Gemini G42 und LX200R

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ChrisGee

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Hallo,

ich beschäftige mich jetzt seit etwa einem Jahr mit der Astronomie und bin über ein paar Bekannte zu diesem Hobby gekommen, die ich als "geübte" Amateure bezeichnen würde. Ein eigenes Teleskop habe ich mir aber bislang noch nicht zugelegt, da mir das Thema am Anfang schon etwas kompliziert erschien und mir die Gefahr, einen teurer Fehlkauf zu tätigen, schon etwas Angst gemacht hat. Inzwischen habe ich aber schon einige Teleskope und Montierungen selbst ausprobieren dürfen, von billigen Einsteiger Geräten, bis zur Mittelklasse. Dort möchte ich auch einsteigen und habe mein Limit für die Montierung bei 5000 und für ein Cassegrain Teleskop bei etwa 3000 € angesetzt, um noch Geld für weiteres Zubehör übrig zu haben, und möchte ungern das Geld in den Sand setzten. Bei der Wahl des Objektivs bin ich schon sicher, dass es wohl ein 12" LX200R wird, da ich dieses schon getestet habe und es am ehesten meinem Zweck entspricht. Die Frage der Montierung bereitet mir jedoch noch einige Kopfschmerzen, da ich die G42 noch nicht live gesehen habe.

Ich erkläre vielleicht ersteinmal, wozu ich diese benötige: Sie soll gut zu transportieren sein, da ich sie wohl häufig etwa einen Kilometer weit tragen muss. Sie soll sehr stabil und Wetterfest sein, da sie vermutlich lange Nächte im Einsatz ist. Die Bedienung und GoTo-Steuerung sollte gut funktionieren und möglichst wenig Fehler besitzen, muss aber nicht unbedingt leicht einstellbar sein, da ich mich schon einarbeiten werde. Der Aufbau sollte dennoch schnell gehen. Neben den Arbeiten im Gelände, wird die Montierung auf dem Balkon stehen und sollte möglichst vom "Sofa" aus per Remote steuerbar sein, dies ist aber eher eine Spielerei für nebenbei und kein Muss. Später sollte sie neben dem Meade zusätzlich noch mindestens ein Flatfield Apo gleichzeitig tragen.

Wie gesagt, gefiel mir die G42 gut, leider wird diese aber mit GoTo und Stativ teurer als mein Budged eigentlich zulässt. Ich würde aber eher mit einer kleineren Optik anfangen und später dort aufrüsten, wenn die Montierung dafür besser ist, da es mir am Anfang sowieso nur um ganz bestimmte Sternbilder geht, die kaum vergrössert werden müssen.

Häufig gesehen habe ich bisher die günstigen Skywatcher Montierungen, doch habe ich dort auch immer mal wieder von Schwierigkeiten gehört, weshalb ich dort lieber nicht sparen möchte.

*puh* Ich hoffe ich habe nicht zu viel gebrabbelt. Vielen Dank für Eure Antworten im vorraus. vielleicht kann mir hier jemand mit Erfahrungen mit dieser oder ähnlichen Montierungen einen Tip geben, denn über die Suche habe ich leider nicht viel darüber gefunden.

Liebe Grüße,
Chris
 
Hallo Chris!

Also die Meade 12" R-Optik ist durchaus sehr gut zu gebrauchen, wenn man ein gutes Exemplar (wie bei meinem Tubus) erwischt. Sie benötigt allerdings eine recht kräftige Montierung.

Sie soll gut zu transportieren sein, da ich sie wohl häufig etwa einen Kilometer weit tragen muss

Eine solche Montierung ist aber so schwer, dass sie keine 100m getragen werden kann, und die Optik selbst trägst du auch keine 100m. Also wäre da Einiges an deinen Wünschen zu überdenken.....

Gruß, Peter

 
Darüber habe ich mir schon Gedanken gemacht. Wie gesagt, bin ich schon des öfteren mit ein Paar Freunden "im Gelände" gewesen. Diese haben extra dafür kleine Holzwagen mit dicken Gummireifen gebaut, die sich auch per Anhängerkupplung an ein Fahrrad hängen lassen. Da das Gelände (eine große Wiese) über einen betonierten Radweg erreichbar ist, muss das Equipment (plus Grill und Würstchen) dadurch nicht die ganze Strecke getragen werden. Die Geräte waren bei den Ausflügen immer in speziell gepolsterten Koffern geschützt. Bis etwa 150 Kilo sind dadurch kein Problem, solange die Einzelteile 30-40 Kilo nicht übersteigen, damit sie notfalls auch alleine aufgestellt werden können. Aber umso weniger Gewicht, umso besser wäre es.

Die G42 schien mir mit 22 Kilo (ohne Gegengewichte und Stativ) noch relativ leicht zu sein, für eine Montierung mit bis zu 40 Kilo Zuladekapazität hat. Bislang habe ich auch nur die Deutsche Montierungen kennengelernt und bin mit diesen immer gut zurecht gekommen, weshalb ich gerne darauf zurückgreifen würde.

Wie gesagt, bin ich mir bei der Montierung aber noch nicht sicher, da sie mein Budged eigentlich überreizen würde, wodurch ich warscheinlich gezwungen wäre, noch etwa ein halbes Jahr mit der Anschaffung zu warten. Nun schaue ich gerade nach Alternativen, die mindestens 25-30 Kilo Gewicht, bzw. 12" SCs aushalten und den oben genannten Eigenschaften entsprechen würde. Diese soll eventuell später noch zur Astrofotografie genutzt werden, was aber auch noch nicht klar ist, da mir dieses Thema im Moment zu komplex ist.

Oh, und eines hatte ich auch vergessen: Die Firma sollte einen guten Service bieten, da ich nicht unbedingt zu den Bastlern gehöre und bei einem Defekt des Gerätes sicher einen Reperaturservice benötige.

Liebe Grüße,
Chris
 
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Hallo Chris

Wenn nicht unbedingt Astrofotographie im Vordergrund steht,würde ich das LX200R auf der Gabelmontierung lassen,denn für die Visuelle Beobachtung gibt es nichts besseres.
Dieses ist schneller aufgebaut,ist leichter,
billiger,und man hat einen bequemeren Einblick.
Aber auch Astrofotographie ist damit möglich,wenn die Belichtungszeiten nicht zu hoch angesetzt werden.
Zu dem Service bei Meade kann ich auch nur gutes sagen.

Grüße
Manfred
 
Danke für die Antwort, Manfred. Ich habe leider noch nie mit einer Gabelmontierung beobachtet, habe aber gehört, dass diese nur speziell für diese einen Tubus zu gebrauchen ist. Später würde ich aber gerne noch einen Apo-Refraktor auf der Montierung benutzen, wofür eine Gabel angeblich nicht die beste Wahl ist (schon wegen der Länge des Tubus). Ansonsten scheint eine Gabelmontierung eine gute Wahl zu sein, gerade weil keine Gegengewichte benötigt werden, was die Justierung wahrscheinlich sehr vereinfacht.

Wie sieht das denn bei einarmigen Gabeln aus? Dort müsste es doch auch möglich sein, andere Tuben zu benutzen, oder ist der Aufbau und die Einstellung einer Gabel komplett auf eine Tube zugeschnitten? Wie ich schon sagte, bin ich kein Bastler und könnte eine Veränderung der Montierung nicht selbst vornehmen. Höchstens eine einfach anzubringende Aufhängung könnte ich womöglich noch handhaben, ohne mir die Finger abzusägen :biggrin: , aber gibt es denn so etwas überhaupt?

Gruß,
Chris
 
An den Einarmigen GT Plattformen von Celestron können zwar
Fremdoptiken wie die Meade ETX Adaptiert werden,aber wohl kaum ein 12"LX200R.
Manche setzen auf ein Gabelmontiertes SC noch ein 80er APO
auf dem Tubus,was Visuell wohl auch noch gehen sollte.
Ich selber habe ein 12"RCX400,was Gewichtsmäßig noch etwas schwerer ist als das LX200R,aber daran befestige ich noch ein OAG mit samt DSI und Alccd 6c,und kann damit Belichtungszeiten von 1 Minuten und darüber machen.
Mir selber haben diese GoTo Teleskope es angetan,da diese schnell aufgebaut und einfach zu bedienen sind.
Stativ aufstellen,Tubus draufsetzen,Einschalten,und 2 Referenzsterne zentrieren,fertig.
Danach kann jedes Objekt Zielgenau angesteuert werden.
Für längere Belichtungszeiten wünschte ich mir aber trotzdem manchmal eine Parallaktische Montierung,was bei dem RCX400 aber nicht möglich ist.

Gruß
Manfred
 
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Ich glaube, wenn ich verschiedene Tuben verwenden will, ist es mit einer deutschen Montierung wohl doch einfacher zu handhaben. Wenn sich meine Anforderungen im Laufe der Zeit vielleicht ändern, ist diese wohl am flexibelsten. Das ist am Anfang wohl das größte Problem: man hat zwar eine ungefähre Vorstellung davon, was man machen will, aber keine Ahnung davon, was später noch so alles dazu kommt. Die Montierung sollte zumindest bis zu einem Grad alles tragen, was eventuell später angeschafft wird.
 
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Wie ist es denn mit der Celestron CGE Montierung? Die hätte den Vorteil, dass das GoTo und das Stativ schon im Preis von knapp 4000 € inklusive sind. Diese trät ca. 30 Kilo, also sollte ein 12" LX200R und ein kleiner Apo gleichzeitig kein Problem sein. Macht einen stabilen Eindruck und ist soweit ausgerüstet, dass kaum noch zusätzliche Kosten für Extras entstehen würden.

Oder eine Losmandy G-11 (eine kleine Version der G42?), bzw. HGM Titan (welche es im Ausland relativ günstig zusammen mit dem Gemini GoTo gibt).

Hmmnja...verdammt schwierige Entscheidung.

Gruß,
Chris
 
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Hallo Chris!

Das 12" in der Gabel habe ich in zwei Versionen besessen, es ist schon extrem schwer, und von einer Person nicht mehr handhabbar. Für visuelle Beobachtung ist die Gabel aber unschlagbar gut geeignet. Dennoch war die Gabel mit dem 12" extrem an der Grenze, speziell mit Polhöhenwiege kaum noch nutzbar. Aber eventuell hat Meade das ja nun bei den neuen Geräten verbessert.....

Dennoch bin ich nun bei einer Deutschen Montierung gelandet, sie ist einfach universeller einsetzbar, und die einzelnen Teile sind noch transportabel.

Die CGE würde das 12" ohne Probleme tragen, und ist wirklich keine schlechte Wahl (mir gefällt allerdings nicht, dass kein Polsucher in die Achse eingebaut werden kann). Die Antriebe der CGE erschienen mit erheblich(!) besser dimensioniert als die meiner beiden LX200.

Das 12" ACF kann ich empfehlen, es gibt recht brauchbare Exemplare, meins ist z.B. recht gut, wie unter Anderem dieses Bild zeigt.

Gruß, Peter

Falls Du noch Fragen hast, ich sitze vermutlich Donnerstag wieder am PC.....
 
Hallo Chris,

ich selbst setze das LX-200 in 12" auf der Gabelmontierung ein, allerdings in der Sternwarte, auf der großen Polhöhenwiege und auf einer massiven Säule.

Zum Gerät:
Auch wenn meines das alte Classic ist und noch nicht das "R", bin ich damit optisch sehr zufrieden. Man muß aber ein solches Gerät aussuchen, nicht alle sind so gut, ein SC lässt sich nicht einfach kollimieren, die meisten jedoch sind ausgezeichnet.

Gabel oder Deutsche Monti:
Wenn es NICHT um die Fotografie geht, dann auf jeden fall auf der Gabel und ggf. ohne Polhöhenwiege. Damit hast Du eine enorme Stabilität. MIT der Polhöhenwiege wird das ganze windanfällig, ist visuell noch gut, aber nicht mehr für die Fotografie auf dem Feld geeignet, so meine persönliche Einschätzung.

Wer sich`s leisten kann: Die Deutsche Monti ist auf jeden Fall besser, ich würde die Losmandy G-11-GOTO nehmen, liegt derzeit um die 3,5 T-Euronen (cirka).

Bedenken:
das Meade hat mit 3 Metern eine enorme Brennweite, das macht es für manche Objekte zu lang. Darunter große Nebel (Nordamerika ngc 7000), große Sternhaufen wie die Plejaden
M45 und manche andere. Ich habe daher noch einen 12" Newton mit 1500mm Brennweite, der auf eine Monti kommen wird (G-11), da mir die 3 Meter sehr oft zu lang erscheinen. Das musst Du aber selbst abwägen.

Ansonsten wirst Du mit beiden Varianten zufrieden sein, die Gabel ist eben einfacher beim Transport, da kein so großes Volumen und sehr einfach zu bedienen. Auch die ganze Elektronic ist sehr gut und durchdacht. Einzig das Hinaufwuchten auf das Stativ geht zwar, ist aber mit 2 Personen einfacher.
Dem gegenüber ist die Deutsche Montierung eben universeller, mein Gott, zu was soll man da raten ???...
Ist wohl eine Sache der persönlichen Vorliebe, für was man sich entscheidet.

CS
Winfried
 
Vielen Dank Euch Beiden,

da ich die Meade LX200R Tuben von 8"-12" schon ausgiebig getestet habe, bestätigt das meinen (absoluten Anfänger-) Eindruck, so dass selbst ich den Unterschied zwischen einem SC und einem ARC ohne Probleme erkennen konnte. Deshalb habe ich diese jetzt bestellt und werde mir noch ein bisschen Zeit lassen, mir eine passende Montierung zu suchen. So lange werde ich sie wohl in der Hand führen müssen...vielleicht gibts ein Softwareupdate, um den Schneckenfehler in meinen Händen zu korrigieren *g*.

Nein, Spaß beiseite, ich kann mir die EQ-6 von einem Kumpel leihen, bis ich eine passende Montierung gefunden habe (ich hoffe die Meade ist nicht zu schwer). Auch wenn Ihr alle auf die Gabel Montierungen schwört, so ist die Situation bei mir wahrscheinlich doch ein wenig anders. Ich schätze das Ihr eine Menge Erfahrungen gesammelt habt und womöglich noch alternatives Equipment besitzt, ich aber werde wohl zu aller erst ein bisschen rumprobieren müssen, bevor ich mich so langsam festlege, welche Art der Beobachtungen mir am meissten liegt. Da ist eine parallaktische Montierung wohl die flexibelste. Schon merkwürdig, dass ich mich trotzdem nicht für ein Modell entscheiden kann. Liegt wahrscheinlich daran, dass es eine ganze Menge Geld für mich ist und bevor ich nocheinmal eine solche Summe aufbringen kann, muss das Sparschwein erstmal wieder ein paar Jahre gefüllt werden.

Macht aber nix...Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. Sobald ich die ersten Beobachtungen mit meiner ersten (zum Teil) eigenen Ausrüstung gemacht habe, werde ich so bald als möglich davon berichten.

Danke Euch allen für die nette Unterstützung. Eine derart freundliche Community ist im Internet leider nicht mehr die Regel.

Grüße,
Chris
 
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