Granulation mit 65 Millimeter Öffnung?

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Siebengestirn

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Liebe Sternfreunde,

meine Frage richtet sich an die erfahrenen Sonnenbeobachter unter euch.

Heute beobachtete ich wetter- und zeitbedingt erstmals seit über vier Monaten die Sonne. Instrument war das Spektiv Celestron Ultima 65 (65 mm Öffnung, Brennweite 386 mm) mit dem Baader Hyperion Zoom Mark IV-Okular bei f = 8 mm, also 48,25-facher Vergrößerung. Als Filter verwendete ich den Baader AstroSolar Spektiv-Sonnenfilter ND5. Die Abbildungsleistung des Gerätes ist sehr gut. Auch schwache Sonnenflecken heben sich von der umliegenden Photosphäre ab.

Beobachtungszeit war ca. 13:30 Uhr. Das Seeing war auf meinen Standort bezogen durchschnittlich bis gut. Für einige Momente war das Seeing jedoch so perfekt, dass ich den Eindruck hatte, ein Foto der Sonne zu betrachten, so ruhig war das Bild im Okular.

In einem dieser Momente sah ist im Bereich der Fleckengruppe AR2957 eine leicht körnige Sonnenoberfläche, ohne jedoch einzelne Granulen ausmachen zu können. Das ist der Bereich der Sonne, in dem bei genannter Ausrüstung die Randverdunkelung sichtbar wird.

Meine Frage ist nun: Kann ich mit dem genannten Setup bei exakter Fokussierung und idealen atmosphärischen Bedingungen die Granulation an der Wahrnehmungsgrenze erkennen oder habe ich hier ein schwaches Fackelgebiet beobachtet?

Vielen Dank und viele Grüße,
Christian
 
Die Granulation hat ja eine art Hell-Dunkel-Netzwerk, das kann man bei der Öffnung schon als körnige Struktur sehen. Die Granulen selbst sind etwa 1-2“ klein, diese mit 65mm wirklich aufzulösen wird nichts werden.
LG, Olli
 
Also leicht sommergesprosst ist die Sonne schon in kleinen Refraktoren. Pixelartig halt, weil die Zellen in der Vergrößerung winzig sind. Das "Netzwerk", das Olli zwar nicht meint, aber dass es auch noch gibt, ist eigentlich eine übergeordnete, noch größere Struktur, nicht immer gleich gut zu sehen, meist sehen die Beobachter tatsächlich gar nix davon... Im Gegenteil, darüber wird immer noch etwas divergent diskutiert... ;)

So schön wir auf den Fotos kann man die Granulation visuell natürlich nicht als Zellen sehen. Aber halt "verrauscht". Zumindest ich sehe sie so mit dem 72/432er.

lg
Niki
 
Hallo, ich hab hier mal ein Bild rausgekramt, das mit 62 mm Öffnung und 520 mm Brennweite aufgenommen wurde. Der K-Line-Filter schwächt die Systemleistung erheblich ab, da er nur wenig Licht durchläßt. Im Bereich von 60 mm Brennweite ist die Granulation bei guter Fokussierung schon erkennbar. Mein Hinweis auf den K-Linefilter ist im Zusammenhang mit der von Dir benutzten ND5-Folie zu sehen. Ich denke die Detailtiefe kommt dann in etwa hin. Klare Antwort von mir : JA, Granulation ist erkennbar. Das beigefügte Bild Zeit ja auch Fackelgebiete (ist die Stärke des K-line-Filters). Die Strukturen von Fackeln sind ganz anders als von der Granulation. Viele sonnige Grüße
 

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Niki hat recht, ich meinte was Anderes.
Die einzelnen Granulen haben unterschiedliche Helligkeiten, somit sind sie körnig voneinander trennbar.
Ja, erkennbar ist sie, aber wirklich aufgelöst ist sie nicht, da braucht es mehr. Pixelig trifft es ganz gut, wenngleich es eben runde Pixel sind.
Um aber die Granulen wirklich aufgelöst als einzelne umrandete Zellen zu sehen muss man eher Richtung 5“ gehen.
LG, Olli
 
Hallo Olli mit 2 L ;-)

OK und ja, vollkommen einverstanden ! Ich hab hinsichtlich der Gerätedaten in meinem Text falsche Angaben zu Brennweite und Öffnung. Die richtigen Daten stehen ja im Bild selber.

Ja, damit man die Granulen richtig auflöst ist in der Tat sehr viel mehr Öffnung nötig. Immerhin haben wir es hier mit Strukturen zu tun, die nur 500 bis 2000 km groß ist (Granulation (Astronomie) – Wikipedia
 
Liebe Sternfreunde,

vielen Dank für die nützlichen und interessanten Antworten.

Nikis Beschreibung als "verrauscht" beschreibt meine Beobachtung der Granulation am besten.
 
Ich hab hier noch ein Bild, auf dem man m.E. die Struktur der Granulation schon erahnen kann. Das ist aber mit 127er Öffnung und 3,8 Meter Brennweite aufgenommen. Gestackt aus rund 1000 Einzelbildern und nachbearbeitet. Also mit Spektiv : doch nicht.
 

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