Gegenseitige Uranusmondbedeckung

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AstroTigger

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Hallöchen

Ich glaube zur korrekten Beschreibung eines Hobbyastronomen gehört einfach das Wort "total bekloppt".

Jedenfalls haben wir uns gestern trotz nahezu vollständig geschlossener Wolkendecke eine Stunde lang ins Auto gehockt um zur Sternwarte nach Brittheim zu düsen, wo wir brav (trotz zwischenzeitlichem Regen) stundenlang (Event war um halb vier) ausharrten in der Hoffnung, doch noch die Uranusmondbedeckung zu erwischen.

Zur Zeit sehen wir ja auf die "Kante" von Uranus, wodurch es zu zahlreichen gegenseitigen Bedeckungen und Verfinterungen der Monde kommt. Diese Events zu vermessen ist sehr interessant - sie ermöglichen die Mondbahnen und Größen erheblich genauer als bisher bekannt zu bestimmen (auch die Profis halten mit ihren Geräten drauf). Man kann hier also echte Wissenschaft betreiben - wenn denn nur das Wetter mitspielt ...

Aber siehe da - Hartnäckigkeit macht sich manchmal eben doch bezahlt. Ab 3 Uhr gab's vermehrt Wolkenlücken und wir konnten auf Uranus draufhalten. Seine Monde waren wenn's klar war überraschen gut zu sehen - wenn nur nicht diese blöden durchziehenden Wolken immer wären. Sicherheitshalber haben wir die Mintron auf volle 128-fach aufsummieren gepusht (lieber eine schlechtere Zeitauflösung, als die Monde zu verlieren) - zumal wir bei diesen Wetterbedinungen unbedingt auch die nicht in die Bedeckung involvierten 2 weiteren Monde brauchen, um die Helligkeit kallibrieren zu können.

Die Wetterbedinungen zum Event lässt sich am ehesten mit "ja, wir konnten das Pegasusdreieck sehen" beschreiben. In der Höhe wo wir beobachten ist nur ein dicker Dunstschleier - ein Wunder, dass wir da überhaupt etwas sehen können (naja, 80cm müssen ja schließlich auch zu etwas gut sein :/ ).

Die Auswertung der Videoaufzeichnung wird sich (ich gerade wenig Zeit habe) wohl über viele Wochen hinziehen - zumal ich mich erst mal in Limovie oder ähnlichen Programmen zu Helligkeitsauswertung einlernen muss. Ob am Ende tatsächlich etwas auswertbares rauskommt steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Durch die bescheidenen Wetterverhältnisse werde ich merkliche Fehlerbalken bekommen - ein 26%iger Helligkeitsabfall geht da schnell verloren.

Als Fazit bleibt aber festzustellen - wenn das Wetter mitspielt ist eine solche Messung eigentlich überraschend einfach. Daher die Aufforderung an alle, die passendes Equipment haben - probierts einfach mal aus.

Gruß
Andy
 
hi Andy,

herzlichen glückwunsch zur erfolgreichen beobachtung und zur datensicherung! das mit dem auswerten kalppt bestimmt auch noch!
von wo aus düst du denn nach Brittheim? ich muss da unbedingt auch noch mal hin und mein vadder hat sich sogar bereiterklärt zu fahren:-)

CS

Moritz
 
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