Re: Artikel in Sky & Telescope August 2003
Am vergangenen Samstag habe ich mir die Mühe
gemacht, und während der Dämmerung mehrmals
die Grengröße ermittelt um mir einen Eindruck
zu verschaffen, unter welchen Bedingungen mehr
Leute als ich gedacht habe beobachten.
Alle Werte wurden im Kleinen Wagen ermittelt.
Die Zenitwerte dürften ein,zwei Zehntel besser sein.
Die Luft war an diesem Tag recht sauber,
die Luftfeuchtigkeit allerdings sehr hoch.
Gegen 20:30 Uhr: Grenzgröße 5,0, die Milchstraße
ist kaum zu erkennen. An eine Beobachtung ist hier
nicht zu denken.
20:35Uhr (Ende der nautischen Dämmerung):
Die Grenzgröße steigt sprunghaft auf 5,5. Die
Milchstraße (Schwan) ist nun deutlich zu sehen,
allerdings recht strukturlos. Immerhin der
Great Rift und einige Aufhellungen sind sichtbar.
Bis 20:48 erreicht die Grenzgröße Werte um 6,0.
Die Milchstraße ist jetzt sehr deutlich mit vielen
Strukturen. M13 wird vage erkennbar. Zum selben
Zeitpunkt geht der Mond auf. Die Grenzgröße
erreicht kurz danach ihren Maximalwert von 6,2.
Eine Beobachtung erscheint nun lohnenswert, wenn
auch keine sensationellen Resultate zu erwarten sind.
Danach sinkt sie durch den höher steigenden Mond
wieder etwas ab, kann sich aber selbst eine Stunde
nach Mondaufgang bei 5,6 halten.
Ein weiteres Ansteigen der Grenzgröße bei klarstem
Wetter und Neumond möchte ich nachfolgend
beschreiben.
Grenzgröße 6,5 (Zenit): Die Milchstraße zieht sich
als helles Band quer über den ganzen Himmel.
Viele sonst nur mit dem Fernglas sichtbaren Objekte
werden auch für das bloße Auge erreichbar,
M13, Lagunennebel, Uranus, um nur 3 zu nennen.
Grenzgröße 6,8: Die Milchstraße ist nun immens hell.
Viele Nebelfetzen und Dunkelwolken lassen sie
richtig zerklüftet erscheinen. Das Erkennen der
Sternbilder wird durch eine Unmenge an Sternen
erschwert. Für unerreichbar gehaltene Ziele rücken
in den Bereich des Möglichen.
M33 und M92 zählen hier zu meinen Sichtungserfolgen.
Hierbei ist allerdings nicht nur eine gute Grenzgröße
wichtig. Auch das perfekte Beherrschen des indirekten
Sehens ist eine unbedingte Voraussetzung, Einem
Anfänger gelingt so etwas sicher nicht.
Etwa ein mal im Jahr steigt die Grenzgröße über den
Wert von 6,8 an (ich hatte bisher 3 solche Nächte).
Die Transparenz des Himmels ist unglaublich, die
Atmosphäre scheint wie weggeblasen.
Der Himmelshintergrund ist nur noch schwarz, die
Sterne sind zum Greifen nah.
Ein unbeschreibliches Erlebnis. Der Orionnebel z.B.
ist blendend hell. Der Unterschied zu sonst ist in etwa
so, als wenn man Rigel beobachtet und dann
auf Sirius schwenkt. Nach einer solchen Nacht
ist man selbst gegen Grenzgröße 6,5 immun.
So, ich hoffe das war nicht zu euphorisch, denn die
Begeisterung ist etwas mit mir durchgegangen.