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Grand Central Terminal in New York

P_E_T_E_R

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Noch mehr Tohuwabohu bei der Darstellung des gestirnten Himmels:

Hier geht es um das große Mural (Wandmalerei) im Grand Central Terminal in New York, welches seit 1913 das Deckengewölbe der riesigen Bahnhofshalle mit figürlichen Darstellungen aus der Uranometria von Johann Bayer von 1603 ziert, welche jedoch mit Ausnahme von Orion allesamt spiegelverkehrt und in falscher Reihenfolge entlang des Tierkreises übertragen wurden, jedenfalls aus einer erdgebundenen Perspektive des gestirnten Himmels.

news.artnet.com

Millions Have Gazed Up at Grand Central Terminal’s Twinkling Zodiac Ceiling.​


The arrangement of the constellations is shown in reverse order - wherein east is west and west is east - except for the depiction of the Orion constellation. One early explanation for this from officials is that it was from God’s perspective, in other words, from “outside” the celestial sphere looking in, as if onto a globe. Unfortunately, this doesn’t quite solve the issue, as that would still leave Orion backward.

The New York Times

Gruß, Peter
 
Hallo Peter,
danke für das Aufstöbern und Verlinken dieses Artikels. Die Bahnhofshalle beeindruckt vor allem wegen der gewaltigen Größe, die man auf den Fotos nur ahnen kann. Dass die Sternbilder seitenverkehrt sind, war mir zwar vor Ort nicht entgangen, aber das ist auf vielen alten Himmelsgloben auch nicht anders. Bleibt halt die Sache mit Orion. Und gut, dass man trotz Asbest in den Platten nicht gleich alles rausgerissen und damit vernichtet hat.
LG Tom
 
Dass die Sternbilder seitenverkehrt sind, war mir zwar vor Ort nicht entgangen, aber das ist auf vielen alten Himmelsgloben auch nicht anders.
Das mit der seitenverkehrten Darstellung ist wirklich so bescheuert, dass es einem die natürliche Begeisterung für den gestirnten Himmel gründlich vermiest.

Da hilft auch keine "göttliche Perspektive" ...

Gruß, Peter
 
Hallo Peter, Markus,
redet Ihr jetzt speziell von der Decke in Grand Central, oder meint Ihr die üblichen seitenverkehrten Sternbilddarstellungen im Allgemeinen? Dass die Sternbildabbildung auf Globen im Allgemeinen seitenverkehrt sein *muss* und nicht das Geringste mit einer "göttlichen Perspektive" zu tun hat, habe ich hier vor Kurzem dargelegt und dort auch einen (religiös zweifellos völlig unverdächtigen) sowjetischen Navigations-Himmelsglobus aus dem 20. Jahrhundert gezeigt. Was daran "bescheuert" sein sollte, Peter, erschließt sich mir allerdings nicht... Oder bezog sich Deine Aussage allein auf die Darstellung in Grand Central?

Ansonsten gehe ich mit der Vermutung (unter der Voraussetzung, dass man tatsächlich die Uranometria als Vorlage benutzt hat, denn die ist "seitenrichtig", wie wir den Sternenhimmel sehen), dass man Dias bewusst falsch herum an die Decke projiziert hat und meinte, man müsste doch die "wissenschaftliche, invertierte" Darstellung verwenden. Und bei Orion, da ist in meinen Augen die Sache ganz klar: Schon lange ist bekannt, dass Bayer in der Uranometria die Sterne des Orion zwar seitenrichtig (für uns Betrachter auf der Erde) eingezeichnet hatte, aber die Figur seitenverkehrt, so dass er vom Stier wegsah! Das hatte die Ersteller (oder vielmehr die "professionellen Astronomen", die laut dem Text wohl beratend zur Seite standen) der Decke in Grand Central offenbar verwirrt, denn sie wussten, dass Orion zum Stier *hin* blickt! Also hat man das Dia, mit dem man Orion als Vorlage an die Decke projizierte, einfach wieder umgedreht, so dass das "passt" - und somit ist Orion jetzt das einzige seitenrichtige (für uns Betrachter) Sternbild an der Decke, während alle anderen (in guter Absicht, aber eben, Peter, "bescheuert") seitenverkehrt dargestellt sind. Klarer Fall von: "Was nicht passt, wird passend gemacht" ;) .

Gruß,
Arndt

P.S.: Oder - wer weiß? Vielleicht hatte man Orion sogar als erstes Sternbild angezeichnet und stellte dann fest, dass der nicht zur Abbildung des Stiers passt - und hat dann einfach alle anderen Sternbilder seitenverkehrt projiziert? Und diese Linie unterhalb des Orion - ich habe mich immer schon gefragt, ob das vielleicht der Himmelsäquator sein soll? Eieiei... Ich glaube, am Ende hat George Lovie Recht: "Leave it alone. Its flaws are part of its fascination, as with the Leaning Tower of Pisa.”
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Markus,

aber dafür habe ich doch zwei Ansätze geliefert!?
-> Wunsch nach "wissenschaftlicher Korrektheit"
-> Sternbilder wurden "passend" zur Orion-Abbildung gemacht.
Es könnte auch einfach nur ein Versehen gewesen sein. Aber ich bin sicher, dass es mit der Orion-Darstellung zusammenhängt.

Aber, wie gesagt, letztlich ist es auch egal :).

Gruß,
Arndt
 
Sicherlich hat Arndt recht.
Die "Gottesperspektive" oder wie immer sie auch genannt wird, betrachte ich aber eher als terminus technicus, fernab jeder religiösen Vereinnahmung.

Grüße
speul
 
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