Gallileische Jupitermonde als Scheibchen

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aths

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Darf man sich die Hoffnung machen, mit 90 mm obstruktionsfreier Öffnung die vier großen Monde unter guten Bedingungen als (wenn auch strukturlose) Scheibchen zu sehen?

Ab wann darf man damit rechnen, den Saturnmond Titan als Scheibchen vor die Linse zu kriegen?
 
Moin Arne!

> Darf man sich die Hoffnung machen, mit 90 mm obstruktionsfreier Öffnung die
> vier großen Monde unter guten Bedingungen als (wenn auch strukturlose)
> Scheibchen zu sehen?

Hm, das wird knapp. Ich hab' mal die scheinbaren Monddurchmesser zur nächsten
Opposition (2.2.03) rausgesucht: Io - 1,16", Europa - 1,0", Ganymed - 1,68",
Callisto - 1,54".
Also, mit meinem 4"-FH klappt das wenigstens bei den zwei größten Monden, mit
6" sieht man da schon einiges mehr. Auflösung für eine 90 mm-Optik ist roundabout
120 durch 90 gleich um und bei 1,3" bei besten Bedingungen und hoher Vergrößerung
(um 200fach).

> Ab wann darf man damit rechnen, den Saturnmond Titan als Scheibchen vor die
> Linse zu kriegen?

Gute Frage. ;-) Den Winkeldurchmesser von Titan zur Opposition am 17.12.02
beträgt nach Guide7 0,88". 8"-Objektivöffnung sollte man da schon haben, meine
ich.
 
...und bitte noch eins beachten: selbst mit 50mm könnte man bei jenseits der sinnvollen Höchstvergrösserung ein *strukturloses* Scheibchen erkennen, nämlich das Airyscheibchen. Weil ja - wie bekannt - kein Teleskop in der Lage ist, Punkte wirklich als Punkte abzubilden.
 
Moin Tom!

Guter Einwand. Deshalb finde ich es auch wichtig, daß man sein Teleskop gut
kennt - soll heißen, daß man das Airy-Scheibchen von flächigen Erscheinungen
unterscheiden kann. Also: reine Beobachtungserfahrung.
Wenn wir auf der Vereinssternwarte an B-Abenden die Jupitermonde als flächige
Scheibchen vorführen, nehmen wir dazu einen 8"-Schiefspiegler. Dann sind auch
diese Mondscheiben für den astronomischen Laien bzw. Besucher gut erkennbar.
 
Schönen Gruss vom Seeing

Hals- und Beinbruch.

An der Auflösungsgrenze, mit dem Seeing kämpfend, das Airy-Scheibchen wegdenkend... Könnte sein, dass die folgende Taktik Erfolg verspricht: Wenn ein Monddurchgang ansteht, kann man bei gutem Seeing einen Moment lang den Jupiter vom Schatten wie "angebissen" sehen (am besten an der hellen Seite bzw. überall in der Nähe der Opposition). Das wäre wenigstens indirekt ein "Beweis mit eigenen Augen" für die Flächigkeit. Das habe ich mit einem 114er Newton schon gesehen, als blöderweise ausgerechnet zur 2002er Opposition mein Refraktor für gut vier Monate auf Austauschurlaub war <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> Könnte sein, dass das mit dem 90er auch geht.

Weiterhin wäre ein guter Indikator für echte (d.h. nicht irgendwie durch optische Effekte eingebildete) Flächigkeit sein, wenn bei einem Durchgang der größeren Klöpse der Mond am Beginn / Ende des Durchgangs vor der Jupiter-Scheibe noch sichtbar ist und Du im Hintergrund auf der Juppi-Scheibe ein Detail erkennen kannst, das kleiner ist als der Mond.

Übrigens gilt das Auflösungskriterien nach Dawes und so nur für zwei nicht zu helle Punkte auf schwarzem Grund (pfui, das hab' ich jetzt nachgeplappert, steht aber in den Büchern. Wie kommt man eigentlich zu so Regeln?). Mitunter überschreiten selbst eher bescheidene Optiken (wie mein 114er Newton) unter sehr guten Bedinungen an anderen Objekten als Doppelsternen (wie z.B. beim Io-Durchgang vom 5.1.02) die ihnen durch Dawes scheinbar gesetzten Grenzen.

Im übrigen freuen uns auf Deine Beobachtungsberichte. Schade, dass Du mit dem 60mm nicht an Dieters Projekt Deep Sky mit 60/700 mitmachst.

Die skeptischen Grüße diesmal vom
 
Re: Schönen Gruss vom Seeing

Diese Airy-Scheibchen, kriegt man die auch scharf, so dass fälschlicherweise der Eindruck einer Fläche entstehen kann?

Bei meiner Gurke hatte ich beim Jupiter das Problem, ihn nie richtig scharf zu kriegen (im Gegensatz zum Saturn, so komisch das klingt) und konnte die beiden großen Bänder auch nur verwaschen erkennen. Die Monde waren, wenn ich mich recht erinnere, farblich leicht unterschiedlich, aber keine Scheibchen.

<träum>
Vielleicht kann ich mir ja dereinst das VMC330L leisten, und mit diesem (und der bis dahin hoffentlich gewonnenen Erfahrung) werde ich dann versuchen, Details auf Ganymed auszumachen.
</träum>

Für den Anfang wäre ich schon froh, endlich mal den Mars zu sehen - als Scheibchen, und bei guter Luft mit Helligkeitsunterschieden auf der Oberfläche. Außerdem freue ich mich schon wahnsinnig auf dem Mond. Wären hier mal die Wolken weg, würde ich zur Not mit meiner Gurke bei nur 35x (die anderen Okulare habe ich vermöhlt) die Krater erkunden.
 
Re: Schönen Gruss vom Seeing

Mojn,
Bei meiner Gurke hatte ich beim Jupiter das Problem, ihn nie richtig scharf zu kriegen ( im Gegensatz zum Saturn
hört sich irgendwie nach Seeing an, wenn Du in ebiden Fällen die gleiche Ausrüstung verwendet hast. Beschreib' doch mal Deine Beobachtungen genauer: Höhe des Objekts, Bedingungen usw.

Grüße vom
 
Hallo Arne,
ich will dir die Hoffnung nicht wirklich rauben, aber ich möchte dich darauf hinweisen, dass ich mit dem 90er die Monde noch nicht als Scheibchen gesehen habe. Und scharf wirst du die Monde nur bei geringer Vergrößerung bekommen.
Anders sieht es aus, wenn du in die digitale Aufnahme mit ´ner Webcam einsteigst, da du hier eine ganz andere "virtuelle" Vergrößerung hast (wegen der geringen Größe des CCD). Siehe die Aufnahme hier .
Da könnte ich glatt den Eindruck kriegen, dass die Monde Scheibchen sind. Leider wirst du das so am Teleskop selbst nicht sehen.

 
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