Geminiden Maximum 2023

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pem.fue

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Hallo zusammen,

nachdem ich am Abend des 13. Dezember in einer lokalen Zeitung gelesen hatte, dass das Maxium der Geminiden am 13. und 14. Dezember zu erwarten ist (hatte ich vergessen), habe ich mich gleich auf meine Dachterrasse begeben (ca 22:00 Uhr) und den Himmel beobachtet. Mein Wohnort ist Corralejo, Fuerteventura. Zur Zeit herrscht wieder Calima (Wind aus der Sahara bringt viel Sand und Staub), war die Durchsicht nicht besonders. Aber vor allem die Lichtverschmutzung ist das Problem hier.

Trotzdem gelangen mir innerhalb von ca 1h ungefähr 10 Sternschnuppen zu sichten. Diese zogen recht langsam ihre Bahnen am Himmel. Manche kurz, mache länger.

Am nächsten Abend (14. Dezember) habe ich mich mit eine Gruppe astrobegeisteter Urlauber unter Anleitung eines Guides in einem dunklen Gebiet der Insel zusammengetroffen, in Gambuesa de Los Molinos . Dort war es richtig dunkel. Zum Glück war der Mond auch schon untergegangen, weil es kurz nach Neumond war. Also perfekte Bedingungen.

Die Milchstraße war sehr hell im Schwan zu sehen und zog sich über Cassiopeia, Fuhrmann, Zwillinge nach Osten. Sogar im galaktischen Antizentrum zwischen Fuhrmann und Zwillinge war die Milchstraße noch gut zu erkennen. Das war schon sehr beeindruckend, was man mit ca 30min Fahrzeit ins Nirgendwo geboten bekommt. Trotz Calima. Der Guide erkärte während der Nacht die Sternbilder und den mythologischen Hintergrund. Und natürlich viel astronomisches.

Wir hatten uns gegen 20:30 (Ortszeit, UTC) am Beobachtungsort eingetroffen. Da war es schon dunkel. Anfänglich gab es noch ein paar Wolken im Osten, die sich aber rasch verzogen haben. Wir hatten Decken dabei, die wir zum Beobachten des Geschehens auf den Boden gelegt haben und waren warm eingepackt, denn die Temperatur lag um die 19°C, was hier als "kalt" betrachtet wird. Zudem ging ein leichter Wind.

Zunächst waren hin und wieder einige Meteore zu sehen, die langsam ihre Bahn über den Himmel zogen. Langsamer als üblich für Sternschnuppen. Die meisten Bahnen waren weiß, einige aber auch leuchtend grün. Im Laufe der Nacht wurden es dann immer mehr. So dass gegeben 22:00 fast im Minutentakt Meteore aufblitzten und ihre Bahnen zogen. Von überall hörte am ein "Ah" und "Oh", wenn wieder einer aufgeleuchtet war. Manche Meteore kamen auch fast parallel und gleichzeitig, was besonders schön anzusehen war.

Alles in allem war es eine sehr beeindruckende Nacht, die mir lange in Erinnerung bleibt.

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter,

ein sehr schöner Bericht, der uns (unter unseren derzeitigen Wolkendecken in Deutschland) zumindest von Clear Skies träumen lässt. Wir geben die Hoffnung nicht auf... :)

Viele Grüße

René
 
Hallo René,

danke. Solche Astronächte kann man buchen, wenn man im Norden von Fuerteventura ist. Sonst ist der Anfahrtsweg vermutlich zu lange. Ist aber auf Englisch.

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter,

sehr schöner , anschaulicher Bericht. Hier ist es leider seit einiger Zeit durchgängig bewölkt. Aber schön zu hören ,das es über den Wolken den Sternenhimmel noch gibt.
Viele Grüße nach Fuerteventura

Markus
 
Hallo Peter,

danke für den schönen Bericht. Ich habe die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass man bei uns irgendwann auch nochmal ohne Radioteleskop einen Blick auf die Sterne werfen kann. Im Urlaub hatte das leider auch nicht funktioniert. Zu viel Lichtverschmutzung und häufig bewölkt, aber dafür wurde man Nachts mit winterlichen 20°C entschädigt :)

CS
André
 
...ich oute mich an dieser Stelle einmal als YouTubeGeminidenGucker... aber nur, weil es bei uns halt konstant bewölkt war.
Der Hawaii-Stream am 14.12. (unserer Zeit) war imposant, man hat minutenlang Sternschnuppen im 1 - 10 Sekundentakt gesehen. Sah stimmungsvoll aus mit der Subaru-Kuppel im Vordergrund, aber das Sehfeld war natürlich nicht 180°. Davon abgesehen hatten die Herrschaften dort eine Live-Kamera am Start, die knapp 8. Größe erwischt hat (stellar), damit kann man schon etwas anfangen.

CS (was sonst!),
Stefan
 
Moin,
mal ein kleiner Ruf aus dem "Radio-Astronomie-Board".....das sind die, die auch bei Wolken und Regen beobachten können...:cool:

Ich hatte in der Nacht vom 14. - 15. 12. rund 550 Meteore auf dem Schirm....und das waren nur die mit Signalen über
-100 dB......darunter (Sandkorngröße) waren es Tausende..... und das nur im Empfangsbereich meiner Antenne....keine 180 Grad...

LG Eberhard

Das sieht dann so aus..... (von heute Morgen 05:44 UT)

Kurze Erläuterung: Der waagrechte Strich von links nach rechts ist die Plasmaspur, die der Meteorkopf mit hoher Geschwindigkeit beim
Eintauchen in die Atmosphäre erzeugt. Die senkrechte "Rauchfahne" ist die Ionisationswolke. Sie hat die Geschwindigkeit "Null".
Beispiel: Wenn ich ein Zündholz anreibe und schnell vor meinen Augen vorbei führe, dann ist der brennende Kopf das Plasma und der
Rauch die Ionisationswolke. Der Kopf bewegt sich, die "Rauchwolke bleibt unbeweglich stehen.
Der Meteor kommt aus dem "blauen" Bereich , d.h. höhere Frequenz. er fliegt also auf die Antenne zu. Der Dopplereffekt gilt auch hier.
Aus welcher Richtung er kam, lässt sich damit nicht ermitteln.
Als Radarquelle nutzen wir das franz. GRAVES-Radar. Es dient der Satellitenüberwachung.

1702813338168.png
 
Hallo zusammen,

interessant, wie die Meteore auch im Radiobereich ihre Spuren hinterlassen.

(3200) Phaethon scheint Ursprung der Geminiden zu sein. Also ein Asteroid, der sich auf ein sehr elliptischen Bahn um die Sonne bewegt und die Erdbahn kreuzt. Deshalb sind die Sternschnuppen auch langsamer, weil sie sich in die selbe Richtung wie die Erde und nahe der Ekliptik um die Sonne bewegen.

Wie Stefan schon schrieb, sind die meisten Meteore sehr schwach und kurz. Ich habe zufällig eine winzige Spur erkennen können, als ich mir den Andromeda-Nebel mit freiem Auge angesehen habe. Da gab es eine schwache, kurze Spur, die für Sekundenbruchteile aufleuchtet. Die verpasst man natürlich, wenn man sie nicht ganz genau im Blickfeld hat. Und zum wünschen bleibt erst recht keine Zeit. ;)

Ich werde mir auf der Dachterrasse eine Allsky7 Kamera installieren. Mal sehen, was da alles zum Vorschein kommt...

Gruß,
Peter
 
Moin,
im Radarecho erkennt mal viele Details, die im visuellen Bereich verborgen bleiben.
Es geht zu schnell fürs Auge...und auch eine All-Sky-Cam zeigt nur eine Leuchtspur.
Das Radarecho zeigt "forensische" Details -quasi "Meteor-CSI".... ;)
LG Eberhard
 
Guten Tag.
Wie mein Kollege Eberhard beobachte ich auch Meteore mit dem GRAVES-RADAR. Meine Software, die auf Machine Learning basiert (Link), zählt die Echos und bestimmt auch (in erster Näherung) deren Größe. In der Tat ist es so, dass die Geminiden-Echos kleiner sind als z.B. die Perseiden-Echos.
Das bunte 3D-Bild zeigt die Rate pro Stunde.
Der Plot mit den drei Kurven zeigt die Rate, die Größen und den Quotient Größe/Rate. Diese (rote) Kurve zeigt, dass die Partikel im Laufe des Durchflugs durch den Strom größer werden. Das ist der Poynting-Robertson-Effekt, nach dem die kleinen Partikel zur Sonne hin wandern. Wir sind also von innen nach außen durch den Geminidenstrom geflogen.
Ein Problem für sich sind die Kerben kurz nach Mitternacht. Es handelt sich dabei um einen RADAR-optischen Effekt, der noch Gegenstand der Diskussion ist.
Die größten Brocken kommen nach dem Maximum. Leider gab es am 14. / 15. Dezember eine lang anhaltende Störung, so dass die Messung möglicherweise etwas verfälscht ist. Wegen der Störungen probieren ich demnächst einen anderen Standort.
Einen schönen Tag wünsche ich und viele Grüße
Wilhelm
 

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Ich habe beim Geminidenmaximum per Betriebsrat Meteor-Scatter MSK144 einige Funkgespräche (QSO) geführt. Für mich waren die Geminiden aktiver als das Perseidenmaximum im August. Es ging auf dem 50 Meter Band bis nach Irland, Schottland, aber auch in den östlichen Teil von Polen und Serbien. Leider ließ der völlig bewölkte Himmel im Kölner Westen gar keine visuelle Beobachtung zu.
Guido
 
Guten Tag.
Wie mein Kollege Eberhard beobachte ich auch Meteore mit dem GRAVES-RADAR. Meine Software, die auf Machine Learning basiert (Link), zählt die Echos und bestimmt auch (in erster Näherung) deren Größe. In der Tat ist es so, dass die Geminiden-Echos kleiner sind als z.B. die Perseiden-Echos.
Das bunte 3D-Bild zeigt die Rate pro Stunde.
Der Plot mit den drei Kurven zeigt die Rate, die Größen und den Quotient Größe/Rate. Diese (rote) Kurve zeigt, dass die Partikel im Laufe des Durchflugs durch den Strom größer werden. Das ist der Poynting-Robertson-Effekt, nach dem die kleinen Partikel zur Sonne hin wandern. Wir sind also von innen nach außen durch den Geminidenstrom geflogen.
Ein Problem für sich sind die Kerben kurz nach Mitternacht. Es handelt sich dabei um einen RADAR-optischen Effekt, der noch Gegenstand der Diskussion ist.
Die größten Brocken kommen nach dem Maximum. Leider gab es am 14. / 15. Dezember eine lang anhaltende Störung, so dass die Messung möglicherweise etwas verfälscht ist. Wegen der Störungen probieren ich demnächst einen anderen Standort.
Einen schönen Tag wünsche ich und viele Grüße
Wilhelm

Hallo Wilhelm,

kannst Du das Farbbild nochmal in 2D plotten? Die Rate ist ja ohnehin mit Farbe codiert. Dann kann ich besser erkennen, wann das Maximum war und ob das mit meiner Wahrnehmung übereinstimmt. Aber das hängt auch auch noch vom geografischen Ort ab.

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter,
gerne. Ja, es hängt vom Ort ab.
Zum Beispiel: Das Maximum des Stromes war am 14.12.2023 um ~14:30 h UT. Da war der Radiant hier schon untergegangen.
Dazu kommt noch die Kerbe. Dieser Einbruch in den Radar-Daten ist die Ursache dafür, dass mein Plot 2 Peaks zeigt.
Viele Grüße
Wilhelm
 

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