Gasbälle?

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Maverik83

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Hallo!

Hab da mal eine Frage:
Wenn ich einen Stern mit meinem 8" SC aufnehme, ist der immer wie ein kleines Scheibchen.
Liegt das an der Optik, oder kann man wirklich (bei sehr großen Sternen) deren Ausdehnung im Raum sichtbar machen?

Das wäre toll.... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />

Grüße, Robert
 
Hallo,

stell hier doch mal ein Bild rein, damit man sieht, was für Scheibchen du meinst.

Clear Skyes
 
Hallo Robert,

ich halte es für ausgeschlossen dass du einen Stern als flächiges Objekt aufgenommen hast, meines Wissens gibt es nur eine Handvoll Sterne bei denen das bisher mit Großteleskopen gelungen ist, darunter Beteigeuse...

Was man (mit Profiteleskopen) schon ab und an erfassen kann sind protoplanetare Scheiben um Sterne, die allerdings dann eine enorme Ausdehnung haben.

Grüße Benny
 
Hallo,
Frank, vollkommen richtig. Zum Beugungsscheibchen kommt noch das Seeing, sprich: die Luftunruhe, dazu. Je mehr Luftunruhe umso breiter wird das Beugungsscheibchen verwischt.
Grüsse und CS aus Fuerteventura
Peter
 
Hallo Robert,

das ist voellig normal. Wir sehen einen Stern nie als flaechiges Objekt, sondern aufgrund der Entfernung als punktfoermige Lichtquelle. Diese wird allerdings durch die begrenzte Oeffnung unserer Teleskope (*nicht* die Atmosphaere - siehe Lichbeugung am Spalt) letztlich immer flaechig abgebildet als sog. Airydisk, von hellen Beugungsringen und dunklen Minima umgeben (siehe z.B. hier). Das Seeing verschmiert dieses Bild haeufig zu einem wenig definierten grossen Blob.

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Hallo Robert!

Es muss nicht mal das komplizierteste sein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />
Auch wenn du nen APO hast, der die sterne fein aussticht, kannst du riesige Gasbälle sehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />

Siehe hier:

Link zur Grafik: http://astro.hatschie.de/A-de/ED_sterntest.jpg

musst nur ein bisschen defocussieren <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
evtl. war das schon die Erklärung deines Scheibchens...
ansonsten: siehe oben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Gruß

der Rayko wars
 
Hallo Robert -
die begrenzte Auflösung auch der größten Fernrohre verhindert, dass du die Gaskugel direkt sehen kannst. Der Grund für deine Scheibchen wurde schon genannt, es sind die Beugungsscheibchen. Um mal klar zu machen, wie klein die Gasbälle hier auf der Erde erscheinen eine kleine Rechnung:

Ein roter Riese mit dem Durchmesser von 2 AE (astronomischen Einheiten) in der Entfernung von Alpha Centauri (ca. 4LJ) hätte einen Winkeldurchmesser von immerhin 1,6 Bogensekunden. In einem größeren Teleskop (ein 8-Zöller sollte reichen) könnte man bei 40facher Vergrößerung gerade so ein Scheibchen (etwas kleiner als das Neptun-Scheibchen) erkennen.

Beteigeuze hat etwa diesen Durchmesser - ist aber leider ca. 400LJ entfernt. Deshalb müsstest du ihn 4000fach vergrößern um ihn gerade so eben als Scheibchen zu erkennen. Allerdings bräuchtest du da - wegen der optischen Beugung ein Teleskop mit etwa 7m Durchmesser und müsstest das Seeing mittels adaptiver Optik völlig neutralisieren...

Thomas

Ich kanns mir nicht verkneifen: Wäre Beteigeuze tatsächlich nur 4LJ entfernt, dann hätte er eine Helligkeit von -9 bis -10 Magnituden und wäre damit mehr als 100x so hell wie die Venus - wahrscheinlich wäre es sogar gefährlich, ihn ohne Sonnenfilter zu beobachten.
 
Hallo!

Danke für alle eure Antworten!
Ich denke, Thomas hat es ganz gut erklärt.
Auf der einen Seite Schade,dass es mit Amateurmitteln nicht möglich ist, auf der anderen Seite ist es vielleicht auch besser so.
Denn wenn wir so einen Roten Riesen in unserer solaren Nachbarschaft hätten, wären wir wahrscheinlich ungeheuren Strahlungen ausgesetzt. Abgesehen von dem Risiko einer Supernova... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/schwitz.gif" alt="" />

Toll, dass sich so viele zu Wort gemeldet haben!

Grüße von eurem
Robert
 
Eine (die einzige?) Möglichkeit, die Ausdehnug von Sterne mit Amateurmitteln nachzuweisen, ist die Beobachtung von Sternbedeckungen. Hier eine Sequenz vom Austritt vom Antares am dunklem Mondrand vom 27. April 2005. Normalerweise verschwinden oder erscheinen Sterne ja schlagartig am Mondrand. Hier kann man aber gut sehen, dass Antares etwa vier Bilder (Abstand je 1/50 Sekunde) braucht, um seine normale Helligkeit zu erreichen:

Link zur Animation

Aus der Bewegung des Mondes (rund 0.01“ in 1/50 Sekunde) lässt sich so der scheinbare Durchmesser von Antares auf etwa 0,04“ +/-0,01“ abschätzen, was sehr gut mit den in der Literatur angegebenen Wert (0,041“) übereinstimmt. Bei einer Entfernung von 520 Lichtjahren entspricht das übrigens einem Durchmesser von etwa 6.4 AE +/- 1.6 AE, was gut mit den populären Darstellungen übereinstimmt, dass Antares über die Marsbahn hinaus reichen würde, wenn man ihn ins Zentrum unseres Sonnensystems versetzen würde.

Schöne Grüße,
Herbert
 
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