Grobschliff - Problem

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Harald_M

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Hallo!

Ich schleife momentan meinen ersten Spiegel, einen 6".
Die Pfeiltiefe ist bereits erreicht.
Nach einem Bleistifttest habe ich folgendes festgestellt:

Beim Tool bleibt in der Mitte die Markierung stehen und beim Spiegel am Rand.

Wie mache ich nun am besten weiter? MOT oder TOT? Welche Strichführung und welcher Überhang?

Zum Bleistifttest habe ich auch noch eine Frage:
Wie sollte beim Bleistifttest die Strichführung sein? Ich meine, dass er ohne Überhang mit möglichst kleinen Strichen gemacht werden muss. Ist das richtig so?


Gruß Harald
 
Hallo Harald,

mit welchem Korn arbeitest du denn gerade?
Wieveiel Überhang hast du zuletzt eingesetzt?

Wenn du eine bestimmte Brennweite treffen möchtest, weiter mit ToT, kurze Striche ca 1/6 Überhang.

Beim Bleistifttest möglichst keinen Bleistift einsetzen sondern einen Filzstift (wasserfest). Bleistift soll durch verschiedene Füllmittel schon zu Kratzern geführt haben.

Test dann mir sehr kurzen Strichen Mitte-über-Mitte ausführen.

Hoffentlich melden sich noch andere dazu (Hally Marty).

Gruss und gutes Gelingen,
Chris
 
Hallo Chris!


Ich bin noch bei K80.
Zuerst habe ich 3,5 Stunden mit vollem Überhang MOT geschliffen, bis die Pfeiltiefe erreicht war.
Dann habe ich 0,5 Stunde TOT mit ca. 1/3 Überhang und 1/3 Strichen geschliffen.
Dann habe ich wieder 0,5 Stunde lang MOT geschliffen mit ca. 1/2 Überhang und halben Strichen. Die Pfeiltiefe war danach immer noch wie gewünscht.

In der Mitte bildet sich zu Beginn einer Charge immer eine große Luftblase aus, welche sich gegen Ende der Charge wieder verschwindet. Ist das ein Hinweis darauf, dass der Spiegel in der Mitte noch zu tief bzw der Rand noch zu flach ist?


Gruß Harald
 
Halllo,
Wenn Du die Pfeiltiefe erreicht hast, dann geh zur nächsten Körnung über. Ich empfehle Carbo # 120 aber mit 180 geht es auch. Dann machst du nur noch Striche ohne Überhang. Also zentrale Striche. Dann wird die Oberfläche schnell sphärisch. Du kannst auch noch mit 80er Carbo noch eine halbe Stunde zentrale Striche führen. Durch die Dicke des Korns wird der Rohling aber sowieso nicht richtig sphärisch. Das ist auch nicht notwendig, es reicht wenn der perfekt sphärisch bei #800 Carbo ist.
Am besten ist es wenn du jetzt regelmäßig den Kugelradius misst, nicht nur mit einer Methode sondern auch mit der Taschenlampe, sonst fällst du auf irgend einen systematischen Fehler rein.
Wenn die Brennweite ( 1/2 Kugelradius) zu kurz wird, dann TOT schleifen, wenn sie zu lang wird MOT. So bearbeitest du die Oberfläche gleichmäßig während des gesamten Feinschliffes und erreichst sicher die gewünschte Brennweite.
Die Luftblase zeigt, daß die Flächen noch nicht so richtig zusammenpassen. Gegen Ende einer Charge entsteht mehr Schlamm, der den Raum ausfüllt.
Grüße Martin
 
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Hallo Marty!

So werde ich das machen.

Ist es eigentlich sinnvoll immer gerade Ritsch-Ratsch-Striche zu machen, oder sollte man besser abwechseln zwischen Kreisen und Ritsch-Ratsch?


Gruß Harald
 
Hallo nochmal!

Ich hatte doch noch versucht, mit K80 die Sphäre besser reinzumachen. Resultat war dann, dass der Krümmungsradius auf 2,10m war anstatt bei den gewünschten 2,40m.
Dann habe ich noch eine halbe Stunde TOT geschliffen und nun ist der Radius bei 2,60m.
Die Blase in der Mitte ist zwar etwas weniger augeprägt, aber immer noch vorhanden. Trotzdem werde ich nun zu K180 wechseln und versuchen, damit eine bessere Sphäre reinzubekommen.

Ein Grund für die nicht perfekte Sphäre könnte neben dem groben K80 noch der sein, dass die Unterlage nicht plan war: in der Mitte war ein "Hügel". Ob sich dieser bei 20mm Glasstärke jedoch bemerkbar machen kann?
Wie dem auch sei, nun verwende ich einen neuen Drehteller, der absolut plan ist.


Gruß Harald
 
Hallo Harald,
Ob sich dieser bei 20mm Glasstärke jedoch bemerkbar machen kann?

Geh davon aus, DAS es sich bemerkbar macht. Es haben schon andere vor dir festgestellt, das sich solche Unebenheiten durch störrische 'Berge' im Foucault-Test bemerkbar machen, die sich jedem Korrekturversuch beim Polieren widersetzen.

Sorge ruhig für eine ebene, etwas gepolsterte Basis, die gleichmäßige Unterstützung bietet.

Gruss,
Chris
 
Hallo Chris,
Beim Foucaulttest kannst du aber 1/10000 mm sehen, beim Grobschliff differieren die Oberflächen aber um mehrere 1/100 mm. Klar beim Polieren stört so eine Erhöhung im Drehteller sehr. Stathis hat das mal festgestellt und dann Karton unterlegt um einen Berg in der Mitte wegzukriegen.
Ich meine aber in diesem Fall gilt wirklich die Regel: Worry less grind more!
Grüße Martin
 
Hallo Harald,

die Blasenbildung ist bei dieser Körnung noch normal und wird sich bei den feineren Körnungen schnell reduzieren. Die Brennweite kannst Du mit den von Marty genannten Methoden noch sehr gut steuern (auch noch mit K180).

Als Unterlage solltest Du eine möglichst plane Oberfläche benutzen. Darauf legst Du dann eine Lage gleichmäßigen weichen Teppich.
Die Unregelmäßigkeit welche der vorhandene Hügel verursacht haben kann, wird sich sehr schnell verflüchtigen. Deine Oberfläche des Rohlings paßt sich im jetzigen Stadium erst mal richtig an die Oberfläche des Tools an.
 
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