coltrane
Aktives Mitglied
Hallo allerseits,
gestern war ich wieder mal am Okular und möchte
an dieser Stelle ein wenig von den Erlebnissen
berichten.
Von der Arbeit bin ich erst um halb eins in der
Nacht nach Hause gekommen. Aber da der Mond
bereits untergegangen war und der Himmel sehr
vielversprechend aussah war der Entschluß
noch zu beobachten schnell gefaßt.
Nach 10 Minuten war das ganze Zeug ins Auto
geladen und 5 Minuten später stand ich dann
schon an meinem Stammplatz. Der Aufbau des
49 cm f/5 Lowrider-Dobsons ging recht flott und
auch die Justierung paßte. Ein Justierokular
oder Ähnliches besitze ich übrigens gar nicht.
Ich justiere stets am Polarstern. Als ich die ersten
Male mit diesem Gerät im Einsatz war, wäre ich an
der Justierung fast verzweifelt, aber seit ich auf die
Idee gekommen bin, die Gitterrohrstangen immer in
der selben Reihenfolge zu montieren, ist die Serie
des "nicht justieren müssens" schon ins zweistellige
angestiegen. Das nenne ich justierkonstant.
Der Polarstern hilft mir übrigens nicht nur bei der
Justage, sondern ist zugleich mein Seeing-Indikator.
Und, wie sollte es anders sein, das Seeing war
wie fast immer absolut grausig.
Im 30er Widescan und im 17er Nagler wars noch
erträglich, aber das 9er und 7er Nagler sowie die
2-fach Barlow hatte ich umsonst dabei. Vor einigen
Wochen war das Seeing so gut das ich am Saturn
die Kombination 7er Nagler- 2fach Barlow -
2fach 2"Barlow einsetzen konnte. 1400-fache
Vergrößerung und ein beeindruckendes Bild war
das Ergebnis. Zwar konnte ich auch nicht mehr
erkennen als bei 700-fach, aber für ein bißchen
Hubble-Feeling hat das locker gereicht.
Gestern war an solche Vergrößerungen nicht zu
denken. Außerdem ist meine Streulichtblende oben
am Hut anscheinend zu klein. Ich glaube da kann
ich kontrastmäßig noch einiges rausholen.
Derweiteren war der Wind ziemlich nervig, worauf
meine Augen sehr empfindlich reagieren. Zuerst
brannten sie wie Feuer, später tränten sie das es
nur so tropfte.
Aufgrund all dieser Tatsachen verbrachte ich nur
wenig Zeit am Okular, und genoß stattdessen den
Himmelsanblick mit bloßem Auge.
Zum bestimmen der Grenzgröße habe ich mir aus
den Karten des "Praxishandbuch Deep-Sky" zwei
Sterne herausgesucht. Für alle die dieses Buch
auch besitzen, es waren Sterne der Helligkeit
6,8 und 7,0 die auf der Ursa Major Karte neben
Mizar zu finden sind. Und ob ihrs glaubt oder nicht,
beide waren am Nachthimmel tatsächlich zu sehen.
Den 6,8 Stern konnte ich indirekt über mehrere
Sekunden halten, der 7,0 blitzte einige male
schwach auf. Danach versuchte ich mich an den
hellen Kugelhaufen. M13 war sehr leicht zu sehen,
sogar mit direkter Sicht noch. Auch M92 konnte
ich indirekt ohne große Mühe ausmachen, war
also kein Extremobjekt. Als nächste kamen M3 und
M5 an die Reihe. Ersterer war kein großes Problem,
letzterer allerdings durch den geringeren Horizont-
abstand an der Grenze. Danach probierte ich noch
M4 und den tiefstehenden M22. Beide male
scheiterte ich jedoch. Ich glaube allerdings,
daß M22 in Kulminationsstellung möglich gewesen
wäre. Aber in 10 Grad Höhe wars echt aussichtslos.
Die Qualität des Nachthimmels war demnach als
sehr gut einzustufen, aber ich weiß ganz sicher
das ich an diesem Standort auch schon noch
bessere Bedingungen hatte. Auch bei dieser
Grenzgröße war der Himmel keineswegs schwarz,
sondern dunkelgrau. Grund dafür war die hohe
Luftfeuchtigkeit von knapp 60%. Die besten
Nächte gibts nach meiner Erfahrung nur in warmen
und trockenen Sommernächten. Eine trockenere
Luft wäre auch für meine Okulare besser gewesen.
Wie üblich beschlugen sie schon nach kurzer Zeit.
Außerdem wars ziemlich kalt und so beschloß ich
nach etwa 2 Stunden wieder heimzufahren.
Zusammenfassend kann ich sagen, daß der Himmel
zwar sehr klar war. Aber aufgrund der einheitlich
schlechten Begleitumstände war eine genußreiche
Beobachtung nur zum Teil möglich.
Bleibt mir noch folgendes Resumee:
Ein dunkler Himmel allein macht auch nicht glücklich.
gestern war ich wieder mal am Okular und möchte
an dieser Stelle ein wenig von den Erlebnissen
berichten.
Von der Arbeit bin ich erst um halb eins in der
Nacht nach Hause gekommen. Aber da der Mond
bereits untergegangen war und der Himmel sehr
vielversprechend aussah war der Entschluß
noch zu beobachten schnell gefaßt.
Nach 10 Minuten war das ganze Zeug ins Auto
geladen und 5 Minuten später stand ich dann
schon an meinem Stammplatz. Der Aufbau des
49 cm f/5 Lowrider-Dobsons ging recht flott und
auch die Justierung paßte. Ein Justierokular
oder Ähnliches besitze ich übrigens gar nicht.
Ich justiere stets am Polarstern. Als ich die ersten
Male mit diesem Gerät im Einsatz war, wäre ich an
der Justierung fast verzweifelt, aber seit ich auf die
Idee gekommen bin, die Gitterrohrstangen immer in
der selben Reihenfolge zu montieren, ist die Serie
des "nicht justieren müssens" schon ins zweistellige
angestiegen. Das nenne ich justierkonstant.
Der Polarstern hilft mir übrigens nicht nur bei der
Justage, sondern ist zugleich mein Seeing-Indikator.
Und, wie sollte es anders sein, das Seeing war
wie fast immer absolut grausig.
Im 30er Widescan und im 17er Nagler wars noch
erträglich, aber das 9er und 7er Nagler sowie die
2-fach Barlow hatte ich umsonst dabei. Vor einigen
Wochen war das Seeing so gut das ich am Saturn
die Kombination 7er Nagler- 2fach Barlow -
2fach 2"Barlow einsetzen konnte. 1400-fache
Vergrößerung und ein beeindruckendes Bild war
das Ergebnis. Zwar konnte ich auch nicht mehr
erkennen als bei 700-fach, aber für ein bißchen
Hubble-Feeling hat das locker gereicht.
Gestern war an solche Vergrößerungen nicht zu
denken. Außerdem ist meine Streulichtblende oben
am Hut anscheinend zu klein. Ich glaube da kann
ich kontrastmäßig noch einiges rausholen.
Derweiteren war der Wind ziemlich nervig, worauf
meine Augen sehr empfindlich reagieren. Zuerst
brannten sie wie Feuer, später tränten sie das es
nur so tropfte.
Aufgrund all dieser Tatsachen verbrachte ich nur
wenig Zeit am Okular, und genoß stattdessen den
Himmelsanblick mit bloßem Auge.
Zum bestimmen der Grenzgröße habe ich mir aus
den Karten des "Praxishandbuch Deep-Sky" zwei
Sterne herausgesucht. Für alle die dieses Buch
auch besitzen, es waren Sterne der Helligkeit
6,8 und 7,0 die auf der Ursa Major Karte neben
Mizar zu finden sind. Und ob ihrs glaubt oder nicht,
beide waren am Nachthimmel tatsächlich zu sehen.
Den 6,8 Stern konnte ich indirekt über mehrere
Sekunden halten, der 7,0 blitzte einige male
schwach auf. Danach versuchte ich mich an den
hellen Kugelhaufen. M13 war sehr leicht zu sehen,
sogar mit direkter Sicht noch. Auch M92 konnte
ich indirekt ohne große Mühe ausmachen, war
also kein Extremobjekt. Als nächste kamen M3 und
M5 an die Reihe. Ersterer war kein großes Problem,
letzterer allerdings durch den geringeren Horizont-
abstand an der Grenze. Danach probierte ich noch
M4 und den tiefstehenden M22. Beide male
scheiterte ich jedoch. Ich glaube allerdings,
daß M22 in Kulminationsstellung möglich gewesen
wäre. Aber in 10 Grad Höhe wars echt aussichtslos.
Die Qualität des Nachthimmels war demnach als
sehr gut einzustufen, aber ich weiß ganz sicher
das ich an diesem Standort auch schon noch
bessere Bedingungen hatte. Auch bei dieser
Grenzgröße war der Himmel keineswegs schwarz,
sondern dunkelgrau. Grund dafür war die hohe
Luftfeuchtigkeit von knapp 60%. Die besten
Nächte gibts nach meiner Erfahrung nur in warmen
und trockenen Sommernächten. Eine trockenere
Luft wäre auch für meine Okulare besser gewesen.
Wie üblich beschlugen sie schon nach kurzer Zeit.
Außerdem wars ziemlich kalt und so beschloß ich
nach etwa 2 Stunden wieder heimzufahren.
Zusammenfassend kann ich sagen, daß der Himmel
zwar sehr klar war. Aber aufgrund der einheitlich
schlechten Begleitumstände war eine genußreiche
Beobachtung nur zum Teil möglich.
Bleibt mir noch folgendes Resumee:
Ein dunkler Himmel allein macht auch nicht glücklich.