Glasrohling aus Pfannendeckel (Pyrex)

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Onkelmartin

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Hat jemand schon mal Erfahrung gemacht mit dem Schleifen eines Spiegels aus einem Bratpfannendeckel? Oder kann eventuell sagen, was es für Bedenken gibt? Der Spiegel wäre natürlich ultradünn, ca 7mm, müsste eventuell auf einer Speziellen Halterung geklebt sein, etc.

Vorteile: ziemlich preiswert auch in größeren Abmessungen, leichte Sphäre schon vorhanden (soweit ich mich erinnere), schnelle Temperaturkompensation möglich?
Ist nur so ne wilde Idee von mir, aber vielleicht kann ja jemand ernsthaft vor und Nachteile beschreiben oder hat schon Erfahrung gesammelt.
 
Hi Onkelmartin,

super Idee, aber ...

Ich hab' mir gerade mal einen von unseren großeren Topfdeckeln angesehen - 250mm Durchmesser mit einer "vorgefrästen" Pfeiltiefe ca. 15mm. Daraus ergibt sich ein Krümmungsradius von 500mm oder ein Öffnungsverhältnis von f/1,0. Als normaler Newton ist das wohl eher nicht so geeignet :-)

Ciao, Heiner
 
Hallo!

Also ich habe folgende Bedenken:
->Bei einer Dicke von 7mm muß die Form schon gut passen. Und ich bezweifle mal, dass ein Bratpfannendeckel so gut sphärisch ist. Dann müsste irgendwo was abgeragen werden und evtl nicht wenig, dann wird er noch dünner.
->Nächstes Problem, die Dicke. 7mm für sagen wir mal 10 Zoll. Theoretisch funktioniert es natürlich, aber ich glaube nicht, dass man damit viel Freude haben wird. Durch das Festspannen im Teleskop wird er verformt! Aufkleben ist auch nur bedingt möglich, denn da kommt es dann meist auch zu Verspannungen.

Also: Als Experiment wenn du Lust hast ja. Wenn die Form schon so gut wie passt OK, aber keine zu hohen Ansprüche, und vorallem kein Jammern dann beim Parabolisieren! Problematischer wird das ganze natürlich noch dadurch, dass die Brennweiter evtl. zu kurz ist durch die vorgegebene Form.

Gegenvorschlag: Ein 10 Zoll Rohling kostet ca. 100 EUR, ein 16 Zoll ca 300 EUR. Es ist zwar dann noch kein Zerrodur, aber eine vernünftige Dicke! So teuer finde ich das gar nicht, besonders wenn man bedenkt, dass der 16er fertig mind. 2000EUR kostet.

Wenn du das Experiment angehst, halt uns auf dem Laufenden!

Gruß
Decay
 
Hallo Onkel Martin,
Der Spiegel wäre natürlich ultradünn, ca 7mm
Wenn du den beugungsbegrenzt hinbiegst wirst du zum Spiegelschleiferkönig gekrönt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
Im Ernst, irgendwann bei etwa 12:1 bis 15:1 Durchmesser/Dickenverhältnis ist Schluss mit lustig, sowas bekommt man dann einfach nicht mehr parabolisiert weil sich der Spiegel unter seinem Eigengewicht und dem Arbeitsdruck dermaßen verformt und verbiegt.
Aber Versuch macht bekanntlich kluch.... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Gruß Roland
 
Hi!
Also eher doch noch unerforschtes Terrain? Ich bin dem Link mal gefolgt, 500 mm soll ja auch nur der Anfang sein....habe ich richtig gelesen: gedacht sind 2 Meter?

Also, ich habe meinen Deckel, der mich darauf gebracht hat, mal grob ausgemessen. Die Pfeilhöhe bei ca. 22,5 cm nutzbarem Durchmesser beträgt 5mm, das ergibt dann glaube ich um die 1300 mm Krümmungsradius. Da muss man dann wohl nochmal "bei" und den Rand dünner schleifen. Oder ich Frage mal meine Frau, ob ich in Ihren Töpferofen darf, und dann senke ich die Bratpfanne nochmal 3 mm ab, (Frage nur, wann wird Pyrex eigentlich weich? :-)

Aber nochmal eine andere Frage zur Spiegelbefestigung. Könnte mann statt der üblichen 3,oder 9-Punkt-auflage nicht vielleicht eine - sagen wir mal - Anordnung aus vielen Silikonstäbchen oder Waben auf die Spiegelrückseite aufbringen, so dass die Verformungsneigung zumindest auf viele Stützen übertragen würde, ähnlich der Luftpolstertaschen-Befestigung, von der öfters schon die Rede war? Hätte auch den Vorteil, dass die Luft sehr schnell zum Spiegel käme, womit er theoretisch schneller aklimatisiert wäre. Der Spiegel selbst würde durch sein geringes Eigengewicht auch nicht sich selbst verformen. Oder liege ich da völlig falsch?

Viele Grüße
Martin
 
Hallo Martin,

Erweichungstemperatur von Pyrex: ab 820 °C,
Glasbläser verarbeiten es bei noch 300-450 °C mehr (d.h. dann ist es weich bis flüssig).
Außerdem:
Ausdehnungskoeefizient 32E-7 / Grad
(Quelle: Handbuch der präparativen Anorganischen Chemie)

Grüße,

Michael
 
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