Gewinde schneiden Raum München-Süd

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Thiel

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Hallo zusammen,

bezugnehmend auf meinen Thread (Individuelles Gegengewicht) wollte ich fragen, ob es jemanden im Raum München-Süd (PLZ 81369 und Umgebung) gibt, der mir für das Zusammenschrauben von zwei Gegengewichten M5/M6 Gewinde in eines davon schneiden könnte. Standbohrmaschine hab ich, aber mit den Gewinden beißt es aus.

CS, Peter
 
M5 und M6 kannste per Hand schneiden, solltest du sogar, denn die meisten Maschinen haben zu viel Drehzahl zum Gewinde schneiden.
Gewindeschneidbohrer und Windeisen solltebes in jedem gut sortierten Baumarkt geben.
Lg
Olli
 
Sehe ich auch so.
Gewindebohrer, Windeisen sollten dich ca. 20€ kosten.
Notfalls online bestellen

Wichtig sind 3 Dinge.

1. Herausfinden ob es VA stahl ist.
(In der Regel sind die unlackiert)
Ansonsten ein Magnet drann halten.
Wenn es hält, ,,ist es zumindest kein VA.
Also weicherer Stahl.
Bei VA würde ich dann eher kleben oder einen Fachbetrieb suchen.

2.
Einen 3 Gänge Schneidsatz kaufen.
Weniger Risiko den gew.bohrer abzubrechen.

3. Das Gewinde mit Öl schneiden.
Auch beim Bohren in Stahl kann Schneidöl nicht schaden.

M6 ist mit normalem Handwerklichem Geschick machbar.

Gruß Markus
 
Vielleicht ergänzend noch:
M5:
- vorbohren mit Bohrer D= 4.2mm
M6:
- vorbohren mit Bohrer D= 5.0mm

Wenn Du magst, kannst du mit einem 90-Grad-Senker eine leichte Phase / Schräge an den
Rand der Bohrung anbringen. Hat den Vorteil, dass später die Gewindebohrer und auch am
fertigen Gewinde die Schrauben leichter ansetzen vor dem Eindrehen. Entfernt gleichzeitig
auch den Grat am Bohrungsrand (Verletzungsgefahr) und sieht sauberer aus. Im "Notfall"
geht auch ein größerer Bohrer (z.B. 10-12mm), mit dem man den Grat entfernt.
Auf jeden Fall Schneidöl (oder irgendein Öl) nehmen. Jeden Gewindebohrer ein paar Tropfen,
evtl. auch die Bohrung leicht benetzen.
Nach jedem Gewinde-Schneidgang die Späne aus der Bohrung entfernen (Pressluft, wenn
vorhanden oder einfach umdrehen und "auskippen").
Den Gewindebohren selber mit Gefühl, ganz vorsichtig drehen. Wenn's hakt oder ganz fest
geht --> aufhören und Bohrer rausdrehen.

Eigentlich ganz einfach. Viel Erfolg :-) !


Gruß,
Jürgen
 
Danke Euch, dann werde ich mal mein Glück versuchen. :y:
 
Beim Thema "VA-Stahl" möchte der Werkstofftechniker in mir doch noch ei paar Worte verlieren ...

Volksmund-Verständnis: VA = Edelstahl --> nicht magnetisch, rostet nicht, ist hart

Technisch hat der Begriff Edelstahl erstmal nichts bis wenig mit rost- und säurebeständigen Stählen zu tun. Mein Arbeitgeber stellt z.B. fast nur Edelstähle her, aber alle rosten.
Innerhalb der Gruppe rost- und säurebeständige Stähle gibt es eine hohe Bandbreite von Eigenschaften. Dazu gehören auch sehr gut zerspanbare Sorten wie 1.4305 (Automatenvariante des "V2A"). Weiterhin gibt es auch magnetische Sorten und verschleißbeständige Sorten.

Viele Gegengewichte werden/wurden auch aus Gusseisen hergestellt. Mit etwas Erfahrung merkt man beim bohren sofort, was man vor sich hat (natürlich nicht g´die genaue Zusammensetzung).
- Bei Gusseisen ist der Grafitanteil der Meinung, dass es eine gute Idee ist, alles mit sehr feinen Spänen schwarz einzusauen :p --> Zerspanung sehr einfach
- Bei Automatenstählen (dazu gehört dann auch der rostfreie 1.4305) brechen die Späne sehr kurz und bröselig. --> Zerspanung (sehr) einfach
- Unlegierte Baustähle wie S235 (alt: ST-37) und der "Standard-VA" 1.4301 (V2A) produzieren lange Späne und verhalten sich zäh, aber nicht wirklich hart. --> Zerspanung im Hobbybereich so lala --> unbedingt schmieren/kühlen (Öl, WD40, richtiges KSM, etc.). Hier sollte im Zweifel das Kernloch für Gewinde 0,1mm größer gebohrt werden (wenn es grundsätzlich nicht viel halten muss, wie hier beim GGW-Thema) --> weniger Kraft beim Gewindeschneiden nötig; verzeiht etwas schief angesetzte Gewindebohrer
- Bei Problemfällen bzw. verschleißfesten Stählen kann man, wenn man sowas denn unbedingt als GGW haben möchte, 0,2mm größer vorbohren. Für ein GGW ist das vollkommen tragfähig.

Wenn alles schief geht, kann man immer noch mit Drahtgewindeeinätzen reparieren :p

Thema Bohrer und Gewindebohrer:
- Wenn man Bohrer nicht selber nachschleifen kann --> erstmal mit "gut und günstig" versuchen. Je nach Durchmesser lohnt es sich aber durchaus trotzdem, mal hochwertige Bohrer zu besorgen. So furchtbar viel kosten die kleinen Dinger nicht; ein unbeschichteter HSSE Co8 5mm-Bohrer für Kernloch M6 kostet max. 2,50 Euro.
- Wenn man Bohrer selbst nachschleifen kann, würde ich grundsätzlich HSSE Co8 nehmen. Dabei steht das Co8 für 8% Cobaltanteil --> deutliche Vorteile bei Verschleißverhalten. Oft haben diese Bohrer auch Kreuzschliff und größerem Spitzenwinkel, was durchaus Vorteile bietet.

- Ich bin weg von 3er Sätzen und nutze auch für Handschnitt nur Maschinengewindebohrer
- Es gibt für viele verschiedene Anwendungsfälle viele verschiedene Gewindebohrertypen --> Ein Blick z.B. in den Hoffmann-Katalog hilft Unsicherheiten zu klären.
- unbedingt für Durchgangsloch und Sackloch den jeweils korrekten Gewindebohrer nutzen
- Für rostfreie Stähle (außer 1.4305) unbedingt den passenden Gewindebohrer wählen. Das hat auf Dauer doch große Vorteile beim Werkzeugverschleiß.
- Gewindebohrer kann man durchaus auch mal gut gebraucht bei eBay kaufen. Aber unbedingt drauf achten, dass es kein verrödeltes Zeug ist, sondern mit "Sicherheitsfaktor" aussortiertes Kram aus Zerspanungsbetrieben. Habe damit gute Erfahrungen gemacht, günstig an anständige Qualität zu kommen. Aber Finger weg von Gewindebohrern mit Innenkühlung. Die brechen dann doch etwas schneller :p
- Wenn ich neue Gewindebohrer kaufe, dann bei Baer (gewindebohrer.de). Hier habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht, die Preise sind vernünftig und der Kundenservice stimmt.
- 90° Ansenken ist absolut sinnvoll
- Extrem wichtig ist es, den Gewindebohrer gerade ansetzen zu können. Wenn man null Erfahrung hat, lohnt sich ggf. eine Hülse als Hilfe (kann man sich z.B. drucken oder auch kaufen). Was ich bei Problemfällen auch gerne nutze: Gewindebohrer in Standbohrmaschine spannen, Maschine laufen lassen, Motor ausstellen und den Nachlauf nutzen, den Gewindeansatz zu schneiden. Dann steht der Gewindebohrer gerade an der Bohrung, hat die erste Führung und es kann von Hand weitergedreht werden (mit Windeisen).


Irgendwas habe ich bestimmt vergessen.

Viel Erfolg wünscht
Eike
 
Hallo zusammen, hier ein Status Update: hat dank Eurem Input prima funktioniert :y:. Ich hab mich für M8 entschieden - wenn schon, denn schon :cool:. War wirklich nicht teuer mit 25€ für Windeisen und 3-er Satz M8. Als erstes mit 8,5mm zwei Durchgangslöcher in die Hantelscheibe gebohrt. Danach die Sachen aufeinander gelegt und das GG angekörnt. Anschließend mit 6,5mm (6,8 für eine M8 hatte ich nicht) unter Einsatz von Würth-Schneidöl in das GG gebohrt (nicht ganz durch). War nicht allzu hart und hat eher lang gespant (danke für die Erklärungen Eike) und kurz angesenkt. Dann nacheinander die drei Gewindeschneider hergenommen (ging trotz 6,5mm Kernloch recht gut).

Danke dass Ihr mir die Angst genommen habt mit dem Gewindeschneiden. So hab ich 100€ gespart, konnte meine Handwerkerleidenschaft ausleben und hab noch was gelernt :D.

CS, Peter
 
Schön dass es geklappt hat.

Und ja. Wenn man genug Platz hat, ist es auch nicht verkehrt ruhig eine Nummer größer zu bohren.

Wobei die Zugkraft von M6 in dem Fall schon ausreichend gewesen wäre.

Achte nur darauf, die Hantelscheibe so anzuschrauben, das sie aneinander gepresst werden.

1-2 KG führen zwar nicht zur abscheerung, aber belasten trotzdem die Gewindegänge.
Grade bei weichem Material.

Gewindeverbindungen erhalten ihre Tragfähigkeit über Anpressdruck (Reibwertwiederstand) und nicht über möglichst dicke bolzen.

Gruß Markus
 
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