George is da!

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Achim

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Hallo Leute,

nachdem URSUS vor etwa 2 Wochen fertig geworden ist, habe ich mich eines fertig parabolisierten 315mm f/4,7 Newtonspiegels erinnert. Den hatte ich vor etwa 1 Jahr zur Frustbewältigung nach dem Glasbruch eines fertigen 14-Zöllers gemacht.

Zwischenzeitlich wollte ich den Spiegel verkaufen, doch nicht für deutlich weniger als des Preises eines 300mm Oldham Plate-Spiegels!
In den letzten 9 Tagen ist das Teleskop entstanden. Noch fehlt der Fangspiegel, und 2 * 3 Fahrradschnellspanner,der Okuauszug wird erst eingebaut, wenn ich genau weis, wie dick der FS ist. Sonst ist der Dobs fertig.

Inspiriert zum 3-Stangen-Design wurde ich von Albert Highe's wunderbaren Dobsons. Vom ersten Eindruch her ist der Dobs den 38mm * 2mm Alustangen sehr stabil.

Anbei ein erstes Bild:

Link zur Grafik: http://strnad-emskirchen.de/george01.jpg

Als Sucher werde ich einen vorhandenen TAL2 (8*50) Sucher beweglich auf der oberen Stange montieren. Von der Balance habe ich reichlich Luft. Ich kann auch noch mit dem 800g-Sucher horizontnah 800g Okugewicht zupacken, ohne das Probleme entstehen.

Die nächsten Tage will ich Bilder sortieren und etwas Text schreiben, und meine Astrohompage aktualisieren.

Viele Grüße und ein gutes Jahr 2004 wünscht

Achim
 
Ja super, Achim!
Glückwunsch zu George (schöner Name!)!
Das geht ja ratz fatz bei Dir.
Sieht sehr elegant aus und doch stabil... Gibt eigentlich keinen Grund, warum Deine Tochter da auf Zehenspitzen gehen müsste!
Und irgendwie macht es ja fast feuchte Augen, dass Du den TAL Sucher revitalisiert hast.

Viele Grüße
und Guten Rutsch!
Mike

 
hallo!

gratuliere zum schönen Gerät! In der kurzen Zeit!!! wow, wie machst du das? :-)))

ich hätte da ein zwei fragen:

- wie produzierst du die runden Schnitte für die Höhenräder etc.? Mit einer Oberfräse?
- hast du dir den Schwerpunkt vorher ausgerechnet, oder warum stimmt die Gewichtsverteilung? Wenn es mit 800g Sucher + 800g Okular paßt, ist es dann mit einem kleinen Ortho o.ä. nicht unbalanciert? Oder ist die Reibung so groß?
- Hat das Teil Rollen als Azimutlager?

nochmals gratulation und guten Rutsch ins neue Jahr!

phil
 
Hi Phil,

die Rundungen wie z.B. der Höhenräder sind mit einer 29 Euro Lidl (oder Aldi) Öberfräse gefertigt. Der mitgelieferte 8mm Fräser hatte eine Standzeit von 10 Minuten, da mußte ich nachkaufen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />

Zur Balance: Beim Höhenlager gleitet Teflon auf Alu-Rauhkornblech. Die Bewegung ist - auch wegen der 50cm Höhenräder - ausreichend schwergängig. Zum Dobson geradezu ideal. Mit 100g im Okuauszug bleibt das Teleskop trotzdem im Gleichgewicht.

Eben habe ich noch eine Befestigung für den Sucher gesägt. Ich kann nicht wiederstehen und noch ein kleines Bild einfügen.

Link zur Grafik: http://www.strnad-emskirchen.de/george2.jpg


Zum Schwerpunkt: Ich habe diesen genau im Vorfeld berechnet. Dafür habe ich mir eine kleine Excel-Tabelle gemacht.

Klaren Himmel wünscht

Achim

 
Hallo Achim,

bei der Lidl Oberfräse, war da auch ein Kreisanschlag dabei?

mit der Schwerpunktsberechnung, wie gehst du da vor? Entwirfst du da alle Einzelteile und berechnest das Gewicht und aus den ganzen Gewichten und Maßen dann den Schwerpunkt?

nur zu mit den Bildern!!

lg

philipp
 
Das mit dem Schwehrpunkt würde mich auch brennend interessieren. Meinem Gitterrohrdobson musste ich mehrere Kilo Walzblei als Manschette im unteren Tubus verpassen, damit er ins Gleichgewicht kam.

Geplant ist der Balkoneinsatz und eine gewisse Schwehre ist gut für die Ruhe und Stabilität, aber ich plane schon fürs nächste Dobson und das soll nicht nur so aus dem Bauch heraus gebaut werden.

Eine kurze Erklärung wie du das Gleichgewicht berrechnest, währe echt Super.

Bis dann,
Joachim.
 
Schwerpunktberechnung

Hallo,

bei der Schwerpunktberechnung lege ich zunächst einen 0-Punkt fest. Hierfür nehme ich die Unterkante des Tubus.
Dann "zerlege" ich das Teleskop in Einzelkomponenten, deren Gewicht wird ermittelt.
Weiter braucht man den Abstand des Schwerpunkt (bei Gitterstangen ist dies die halbe Länge + Strecke unteres Ende zum 0-Punkt) dieser Komponenten zum 0-Punkt.

Die Berechnung ist simpel:
Ich berechne das Moment jeder einzelnen Komponente (Moment = Gewicht * Strecke zum 0-Punkt). Die Summe der Momente wird durch die Summe der Gewichte dividiert.
Als Ergebnis erhält man den Abstand des Schwerpunkts zum 0-Punkt.

Je genauer gewogen bzw. gemessen, um so genauer das Ergebnis. Ich hatte bei George den Tubus in folgende Komponenten zerlegt:

>Tailgate incl. 6-Punkt-Lagerung, Justierschrauben
>Runde Spiegelbox: Seitenteile + Flugzeugsperrholz
>Unterer Ring + Klemmung
>Oberer Ring + Klemmung
>Primärspiegel
>2 Höhenräder incl. Gleitfläche, D = 50cm
>8* 50 Sucher an Stange befestigt
>3 Stangen 38 * 2mm, ohne Befestigung, 600g je lfd. Meter
>obere Stangenbefestigung incl. Schrauben
>Hut incl. Okubrett
>Okularauszug
>Okular
>Fangspiegel, Dicke 15mm
>Fangspiegelhalter + FS-Spinne
>Streulichtblenden am Hut

mit weniger wäre es sicherlich auf +/- 0,5cm auch gegangen. So eine Excel-Tabelle rechnet aber ja alleine <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Viele Grüße

Achim
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Schwerpunktberechnung

Hallo Philip,

zum Gewicht: Tubus incl. TAL2-Sucher 15,1 kg, Rockerbox incl. Auflagedreieck 4,2kg = 19,3 kg. Noch kein Extrem-Leichtbau aber für die Größe doch recht leicht.
Der Aufbau geht super einfach. Spiegelbox in die Rockerbox stellen, die drei Stangen einstecken, Hut aufstecken, 6* Klick mit Fahrradschnellspannern - fertig!!
Die Stangen haben auch ohne schließen der Klemmungen leichte "Vorspannung", es würde mich nicht wundern, wenn der Dobs ganz Justierstabil wäre. Bin schon gespannt ob das geht, f/4,7 ist ja schon relativ schnell.

Viele Grüße

Achim


 
Hallo Achim,
Glückwunsch zu George! Hast Du jetzt schon Erfahrungen mit der
"3-Stangen-Stabilität" - wie im Verhältnis zu 8 Stangen und wie ist der Gewichtsunterschied?

Kannst Du Internetadressen zu 3-Stangen-Konstruktionen nennen ?

Deine Konstruktion sind viel steifer , aber auch schwerer aus!
Aber für ein Dobson ist die Einfachheit auch ein Gütesiegel!

cs

stardreamer
 
Hallo Stardreamer,

ja, mittlerweile habe ich etwas Erfahrung gesammelt. Hier

http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=7925

findest Du meinen 1st-Light-Bericht. Mit dem Schwingungsverhalten war ich nicht zufrieden, und habe etwas nachgebessert.

Die erste Fehlerquelle war bald ausgemacht: Wer die Klemmschrauben der Höhenräder richtig anziehen kann, ist eindeutig im Vorteil <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Dann wurde fleissig am Telekop gekopft und geruckelt. So filigran, wie die Rockerbox nach dem Abspecken aussieht - diese ist nicht die Ursache des Problems.

Wie schon vermutet, sind es die sehr weit freischwebenden Höhenräder. Bei Ursus hatte ich hier profilaktisch vorgebeugt, mit genau dem gleichen Prinzip habe ich GEORGE ausgerüstet:

Link zur Grafik: http://www.strnad-emskirchen.de/bilder/12_zoll/verstrebung.jpg



Am oberen Ring ist unten ein Aluwinkel (Stärke 3mm) angeklebt, mit 6mm Bohrungen. Vom Ikea-Stützkreuz waren noch zwei Stücke übrig, die habe ich entsprechend im Schraubstock gebogen. Beim zweiten mal weis man ja, wie es geht

Die Montage geht denkbar einfach: die gebogenen unteren Enden einfädeln, oben auf die Schraube stecken, Sterngriff anziehen - fast fertig. Fast?

Um das verbleibende Spiel von deutlich <1mm zu eleminieren, habe ich aus 3mm Alublech eine Klammer gesägt. Die hat einiges an Vorspannung.


Link zur Grafik: http://www.strnad-emskirchen.de/bilder/12_zoll/klammer.jpg

Also: Klammer aufstecken . Klack! fertig.

Die Konstruktion ist nun deutlich schwingungsärmer. Die schönen Tage letzte Woche konnte ich leider nicht ausnutzen - 4 Tage Crashseminar im Bayrischen Wald. Ich hatte GEORGE mitgenommen. An einem Abend habe ich dann Kollegen gegen 23.00h ein paar Objekte gezeigt. Das Seeing war recht bescheiden, ich war dann nur bis 200-fach mit der Vergrößerung gegangen, getestet hatte ich gar nicht. Das mit Schwingungen hatte ich jedoch keine Probleme.

Zur Konstruktion: Mit den 19,3kg ist das Teleskop leichter als die meisten anderen in der 12 1/2-Zoll-Klasse. Die Steifigkeit ist m.E. ähnlich hoch wie bei einem Truss-Design, vielleicht einen Tick weniger. Dies zu beurteilen ist jedoch ohne direkten Vergleich sehr schwierig.

Für Infos zum 3-Stangen Design kann ich Albert Highe's Seiten empfehlen:

http://pw2.netcom.com/~ahighe/astroequ.html


Viele Grüße

Achim




 
Interessanter Hinweis !
Meinst Du, wenn man "volle Halbkreise" als Höhenräder nimmt, dann gibt es keine Probleme, d.h. auch nicht mit den 3 Stange?
Wie dick sind Deine Stangen (mit Wandstärke)?

Danke für die Info - Lerne von den Besten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

cs

stardreamer
 
Hallo Stardreamer,

für die Stabilität der Höhenräder ist vor allem maßgeblich, wie weit diese frei herausragen, ob Vollmaterial oder mit Aussparungen macht nicht sooo viel Unterschied, sofern es nicht filigran wird. In meinem Fall kommt die gesteigerte Stabilität durch die Dreieckstreben, die ein geschlossenes Krafteck mit Höhenrad und Spiegelzelle bilden.

Die Alurohre haben bei 38mm Außendurchmesser eine Wandstärke von 2mm. Eine dieser Stangen ist um den Faktor 14 Biegesteifer als eine 20*1mm Stange (wie bei PHOENIX verwendet). Vergleiche ich die Biegesteifigkeit und berücksichtige die unterschiedlichen Gewichte der "Hute" und die unterschiedlichen Hebellängen, dann hat GEORGE einen Faktor 7 Vorteil. Dann kommt jedoch der Fachwerkeffekt noch ins Spiel.

Klaren Himmel wünscht

Achim
 
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