Gelegentlicher Himmelsgucker sucht Fernglas

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Waldler

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Hallo, und guten Tag.

Ich bin schon älteren Semesters, Rentner, und wurde durch den Besuch der Ausstellung im Gasometer in Oberhausen dazu animiert, in Zukunft hin und wieder mal "in den Nachthimmel" zu schauen. Da ich nicht weiss, ob ich lange daran Spass haben werde, habe ich mir überlegt, mir ein Fernglas zuzulegen. Das könnte ich ja dann auch tags verwenden.

Ich habe also im Internet und vor allem auch hier im Forum versucht, mich kundig zu machen, aber je mehr ich lese, umso verwirrter wurde ich.

Was ich bisher gelernt habe, ist, dass für Anfänger und gelegentliche "Himmelsgucker" ein kleineres Glas (bis 10x50) besser ist als diese grossen "Maschinen" von 20x80 oder so. Ferner habe ich gelernt, dass ein "einfaches", optisch gutes Markenglas besser ist als ein "toll dargestelltes" Noname-Glas mit miserabler Optik. Fernerhin habe ich manches über Brillenträger (bin ich), Nachtgläsern, Stadthimmel (ich wohne in der Vorstadt), Stative usw. gelesen, und je mehr ich las, umso weniger kann ich mich alleine entscheiden.

Daher habe ich mich entschlossen, hier mal nachzufragen, welches Glas Ihr mir empfehlen würdet. Wie gesagt, älterer Herr (also Stativ?), gelegentlicher Himmelgucker, leidenschaftlicher Tagspaziergänger, Brillenträger, überwiegend in Vorstadtnähe lebend (ausser im Urlaub, da geht's meistens ins Mittelgebirge), und das Glas soll nicht mehr als 150 EUR kosten.

Schönen Dank, schönen Gruss und schönen Abend

Pit
 
Moin Pit

Welcome on Board

Lege etwas mehr Geld hin , und nimm dieses:

Fujinon HCF 8x42 (ca. 200€)

Weniger Fernglas sollte nicht sein.

CS

Jürgen
 
Hallo Pit,

da du in der Vorstadt wohnst und der Himmel wohl ne Grenzgröße von vielleicht 5 mag hat, könnte ich dir ein klassisches 10x50er oder eventuell 12x60er empfehlen, weniger als 50 mm sollten es meines Erachtens nicht sein und meiner Erfahrung nach leisten Gläser dieser Größe mit Preisen um die 100 Euro mehr als genug für gelegentliche Himmels- und Tagbeobachtung. Einen Blick wert wäre etwa das Bresser Hunter 10x50, welches ich selbst besitze und eine wirklich zufriedenstellende Qualität bietet.
Da du noch etwas mehr Geld zur Verfügung hast, wäre ein Bresser Cobra 10x50 für 85 Euro die vielleicht bessere Alternative. Das restliche Geld könntest du dann in ein ordentliches Stativ sowie einen Adapter investieren.

Gruß und CS,
Marcel
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo, Jürgen,

danke für den Tip. Aber 50 EUR mehr sind für mich schon recht viel Geld, zumal ja da wohl auch noch ein Stativ hinzugenommen werden sollte. Dennoch danke.


Hallo, Marcel,

Du denkst also, dass ein Stativ nötig wird, nicht wahr? Ich denke das auch, da es doch etwas Mühe machen könnte, auch ein "kleines" Glas lange zu halten.

Eine Frage noch zum 12x60er: Kann man das tagsüber auch OHNE Stativ einigermassen stabil halten? Wenn ich meine Wanderungen mache, möchte ich ungern ein Stativ mitschleppen, das wäre dann nur für den "stationären" Bereich auf der Terrasse.

Danke Euch beiden, schönen Gruss

Pit

 
Hallo!

Zitat von Waldler:
Eine Frage noch zum 12x60er: Kann man das tagsüber auch OHNE Stativ einigermassen stabil halten?

Ich war zwar nicht angesprochen, aber meine Antwort wäre: Nein. Ich jedenfalls nicht. Obwohl ich sonst eigentlich schon ruhige Hände habe. Bei Nacht ist das sowieso hoffnungslos, denn an den kleinen Sternchen sieht man das Zittern praktisch noch verstärkt.

Für Wanderungen bietet sich aber eines von diesen Kirschkernkissen (so sage ich jetzt mal dazu) an (erstes Google-Ergebnis: http://www.semsons.com/redpodcapl.html). Das braucht man nichtmal kaufen, eine kleines Plastiksäckchen mit Reiskörnern erfüllt denselben Zweck. Man kann damit Ferngläser und Kameras unterwegs auf beliebigen Oberflächen stabil und bequem abstützen. Den Fotogewindeanschluss der käuflichen Teile braucht man für ein Fernglas auch nicht.

Ansonsten: So ein Bresser Cobra 10x50 habe ich vor vielen Jahren mal beim eBay für weniger als 30 Euro ergeiert, das ist einer meiner besten Astrokäufe überhaupt (guenstiger.de findet sie neu ab 66 Euro - sogar bei Händlern, die hier vertreten sind.). Das ist gut genug für gelegentliches Sterne und Mond anschauen, aber "wertlos" genug, um es auch mal aus der Hand zu geben (z.B. auch Kindern!) oder es im Auto liegen zu lassen, ohne gleich um seine Ersparnisse fürchten zu müssen. Jedenfalls nutze ich es sicher zehnmal so oft, wie mein zehnmal teureres Miyauchi...

Viele Grüße
Maximilian

PS: Den Stativadapter für das B.C. habe ich mir aus einem Aluwinkel und zwei Fotogewindeschrauben aus der Wühlkiste für ein paar Cent selber gemacht. Selbst mit dem allerbilligsten Fotostativ (aus der 10-Euro-Klasse) hat man damit am Nachthimmel mehr Freude als freihändig. Und wenn im Dunkeln jemand das Stativ umstösst, ist der Schaden auch nicht so gewaltig - wobei wahrscheinlich gar nichts passiert, denn die Dinger sind wirklich robust.
 
Ein Stativ benötigt man m.A.n. nicht, wenn man bis maximal 10x vergrößert. Allerdings sollte man dann möglichst aus einem bequemen Stuhl (z.B. Gartenstuhl oder Liegestuhl) ***mit Armlehnen*** beobachten, um die Ellenbogen abstützen zu können. Mit der richtigen Atemtechnik kann man dann ziemlich gut beobachten.

Beim Stativ (z.B. einem Fotostativ) ist es oft nicht einfach ohne Nackenbeschwerden "unter" das Fernglas zu kommen, wenn man höhere Stellen am Himmel anvisieren möchte, das macht dann schnell keinen Spaß und gerade mit dem Fernglas möchte man gerne in einem Stück lange über den Himmel spazieren gehen.

Als Fernglas habe ich ein Nikon active 10x50. Das ist sehr gut und sehr brillenträgerfreundlich! (kann ich beurteilen, da selbst Brillenträger). Das kostete glaube ich so um die 100-150 Euro. Macht auch Spaß zum Beobachten tagsüber.

Thomas
 
Hallo Pit,

aus meiner Sicht sollte das Glas leicht sein (für die Wanderung am Tage und im Gebirge), es sollte keine Einzelokularverstellung haben (leichte Focussierung am Tage) und mit einem z.B. 8x42 FG braucht man sicher kein Stativ. Ein Stativ wirst Du sicherlich auch nicht mit in die Berge nehmen. Evtl. wäre dann ein Einbeinstativ eine Lösung.

Als Brillenträger würde ich das Glas zunächst mal ausprobieren. Dann zeigt sich in der Regel, ob der Einblick angenehm und das Gewicht akzeptabel ist.

Aufgrund dieser Anforderungen kannst Du die Auswahl wesentlich einschränken.

Viel Spaß und ein gutes Glas wünscht Dir

Albert
 
Billige Ferngläser haben manchmal einige deftige Probleme, die einem den ganzen Spaß vermiesen können. Dazu gehören u.a.:

- Dejustage schon ab Werk, insbesondere Höhenfehler bei Kollimierung
- Gestank des Gehäusematerials, der sich über Jahre halten kann
- Vergütung nicht auf allen Flächen, dadurch dunkles und trübes Bild
- falsches Prismenmaterial, dadurch noch dunkleres und trüberes Bild
- enges Sehfeld, genannt Tunnelblick
- Geisterbilder, die den Kontrast mindern und nachts stören

Alles schon selbst erlebt, keine Phantasie. Daher unbedingt Vorsicht walten lassen. Ein oder zwei dieser Nachteile (abgesehen vom Kollimierungsfehler) kann man vielleicht in Kauf nehmen, aber ich habe auch schon mal ein Glas gesehen, das alle diese Probleme auf einmal hatte. Sowas kann man nur wegschmeißen.

Was für einen Sehfehler hast Du denn? Kurzsichtigkeit kann man mit dem Fernglas selbst ausgleichen, wenn sie nicht zu stark ist. Dann bräuchtest Du keine Brillenträgerokulare.
 
Hallo, Maximilian,

wofür man das Kirschkernkissen brauchen kann, habe ich jetzt nicht verstanden, aber danke für den Stativtip.

Auch danke an Thomas und Albert für ihre Meinungen.

Langsam pirsche ich mich ja an mein "Traumglas" heran ;-) Bisher stehen Bresser Cobra und Nikon Action zur Wahl. Nur über die Vergrösserung/Brennweite bin ich mir noch nicht im klaren. Aber das kommt sicher im Laufe der nächsten Tage.

Schönen Gruss

Pit
 
Hallo, kleinermars,

da kam ja noch Dein Beitrag, während ich den meinen schrieb.

Ich bin leicht kurzsichtig, nicht sehr stark, ich glaube um -1,25 herum. Vermutlich kann ich ohne Brille besser durchs Glas schauen als mit.

Viele Grüsse

Pit



 
Hallo Pit,

für 150 Euro wirst Du vermutlich mit einem guten Gebrauchtglas besser bedient sein, die Abnutzung hält sich ja in Grenzen.

Ich würde Dir grundsätzlich zu einem 8 x 42 Dachkantglas raten, die sind noch recht leicht und schon astrotauglich. Halt mal nach einem Vixen Atrek 8 x42 Ausschau, oder einem, wenn es denn doch Porro sein soll, Nikon Action EX 8 x 40 CF WP.

Von den 50 mm Kloppern möchte ich abraten, die sind wirklich schwer. Ein Stativ brauchst Du zunächst auch nicht.

Viele Grüße
Andreas

 
Hallo Pit,
in dieser niedrigen Preislage würde ich die Porrobauweise bevorzugen, da diese Gläser einfacher als Dachkantgläser herzustellen und daher bei gleicher Leistung günstiger sind.

Das von Andreas vorgeschlagene Nikon EX 8x40 CF wäre vielleicht eine gute Wahl, wenn Du Dir ein neues günstiges Fernglas kaufen willst. Ich selber habe allerdings noch nicht durchgesehen.
Die Werte sind aber gut: brillenträgertauglich (AP-Abstand 17,2 mm) und ein schönes großes Blickfeld von 143 m auf 1000 m Entfernung. Das bekommt man für ca. 150 € nicht so oft.


Gruß
Bernhard
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Lieber Pit,

durchschauen vor dem Kauf! Gerade wenn es preisgünstig sein muss. Im Saturn-Markt leigen sehr veile Gläser herum, die kann manalle in die Hand nehmen. Die Hallen sind groß genug zum umherschauen. DFu wirst erhebliche Unterschiede zwischen den Gläsern erleben und auch verstehen, warum teure Gläser so viel kosten. Ltezten Endes kannst du entscheiden, welche Einschränkungen du hinnimmst.

50€ ist kanpp aber für 70-100€ bekommt man etwas Brauchbares. Probiere bitte auch aus, ob du ohne Brille beobachten kannst. Das geht eigentlich immer, wenn du keine Zylinderlinsen in der Brille hats. Die Auswahl der Gläser erweitert sich dadurch erheblich.
Du musst auch ausprobieren, welches Glas sich ohne Stativ gut benutzen lässt. Das ist ja gearde der Vorteil eiens Fernglases - die unkomplizierte Benutzung. Wichtig ist der "Steilblick", wie bei Astronomie meist nötig. Ich habe ein 10x50 und komme damit recht gut klar, mit einigen Tricks: Schräg hinstellen, Kopf anlehnen, ggf. hinlegen. Wenn 10x zu stark wackelt, kommt als nächstes die 8x40-Liga in Frage.
 
Danke für Eure Tips...

Lieber Uwe,

einen Saturn gibt es hier in der nächsten Stadt, das ist eine gute Idee. Aber da gab's wohl ein Missverständnis, ich will keine 50, sondern max. 150 EUR anlegen. Die 50 habe ich nur erwähnt, weil jemand einen Vorschlag um die 200 EUR machte, und ich darauf erwiderte, dass ich weitere 50 EUR kaum ausgeben kann (ich bin Rentner...). Aber bis 150 EUR dürfen es schon sein.

OK, dann geht es heute oder morgenfrüh nach Saturn ;-)

Liebe Grüsse und danke.

Pit
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
So, nachdem ich in das Bresser Cobra 10x50, das Olympus 10x50 (Gerätebezeichnung habe ich vergessen) und in das Nikon Action VII 10x50 hineingeschaut habe, habe ich mich für das Nikonglas entschieden. Optisch konnte ich kaum einen Unterschied sehen (ich bin halt Laie), daher bin ich eher von der Ästhetik des Fernglases, der Handhabung und auch der Verarbeitung ausgegangen. Da schien mir das Nikonglas das passende.

Danke für Eure Tips, besonders für den Tip, zu Saturn zu fahren, das war prima!

Schönen Gruss

Pit
 
Hallo Pit,

was Maximilian mit dem Kirschkernkissen meint, ist:

Du nimmst ein kleines Stoffsackerl (oder Gefrierbeutel 1 Liter) und gibst da Kirschkerne, Reis oder was ähnliches rein (aber nicht prall vollmachen) und dann verschließen.
Jetzt hast Du eine anpassungsfähige Auflage für Dein Fernglas welches in einer einmal eingerichteten Position schön liegen bleibt und dadurch jedes Zittern und Wackeln ausschließt.

Allerdings ist das Ganze für Beobachtungen über ca. 30 - 40° Neigung nicht mehr so gut brauchbar, also eher für Beobachtungen in der Natur geeignet.

Ich hoffe, ich konnte das halbwegs erklären.

Grüße aus Graz,

Johann
 
Hallo Pit.

Ich benutze ein 7 X 50 zum Himmel-Spazieregucken.
Damit lassen sich Sterne bis Grösse 9 erkennen.

Zum beobachten, lege ich mich auf eine Gartenliege.
Eine Sternkarte ist sehr hilfreich.

Achtung: Nie , auch nur, mal kurz, damit in die Sonne
gucken. Auch die untergehende Sonne, verbrennt Dir
sofort die Augen.

Grüsse aus Lünen (Nähe Dortmund)

Günter

 
Danke, Günter. Gibt es eigentlich Sonnenfilter für Ferngläser? Ich würde zwar nie filterlos in die Sonne schauen, aber ich würde sie mir dennoch gerne mal anschauen...

Lieben Gruss

Pit
 
Hallo Pit,

da bietet sich die Baader Sonnenfolie an. SIe sieht ein wenig aus wie dünnes Aluminium. Ein Bogen im Format A4 kostet weniger als 20 Euro und daraus kannst du dir wunderbar einen Objektivfilter zusammenschustern.

Gruß und CS,
Marcel
 
Aaaah, danke Marcel... :-) Ist die auch reissfest genug für einen etwas tolpatschigen Menschen wie mich?

Lieben Gruss

Pit
 
Hi Pit!

Da ich nicht alle obigen Beiträge zur Gänze gelesen habe, bitte ich eventuelle wiederholungen zu entschuldigen.

Mein Ratschlag an Dich wäre folgender: Kauf Dir ein gutes Glas mit max. 8facher Vergrößerung. Ein 10x50 ist für Wanderungen bereits eindeutig zu groß und beim Beobachten von Details auch schon recht wackelig. Für die anfängliche Sternenbetrachtung liegen auch nicht unbedingt Welten zwischen 8 und 10facher Vergrößerung.
Wenn Du langfristig Interesse an der Astronomie behälst, kannst Du Dir dann ja immernoch ein 20x80 oä mit Stativ kaufen, wobei es dann (meiner Meinung nach) durchaus ein günstiges Modell (zB TS 20x80 Triplett) sein darf.

Aber nochmal in aller Deutlichkeit: Kauf Dir kein billiges 8x32/8x42! Ein solches Glas kannst Du fast täglich für den Rest Deines Lebens benutzen und wirst viel Freude damit haben. Über Billigprodukte wirst Du Dich nur ärgern! Notfalls solltest Du noch ein wenig sparen und/oder ein gebrauchtes kaufen.

Ein Beispiel: Mein Fujinon 8x32 ist zwar ganz Ok, aber bei diesem und ähnlichen Modellen gibt es eine recht große Serienstreuung, so dass Du unbedingt vorher durchschauen und vergleichen mußt.

Wenn ich jedenfalls das nächste Mal Geld für ein Fernglas ausgebe, dann spare ich so lange, dass ich mir danach niemals wieder ein Glas (derselben Größe ;-) ) kaufen muss...

Gruß

Tim
 
Hallo, Tim,

zu spät... ;-) Ich habe mir vor knapp einer Woche ein Nikon Action VII 10x50 gekauft und bin damit zufrieden, sieht man von dem diesigen Abendhimmel ab, der hier wegen des enorm schwülen Wetters herrscht. Aber spätestens bei unserem Urlaub in 6 Wochen habe ich freie Sicht des Mittelgebirges, da habe ich abends auch ein Stativ auf der Terrasse... :-)

Lieben Gruss

Pit
 
Ups, hätt ich mal doch lieber erstmal alles gelesen...

Naja, wichtig ist, dass Du mit dem Glas zufrieden bist. Man liest ja hier ziemlich viel gutes über dieses Modell.
Viel Spaß beim Beobachten!

Gruß

Tim
 
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