Gesichtsfeld heutiger Gläser

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P_E_T_E_R

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Seit vielen Jahren benutze ich (vorwiegend tagsüber aber auch nicht selten am Nachthimmel) ein älteres 7 x 35 Porroglas von Celestron mit einem sehr großen Gesichtsfeld von 11°.

Wenn ich mir die Specs heutiger 7x oder 8x Gläser anschaue, bin ich immer wieder verblüfft, was für mickrige Gesichtfelder die im Vergleich zu meinem alten Porro haben und dazu gehören insbesondere auch die sehr teuren Dachkantgläser von Leica und Zeiss:

Celestron 7 x 35 (P) - 193/1000 (11°)
Eschenbach Arena 8 x 30 (P) - 149/1000 (8,5°)
Vixen Ultima 8 x 32 (P) - 145/1000 (8,3°)
Vixen Alpina HR 8 x 42 (D) - 117/1000 (6,7°)
Kowa DCF 8 x 32 (D) - 131/1000 (7,5°)
Pentax XCF 8 x 40 (P) - 8,2°
Steiner Nighthunter 8 x 30 (P) - 130/1000 (7,4°)
ICS 7 x 36 (D) - 7,1°
Pentax DCF WP 8 x 32 (D) - 7,5°
Pentax DCF WP 8 x 42 (D) - 6,3°
Leica Trinovid 8 x 32 (D) - 135/1000 (7,7°)
Leica Ultravid 7 x 42 (D) - 140/1000 (8°)
Zeiss Victory 8 x 32 (D) - 140/1000 (8°)
Zeiss Victory 7 x 42 (D) - 150/1000 (8,6°)

Das Thema Superweitwinkel bei Ferngläsern wurde vor einiger Zeit bei Cloudy Nights aufgerollt.

Es ist schon klar, dass große Gesichtsfelder sicherlich einen entsprechenden Mehraufwand jedenfalls bei der Größe der Prismen und bei den Okularen erfordern. Das erhöht das Gewicht und steht somit dem Trend zu leichteren Gläsern entgegen. Mein 7 x 35 Porro wiegt immerhin ein volles Kilogramm, ist also erheblich schwerer als ein typisches Dachkantglas. Andererseits liegt das Porro sehr gut in der Hand und läßt sich ausgezeichnet auch am Nachthimmel einsetzen.

Sicherlich wird also ein großes Feld zusätzliche Anforderungen an das optische Design stellen bzw. von einem gewissen Punkt an eben zu Qualitätseinbußen führen. Ich möchte natürlich mit meiner Gegenüberstellung nicht den Eindruck erwecken, dass mein relativ günstiges Porroglas in der allgemeinen optischen Qualität mit den Spitzenprodukten von Leitz und Zeiss vergleichbar ist. Das 11° große Gesichtsfeld zeigt außerhalb der zentralen 70% infolge von Bildfeldwölbung einen merklichen Schärfeabfall und außerhalb von ca. 95% wird es dann sehr schlecht. Trotzdem finde ich dieses Glas sehr angenehm: es verhält sich so etwa wie das unbewaffnete Auge, das ja auch nur den zentralen Bereich wirklich scharf sieht.

Übrigens, ein tatsächliches Gesichtsfeld von 11° bei einer Vergrößerung von 7x entspricht einem scheinbaren Gesichtfeld von 7 x 11° = 77°, also ziemlich optimal!

Inwieweit 7 x 35 mit 11° Feld für astronomische Anwendungen geeignet sind, ist sicherlich ein Thema für sich. Für mich ist es jedenfalls schon lange sowohl tagsüber als auch nachts neben erheblich größerem optischem Kaliber ein ständiger Begeiter.

Insofern finde ich es wirklich bedauerlich, dass es solche Gläser anscheinend nicht mehr gibt.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Miyauchi baut noch ein paar Weitwinkel-Fernglaeser mit grossen Austrittspupillen, wie man mit minimalen Japanisch-Kenntnissen hier lesen kann :-)

http://www.kyoei-osaka.jp/sky/miyauchi/bb.htm

Es gibt das 7x50 mit 9.5 Grad (1.25 kg), das 7.5x42 mit 8.8 Grad (1.0 kg), und ein 5x32 mit 13.2 Grad (0.9 kg).

An dem Gewicht erkennt man schon, dass wohl nicht jeder Birder mit diesen Teilen gluecklich werden wird. Aber fuer Astro-Anwendungen unter einem dunklen Nachthimmel duerften diese Fernglaeser eine echte Alternative sein.

Wer mit kleineren Austrittspupillen leben kann, der wird sicher (wie ich auch) zum Nikon 8x30 oder 10x35 E2 greifen und dabei schoen kompakte und leichte Fernglaeser mit immerhin 70 Grad scheinbarem Sehfeld bekommen.

Viele Gruesse,
Holger
 
Hallo Peter,

Inwieweit 7 x 35 mit 11° Feld für astronomische Anwendungen geeignet sind, ist sicherlich ein Thema für sich. Für mich ist es jedenfalls schon lange sowohl tagsüber als auch nachts neben erheblich größerem optischem Kaliber ein ständiger Begeiter.

Insofern finde ich es wirklich bedauerlich, dass es solche Gläser anscheinend nicht mehr gibt.

ich finde 7x35 Porrogläser mit 11° Sehfeld für astronomische und Naturbeobachtungen ebenfalls sehr interessant und kann Dir deshalb nur zustimmen.

BW-Optik hat schon viele Jahre dieses 7x35 (russisches?) Militärglas im Angebot.
http://bw-optik.blserver.de/shop/produkt...52954fb544f3043
Wie gut/schlecht dieses Glas ist, weiß ich allerdings nicht.
Aber vielleicht kennt jemand dieses Glas und kann etwas dazu sagen.
 
Diese Kronos-Teile kenne ich, sie sind nicht schlecht. Genauer gesagt habe ich das 6x30, 8x40 und 10x50 gehabt. Mit zunehmender Groesse hat das Streulicht zugenommen, d.h. beim 6x30 war es ok, beim 8x40 manchmal stoerend und beim 10x50 extrem. Das heisst, beim 7x35 duerfte das Streulichtproblem noch ertraeglich sein. Die Fernglaeser lassen sich tunen, indem man den Tubus innen mit einer schwarzen Pappe oder Samt beklebt (der Tubus laesst sich abschrauben).

Die Verguetung ist relativ gut, die Randschaerfe aber, wie zu erwarten bei diesen weiten Sehfeldern, sehr schlecht.

Gruss,
Holger

P.S Ich sollte noch erwaehnen: Wie alle Russen haben diese Fernglaeser einen Gelbstich, den ich aber nicht als sehr stoerend empfand.
 
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