Gamma Virgo visuell geknackt !

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Heidescoper

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Moin Leute,

gestern erlebte ich die seltene Symbiose von halbwegs transparentem Himmel ca. 6.0mag und gutem Seeing.
Ich zog mir den GRF Durchgang rein und bemerkte dabei zunehmend ruhigere Luft an meinem 16"er. Ich sah den bisher klarsten Jupiter seit ich den Dobs besitze, das sind nun 2 Jahre, und das bei Jupiters zunehmend tieferer Bahn.Irre viel details wie von meinem 10"er her gewohnt. Es kribbelte in den Fingern den Gasriesen zu zeichnen. Aber der Dobs mit 1:4 zeichnet nur mittig wirklich sauber. Ich hätte ihn doch nachführen müssen,zu umrüsten auf die Monti hatte ich nihct wirklich Lust, also so nur geniessen...

Ich kam nun auf den Gedanken mich doch an gamma Viro zu versuchen. Die Komponenten standen im Feb. bei unter 0.4" beisammen Tendenz wieder zunehmend. Wer hat den momnetanen Wert
Ich powerte nun stetig hoch und justierte den HS noch etwas nach. Blickweise sah ich nun ein längliches Airyscheibchen. Ich stelle zur Kontrolle einen gleichhellen Stern ein , der war eindeutig rund !
Also zurück zu gamma und nachvergrößeren. Ich setze nun eine 3x Barlow +5mm LVW ein macht bei 1600mm fast 1000x , und das in meiner Dobsonruckkiste. Aber die Komopnente erschien nun als leichte 8 . Ich merkte mir den Positionswinkel, er stand fast senkrecht zur Laufrichtung. Nun gab ich alles 3.6mm Okular +3x Barlow 1333x mehr geht nicht aus meinem Sortiment. Mehr ist ja auch kaum Sinnvoll. Das Billig Plössl brachte deutlich Farbe ins Spiel. der Stern raste nur so durchs Gesichtsfeld, aber er war Blickweise wieder angetrennt.
Ich war am Limit und das mit 16" in einer leicht diesigen feuchten Nacht. Heut Morgen ist es hier neblig, erklärt das gestrige gute Seeing. WOW!

Gruß
Christian
 
Hallo und herzlichen Glückwunsch,

die aktuellen Werte nach Soderhjelm und nach Heintz findest Du in der Tabelle in
http://www.epsilon-lyrae.de/AktuellesProjekt/AktuellesProjekt.html und in
http://members.eunet.at/vollmann/gamma_vir.htm
Ich habe das schöne Wetter gestern ebenfalls für die Beobachtung von Gamma Virginis genutzt. Meine Messungen werde ich demnächst wieder auf epsilon-lyrae.de/aktuellles Projekt (siehe oben) veröffentlichen. Welchen Positionswinkel schätzt Du (er stand fast senkrecht zur Laufrichtung) ?

Gruß
JS
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Christian,

das ist ja eine tolle Beobachtung! Auf die Distanzen und Positionswinkel
hat Dich schon JS hingewiesen. Damit konntest Du mehr sehen als
John Herschel 1836 am Kap der Guten Hoffnung: er schaffte es beim
letzten Periastron nicht mehr die beiden Sterne mit dem 18,7 Zoll
20 Fuss Reflektor aufzulösen. Die einzigen Beobachtungen von 1836
die den Stern doppelt zeigten und Messungen waren von Friedrich
Wilhelm Struve mit dem 24cm Fraunhofer-Refraktor in Dorpat.

Ich bin schon gespannt wie es weiter geht!

Ruhige Luft wünscht Dir
Wolfgang
 
Hallo Beobachter,

JS: wie gesagt das Paar stand fast aufrecht zur Laufrichtung
also ca. 160-170°. Wobei Gamma nicht exakt im Meridian stand
ist somit nur ungefähr geschätzt.

Wolfgang: ja die damaligen Scopes waren natürlich nicht so vollkommen wie unsere Geräte. Daher ist ein 18"er von damals sicherlich unterlegen. Ich konnte ja zB. schon mit 10"Newton mehrfach Details auf Ganymed erkennen, von denen Herschel, Lord Ross etc. keine Sichtungen hinterließen...

Ist interessant das Du mit 13cm den Stern länglich wahrnimmst. Ich werde die nächsten Nächte mit meinem 10"Newton(Wellenfront 1/11 lamda) rangehen. Der trennt 72Peg (ist mit 0,5"angegeben) bei 750x mit Luft. Mein 16"er riss ihn vorletztes Jahr bei 900x so auseinander das man meinte Castor im ~8cm Refraktor zu sehen !Weiter Abstand, wobei mein 16"er schätze ich nur knapp beugungsbegrenzt ist.Also ~0.4" sind da schon hart gewesen.
Ich denke aber mal das Gamma Vir momentan aber deutlich unter 0.5" liegt und somit nicht in Reichweite Deines 5"ers auch nach Strehl kommt. Sorry.

Gruß
Christian
 
Hallo Christian,

nein derzeit sehe ich Gamma Virginis im Fünfzöller vollkommen rund,
auch bei 520x. Das letzte Mal wo ich ihn etwas länglich sehen
konnte war um den Jahreswechsel 2003/2004: da erschien er eben
merkbar länglich in Olivenform.

Ich glaube dass Du es auch derzeit mit dem 10-Zöller bei ruhiger Luft
schaffen solltest ihn länglich zu sehen.

Ruhige Luft wünscht Dir
Wolfgang


 
Hallo Wolfgang, hallo Leute,

gestern abend machte ich mich mit dem 10"Newton an Gamma Vir ran. Das Seeing war mäßig. Hatte Probleme an höher stehenden Sternen den Newton max. zu justieren. Airyscheibchen verwischte fast permanent.
Dann aber mit 750x und 900x war der Stern sofort und eindeutig länglich. War ein langes Oval ohne Einschnürung. Leider stand das Bild nie, sodaß ich eine Einschnürung nicht auschließen möchte. Muß die kommenden Nächte noch mal nachkontrollieren.

Gruß
Christian
 
Hallo Christian,

ja super, es hat also geklappt! Dein Zehnzöller hat ein Rayleigh-Limit
von 138"/D[mm] = 0,55". Bis herunter zu dieser Distanz kannst Du
die Sterne trennen. Da Gamma Vir derzeit irgendwo zwischen 0,35 und 0,38"
ist (je nach Ephemeride), ist er mit diesem Gerät länglich zu sehen.

Hast Du den Positionswinkel schätzen können? Die Westrichtung 270° gibt
Dir der Himmel bei ausgeschalteter Nachführung. Ich stell mir immer
ein Uhrzifferblatt mit dem Hauptstern in der Mitte und der Westrichtung
bei 3 Uhr vor. Dann versuche ich zumindest die "ganze Stunde" zu schätzen
und oft gelingt es mir auch auf 1/2 Stunden. Noch besser geht es
mit Fadenkreuzokular und am besten mit Baader Microguide Okular.

Viele Grüsse,
Wolfgang
 
Hallo Wolfgang, hallo Leute,

danke für den Tip. Ist schon klar. Beim ersten Beobachten war ich halt nur aufs trennen fixiert.

Du hast recht 10" trennen 0,55"(ohne Fangspiegel).
10" mit Fangspiegel 25% Obstruktion trennen sogar 0,51" ! Meiner hat ca. 15%. So viel zur Theorie. Liegt somit dazwischen.
Nach Dawes, als 8 trennend, sind es bei 21% 0.43" und Strehl, nur leicht oval, 0,41".
Also sollte gamma Vir demnach eher 0.38-0,4" momentan haben.

Habe aber über die Jahre die Erfahrung gemacht angegebene Doppelsterne tiefer zu trennen als nach Theorie möglich. War zu beginn aber auch von Trennwerten für obstruktionsfreie Optiken ausgegangen. Obstruierte Optiken haben aber eine HÖHERE Auflösung , aber nicht kontrast.
Ist eine Erklärung.

(In vielen Bücher steht aber das Gegenteil, das Refraktoren eine höhere Auflösung als Spiegel haben stimmt demnach aber nicht!
Beim Kontrast zB. Planeten ist es natürlich anders rum.)

Dabei sind sicherlich nicht jedesmal ungenaue Messdaten mit zu eng angegebenen Distanzen dran schuld ...!?

Viele Grüße
Christian
 
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