Galaxy Dobson 12" Pyrex

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Addie

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Hallo zusammen,

hatte schon länger nicht mehr bei ICS reingeschaut und überhaupt seit Geburt meines Sohnes die Astronomie etwas liegen lassen... - sehe ich das richtig, daß es den Galaxy Dobson als 12"er nicht mehr mit Pyrex gibt? Finde ihn dort zumindest im Katalog nicht mehr.

Was würdet Ihr für Alternativen sehen - bei 12" hätte ich schon ganz gerne Pyrex oder ähnliches zu ähnlichen Preisen:
Den GSO 12" BCR mit Suprax?
Orion Intelliscope gibt's glaub ich mit Pyrex?
Meade Starfinder?

Hat sich in den letzten 1-2 Jahren in diesem Markt großartig etwas verändert? Qualitativ verbessert oder verschlechtert? Die Tuningmaßnahmen immer noch dieselben? GSO-Nachführung nach wie vor Mist? ;-)

Bevor ich alles mühevoll durchforste, dachte ich, ich höre mal bei Euch nach, die Ihr vermutlich auf dem neuesten Stand seid...
 
Hallo Addie,

in der aktuellen Preisliste isser drin:

Galaxy D12-P-CR Pyrex 1.198,-

Ciao
Martin
 
Oh, hab ich das was übersehen?
Habe zwischenzeitlich noch einmal nachgefragt bei ICS selbst - die bestätigten mir, daß es "zur Zeit" kein Pyrex gebe, wohl aber wieder geben werde. Nur der Zeitpunkt sei unklar.

Dann habe ich nochmal im aktuellen Interstellarum nachgesehen: da steht der 12"er auch nicht mehr mit Pyrex drin. Vielleicht ist der Katalog schon nicht mehr aktuell?
 
Hm, da keine weiteren Antworten eingegangen sind, gehe ich davon aus, daß sich bei den Alternativen wenig geändert hat.
Ich überlege, ob ich bei Orion das IntelliScope 12" besser finden soll oder aber diese weißen TS Dobsons mit Orion Optik, 1600mm und Metallrockerbox (ein bißchen teurer).
An der Metallrockerbox gefallen mir insbesondere die großen Hohenräder gut und besser als die kleinen bei den üblichen GSO-/Galaxy-Dobsons, von denen ich ja immer wieder lese, daß sie wegen ihres kleinen Durchmessers nicht so "rund laufen" wie größere. Hat das schon mal jemand gegeneinder verglichen von der Feinfühligkeit her?
Die Optik von Orion England ist vermutlich mit der von GSO/Galaxy vergleichbar, oder? Ich glaub TS hat mir mal geschrieben, daß GSO einen kleinen Tick besser sei, aber das ist auch schon wieder eine ganz Zeitlang her...
 
Hi Addie!

... An der Metallrockerbox gefallen mir insbesondere die großen Hohenräder gut und besser als die kleinen bei den üblichen GSO-/Galaxy-Dobsons, von denen ich ja immer wieder lese, daß sie wegen ihres kleinen Durchmessers nicht so "rund laufen" wie größere. Hat das schon mal jemand gegeneinder verglichen von der Feinfühligkeit her?...

Echt? Wo hast Du das gelesen? Habe selbst den Galaxy-10" und kann das nicht bestätigen. Er lässt sich auf seinen Teflon-Pads sehr feinfühlig führen, selbst mit schwerer Oku-Last und Gegengewicht-Magneten.

CS

Serenitatis
 
Echt? Wo hast Du das gelesen? Habe selbst den Galaxy-10" und kann das nicht bestätigen. Er lässt sich auf seinen Teflon-Pads sehr feinfühlig führen, selbst mit schwerer Oku-Last und Gegengewicht-Magneten.

Hm, irgendwie scheint meine Antwort verloren gegangen zu sein. Daher versuche ich es nochmal:

Also in diversen Foren, u.a. auch hier, habe ich das schon gelesen. Auch in manchen Zeitschriften, selbst Händler machen diese Angabe. Umso besser, wenn das bei Dir gut funktioniert!
 
Hallo Addie!

Umso besser, wenn das bei Dir gut funktioniert!

Habe schon an einigen Dobsons "gedobst" und kann auch im Vergleich bestätigen, was ich oben schrieb. Mein 10"-Galaxy läuft in beiden Achsen rund, lässt sich weich bewegen und verharrt punktgenau. Und viel mehr bietet auch ein Edeldobson nicht, der ein Vielfaches der Galaxy-Röhren kostet. Nun ist allerdings der 12"-Galaxy noch schwerer; mag sein, dass es bei ihm anders aussieht. Frag mal beim Händler selbst nach.

CS

Serenitatis
 
Überleg dir das mit dem Pyrex nochmal. Pyrex braucht beim Auskühlen ca. 1/2 Stunde, BK7 rund 1 Stunde. Danach sind alle gleich. Ich hole mir kommende Woche bei Martin meinen Galaxy 12" BK7 ab. Kenne das Gerät gut, habe nächtelang auf dem ITV damit rumgeschubst. Das Ding ist einfach Spitze und mehr brauchst du nicht!
Grüße
Winfried
 
Tja, das ist immer so eine Sache, da gehen die Meinungen hier immer sehr weit auseinander.
Insbesondere bei 12" schreiben die meisten, sei Pyrex/Suprax/Zero Expansion oder was auch immer es da so gibt, doch in der mitunter langen Auskühlzeit - und bei BK7 schrieben schon einige, dauere es eher um die 3 Stunden, je nach Ausgangstemperatur - um einiges angenehmer, sprich flotter hat man gute Abbildungsleistung.
Vermutlich ist das auch eine Geschmacksfrage bzw. eine der persönlichen Geduld. Und da bin ich nicht ganz so gut... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
 
Hallo Leute,

ohne das Thema Spiegelmaterial zu hoch hängen zu wollen, muss beachtet werden, dass mit zunehmender
Größe und Dicke des Spiegels nicht nur die reine Auskühlzeit wichtig ist.
Ein solcher Glasklotz kommt irgendwann gar nicht mehr auf Umgebungstemperatur, weil er den auch im Verlauf
einer Beobachtungsnacht weiter sinkenden Temperaturen hinterher läuft.
Neben einer funktionierenden aktiven Belüfung und anderen wichtigen Dingen wie einer optimalen Spiegelzelle,
kommt dann eben auch der Tatsache eine größere Bedeutung zu, dass ein Spiegel, der auch während der
laufenden Temperaturanpassung brauchbare Abbildung liefert und höhere Vergrößerungen zulässt, z.B. ein
Pyrexspiegel, im Vorteil ist.

CS
*entfernt*
 
Hallo Zusammen!

Als ich vor einiger Zeit meinen GSO 12"er gekauft habe, stand ich auch vor der Frage Pyrex oder BK7?
Ich bin heute froh, das die Entscheidung zugunsten von BK7 ausgefallen ist.
Ich habe mir für die Tubusrückseite eine Belüftung (ähnlich der von Pteng siehe hier )gebaut.
Wenn ich aufbaue, wird zuerst die Lüftung angeschmissen und dann habe ich bis alles aufgebaut und hergerichtet ist schon fast ein brauchbares Bild.
Nach einer halben bis dreiviertel Stunde Lüfter dann auf "halbe Kraft", dann hatte ich auch bei fallenden Temperaturen noch nie
Probleme das der Spiegel zu langsam "nachkommt".
Einen Aspekt gibt es, wo ich glaube dass ein Pyrexspiegel einen Vorteil bietet: Beim Schleifen und Prüfen wird ein Pxrexspiegel
trotz Erwärmung näher an seiner idealen Form bleiben. Im Durchschnitt halte ich es für warscheinlicher einen guten Pyrexspiegel
zu bekommen als einen aus BK7.
Es ist wohl mehr eine Frage des Glaubens... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
 
Nochml zu den Galaxy oder GSO 12-Zöllern: Beide haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Fabrikaten: Der Tubus (Blech) ist relativ dünnwandig und kühlt somit auch rascher aus. Natürlich ist ein Pyrex erheblich besser, jedenfalls für Leute, bei denen es rasch gehen muß. Der Galaxy hat nun auch seinen Ventilator. Ist übrigens (daher habe ich mich für ihn entschieden) das bessere Zubehör und die besseren Okulare, auch schöner abgestuft.
Wenn es Dir nicht eilt, dann warte noch eine Weile. Der 12" Galaxy kommt auch wieder als Pyrex. (habe mir gerade eine Nikon-Optik für meine Kamera bestellt. Ist mit ca. 7000 Euro im Voraus bezahlt, geliefert wird das Teil aber erst in 2-3 Monaten). - Manchmal muß man halt warten, wenn man was gescheites will.
Grüße Winfried

p.s. Würde den Galaxy BK7 kaufen oder lieber auf die Pyrex-Variante warten. Meine Geräte stehen in der Sternwarte, da ist die Auskühlzeit irrelevant. Man kann ihn auch in den Keller oder in die Garage stellen, dann hast du auch keine großen Probleme!
 
Hallo Andre,
habe mir gerade Deine Verbesserungsvorschläge angesehen. - Klasse gemacht, Kompliment. AberDein Gerät scheint schon "älter" zu sein (heute geht`s ja wie bei den Waschmaschinen, nach 6 Wochen sind die ja TOTAL veraltet...).
Meines Wissens hat GSO heute Crayford als Auszug, ebenso wie Galaxy (der 12er sogar mit 1:10 Untersetzung)
Und die Teflon Pads sind im Galaxy eh schon standard, genau wie eine Teflongelagerte Azimutachse. - Sage ja, der Galaxy hat die bessere und überlegtere Grundausstattung...
Grüße Winfried
 
Hallo Winfried,

der Auskühlvorteil eines dünnwandigen Blechtubus erscheint mir etwas zweifelhaft.
In Richtung Hochvergrößerung/Planeten geht m.E. nichts über eine effektive saugende Lüfung plus Tubusisolierung.
Beide Maßnahmen gemeinsam garantieren eine sehr wirkungsvolle Unterdrückung des Tubusseeings.

CS
*entfernt*
 
Hallo Günther,
wir haben es mal ausprobiert. Den 10" Galaxy (rot) und Martins 10" ICS mit dickem Alutubus, beide noch in der alten Ausführung ohne Lüfter. Der in etwa gleich dicke Spiegel im Galaxy ging schneller (beide waren aus Pyrex). Viele Astrofreunde verkleiden ihren Tubus auch mit dieser ich sag mal Thermo-Heizkörper-Silber-Styroporfolie... ich weiß nicht, wie man die richtig nennt. Eine gute Idee hatte auch mal Matthias Wirth aus Köln (baut Apos für M.Ludes). Er hat oberhalb des Hauptspiegels Löcher ringsrum gebohrt (so Durchmesser 5 cm) und diese nach der Auskühlung mit einem größeren Ring, den man runterschieben konnte, wieder geschlossen. Auch diese Idee kam gut an.
Grüße und CS
Winfried
 
Hallo Winfried,

Du schreibst nicht, wie der Vergleich Walzblech/Alu ausging.
Ich nehme an, ohne Lüfter zugunsten Walzblech und ohne Lüfter liegt Walzblech auch bis zur
vollständigen Auskühlung vor ISO-Tubus.
Die Kombination Lüfter (saugend hinter HS) plus Iso-Tubus liegt aber ganz klar vor "dem Rest der Welt".
Dabei beziehe ich mich auf die mit klarem Bild anwendbare V-Max. aber auch auf die Leistung des Teleskops
im mittleren und höheren Vergrößerungsbereich allgemein.
Pyrex + Lüftung + Iso-Tubus macht höhere Vergrößerungen binnen kürzester Zeit nach
Teleskopaufstellung möglich, ob man unbedingt nach 10 Minuten nahe der V-Max. beobachten
muss, steht auf einem anderen Blatt.

CS
*entfernt*
 
Hallo Günther,
der Galaxy hat Walzblech, der ICS 3mm dickes Aluminium.
In dem von Dir genannten gebe ich Dir zu 100% recht. Allerdings spielen beim Kauf auch noch entscheidende, andere Faktoren, eine Rolle: der Preis. Ich lasse mal den ICS "handmade" außen vor. Den hätte ich zwar gerne (habe ihn 2 Freunden "aufoktroiert...), aber ich kann ihn mir nicht leisten.
Der 12" Galaxy gefällt mir und da es bei mir in der Sternwarte steht (ab kommendem Wochenende) habe ich auch keine Probleme mit der Auskühlung. Das Dach der Warte (Flachdach, leicht geneigt) ist aus hochreflexieblem Aluminium, somit habe ich um 17:00 Uhr noch fast die gleiche Temperatur wie am Morgen. Einen kühlen Lagerort wird man finden, es sei denn, man wohnt in einem Hochhaus. Im 1-3 Familienhaus ist der Keller meist kühl genug. Die Preisdifferenz zwischen BK/ und Pyrex liegt bei einem 12" doch schon um die 400 Euro und dafür bekommt man schon wieder ein gutes Okular...
Nun denn, es muß in diesem Fall wirklich jeder selbst wissen, die Entscheidung kann einem niemend abnehmen, es sei denn, es kommt auf die 400 nicht an, dann würde ich klar auch zum Pyrex greifen
Grüße
Winfried
 
Schön, daß ich noch einmal eine Diskussion anregen konnte... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Kurze Frage nochmal, weil ich das gar nicht kenne:
was genau ist mit diesem "Iso-Tubus" oder "Thermo-Heizkörper-Silber-Styroporfolie" gemeint und welchen Sinn hat sie? Die Temperatur im Tubus möglichst konstant zu halten? Oder sie möglichst schnell an die Umgebungstemperatur anzupassen?

Gruß
Addie
 
Hallo Winfried,

diese alte Mär das "vortemperierte Geräte" einen Vorteil haben, mag ich nicht stehen lassen. Es ist relativ unwichtig, ob ein Spiegel 20° oder 10° warm in eine 0° kalte Nacht transportiert wird, dieser Unterschied löst sich schon in den ersten 20 Minuten in Wohlgefallen auf. Dann aber beginnt die Zähe Phase, in denen die letzten Zehntelgrade Temperaturunterschied einfach nicht entweichen wollen. Diese Phase ist dann stets ähnlich lang und nur von Spiegelmaterial und Dicke, sowie vom Temperaturgefälle der Nachtluft abhängig.
Dagegen ist nur ein echtes Kraut gewachsen: Tubusisolierung unterstützt durch aktive Belüftung. Und da ein Pyrex-Spiegel ohne eine aktive Belüftung ohnehin den Aufpreis nicht recht lohnt, kann man dann auch einen stabilen Tubus vorziehen, so den die Montierung trägt.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Addi,

guckst Du
http://www.deepsky-brothers.de/index.htm
unter Dob-Tuning total.
das war Mal ein Skywatcher und ich bin noch lange nicht mit ihm fertig. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
Schön ist etwas Anderes, aber schön abbilden tut er. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />
Unter anderem hat er eine Styroporhaut über dem Walzblech und eben die saugende Lüftung.
Beides minimiert Tubusseeing, auch schon während der Auskühlzeit des Spiegels und das
ist der Trick.

Selbst wenn das Teil schon gut runtergekühlt draußen steht, wird z.B. die Oberseite (Richtung Himmel)
kälter als die zum Boden zeigende Unterseite. Das erzeugt bei ungehinderter Übertragung auf die
Tubusinnenseite unerwünschte Luftverwirbelungen (Tubusseeing) und wie Sven schon sagte, je größer
und dicker der Spiegel um so zäher passt er sich der Umgebungstemperatur an oder läuft
z.B. stark fallenden Temperaturen während der Beobachtungszeit ständig hinterher.
Auch das führt ständig zu Tubusseeing.
Das macht sich nur im höheren und höchsten Vergrößerungsbereich bemerkbar und ist
sehr schön (unschön) bei Übervergrößerung an einem unscharf gestellten Stern (Sternscheibchen)
sichtbar zu machen.

Lüftung plus Isolierung des Tubus sind gemeinsam die wirkungsvollste Gegenmaßnahme.
Ein ständiger, gleichmäßiger Luftstrom ohne Verwirbelungen im relevanten Bereich sorgt für klare
Verhältnisse. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

CS
*entfernt*
 
Die alte Mär vom vortemperierten Gerät...
Nun denn, als Wissenschafts-Fotograf habe ich mich lange mit Optiken herumschlagen müssen und tue dies auch heute noch. Wir testen sowas fast täglich aus, denn die Aufnahmen, die ich beruflich mache, müssen perfekt sein. Dazu weiß ich bei allen meinen Optiken ganz genau, wie diese gelagert werden müssen und wann und wie lange die vor Ort sein müssen, um perfekt zu funktionieren. Da es sich dabei um Fachoptiken für die 20/25 cm Kamera (Linhof) handelt und diese Teile schon mal 900mm haben, kommt es gerade dann darauf an.
Und bei Teleskopspiegeln verhält es sich ebenso, das zeigen viele Tests. Wenn man einen "Wohnzimmerspiegel" mir 23 Grad Celsius in den Garten mit 0 Grad stellt, dann braucht man in der Nacht erst garnicht reinzuschauen, der kühlt auch nach 4 Stunden noch nicht annähernd aus. Ein "Kellerspiegel" mit 6-8 Grad schafft das innerhalb zweier Stunden als BK7 perfekt. - Logisch, Lüfter müssen sein.
- Dies nur mal zur Klarstellung, ich kann hier auch nicht alles Gesagte einfach so stehen lassen.
Grüße
Winfried
 
Kurzinfo an Addi
Wenn Du eine "ausgedehnte" Diskussion suchst, ich bin morgen ab 11 Uhr bei ICS, um meine beiden Teleskope abzuholen. Kannst ja mal dort anrufen. Ich klicke mich bis kommenden Mittwoch aus, da ich nach Berlin muß.
Grüße
Winfried
 
Wenn man einen "Wohnzimmerspiegel" mir 23 Grad Celsius in den Garten mit 0 Grad stellt, dann braucht man in der Nacht erst garnicht reinzuschauen, der kühlt auch nach 4 Stunden noch nicht annähernd aus.

Große Spiegel sind oft Deep-Sky-Geräte. Typisch wird mit indirektem Sehen beobachtet. Das Auflösungsvermögen des Ausges ist bei dieser Seh-Art gering. Auch ein nicht perfekt ausgekühltes Gerät entfaltet die optimale Leistung.

...gar nicht erst rauszuschauen... ist wohl sehr einseitig. Mag bei optimaler Luft und für Mond/Planeten gelten.
 
Hallo Winfried,

eigentlich zeigen viele Tests, dass ein geschlossener 8" Tubus unter nächtlichem Himmel allein durch die Temperaturdifferenz zwischen Tubus-Oberseite (IR-Abstrahlung in den Himmel) und Tubus-Unterseite (IR-Empfang vom Boden) ein Tubus-Seeing entwickelt.
Ein Lüfter beseitigt das, aber mal folgendes, weil das kann ich wieder nicht stehen lassen:
Entweder: Ich spreche über ein Teleskop ohne Lüfter mit einem Spiegel der sich temperaturbedingt ausdehnt, also beim Abkühlen verspannt. Dann muss ich zusehen, dass ich den Spiegel ausgekühlt bekomme und habe während dieser Phase bei Hochvergrößerung ein schlechtes Bild. Wegen des entstehenden Tubus-Seeings durch unterschiedliche Temperaturen oben und unten am Tubus werde ich mit einem 8-Zöller praktisch nie einen Optimalzustand erreichen.

Oder ich spreche von einem belüfteten Teleskop. Bei diesem Gerät reicht es aus, das Tubus-Seeing unter eine gewisse Grenze zu drücken, damit der Lüfter es vollständig verwirbeln und absaugen kann. In dem Fall wird das Teleskop gute Bilder zeigen, sobald der Spiegel soweit abgekühlt ist, dass er wenig Verspannt ist. Übersetzt heisst das: Ein Spiegel aus "normalem" Material wird dazu einige Zeit brauchen, ein Spiegel aus verbessertem Material wie Pyrex oder allgemein Boro-Silikat wird deutlich schneller "fit" sein (beim 8" Newton typisch unter 20 Minuten) und ein Spiegel aus "Idealmaterial" wie Cerodur, Sitall oder Zero-Expansion ist praktisch sofort voll da, sobald nur der Lüfter mit dem Tubus-Seeing fertig wird.

Somit: In meinen Augen kann ein vorab kaltgestelltes Teleskop größerer Öffnung nur mit Belüftung und gegebenenfalls mit verbessertem Spiegelmaterial sofort im Hochvergrößerungsbereich voll anschlagen. Für unbelüftete Geräte bekommt man das hingegen niemals hin, egal mit welchem Spiegel, usw. Ich denke genau diese Differenzierung fehlt in der Diskussion.
Und nochmal: Sehr viele Teleskope haben zwar von der Stange einen Lüfter, der aber sehr uneffizient angebracht ist. Ich meine Teleskope, bei denen der Lüfter direkt auf der Spiegelrückseite sitzt. Bei diesen Geräten sind mir folgende... doch ich spreche es aus Dummheiten begegnet:
- Kein Luftdurchlass zwischen Spiegel und Lüfter.
Der Lüfter ist direkt auf die Spiegelzelle geschraubt und bläst auf die Rückseite des Hauptspiegels. Die Luft kann aber seitlich nicht heraus, weil der Spalt zwischen Lüfter und Spiegel oder Spiegelhalter viel zu eng ist. Der Lüfter quirlt dann die Luft an dieser einen Stelle des Spiegels und kühlt ihn nur dort ab.
- Der Lüfter bläst auf den Hauptspiegel.
Der Lüfter bläst kalte Luft direkt von hinten auf die Spiegelrückseite. Es entsteht allenfalls ein Luftstrom, der den Hauptspiegel auf der Rückseite in der Mitte abkühlt. Der Lüfter hat keine direkte Wirkung auf das Tubusseeing, Luftschlieren die im Tubus vom Spiegel aufsteigen können dies ungestört tun.
- Der Lüfter ist nicht vom Tubus entkoppelt.
Viele Lüfter schwingen bei gewissen Drehzahlen. Diese Schwingungen können bei hoher Vergrößerung auch das Bild stören, weil das Teleskop am Auge wackelt. Daher ist es sinnvoll, den Lüfter mit weichen Gummipuffern abzufedern bzw daran aufzuhängen, so dass seine Schwingungen nur noch gedämpft auf das Teleskop übertragen werden.
- Der Lüfter ist nicht regelbar.
Während ein großes Teleskop in den ersten Minuten der Beobachtung durchaus einen bei Vollast bullernden Lüfter vertragen kann, macht es Sinn, den Lüfter nach der ersten Abkühlphase nur langsam laufen zu lassen, damit er nur die leichten Warmluftschlieren im Tubus absaugt. Das macht natürlich ohnehin nur bei vernünftigt angebautem Lüfter Sinn.

Clear Skies
Sven
 
Kurzinfo an Addi
Wenn Du eine "ausgedehnte" Diskussion suchst, ich bin morgen ab 11 Uhr bei ICS, um meine beiden Teleskope abzuholen. Kannst ja mal dort anrufen. [...]

HALLO?? KÖLN?? WEIBERDONNERSTAG?? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/totlach.gif" alt="" />
 
Die Wirkung eines Lüfter ist dermaßen frappierend, dass ich jedem nur raten kann dies selbst auszuprobieren. Für den Selbstbau eignen sich geschlachtete alte PC-Netzteile bzw. deren Lüfter.

Zur Luftströmung: Normalerweise ist der Spiegel wärmer. Warme Luft steigt im Tubus auf und erzeugt Schlieren. Um das zu verhindern kann man

- quer über den Spiegel hinweg saugen. Eine Einströmöffnung auf der gegenüberliegenden Siete muß angebracht werden
- von hinten saugen: Dann müssen genügend große Strömungskanäle da sein. Das scheint die beste Variante zu sein

Wie man es macht, hängt von der Bauweise des Instrumentes ab. Auf jeden Fall besteht der gewaltige Unterschied zwischen Lüfter und kein Lüfter.

Auf keinen Fall ins Instrument hinein blasen, weil dadurch die warem Luft nicht auf dem schnellsten Weg nach außen kommt.
 
Hallo, die Disklussionsrunde. Melde mich noch kurz vor der Abfahrt nach Berlin. Habe gestern meine beiden Galaxys abgeholt und erst mal den kleinen (8" f6) aufgebaut. Übrigens mit Lüfter (2x). Da keine Akkus geladen waren, hab ich ihn ohne Lüfter getestet, besser gesagt das first light gehabt. War spitzenmäßig justiert und hat mir am Orion sowie am Saturn (gestern 1.Nacht seit Wochen sehr gut!) schon einen kleinen Schock versetz: Der ist besser als mein 12" Meade CS! Knacke scharf und auch bei 255-fach (meade UWA 4,7mm, Serie 4000) immernoch superscharf. Bin gespannt, wie der Galaxy 12" kommt, den baue ich aber erst nächte Woche auf.
Bin echt überrascht, kannte je bislang nur meine CS`s. Der Unterschied ist gewaltig, liegt aber auch an der guten optischen Qualität.
Grüße
Winfried
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
So, nun haben wir (endlich) gepackt und in 3 Std. gehts ab in die Hauptstadt.
Habe natürlich nicht warten können und den 12" Galaxy auch vorbereitet. Wetter ging gerade so. Schlierenwolken, hie und da ein Stern. Der 12" kommt gut, was ich im "first light" sehen konnte. Orion war ne Wucht, ohne jeden Filter. Hab ich in meinem 12" SC noch nie gesehen!
Zu Sven: der 12" hat neben dem Spiegel noch gute 3 cm Spiel und der Lüfter (Akkus nun doch geladen) saugt so ziemlich alles weg. Keinerlei Turbulenzen im Tubus (Kellertubus, Du weißt schon...). Nun schlafen beide in der Sternwarte im eigens gebauten Schrank und kühlen auch weiterhin vor sich hin...
Weißt Du, Sven, man kann sich "echoffieren" bei diesem Thema, aber man sollte Andersdenkende nicht in den Schenkel stellen. Leute, die wie ich, 25 Jahre beobachten (sehr intensiv) und sich dabei in der Optik berufsbedingt auch noch auskennen, denen sollte man nicht überheblicherweise Unkenntnis nachsagen. Habe im Bereich der kunstgeschichtlichen Fotografie immerhin promoviert, weiß also, von was ich spreche.
Bin ja neu in den Foren und habe, da alt genug, recht schnell erkannt, dass sich hier (damit meine ich nicht dich) Leute tummeln, die im Auftrag ihrer Arbeitgeber (Händler) Fragen stellen, die auf einen ganz besonderen Händler verweisen... und dessen Produkte herauszustellen versuchen. Das ist billig und gehört nicht hierher. Ich diskutiere gerne, aber bitte unter anderen Vorgaben.
Grüße
Winfried
 
Morgen,

wollte mich noch einmal für Eure rege Diskussion bedanken. Nun bin ich allerdings noch durcheinanderer als vorher <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> - das meine ich aber eher im positiven Sinne, denn:

Bisher ging ich davon aus, daß Pyrex ein Muß bei 12" ist, da ich die Geschichte mit den Lüftern bisher nie so beachtet habe. Ist irgendwie an mir vorbeigegangen. Die Quintessenz, die ich aus dem hier Geschriebenen so heraushöre (verbessert mich, wenn's nicht stimmt), ist aber eher: ein Lüfter ist auf jeden Fall ein MUSS, und wenn er vernünftig und effektiv angebracht ist, dann geht ein 12" auch mit BK7 gut - ein 12" mit Pyrex oder noch besser Zero Expansion o.ä. plus effektiver LÜfter ist somit der Idealfall, aber auch deutlich teurer und ich muß mir überlegen, ob es mir die 300-400 € Aufpreis wert ist.

Würdet Ihr das in etwa so bestätigen?

Ach so, eines noch: hat jemand eine große Aufnahme, aus der deutlich hervorgeht, wie/wo der Lüfter am besten platziert und befestigt wird, damit er am effektivsten arbeitet?
 
Hallo Addie,

dein Fazit kann ich so bestätigen. Ich habe selbst einen 12" Volltubus-Dobson mit BK7 Spiegel und kräftigem Lüfter hinten saugend (Silverstone SST FMC3XW, kugelgelagert, regelbar bis 3000 U/min und mit maximalen 104cfm inkl. 1.5m Kabel für läppische € 15,-). Im Winter vom Zimmer raus in die Minusgrade ist er nach etwa 30-45 Min. vergrößerungsmäßig (600fach) voll ausfahrbar. Bis dorthin beobachtet man eben ein paar nette Deepsky-Objekte, also null Problemo!

Hier ein Bild, wie mein Lüfter angebracht ist:
Link zur Grafik: http://www.binoviewer.at/equipment/images/GSD300/GSD3003.jpg

lg, Bino-Tom
 
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