Gitterrohr-Umbau: Fragen zu Barlow-Linsen und Brennpunktlage

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Sven_H

Neues Mitglied
Ich beschäftige mich gerade damit ein älteres Gitterrohr-Dobson bautechnisch zu optimieren und damit die Justage-Stabilität zu verbessern. Das gebraucht erworbene Gerät hat einen selbstgeschliffenen Spiegel, ich habe folgende Daten ermittelt: 405/1888 (also 16" ~f/4,7, der FS ist ein 3,1 Zoll). Grundsätzlich nutze ich das Dobson bisher ausschließlich visuell. Dafür scheint er mir im aktuellen Setup sehr gut. Der Fokuspunkt liegt aktuell etwa 25 mm über dem vollständig eingefahrenen OAZ. Wobei der OAZ nur dann in diese Position kommt, wenn ich mein Filterradschieber in die freie Position stelle, denn das 94mm lange OAZ-Rohr (Moonlite 2") ist zu lang und der Moonlite noch zu nah an der optischen Achse. In dieser OAZ-Position ragt dann das Rohr auch in den primären Strahlengang. Für meine visuellen Beobachtungen mit meinen vorhandenen Okularen nutze ich aber aktuell nur Positionen mit +-5mm um den Brennpunkt, somit ist es visuell so kein Problem.

Ich könnte aber natürlich noch ein 10mm Distanzstück unter des Moonlite-Auszug setzen, damit ich den vollen Verstellweg auch bei jedem Okular nutzen kann. Dann wäre mein Fokuspunkt aktuell bei 15 mm über dem vollständig eingefahrenen 2"-Auszug und habe 48mm (+15 / -33) statt heute ca. 38mm (+17 / -21) Auszugsspiel.

Für die Justagestabilität meines Dobson werde ich aber vermutlich ohnehin neue Gitterstäbe kaufen und wenn ich ohnehin neue Gitterstangen einsetze, kann ich diese auch etwas kürzer rechnen um den Fokuspunk etwas weiter von der optischen Achse weg zu bekommen (und nehme dafür geringfügig mehr Vignettierung in Kauf). Die Werte, die ich dann in MyNewton errechne sind bis 43mm Bildgröße (aktuelle Feldblende meines Übersichtsokulars) über 75%.

Für meine aktuellen Okulare brauche ich den Fokuspunkt nicht verändern, aber wenn ich schon umbaue, würde ich auch gerne zumindest die Möglichkeit haben erste Foto-Spielereien zu machen. Ich besitze aktuell zwei mögliche Kameras: Eine Canon EOS 450 D (noch ohne Modifikation, Auflagemaß 44mm) und eine Fuji X-T20 (Auflagemaß 17,7mm). Eine EQ-Plattform besitze ich ebenfalls, so dass ich vielleicht auch geringfügig längere Belichtungszeiten ermöglichen kann (mir ist klar, dass es kein optimales Fotosetup ist).

Da ich ja in jedem Fall noch Adapter für die Kameras benötige, gehe ich davon aus, dass der Backfokus des Canon-Aufbau zu groß sein würde (>48mm) um eine Fokuslage sowohl für die Canon, also auch visuelle Beobachtungen zu realisieren. Hier bräuchte es vermutlich eine Barlow, deren Prinzip und Berechnungen habe - glaube ich - recht gut verstanden.

Die Fuji soll aber laut Berichten im Web garnicht mal schlecht geeignet sein für Astro-Fotographie, und das Auflagemaß von knapp 18mm sollte es mir ermöglichen einen neuen Fokuspunkt des Teleskopes zu errechnen, der sowohl Fokusspielraum für die Fotografie (mit recht weit eingefahrenem OAZ) als auch die visuelle Beobachtung (mit recht weit ausgefahrenem OAZ bei meinen heutigen Okularen) ermöglicht.

Ich denke im Moment, dass es die visuelle Beobachtung aber mein voranngiges Hobby bei diesem Teleskop bleibt.
Mit Bino's habe ich mich noch nicht beschäftigt, interessiert mich aber irgendwann eventuell auch.

Nun komme ich mal zu meinen Fragen:

1) Was ist der Grund dafür, dass man bei so vielen Barlow-Linsen keine Angaben zum "optimalen", gerechneten Abstand für den angegebenen Barlowfaktor findet und keine Angaben zur Brennweite des Aufbaus und von wo exakt dieser bestimmt wird. Selten findet man die Brennweite, aber so gut wie nie eine wirklich klare Aussage darüber von wo aus die Brennweite (wenn Sie denn angegeben ist) gerechnet ist. Selbst beim sehr hochpreisigen VIP Barlow von Baader, wo es extra eine Hinweisblatt zur Berechnung der Abstände vom Hersteller gibt (was meines Erachtens aber nicht gut gelungen und vor allem nicht zeitgemäß ist), bleibt bei mir ein Rätzselraten. Wenn eine Firma schon eine mehrlinsige Barlow herstellt und diese als hochwertig anpreist...und in der Artikelbeschreibung dann auch auf fotgrafische Nutzung hinweist, dann muss doch klar sein, dass der Käufer diese Informationen benötigt und weiteres Zubehöhr wie Adapterringe auslegen muss. Weil diese Angaben selten zu finden sind und doch eigentlich easy verfügbar sein müssten, habe ich das Gefühl irgendwas missverstanden zu haben.

2) Gibt es, neben der größeren Vignettierung, Gründe warum man den Fokuspunkt seines Teleskopes möglichst nicht in des letzte Viertel des Auszugsweges seines OAZ legen sollte? Denn genau das würde bei mir ja passieren, wenn ich die Gitterstäbe soweit kürzer Rechne, dass ich meine Fuji ohne Barlow und meine visuellen Okulare scharf gestellt bekomme.

3) Wäre ein weit hinten liegender Fokuspunkt für einen späteren Einsatz eines Binos eher problematisch, eher förderlich oder keines von Beidem?
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben