Gassendi am 26.08.2008

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Unigraph

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Hallo,

nach soviel tollen Jupitern wird es Zeit, was vom Mond zu posten. Ich bin immer noch dabei, das neue Material für die Homepage zu erarbeiten. Das ist nicht so einfach für mich, denn die Mondbilder sollen im Vergleich zu den Sonnenaufnahmen in der Qualität nicht abfallen.

Hier also ein(wie ich denke) gutes Beispiel vom Gassendi. Gassendi in dieser Mondphase und noch etwas später aufzunehmen ist immer ein kleines Problem, weil man doch rel. lang belichten muss. Um hier bei einer 1/30sek., bei f~8,5m (muss ich erst noch genau ausmessen) zu landen, musste Gain der DMK Stärke 499 bemüht werden.

Link zur Grafik: http://www.unigraph.de/images/Digitalaufnahmen2007/m20080826-Gassendi.jpg

Am Bild könnte man sicher noch was leicht verändern - z.B. könnte man die Tiefen noch etwas verstärken, sodass die Schatten kontrastreicher wirken. Visuell machen diese bei mir im 400teter wirklich einen unrealistisch schwarzen Eindruck, so als hätte einer mit schwarzer Farbe nachgeholfen.

Viel Spaß beim Anschauen und Vergleichen (mit anderen oder eigenen Ergebnissen) wünscht
Harald
www.unigraph.de
 
Hallo Harald,

das ist die beste Gassendi-Aufnahme, die mir bekannt ist. Die Darstellung feiner Details ist dir sehr gut gelungen. Einzig scheint mir der Kraterbereich ein wenig zu stark geschärft, man erkennt doch etwas "Korn". Das tut dem hervorragenden Bild aber keinen Abbruch.

Viele Grüße
Stefan
 
Hallo Harald,

ein gutes Resultat :respekt:
Personelich finde ich die Schaerfung etwas zu stark.
Meinst Du, das Seeing ist mit 7/10 korrekt angegeben ? Der 400er sollte bei dem Seeing mehr Aufloesung bringen, gerade die delikaten Kleinstkrater und Rillen in der umgebenden Marelava sowie Details im Krater selbst fehlen mir dafuer etwas. Hier mal einige Vergleiche:

Peach mit 14"
Higgins (nicht eines seiner besten Bilder)
Meinereiner mit 9"

Bin gespannt auf mehr Mondaunahmen von Dir!

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Harald,

ein schönes Gassendi-Bild! wenn auch leider etwas kräftig bearbeitet.

Zum Minikrater-Abgleich kannst Du ja zusätzlich zu Oliver's Links auch mal bei den Profis spicken, in das "APOLLO OVER THE MOON: A VIEW FROM ORBIT (NASA SP-362) - Chapter 5: Craters (6/6)" der NASA:

Zitat von NASA:
"This view into the shallow crater Gassendi shows another strongly fractured crater floor. Gassendi is about 110 km wide. Dark mare lavas in the distance embay the rim and a little of the interior of Gassendi. They may have entered the crater through the narrow gap partly in shadow below the arrow. Most craters that have fractured floors are near areas of mare flooding. This suggests that the fracturing is a consequence of volcanic activity. An area next to the central peaks of Gassendi was the runnerup choice for a landing site for Apollo 17.-K.A.H.
Link zur Grafik: http://history.nasa.gov/SP-362/p175.jpg
(For a high resolution picture- click here)
AS16-120-19295(H)"

Mondsüchtige Grüße+cs,
Dietmar
 
Noch vergessen:
Ein Gainwert von ~500 finde ich absolut ok fuer Mondaufnahmen, ich liege mit der DMK meist bei ~600 oder gar hoeher und bei 600-700 verwendeten Frames ist Rauschen kein Problem im Resultat.

CS,
Oliver
 
Hallo,

Danke für die motivierenden Rückantworten.

Also wenn ich ein Bild veröffentliche schaue ich mir erstmal die Creme de la Creme an. Ich will nicht krümelkackerisch sein, aber einen Unterschied von rund 50mm Öffnung (355 zu 408mm) in der Auflösung im Bild zu zeigen ist verdammt schwer, sodass beide Öffnungen wie ich denke gleichberechtigt sind. Einzig der Vorteil der etwas helleren Bilder, bei einer etwas geringen Belichtung macht was aus. Im sichtbaren Detail finde ich dies kaum möglich unter unseren durchschnittlichen Verhältnissen umzusetzen.

Peach: finde ich nun wieder viel zu stark mit großen Radius geschärft. Hat außerdem eine entgegengesetze Beleuchtung und zeigt im inneren manchmal etwa mehr, manchmal etwas weniger Details. Seine allgemeine Textur stört mich vor allem im glattbegelten Außenbereich. Da vermisse ich Detail. Er hat allerdings im Marebereich mehr, weil ich dort etwas mehr Rauschunterdrückung fahren musste.

Higgens seiner gefällt mir nicht - zu wenig Detail. Es gibt im Netz von dieser Beleuchtung wirklich wenige Beispiele die vergleichbar sind. Zu beachten ist ja dabei immer auch der Abbildungsmaßstab wo ich in der Mitte liegen, Peach seiner etwas drüber - das macht schon was draus. Oliver deiner etwas kleiner entsprechend der kleineren Öffnung. Um zu pinibel zu vergleichen muss man alle auf dem gleichen Maßstab bringen.

Jedenfalls bin ich zu frieden und die anderen vielen Mondbilder fallen in die gleiche Qualitätskategorie.

Der 408mm Newton ist optisch einsame Spitze. Da ist natürlich die Frage der Seeingeinschätzung berechtigt. Ich habe da so ein Bauchgefühl, weil ich die Skala nur im Gedächtnis habe wie da ein Stern hüpft. Alles was über 5/10 ist, ist bei mir gut, sehr gut dann 7/10. 8/10 und drüber muss man erreichen, wenn man solche Avis hat wie Arcan. Dies ist mir bisher in der kurzen Spanne noch nicht vergönnt gewesen.

cs Harald
www.unigraph.de
 
Hallo Dietmar,

ich nehme häufig als Vergleich die alten Lunar Orbiter Aufnahmen. Die sind nicht ganz so aufgelöst und irgendwie näher an den Teleskopbildern - welche übrigens alle samt Kunstprodukte sind.

Also auf meinem Monitor sieht dieser Gassendi eher weich aus. Das ist ein Problem der unterschiedlichen Darstellungen von Monitoren. Bei mir auf Arbeit kann ich die Bilder, (dies gilt auch für meine Sonnenaufnahmen), überhaupt nicht leiden, weil alle total überschärft aussehen. Aus diesem Grunde sollte man auch drüberwegsehen und sich die Bilder selber zurechtbiegen - denn das ist ja das Einfachste! Wichtig für mich ist nur, dass man möglichst wenig Artefakte reinbringt und dies ist nun wirklich häufig nicht einfach - bei dem Ausgangsmaterial.

cs Harald
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Oliver,

ich bin noch dabei, die optimalste Gaineinstellung rauszubekommen. Von dem was ich bisher kenne empfinde ich 500 als obere Grenze. Mehr bedeutet auch dann mehr Frames zum Stacken. Bei hoher Brennweite stehen dann einem nicht soviel gute Frames zur Verfügung als wenn die Brennweite kleiner ist und man winzige Strukturen schon nicht mehr erkennt. Aus diesem Grunde sollte eben diese Einstellung möglichst weit unten bleiben. Es ist eben auch ein Spiel mit Luftunruhe, Belichtungszeit und Brennweite. Die nächsten Mondsitzungen werden u.a. für diese Optimierungen der Aufnahmeparameter benutzt.

cs Harald
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Hallo Stefan,

Danke;
tja das mit dem "Korn" ist so eine Sache. Momentan denke ich sieht ein Bild mit Korn irgendwie aufgelöster und schärfer aus als eines mit Glättung - egal ob dies nun mit einer Convolution, einfachem Gaußweichzeichner oder mit negativer Ebeneneinstellung in R4 gemacht worden ist. Aber wie schon erwähnt, auf meinem Monitor finde ich alles sehr ausgewogen und die genannten Referenzbeispiele nicht unbedingt besser. Abgesehen davon sind diese ja alle schon älter und man kann vermuten, dass diese Beobachter bisher auch nicht bessere Ergebnisse erzielt haben, weil immer nur das Beste gepostet wird.

Ich werde weiter am Ball bleiben und die Bilder optimieren.

cs Harald
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