Gammastrahlenausbruch mit dem bloßen Auge!!

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Hallo Freunde,

das Ganze war ja ein Gammastrahlenausbruch! D.h., daß das sichtbare Licht, also das, was mit dem bloßen Auge zu sehen ist, nur mehr oder weniger ein Abfallprodukt ist, dessen Maximum deutlich geringer ist, als das Maximum im Bereich der Gammastrahlen (Intensitätsverlauf beim Schwarzen Körper!). Das macht die Sache noch viel bemerkenswerter!
 
Die Strahlungsleistung von 22 Billiarden Sonnenleuchtkräften nochmal anders dargestellt: 8,5*10^42 Watt.

Hallo allerseits,

also, mit der Umrechnung auf soundsoviele Sonnenleuchtkräfte und entsprechende Wattzahlen sollte man wohl sehr
vorsichtig sein, denn dabei wird implizit angenommen, dass die Quelle in alle Himmelsrichtungen isotrop abstrahlt.

Das mag für die Sonne und gewöhnliche Sterne in guter Näherung korrekt sein, für solche exotischen Objekte wie

Supernovas

GRBs

und deren Endprodukte ist das aber keine realistische Basis. Die bündeln ihre Strahlungsenergie in Jets und es hängt
dann sehr von der Ausrichtung derselben ab, wieviel davon - wenn überhaupt etwas - bei uns ankommt. Deshalb
kann man die gesamte Strahlungsleistung nicht wie bei der Sonne unter Annahme von Richtungsunabhängigkeit
abschätzen, das ergibt vielzu hohe Werte.

Das hat Dallas bereits richtig eingeschätzt:

Das habe ich mir zunächst auch so ähnlich gedacht. Nämlich, dass ja quasi das gesamte uns bekannte Universum
dieses Ereignis gesehen haben muss. ABER: da liegt ein Fehler drin. Wenn ich die Geschichte mit den GRBs richtig
verstanden habe, dann beobachten nur diejenigen so einen gewaltigen Ausbruch, die genau in der Linie der beiden
vom explodierpenden Stern ausgehenden Jets beobachten. Die Wahrscheinlichkeit, genau auf dieser Sichtlinie zu
liegen, dürfte sehr gering sein. Daher: selbst wenn man in 1000 LJ Entfernung vom Stern gelebt hat, muss man
auch schon vom Jet getroffen worden sein, um einen Abgang zu machen

Siehe dazu auch

Sky & Telescope

Zitat daraus:

Code:
Analysis of GRB 080319B is just getting underway, so astronomers don't know why this burst and 
its afterglow were so bright. One possibility is the burst was more energetic than others, 
perhaps because of the mass, spin, or magnetic field of the progenitor star or its jet. 
Or perhaps it concentrated its energy in a [particularly] narrow jet that was aimed directly 
at Earth

Mit freundlichen Grüßen,
Peter
 
Hallo Peter,

mir ist das durchaus klar, wegen der isotropen Energieoutput, aber danke trotzdem für den Hinweis. Inzwischen ist das erste Preprint im ArXiv erschienen:

- Observations of the Naked-Eye GRB 080319B: Implications of Nature's Brightest Explosion

In der Zusammenfassung ist schon zu lesen, dass der GRB sogar noch bei z=17 (13,4 Milliarden Lichtjahre) von einem Teleskop der Meterklasse im K-Band hätte registriert werden können.
 
Könnte es sein, daß die Intensität durch eine weit entfernte Gravitationslinse gepusht wurde, zu weit, um sie als Einsteinring/-kreuz aufzulösen? Bei der Gesamtentfernung ja durchaus denkbar?!?
 
Hallo zusammen,

ich finde das wirklich unglaublich was ich hier lese!

>>Wenn ich das alles nochmal grob zusammenfasse<<

Da ist also ein massereicher Stern zu einem Schwarzen Loch kollabiert!? Dabei wurde unglaublich viel Energie in Form von Gammastrahlung abgegeben, die wir (sogar optisch) als "Explosion" erkennen konnten??? Das alles fand in 7,5 Milliarden Lichtjahren Entfernung (also zeitlich gesehen vor 7,5 Milliarden Jahren - Das Universum ist geschätzt 14 Milliarden Jahre alt) statt??? --> Das mit der Ausdehnung des Universums außer Acht gelassen...

Und das Ereignis hatte von der Erde ausgesehen eine Helligkeit von 5,8 M?

Nochmal: Um dieses "Licht" sehen zu können (was wir taten), müsste man dafür im Burst liegen oder nicht? (Wir befanden uns also nicht im Jet, oder?

Habe ich das so ungefähr richtig verstanden?
Wenn nicht, bitte korrigiert mich, wäre sehr nett; interessiert mich wirklich wahnsinnig!

Wirklich unfassbar!!!

Gruß & CS
Peter
 
Hallo Peter,

ich denke nicht, dass man heute schon Aussagen darüber treffen kann, wie geneigt der Jet zu uns sein muss, um diese oder jene beobachtete Leuchtkraft zu erklären. Nach den ersten Ergebnissen (siehe oben) soll für die gigantische Energiefreisetzung bei dem kürzlichen GRB-Monster ein sehr eng gebündelter Jet verantwortlich sein.
 
Moin blue_scape,
Zitat von blue_scape:
Hallo Peter,

ich denke nicht, dass man heute schon Aussagen darüber treffen kann, wie geneigt der Jet zu uns sein muss, um diese oder jene beobachtete Leuchtkraft zu erklären.
Ganz genau!
Denn es könnten auch die Gaswolken in der Umgebung des GRBs sein, die diesen hellen Lichtblitz hervorgerufen haben.
The team are still working on the data to learn about the super-bright explosion, including how dense the gas is and how the gas density varies with distance from the burst, as well as why this particular explosion was exceptionally intense.
http://www.astronomynow.com/Super-brightgammarayburst.html

Allein, man weiß noch nicht, ob uns nun der Strahl eines Jets perfekt getroffen hat oder dieser GRB wirklich extraordinär stark war, so dass die Anregung der umgebenden Gaswolken für das Szenario verantwortlich zeichnet.

Man stelle sich vor, der (mögliche) Jet wäre gar nicht zur Erde gerichtet und dennoch gäbe es diese enorme Helligkeit.
 
Es gibt wieder Neues vom naked-eye GRB.

Aus neuen Zahlen wird die Größe der ionisierten Region, die durch die energiereiche GRB-Strahlung in der Heimatgalaxie entstand, extrapoliert. Demnach soll die obere Grenze bei einem Radius von 7.500 Parsec (24.500 Lichtjahre) gelegen haben. Und unter Berücksichtigung der Dichte des interstellaren Mediums soll der Radius immer noch mindestens 190 Parsec (960 Lichtjahre) betragen.

Zum Vergleich: Zu den größten bekannten Emissionsnebeln gehören der Tarantelnebel in der Großen Magellanschen Wolke und NGC 604 in der Galaxie M 33, die beide rund 1.000 Lichtjahre groß sind.

- The prompt, high resolution spectroscopic view of the "naked-eye" GRB080319B
 
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