Giessharz für Adapter / Gewinde

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Friedolino78

Mitglied
Hallo allerseits,

Auf der Suche nach einer preiswerten Adaptierung eines Okulars an ein zum Fokussierer umgebautes kb-Objektiv kam mir die Idee Giessharz zu verwenden.

Ich dachte daran, das Objektiv von vorne etwas weiter innen mit einer Metallscheibe abzudecken, ein 1,25" Rohr (oder eben ein Okular) draufzustellen und dann drum herum das Harz direkt in das Filtergewinde des Fokussierers zu gießen.

Was haltet ihr von dieser Idee? Geht das überhaupt?
Kann man so einen Gewindeverguß schrauben?

Gruß, Michael
 
Hallo Michael,

ich glaube nicht daß das richtig gut funktioniert.
Erstens mußt du ja die Teile nach dem aushärten wieder voneinander trennen. Dazu wirst du eine Art Vaseline oder ähnliches verwenden, die die kleinen Gewindegänge verschmiert und wenig brauchbare Zahnfläche übrig lässt. Zweitens wird du nur schwierig verhindern können das sich keine Luftblasen zwischen dem Giessharz und den Gewindegängen bilden. Beides sollte aber unbedingt vermieden werden um ein ordentliches Gewinde zu erhalten.
Das ist aber nur meine persönliche Einschätzung. Ich würde es deshalb nicht in Erwägung ziehen. Aber Versuch macht kluch ...

Gruß,
Robert
 
Hallo Michael,

konzentrierte Seifenlösung könnte funktionieren. Das hat ein Freund mal bei Arbeiten an seinem Modellflugzeug gemacht, allerdings kein Gewinde, sondern eine Fläche (Motorhaubendeckel aus Epoxydharz/Glasmatte in einer Form).

Probiere es erst an einer dicken alten Schraube aus, falls es doch schiefgeht.


Gruß Coyote

 
Funktioniert nicht

Hallo,

das funktioniert nicht.

Ich habe jetzt lange genug mit dem Zeug gearbeitet, um das beurteilen zu können.
Das Luftblasenproblem ist gar nicht mal so dramatisch, wenn man das Harz so einstellt, dass es langsamer aushärtet und man mit einem dünnem Draht in dem flüssigen Harz rührt, um die Blasen zu entfernen.

Aber die Haftung ist einfach zu stark, die Teile trennen sich nicht.

Einzige Möglichkeit: Du baust Dir eine Form aus Silikon und giesst ein neues Teil.

Ob der Aufwand gerechtfertigt ist, kannst nur Du beurteilen.


Viele Grüße
Thomas
 
Okularadapter aus Giessharz

Wenn das trennen das einzige Problem ist, lasse ich es einfach dran. Neuer Ansatz:
Okularhülse mit Vaselinen einschmieren, auf den Fokusierer stellen und drumherumgießen.

Noch eine paar Fragen:
Kann ich auf eine schon feste Harzschicht eine zweite auftragen? Bzw. hält das dann auch?
Ich würde den Adapter gerne länger als das Filtergewinde des Fokussieres machen, damit ich auch noch Fixier-Schrauben für Okulare / ZS reindrehen kann.
Kann man überhaupt Gewinde in Harz bohren?

Michael
 
Re: Funktioniert nicht

Hi,

meinst Teflon oder?
Hab schon versuche mit verschiedenen Klebern unternommen, um die Festigkeit und chem. Beständigkeit.. an verschiedenen Materialien zu testen.
Bei einem Versuch hab ich eine Schraube (MS, M6) in ein Durchgangsloch (PVC) gesteckt und mit "Stycast" (Kleber) ausgegossen.
(alle Teile Fettfrei). Nach der Aushärtung konnte man die Schraube aus dem "Kleber" schrauben, die Haftung des Klebers war an PVC größer als an dem MS. Zu beginn war dazu ein etwas stärkerer Ruck mit dem Schraubenzieher nötig um die "Verbindung" zu lösen, durch das geringe spiel in der Schraube - "Kleb"mutter Verbindung lies sich die Mutter nur relativ schwergängig (zäh) einschrauben, da man beim Festziehen nicht genau gewusst hat wann isses den jetzt fest, besteht mM. die Gefahr das man das Gewinde schnell überdreht.

Denke auch das es mit Benetzung der Flächen mit Öl klappen könnte, hab Öl schon verwendet um zu verhindern das beim einkleben eines Laserspiegels die Justage Vorrichtung mit angeklebt wird.

Bei den Anwendungstechnischen fragen am besten den Hersteller der Kleber kontaktieren, helfen sicher weiter, vielleicht bekommt man auch ein kostenloses Muster zugeschickt.

viel Erfolg
rroo







 
Re: Funktioniert nicht

Hi,

nein, ich meine tatsächlich Silikon.

Wir haben zum vergiessen von Schrauben in GfK-Rohren eine Form gebaut, die man immer wieder verwenden kann (ca. 30mal).

Silikon dichtet ab und löst sich wieder.

Ich würde mir aber ein Gewinde drehen lassen, denn ein Gewinde aus Kunstharz, der sehr spröder Natur ist, halte ich für wenig dauerhaft.


Grüße
Thomas
 
Re: Funktioniert nicht

Hi,

Ich würde mir aber ein Gewinde drehen lassen, denn ein Gewinde aus Kunstharz, der sehr spröder Natur ist, halte ich für wenig dauerhaft.


jo, besonders wenn öfters mal gelöst und angezogen wird, halt improvisiert - gedreht und aus Metall 100% besser.

Bisher haben wir hier immer Teflon verwendet um zu verhindern das sich zweit Teile ungewollt verbinden, benetzen....
eventuell währe dein Silicon eine alternative,

Wie ist denn die genaue Bez. des Silicon´s ?


roro


"....oder Fragen" (roro)



 
Ich hab jetzt gelesen, daß sich Bohnerwachs gut als Trennmittel eignet. Das dürfte doch das Gewinde nicht komplett verschmieren, oder?

Michael
 
Re: Okularadapter aus Giessharz

Hallo,

Kann ich auf eine schon feste Harzschicht eine zweite auftragen? Bzw. hält das dann auch?

Ja, das hält. Ih würde die Flächen stets etwas anrauhen (Kratzer draufmachen), das unterstützt die Haftung.


Kann man überhaupt Gewinde in Harz bohren?

Ist kein Problem, wenn man die Schrauben darin nicht anknallt, halten die auch prima!

Grüße
Thomas
 
Re: Funktioniert nicht

Hi,

vielleicht klappt's mit Silikonöl, das gibt's in verschiedenen Viskositäten (u.a. bei Ebay, recht günstig in der Apotheke oder als Spray im Baumarkt). Silikonöl legt sich wunderbar auf und um alle Oberflächen; das ist nicht immer von Vorteil, aber in Deinem Fall wäre es evtl. eine Überlegung wert.
Vor allem ändert das Zeug nicht seine Konsistenz durch die Hitzeentwicklung bei der Harzaushärtung, wie etwa Fett oder Vaseline.
Vaseline fliesst duch die Wärme im ungünstigsten Fall einfach weg, und dann hast Du viel Spass, das Harz aus dem Gewinde zu entfernen.
Stichwort: "Zweikomponentenkleber auf Metall"

Hat jemand Erfahrungen mit Teflonspray? Was kommt dabei raus? Eine trocknende/härtende Teflonschicht (oha, da bin ich doch gleich bei der Dobson-Lagerung) oder auch eine Art Öl?

Grüße
Mizar
 
Silikonöl als Trennmittel

Silikonöl wäre gut. Das hab ich schon da. Hat hier schon jemand Erfahrungen mit Silikonöl als Trennmittel zum Verguß gemacht?
 
Epoxid-giessharz - restflexibel vs. hochfest

Hallo,
Ich habe auf klebstoff-profi zwei verschiedene Sorten Epoxidgießharz gefunden. Das eine restflexibel, das andere hochfest. Wie genau muß ich mir restflexibel vorstellen. Eher wie Gummi oder eher wie Metall?

Michael
 
Re: Epoxid-giessharz - restflexibel vs. hochfest

Hallo,

"restflexibel" liegt in etwa bei der Stabilität von PC-Verkleidungen etc.

"Hochfest" ist eher wie ältere Steckdosengehäuse, die splittern bei starker, mechanischer Beanspruchung. "Hochfest" heisst hier auch meistens "spröde".

Viele Grüße
Thomas

 
Re: Funktioniert nicht

Hallo,

das Material heist "Elastosil", soweit ich weiß.
Das gibt es bei www.r-g.de .

Man muss zuerst das Urmodell in das noch flüssige Silikon (dreckig-rosa in der Farbe <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ) hängen, dieses polymerisieren lassen und dann das Urmodell entfernen.
Man muss mit einem Draht ein wenig rühren, damit die Luftblasne rausgehen.
Jetzt kann man Gießharz in die Silikonform giessen und etwa 30 -35 Einzelstück herstellen.
Auch hier ein wenig rühren.

(Man könnte zum Giessen auch vakuumentgastes Harz nehmen, das ist aber zu aufwendig.)

Danach ist die Form hin, irgendwann reisst das Silikon durch die Beanspruchung beim Entformen, und die Oberfläche leidet.


Viele Grüße
Thomas
 
Re: Funktioniert nicht

Hallo Thomas !
Ich würde sagen das funzt nie den wie du schon sagtest zu spröde . desweiteren zu aufwendig da kommst du mit anfertigen lassen besser und günstiger hin zumindest für deine nerven.
es könnte zwar unter umständen funzen mit dem langsammeren aushärten oder fast kein härter nehmen und dafür 8std in die röhre aber das macht dein silikon nicht lange mit ergo viel zu nerven raubend. Wenns zu lange braucht zum härten läuft man auch gefahr das sich beim aushärten schon Verspannungen bilden und das Teil noch in der Form springt (ist mir schon bei der arbeit passiert).
gruß Timo
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

ja, Bohnerwachs funktioniert auch, damit hat man früher gearbeitet.
Jetzt nimmt man Trennwachs, das sieht ähnlich aus, ist aber flüssiger.
Auch der Geruch ist ähnlich. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Grüße
Thomas
 
Tach,

es gibt sogenanntes "Folientrennmittel", eine wasserartige, stark nach Lösungsmittel riechende Substanz, die mit einem Schwamm aufgetragen wird.
Wenn das Zeug trocken ist, kann man loslegen.

Allgemein trägt man aber erst Trennwachs auf, danach poliert man das Wachs fast herunter, und dann wäscht man das Folientrennmittel auf.

Das ist alles ein großer Aufwand.

Wenn Du magst, kannst Du Dir ja mal auf www.eifeltwister.de unter "Projekte" die Geschichte mit dem Kugeldobson durchlesen.
Ich habe das nach Tagen und Eregnissen geordnet, und mit Fotos garniert.
Man gewinnt einen Eindruck, wie man mit den Materialien arbeitet.
Du hast natürlich das Problem mit den Glasfasermatten nicht. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Grüße
Thomas
 
Hab gerade alles durchgelesen. Hat mir gut gefallen.

Ich habe jetzt restflexibles Epoxid-Gießharz, Trennwachs und PVA-Trennlack bestellt.

Womit kriege ich feinere Strukturen hin? mit Wachs und Folien-Trennmittel oder mit Silikon-Spray?

Zur Dosierung der Komponenten dachte ich an Einwegspritzen. Wie sind da die Erfahrungen?
Wie genau sind diese digitalen Haushaltswaagen?

Michael
 
Ich habe es gestern abend mal gewagt.
Schön alles mit Trennwachs eingepinselt, trocknen lassen, poliert und mit PVA-Trennlack eingepinselt. Das Harz habe ich mit Einwegspritzen dosiert und mit der Hand mit einem Stäbchen verrührt.
Momentan ist es am aushärten. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob die Dosierung hinreichend genau war und ob ich genug gerührt habe. Morgen Abend werde ich versuchen den Adapter zu entformen. Wenn ich dran denke, werde ich auch ein paar Bilder davon knipsen.

Falls es wegen dem Rühren nich klappt, werde ich ein "Rührgerät" bauen. Ich denke da an einen Drehteller, der den Becher dreht während von oben Stäbe in den Becher ragen.

Michael
 
Hi Michael,
Falls es wegen dem Rühren nich klappt, werde ich ein "Rührgerät" bauen. Ich denke da an einen Drehteller, der den Becher dreht während von oben Stäbe in den Becher ragen.
für den "Aufriß" hätte Dir Gerd Neumann locker einen passenden Adapter gedreht, der hätte sicher nicht viel mehr wie 30,- Euro gekostet! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Wenn du das Teil 5x rein- und rausgedreht hast, kann man das Gewinde eh vergessen!
Epoxie und ähnliche Materialien dehnen sich zuerst extrem aus, beim härten ziehen sie sich aber wieder zusammen. Nix passt mehr! Ein großes Spiel ist somit vorprogrammiert <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Gruß Bernd
 
Hat alles geklappt. Scheint ja doch nicht so schwierig zu sein.
Da ich sowieso nichts anderes in das Gewinde reinschrauben will, und es jetzt schön fest sitzt, laß ich den Adapter jetzt einfach fest im Gewinde.

Ich denke mit dem Preis von 10ml Gießharz kann kein gedrehter Adapter mithalten, wenngleich ich zugeben muß, daß ein Drehteil sicherlich besser aussehen würde. Andererseits hätte ich dann nicht den Bastelspaß gehabt.

Gruß, Michael
 
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