Genaue Systemuhr

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MartinKrahn

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Hallo,
insbesondere die Beobachter von Bedeckungen arbeiten schon länger daran: Eine wirklich genaue Zeiterfassung.
Da gibt es die teuren "Time-Inserter", die in einen Videostream die Signale einer Funkuhr einbauen können. Aber die korrigieren nicht die Systemzeit.
Dann gibt es Funkuhrdongles für PC, die die Systemuhr korrigieren, sind aber nach meiner Erfahrung (bisher zwei Uhren getestet) unbrauchbar.
Nun bieten die modernen Zeiten
-das Internet: Aber wie bekomme ich z.B. WinXP dazu, nicht wöchentlich, sondern automatisch z.B. stündlich zu aktualisieren?
-GPS-Mäuse, die unter 30 Euro kosten und per usb an den PC drangehen. Aber auch hier: Mit welcher Software/welchem Trick bekomme ich damit die Systemuhr kurzfristig und regelmäßig automatisch korrigiert?

Wer hat da Erfahrungen, Tips, Hinweise für Geräte und Softwares?
Danke,
Gruß,
Martin
 
Wer ein Garmin-GPS-Empfänger mit Kartenmaterial besitzt und damit das Programm MapSource, kann mit angestecktem Empfänger die Systemuhr auf die des Empfängers einstellen.
Zwei Fliegen mit einer Klappe, quasi. So mache ich das zumindest, da ich ein alter Geocacher und Naviradler bin.
 
Hallo, Otto,
Dein Tip war schon mal sehr gut.
Inzwischen habe ich auch einen Tip für die "händische" Verkürzung des Aktualisierungsintervalls in XP gefunden:

" Bei Windows XP beträgt der Standardintervall für die Zeitaktualisierung einmal in der Woche. Wenn man einen anderen Intervall wünscht, zum Beispiel täglich, dann muss man dies über einen Eintrag in der Registry von Windows bewerkstelligen. Hierzu den Registry – Editor öffnen und navigieren zum Eintrag:

Hkey_Local_Machine\System\ControlSet001\Services\W32Time\TimeProviders\NtpClient

Hier doppelt auf SpecialPollInterval klicken, auf Dezimal umstellen und das gewünschte Aktualisierungsintervall eingeben. Die Angabe erfolgt in Sekunden, also für eine stündliche Aktualisierung 3600."


Schließlich habe ich zumindest einen Programmierer gefunden, der ein Programm, das GSP-Signale zur Aktualisierung der Systemuhr von Pocket-PCs nutzt, entwickelt hat, umschreiben würde. Als Gegenleistung will er einen Quellcode für ein Progrämmchen, das Sonnen-, Mond-Auf/Untergangszeiten und Mondphasen auswirft. Das gibt es doch hier bestimmt irgendwo - kann da wieder mal jemand weiterhelfen?
Gruß und Danke,
Martin
 
Zitat von MartinKrahn:
Schließlich habe ich zumindest einen Programmierer gefunden, der ein Programm, das GSP-Signale zur Aktualisierung der Systemuhr von Pocket-PCs nutzt, entwickelt hat, umschreiben würde. Als Gegenleistung will er einen Quellcode für ein Progrämmchen, das Sonnen-, Mond-Auf/Untergangszeiten und Mondphasen auswirft. Das gibt es doch hier bestimmt irgendwo - kann da wieder mal jemand weiterhelfen?

Vielleicht passt ja das hier ? Mondphasen muss man sich selber machen, aber es ist alles drin was man dafür braucht. C++ Sourcen für sowas gibt es aber auch im Netz, einfach mal die Suchmaschine bemühen. Bei http://www.projectpluto.com/source.htm (Guide-Homepage) gibt's Sourcen und viele Links dazu. Oder bei CdC?

Viele Grüße,
Tom
 
Hallo Martin,

da ich selber auf Sternbedeckungen spezialisiert bin, kenne ich dein Problem nur zu gut. Wir nutzen nach wie vor analoge time-inserter (gibts für grob 100,-EUR). Dadurch ist man aber auf Kameras mit Video-Ausgang fixiert, manchmal würde man aber auch gerne mal eine USB- oder Firewire-Kamera steuern, und spätestens hier kommt das Problem der genauen Zeiterfassung wieder auf.

Irgendwelche an den PC anschließbaren DCF77-Uhren oder GPS-Empfänger haben sich bisher nicht richtig bewährt, da in der internen Bearbeitung immer - je nach Priorität der einzelnen Prozesse und Auslastung des Computers - Verzögerungen auftreten.
In Netzwerken können ebenfalls Probleme auftreten, wenn die Uhren einzelner Computer nicht hochgenau synchronisiert sind (wenn Bank A ein paar Milliarden an Bank B überweist, ist es wichtig, dass diese Transmission zeitsynchron stattfindet). Dazu hat sich im Internet das "Network Time Protokoll (NTP)" entwickelt. Hierbei werden viele Testpackete zwischen den Rechnern hin und hergeschickt, um die (immer existierende) Verzögerung statistisch zu messen und so das Zeitsignal entsprechend korrigieren zu können.

Ich hatte dieses System noch nie selber im Einsatz, mir wurde aber gesagt, dass man damit Zeitgenauigkeiten erreicht, die für Sternbedeckungen gerade noch ausreichend genug sind (ca. 10 Millisekunden genau).

Ob die Windows-Uhr oder das oben beschriebene Programm intern das NTP-Protokoll anwenden, ist mir leider nicht bekannt.

Grüße
Andy
 
Hallo, alle,
nun habe ich mit einigen Softwarebastlern rumprobiert.
Fazit:
Es gibt wohl nur ein gutes Programm, das sich nicht lohnt, irgendwie neu erfunden zu werden: TARDIS, wie oben von Alex empfohlen.
Es kostet zwar etwas, aber nicht viel, und es ist deswegen so gut, weil man damit seine Zeitgeber bzw. Systemuhr auch gut überprüfen kann.
Mit dieser Software kann man prinzipiell wirklich genau arbeiten, ich schätze im Bereich von 10ms.
Problematisch ist allerdings vielmehr, dass manche Programme, insbesondere Maxim irgenwie an der Systemuhr drehen, im Serienaufnahmemodus beobachte ich z.T. dramatische Einflüsse auf die Uhr von mehreren Sekunden. Da nützt es dann gar nichts, wenn Maxim eine selbst verstellte Uhrzeit in den fits-Header schreibt. Bei AstroArt scheint das unproblematischer, nach ersten Tests.
Mit einem brauchbaren GPS-Empfänger kann man mit Tardis die Aktualisierung der Systemuhr prinzipiell mindestens so genau wie die Atomuhren aus dem Netz aaktualisieren, allerdings minimal minutenweise.
Billiger geht ein Eingriff in die Windows-Systemuhraktualisierung über das Netz, die man tatsächlich auch noch häufiger automatisiert durchführen lassen kann.

Zwar ist dieses Zeitmessungsprojekt prinzipiell anders als die time inserter in der Videoastronomie. Wer aber bei Projekten wie occult watcher mitmacht und wegen der Schwäche der Objekte mit CCD-Einzelaufnahmen arbeiten muss, braucht eben eine genaue Systemuhr. Und die ist insbesondere mit Tardis wohl am besten abgesichert.
Gruß,
Martin
 
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