Grandioser Himmel - auch im Vorort

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uranometria

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Hallo zusammen,

viele Beobachtungsberichte spielen sich in Sphären ab, welche ich als Vorstadtmensch selten erreiche. Ich denke, viele haben ihren Refraktor oder Newton in der Größe von 80 - 150mm und müssen sich unter einem mäßigen Himmel mit den noch verbleibenden Objekten arrangieren.

Dann schreib' ich doch mal davon - keine Superlativen, sondern eine Darstellung der unteren 10.000.

Gestern abend habe ich in der Sternwarte durch das eine und andere Gerät geschaut und anhand des Himmels vermutet, dass es ein grandioser Abend werden würde. Damit waren wir hier im Süden in diesem Jahr bisher nicht so gesegnet.
Doch eine Sternwarte in der Großstadt, dass ist trotz aller Geräte bis 14" frustrierend. Also raus in den Vorort, wo ich wohne. Da sind es an einem so schönen Himmel ca. 5.3mag.

Da spüre ich das Mitleid förmlich ...

Und wenn der Kumpel mit seinem 8" Zöller im Urlaub ist, dann muss ich wohl selbst zum Gerät greifen. Da steht dann ein alter 4.5" Zöller (114/900) auf einer EQ5 und muss sich mächtig anstrengen, damit ich unter diesem Himmel etwas geboten bekomme. Und wie schrieb es Anette Aslan in einem anderen Beitrag: Der Galileo, der hatte ein Gerät, welches sich mit meinem 8*50 Sucher balgen könnte. Allerdings war der Himmel damals vermutlich besser.

Egal, ran ans Werk.

Zuerst den M53, der kommt gerade über Nachbars Bäume und liegt, wenn er sein südlichste Position erreicht hat, etwas über der Lichtglocke der großen Stadt. Wenn ich alpha-Coma (4.3m) indirekt gut erkennen kann, dann sollte es mit dem Sucher klappen. Übrigens ist der Leuchtpunktsucher an meinem 80/400-Refraktor besser für solch ein Anfahren der Objekte.
Zurück zum M53: Schnell gefunden im 32mm SuperPlössl, mein Standardaufsuch-Okular, wenn nur ein 1.25"-OAZ verfügbar ist.
Der Himmel ist übrigens in diesem Okular nicht schwarz... bei 150x im 6mm lösten sich dann endlich einige Sterne heraus. Ein nebendran stehender 11.7mag-Stern zeigte, dass dieser KS dunklere Sterne besitzt, als der bekannte M13. Klar, er ist als Ganzes ja auch ca. 2 Größenklarren dunkler.

Wenn ich schon in der Gegend bin, dann geht auch M64, die liegt noch ein paar Grad höher, also weiter weg von besagter Lichtglocke. Mit Anstrengung gelang es den Stern 35 (4.9m) in Com indirekt zu sehen. Also Sucher draufhalten ... da stehen viele Sterne, aber vermutlich ist es der hellste. Daneben muss die M64 liegen. Gut, das war einfach, jetzt schaumer mal, was wir rauskitzeln können mit dem vorhandenen Equipment. Das 19mm PanO, welches eigentlich dem f/5-Refraktor dient, ergibt am f/8-Newton eine AP von 2,4mm und 47x Vergrößerung. Damit war das Bild am Besten, denn das TSSW15mm macht optisch einen nicht so kontrastreichen und feinen Eindruck. Aha, das sieht man also auch an einem einfachen 114/900-Newton. Die Galaxie war länglich und ein wenig ungleichmäßig bei der Helligkeitsverteilung.

So ging es weiter - bis ich mich an die M106 erinnerte, welche ich bisher nicht gefunden hatte. Klingt komisch, wenn alle andern Galaxien in CVn aus dem Karkoschka abgevespert sind und gerade so ein helles Objekt nicht dabei ist. Aber so geht es vermutlich vielen - es gibt einige Objekte, die haben sich noch nicht ergeben, obwohl sie recht einfach sein sollten.
Aber heute wir dieser blinde Fleck ausgemerzt ...
Erste Peilungen, wie ich sie mit dem 80er-Refraktor durchführen würde, gingen im Newton gründlich in die H...
Es fehlt an Feld im Übersichtsokular und das Peilen über den Sucher ist eine etwas grobe Schätzung.

Daher entschloss ich mich, über beta-CVn anzufahren. Vorbei an der NGC4490, der NGC4449 (rechteckig) und dann einwenig ins leere zur M106. Ach ja, wenn ich mit dem Newton das Starhopping durchführe, dann drehe ich den Karkoschka so wie die Sternbilder stehen und dann einfach auf den Kopf. Geht prima mit dem 8*50 Sucher. Doch im REfraktor mit Zenitspiegel geht sowas gar nicht. Das Bild ist spiegelverkehrt, aber aufrecht. Da müsste ich von hinten durch die Seite schauen :gutefrage: oder die Seite vorher seitenverkehrt scannen/drucken ... auf jeden Fall geht es mit dem Newton für mich besser.
So, und was sag ich: Da war die M106 in schönster Form. Elliptisch mit hellem Kern und einem recht großen Halo, wie ich beim herumwandern der Pupillen im GF festgestellt haben will. Dabei viel mir an einer nahen Sternengruppe, direkt an einem Stern ein kleiner nebliger Fleck auf - der fehlte im KArkoschka. Im uranometria war die verzeichnet die NGC4217. Das ist persönliche Bestleistung meines 114er, denn diese GX soll laut SEDS an die 12mag haben. Laut HNSKY sind es nur 11.2mag. Anyway, persönliche Bestleistung.

Nach ein paar weiteren Objekten habe ich noch Epsilon-Lyr auf's Korn genommen. Das Teleskop musste umgesetzt werden ...
Bei 150x standen zwei Pärchen im Gesichtsfeld. Das eine Paar recht klar getrennt, dass andere schien noch dichter und damit nahe der Erkennbarkeit - doch mit Zwischenraum. Aber das Bild war plötzlich ganz eigenartig. Von den Sternchen gingen lange lichtstreifen weg - ebenso hell wie der Stern selbst. Nach oben rechts ... Getrennt habe ich Epsilon-Lyr also, aber durch die Schellen quetsche ich scheinbar meinen Tubus (dünner Blechtubus) und verstelle mir dabei so einiges.

So sieht es also manchmal aus, wenn aus der Vorstadt mit einfachem Equipment gearbeitet werden muss. Doch ich bin um 1.00 Uhr super zufrieden ins Bett gesprungen. Ich hätte heute weiter gucken wollen, aber der Himmel - ich muss darüber wohl nichts weiter schreiben ...

CS,
Stefan
 
Hallo Stefan

finde deinen Bericht sehr gut. Mir wurde hier mal geschrieben das der Beste Beobachtungsort der ist, der auch regelmäßig besucht wird, genauso ist es mit dem Teleskop ;)

Lassen wir uns also nicht unter kriegen, 5m Himmel geht auch... :D

Gruß und Clear Sky
Markus
 
Hallo Markus,

doch, doch, ein 5mag-Himmel tut es auch. Den NGC7000 (Nordamerikanebel) habe ich mit dem 32mm und einem UHC-Filter gut sehen können, obwohl dieser noch nicht besonders hoch stand. Ohne Filter habe ich nix gesehen, auch nachdem ich wusste, wo er hätte sein müssen. Was mal wieder beweist, dass ein solcher Filter in diesen Situationen über sehen oder nicht sehen entscheidet.

CS,
Stefan
 
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