht, aber ab einer gewissen Spiegelgröße lohnt der Aufwand nicht mehr und es könnte sein, daß der Verlängerungsfaktor 2x dann auch nicht mehr ausreicht. Ob man zum Beispiel für den 8" f/4 Kugelspiegel einen passenden Korrektor bauen kann, oder ob gar der Korrektor eines 114/1000 eine gewisse "sinnvolle Wirkung" hätte, weiß ich nicht.

Clear Skies
Sven
 
Jones-Bird-Korrektor

Hallo Sven,

Rutten/van Venrooij geben auf S.134 die Daten für drei verschiedene Korrektoren
für einen 8"f/4 Spiegel an. Auf S.135 gibt es die dazugehörigen Spotdiagramme.

Der 2-linsige Jones-Bird mit Luftspalt schneidet dabei recht gut ab.
Dazu muß er natürlich entsprechend gefertigt sein und dann noch exakt
platziert werden was in Billigoptiken leider beides nicht vorrausgesetzt
werden kann.

Gruß,Karsten
 
Hallo Uwe,

Es kann niemand nachweisen, daß Willi Stoph es kleingeschrieben ausgesprochen hat.

Ich will doch nicht an dir herumnörgeln, sorry wenn es so ankam. Ich fand es bloß lustig und mir fiel der Witz wieder ein: Hier isser:

1989 kam das Gerücht auf, Stophs Nichte hätte einen Ausreiseantrag gestellt. Kurz danach enstand im Volke der Witz:

Anfrage an Sender Jerewan: Stimmt es das Willi Stoph die Ausreise aus der DDR beantragt hat?
Antwort: Mitnichten.
 
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