Geklebten Newtonspiegel "befreien"

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starshooter

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Hallo zusammen, ich habe einen sehr guten 12,5" Newton, dessen Spiegel auf eine Holzplatte verklebt ist. Deshalb liegt die Auskühlzeit bei 2- 3 Stunden. Ich wolte dem Spiegel eine 18 - Punktauflage spendieren, traue mich aber nicht ihn vom Holz zu lösen? Wer hat mit dieser "Operation" Erfahrung oder kann mir Tips geben wie ich ohne Scherben weiter komme.
 
Hi Starshooter

Also, wenn Du Deinen Spiegel schön vorsichtig aufs Gesicht legst (weiche, staubfreie Unterlage), kannst Du schon hinten, zwischen Spiegelrückseite und Holz etwas Hebeln, nachdem Du Dir mit einem sehr flachen Eisen (es gibt da z.B. breite Spachteln aus sehr dünnem Material)einen Zugang geschaffen hast. Mit was für einem Zeug ist das denn verklebt? Silikon ist schon recht hartnäckig, aber es gibt noch schlimmere Sachen. Egal, Glas, soweit es nicht ein superdünner Leichtbauspiegel ist, sollte härter sein, als Kleber und Holz. Wichtig beim Hebeln ist, dass der Spiegel gut aufliegt und nicht nachgeben kann, dann gibt über kurz oder lang der Kleber oder das Holz nach. Das richtige Gefühl (nach fest kommt ab) kann Dir aber niemand vermitteln.
Eine ganz sichere Methode wäre, das Holz in einer Schreinerei bis auf 1 mm Sicherheitsschicht abfräsen zu lassen. Der Rest geht dann mit Schleifklotz und Sandpapier von Hand.

Ein gutes Händchen wünscht
*entfernt*
 
Hallo nochmal
Also...sägen mit Handwerkzeugen, genau an der Verbindung Glas>Kleber>Holz ist so ne Sache. Kann funktionieren, muss aber nicht. Da würde ich eher zu ner großen Bandsäge in einer Schreinerei tendieren und wieder den berühmten Millimeter als Sicherheit stehen lassen. Das macht der Schreiner aber schon von sich aus, weil er sich sein Blatt nicht ruinieren will. Ich würde einfach Mal in einer Schreinerei fragen, wie die Leute sich so eine Problemlösung vorstellen. In solchen Dingen ist Man dort in der Regel sehr hilfsbereit.
Zu meinem Vorschlag "Hebeln" ist mir über Nacht noch was eingefallen. Wenn es für das Brett keine konstruktive Notwendigkeit gibt, stellt sich die Frage, warum wurde es aufgeklebt? Einer von vielen möglichen Gründen könnte sein, dass es einen Fehler des Spiegels auf der Rückseite verdeckt, schlimmstenfalls einen Sprung im Glas stabilisieren soll. Einen homogenen Glaskörper vorausgesetzt würde mancher Schreinermeister einfach einen Stechbeitel an die Verbindung setzen und mit nem Holzhammer draufhauen...der Spiegel ginge nicht kaputt, trotzdem würd ich´s ihm verbieten. Ist aber der kleinste Sprung, z.B. in Längsrichtung über die Rückseite des Spiegels, hat man eine Sollbruchstelle und die mechanische Belastbarkeit geht gegen Null.

Vorsicht ist besser als Nachsicht,
*entfernt*
 
Hallo,

auch wenn es mit der eigentlichen Frage nichts zu tun hat sollte man m.E folgendes bedenken:

Falls die Dreiecke für die Hauptspiegelhalterung noch nicht vorhanden sind, wäre m. E. zu überlegen ob nicht die vorgesehene 18-Punkt-Lagerung durch ein etwas einfacheres Design ersetzt werden sollte.
Für einen 12 Zoll-Spiegel reicht nach PLOP bei nur 25 mm Dicke locker eine Sechs-Punktlagerung des Hauptspiegels.
Der durch diese Sechs-Punktlagerung bedingte Oberflächenfehler beträgt nach PLOP bei 152 cm Brennweite, 2,5 cm Dicke und Verwendung eines 6,6 cm Fangspiegels ca. 8 Nanometer und ist auch bei sehr hohen Ansprüchen vernachlässigbar.
Vorteile gegenüber der 18-Punkt-Lagerung:
1. Weniger Arbeit und Kosten
2. Weniger Gewicht und flachere Bauweise (marginal)
3. Bei nach hinten offener Bauweise der Halterung
etwas schnellere Abkühlung des Spiegels.

CS

Roland Krebs
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Günther,

an sich hast Du schon recht mit der Bandsäge beim Schreiner. Aber da hätte ich noch mehr Angst, das die
Verspiegelung einen wegbekommt. Die meisten Schreiner sind halt keine Astros und irgendwo muss er das Ding bei der Aktion auch anfassen. Ich würds lieber mit Hausmitteln selbst versuchen, als Fremde an etwas so empfindlichem werkeln zu lassen!

Gruß
Heiko
 
Hallo Heiko
Ich bin nicht davon ausgegangen, dass der Spiegel unverpackt auf die Säge kommt und ich würde auch neben dem Meister und seiner Säge stehen bleiben, bis das Werk getan ist. Wie schon gesagt, die Jungs haben keine Angst vor Glas und haben dafür eine einfache und zutreffende Erklärung: "Angst macht mehr Glas kaputt als feste zupacken!"
Beim Arbeiten mit Fuchsschwanz oder Seilsäge muss der Spiegel auch gelagert, eingespannt werden. Wie genau kann man da arbeiten? Der Schreiner geht aufs Zehntel und kratzt den Spiegel (hinten) nicht Mal an. Wenn ich mir das Geräusch einer Handsäge, die am Spiegelrücken entlang durch Kleber und Holz raspelt, vorstelle, sträuben sich mir die Nackenhaare. Armer Spiegel, armes Werkzeug!!!!!
Die schonendste Methode dürfte m.E. das schon erwähnte Abfräsen sein. Das ginge auch, Stück für Stück und Schicht für Schicht mit Heimwerkergerät.
Starshooter > Immer noch nicht geklärt ist die Frage, was für ein Kleber das ist und warum die Platte überhaupt hinter dem Spiegel sitzt. Besteht auch nur die Möglichkleit, dass sie einen Sprung im Glas verdeckt, würd ich ganz die Finger von dem Teil lassen, da Totalverlust droht.

Gutes Gelingen, *entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

ich würde den Spiegel versuchen von den Silikonblops, oder was auch immer das für Kleber ist, herunter zu schneiden. Dazu eignet sich bestimmt diese Seilsäge. Aber auch z.B. eine japanische Handsäge ohne Rücken. Ein normaler Fuchsschwanz ist warscheinlich zu dick. Eigentlich geht alles was schneidet und dünner ist als der Abstand Holz-Glas. Möglicherweise geht auch ein dünnes Brotmesser mit Wellenschliff. Hebeln würde ich nur gaaanz vorsichtig und schon gar nicht mit einem Metallwerkzeug. Dann müsste das Holz schon sehr dünn sein.

Ich würde auch nicht zuviel vertrauen in einen Schreiner setzten (ich bin selber einer). Der muss den Spiegel auf jeden Fall richtig packen können und zieht sicherlich an Maschinen keine Handschuhe an. Hochkant an der Bandsäge vorbei ginge auf jeden Fall. Da muß man aber das Glas vor dem Maschinentisch schützen. Flach über die Abrichte (das ist wohl mit fräsen gemeint) wird warscheinlich eher keiner machen. Ist nicht ganz ohne. Ausserdem muss man das Werkstück auf den Maschienentisch pressen, also Druck auf die Spiegelfläche geben.

Ich denke, dass Du den Spiegel mit "Hausmitteln" gut entfernen kannst. Vielleicht geht es auch mit einen dünnen (Stahl) Draht.

Viel Erfolg!

Markus
 
Hallo starshooter,

ich habe gerade zum Test auf einmal drei Pattex Heisskleberstangen mittelhart, mit Oral B - Zahnseide mit Seifenlauge benetzt in 30 sec durchgeschnitten.
Dazu wurde die Zahnseide (2 fach verdrillt) an zwei 15 mm Rundhölzern befestigt. Wenn man den Spiegel auf weicher Untelage, so auf den Arbeitstisch legt und ihn drei Holzlatten im Dreieck drumherrum gegen verutschen und hochkippen sichert, sollte es damit gehen ohne den Spiegel zu schädigen. Der Faden muss von der Seite her öffters mit Seifenlauge benetzt werden damit er nicht einklebt. Ein Helfer wäre dazu hilfreich.

Gruß Günter
 
Hallo Leute, vielen Dank für Eure Ideen, besonders bei Günter, für die Zahnseidenvariante. Schätze die werde ich zuest versuchen. wenn das nicht klappt müsste ein Sägedraht auch funktionieren. Es handelt sich übrigens um einen MEADE Starfinder, die vom Werk aus mit geklebten Spiegeln versehen sind. Werde vorab nochmal bei MEADE anfragen, was die für einen Kleber benützen.

Klare Nächte wünscht
Thomas (Starshooter)
 
Hi,

die meisten Kleber werden von organischen Lösungsmittel gelöst z.B. Aceton.
Wenn mit Siliconekleber geklebt:
Siliconekleber sind gegen org. Lösungsmittel beständiger quellen meist, da Holz das Lsg. aber aufsaugt kann es sein das die Anhankskraft des Silicones auf dem Holz verringert - gelöst wird.

Gesundheit:
Datensicherheitsblatt beachten

viel Erfolg
roro

 
Hallo Thomas

Wenn wir hier von einigen Silikonblops oder Kleberpünktchen reden, funktionieren die einfachen Ansätze sicherlich bestens. Bei einer vollflächigen Verklebung mit Silikon oder anderem Zeugs könnte das an dem recht hohen Zugwiderstand scheitern, der sich bei 250 mm Weg durch das Zeug entwickelt. Einen Versuch ist´s aber allemal wert.
Im Übrigen hatte ich beim Fräsen eher an eine Handmaschine (Oberfräse) gedacht. Über einen Tisch mit Messerwalze kann man so ein Teil sicher nicht laufen lassen. Da ist Bruch fast vorprogrammiert. Ausserdem ist es nur logisch, die Front des Spiegels gut einzupacken und so zu schützen. Das gilt für die Handarbeit genau so wie auf jeder Maschine.

CS, *entfernt*
 
Hallo
Ich habe sowas schon mal mit meinem 12,5" Discovery Hauptspiegel gemacht.
Der war mit 3 Silicon-Blobs auf die Spanplatte geklebt und am Rand mit viel schwarzem Plastik-Tape umwickelt.
Nach Entfernen des Tapes ( einfach abwickeln ) habe ich die 3 Silicon-Blobs einfach mit einem langen, dünnen Küchenmesser durchgesägt.Das ging einfacher, als ich vorher dachte... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
HI Günter und andere,
warum wollt Ihr den Spiegel aufs "Gesicht" legen?
Ich würde ihn auf der Holzplatte liegen lassen und dann die Kleberschicht (z.B. mit der Zahnsseide) absäbeln.
Zu zweit!
Trenende Grüße
uns
cs
jorgos
 
Hallo jorgos,

weil er da besser gegen die Schweißtropfen geschützt ist! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Gruß Günter
 
Hallo,

ich hab's mit nem Brotmesser gemacht; darf aber nicht zu feinzahnig sein und sollte mit der LAG abgesprochen sein (oder heimlich wieder saubermachen hinterher)

Gruß
Bernd
 
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