Gebrauchter Zenitspiegel macht Probleme - Hilfe!

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Mario Stroblmayr

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Hallo an alle!

Ich habe mir einen gebrauchten 2'' Zenitspiegel gekauft ( so einen: EXPLORE SCIENTIFIC Zenitspiegel 2" 99% | hier online bestellen )
Leider scheint der Spiegel nicht korrekt abzubilden.
Ohne Zenitspiegel ist die Sternabbildung des Teleskops (60/330 TS Apo) einwandfrei. Verwende ich den Zenitspiegel, werden alle Sterne v-förmig verzerrt. Es ist so, als hätten alle Sterne zwei kurze Strahlen, die etwa im Winkel von 45° zueinander vom Stern weglaufen.

Ich habe kaum Erfahrung mit Refraktoren und Zenitspiegel, da ich fast nur mit Dobson-Teleskopen beobachte.

Kann mit jemand helfen, was da los ist und ob der Zenitspiegel reparierbar ist?

Danke und Grüße, Mario
 
Hallo Mario,
wenn Du ein Dobson hast verfügst Du evtl. über einen Justierlaser. Hast Du diesen mal am Refraktor benutzt um den Justagezustand des ZS zu überprüfen?
CS, Thomas
 
Hallo Mario,
wenn Du ein Dobson hast verfügst Du evtl. über einen Justierlaser. Hast Du diesen mal am Refraktor benutzt um den Justagezustand des ZS zu überprüfen?
CS, Thomas

Danke für den Tipp. Ja, ich habe einen Justierlaser. Ich bin jedoch nicht auf die Idee gekommen damit den Zenitspiegel zu prüfen.
Gibt es eine Anleitung wie ich das am besten mache? (Hab wie gesagt noch kaum mit Refraktoren bzw. Zenitspiegeln gearbeitet).

Danke, Mario
 
Hallo Thomas,
was würdest Du denn am ZS justieren wollen?
Der Spiegel ist Plan. Wenn er nicht ordentlich ausgerichtet ist, lenkt er das Bild nicht zentriert aus, verschiebt also die Bildmitte. Im Extemen stelle ich mir Unschärfen vor, aber ein Symptom, wie es Mario beschreibt, deutet doch eher auf eine Wölbung des Spiegels hin, oder?

@Sselhak
Hallo Mario,
Hast Du den Spiegel schon ausgebaut angesehen?
Durchgeschaut, und dabei mal in alle Richtungen gekippt?
So kannst Du (grobe) Fehler an der Planität des Spiegels erkennen,
vor Allem, wenn Du ein sehr gleichmäßiges Muster dabei ansiehst.

Ich hatte mal einen (extrem billigen) Zenitspiegel in den Fingern, der hat das Bild regelrecht verzerrt. Beim „trocken“ Durchschauen und Kippen war dann eine Wölbung deutlich zu erkennen. Billigmüll eben.

Vor solchen Fehlern oder Schäden z.B. nach Sturz sind auch sehr gute Spiegel nicht gefeit.

Im schlimmsten Fall weißt Du jetzt, warum der Spiegel verkauft wurde...

CS

Dietmar
 
Danke, Dietmar.

Ich hab ihn jetzt mal ausgebaut und tatsächlich wirkt das Bild nicht 100% gleichmäßig wenn ich ihn hin und her kippe.
Nun ja - das passiert wenn man gebraucht kauft. Sehr schade, aber wenigstens war er nicht all zu teuer.
Somit: Fehler gefunden aber nicht korrigierbar.

Danke - das Thema ist damit wohl erledigt,
Mario
 
.......Den Verkäufer würde ich mir mal vornehmen, an Deiner Stelle.......
:mad::mad::mad::mad:
Den soll doch der Blitz beim Defäzieren treffen.......!

CS

Dietmar

(Mal sehen ob das der Auto-Zensur standhält......)
 
Hallo Mario,

Explore Scientific gehört doch zu Bresser. Ich habe mit deren Service immer sehr gute Erfahrungen gemacht und sie waren auch bei second-hand Artikeln sehr hilfsbereit, wenn ein echter Defekt vorlag.

Wenn der Spiegel selbst einen Defekt durch ein nicht planes Substrat aufweist, schreibe sie doch mal an und schicke den Spiegel ein. Auch wenn Du ihn nur gebraucht gekauft hast, schreibe das ruhig ganz offen und ehrlich. Vielleicht können sie Dir ja helfen, ich wurde da bislang immer wieder positiv überrascht.

Einen Versuch ist es meiner Meinung nach wert.
Marcus
 
Die Herstellung solcher Breitbandspiegel mit >99% Reflexion erfordert ja die kontrollierte Aufbringung von typischerweise mehr als 20 dielektrischen Schichten mit wechselndem Brechungsindex und da muss im technischen Ablauf wirklich alles stimmen, damit dann ein brauchbares Produkt dabei herauskommt. Ich vermute mal, dass da etwas schief gelaufen ist.

Generell erzeugen solche Beschichtungen immer auch mechanische Spannungen im darunter liegenden Substrat, welches dann bei unzureichender Dicke verbiegt und nicht mehr plan bleibt. Siehe dazu z.B. Mechanical stress in dielectric mirrors: towards a fine control of the flatness
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich empfehle auch eine Anfrage beim Kundendienst. Wenn das nicht weiterhilft, dann kann man den Planspiegel vermutlich selbst austauschen. Das ist ein Spiegel mit einem guten Gehäuse, bei sowas lohnt sich die Reparatur.

Ich habe schon viel Zeit mit dem Test von Planspiegeln verbracht und es gibt viele Defekte. Ein zu Hause einfach durchzuführender Test ist der Vergleich der Aufnahmen des normalen Testcharts von mtf mapper direkt und 45 Grad über den Planspiegel. Es ist erschreckend, was da alles zum Vorschein kommt, obwohl die Defekte nicht direkt mit dem Auge zu sehen waren. Die Auswirkung waren Bildbereiche mit einem anderen Fokuspunkt sowie immer wieder heftiger Astigmatismus. Die Herstellerspezifikationen der Spiegelsubstrathersteller sind sehr einfallsreich. Mit der Montage kann man auch viel falsch machen. Der Spiegel sollte nirgendwo an das Gehäuse stoßen und nicht flächig verklebt sein. Ideal sind drei kleine Klebepunkte mit Silikon oder dickem Schaumklebeband. Ich empfehle einen Test vor und einen Test nach der Montage.

Es gibt auch Leute, die mit dem Anblick durch einen schlechten Katadiopter zufrieden sind. Man kann nicht wissen, ob dem Verkäufer der Defekt bekannt war.

Meine bisher positivste Überraschung war ein günstiger Zenitspiegel von TS ohne besondere Aussagen in der Werbung oder gar einem Prüfprotokoll, jedoch definitiv in der Klasse besser als Lambda/4. Ich konnte in der Auswertung keinerlei Bildveränderung im Vergleich zur Aufnahme ohne Spiegel sehen, was für den visuellen Einsatz bestens ist.

Michael
 
Danke an alle!

Ich werde den Kundendienst mal kontaktieren und den Gebrauchtkauf und die Probleme schildern. Mal sehen was sie sagen ...

Mario
 
Der Spiegel ist Plan. Wenn er nicht ordentlich ausgerichtet ist, lenkt er das Bild nicht zentriert aus, verschiebt also die Bildmitte. Im Extemen stelle ich mir Unschärfen vor, aber ein Symptom, wie es Mario beschreibt, deutet doch eher auf eine Wölbung des Spiegels hin, oder?

Hallo Dietmar,
Fehler wurde ja gefunden durch einfaches Durschauen und Drehen des ZS, wie von Dir vorgeschlagen. Wenn der Justierlaser montiert ist kann durch Drehen des ZS und Schauen auf der gegenüberliegenden Wand in ausreichender Entfernung festgestellt werden, ob ein Kreisbogen o.ä. beschrieben wird. Wenn ja, ist der ZS nicht korrekt justiert. Ob sich auch eine Wölbung durch diese Methode allenfalls feststellen liesse habe ich nicht ausprobiert.
Gruss, Thomas
 
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