Größe des Fangspiegels ?

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Jochem

Aktives Mitglied
Hallo Sterngucker,

Für meinen fast fertigen Dobson-Selbstbau 200/1200
benötige ich noch einen passenden Fangspiegel.
Das Gerät soll rein visuell verwendet werden.
Okularauszug 2"
Langbrennweitigstes Okular ist ein Vixen LVW 42mm /
72° scheinbares Gesichtsfeld

Jetzt meine Frage:
Wie groß sollte für Weitfeld-Beobachtung die 100%/75% Ausleuchtung (in mm) für die Minimalvergrößerung sein,
um eine gute Beobachtung bis zum Bildfeldrand zu ermöglichen?

Welches Programm empfehlt ihr für die Berechnung?

Im Voraus vielen Dank!

Gruß
Jochem

 
Hallo Jochem,

also ich habe bei meinem Newton Selbstbau die Maße mit dem Programm "myNetwon" von Heiner Otterstedt berechnet (Programm gibt's als kostenlose Version zum Download).

http://www.otterstedt.de/atm/mynewton.html

Das Programm hat einen Menüpunkt (unter Bearbeiten\Eigenschaften\Registertab "Okulare"), wo du dein Okular auswählen kannst und unter Berücksichtigung deiner Teleskopmaße gewünschte Werte erhälst.

Für exakte 210mm mit Brennweite 1352mm (f/6,44) ergab sich bei mir für den Fangspiegel 47mm (kleine Achse). Da es den aber trotz Bestellung und langem Warten (bei Astroshop) von Orion nicht mehr gab, habe ich dann alternativ einen 50mm von GSO bekommen (& eingebaut).

CS
Andreas
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Jens + Andreas,

Sorry das ich erst jetzt dazu komme, zu antworten.

Danke für die Antworten!
Die beiden Programme kann ich gut gebrauchen.

Die Berechnung der Ausleuchtung ist das eine,
was mich jedoch besonders interessiert, ist die erforderliche Ausleuchtung des Bildfeldes in mm bei minimaler Vergrößerung für visuelle Beobachtung (2" Okular).

Wer kann mir da weiterhelfen?

Grüße
Jochem
 
Hallo Jochem,
für visuell plant man etwa 10mm Bildfeld mit 100% Ausleuchtung. In myNewton wird das mit beachtet/berechnet.
 
Hall Rolf,

Mir kommen 10 mm ziemlich wenig vor bei einer Feldblende von >40mm. Macht sich das nicht deutlich durch Randabschattung bemerkbar?

Gruß
Jochem
 
Hallo Jochem,
ich habe den Wert schon mehrfach gelesen im Web und auch selber so gebaut bei 6" f/8.
10mm für visuell und CCD (notfalls auch 8mm), ca. 12mm als Kompromiss, 16-25mm für DSLR/Kleinbild.

Die Ausleuchtung kann am Rand auch weit unter 50% betragen. Das merkst du visuell aber nicht, weil die Ausleuchtung ja nur langsam zum Rand hin abfällt und das Auge am Rand den Unterschied von etwa einer Größenklasse nicht erkennen kann.

Ein paar weitere Infos rund um das Thema kannst Du z.B. hier finden:
http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=59406&
 
Hallo,

hier muss ich eine kleine Story loswerden:
Hat sich eigentlich mal jemand die Mühe gemacht, einen käuflichen Standard-Newton hinsichtlich der Ausleuchtung nachzurechnen?
Ich habe das für einen 8Zoll F/5 gemacht, der mit 45mm Fangspiegel ausgerüstet ist. Das Feld für die 100%-Ausleuchtung ist sage und schreibe -2,9mm! Ja, da steht ein Minus.
Das bedeutet, dass selbst auf der Achse nur etwa 90% des vom Spiegel her möglichen Lichtes ankommen. Da zeigt sich in der Fotografie dann auch eine ordentliche Vignettierung. Visuell fällt es auch hier nicht auf, aber es wird definitiv etwas verschenkt.
Bei meinem neuen Selbsbaugerät habe ich auf 12mm voll ausgeleuchtetes Feld ausgelegt, und da ist fotografisch die Vignettierung minimal. Mit einem Flatfield ist das wunderbar zu korrigeren, kein Vergleich zu vorher.
Visuell macht man sich mit zu großem Fangspiegel durch die steigende Obstruktion mehr kaputt, als man durch bessere Ausleuchtung gewinnt. Fotografisch ist die Ausleuchtung wichtiger, da man das theoretische Auflösungsvermögen hier eh nicht erreicht. Die Werte von 8-10mm visuell, 12mm Kompromiss und 16mm fotografisch würde ich generell aber auch bestätigen.

Grüße,

Carsten
 
In diversen Antworten hier sehe ich den immer wieder selben Fehler. Es wird nur auf das zu 100% beleuchtete Bildfeld gerechnet und die Randausleuchtung außer acht gelassen.

Meine Kriterien und Berechnungen der richtigen Fangspiegelgröße:
http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=21776
Weitere Beispiele, warum beide Kriterien erfüllt sein müssen:
http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=6165
http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=6389
http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=10465

==> wurzelwaerk
Die Ausleuchtung kann am Rand auch weit unter 50% betragen. Das merkst du visuell aber nicht, weil die Ausleuchtung ja nur langsam zum Rand hin abfällt und das Auge am Rand den Unterschied von etwa einer Größenklasse nicht erkennen kann.

????? Dann kannst ja gleich ein viel kleineres Teleskop hernehmen, wenn du noch nicht mal eine ganze Größenklasse Randabfall merkst. Ich rechne mit minimal 70% Randausleuchtung, besser 75%. Siehe Verweise oben
 
Zitat von Stathis_Kafalis:
In diversen Antworten hier sehe ich den immer wieder selben Fehler. Es wird nur auf das zu 100% beleuchtete Bildfeld gerechnet und die Randausleuchtung außer acht gelassen.

Hallo Stathis,

Das ist ja richtig, auch die Randausleuchtung darf man nicht vergessen. Bei 10mm voll ausgeleuchtetem Bildfeld hat man "in der Regel" aber mehr als 70% am Rand. Ausnahme sind Newtons mit sehr kurzbauendem Okularauszug, da wird es kritisch, und wie es bei wirklich großen Geräten ist habe ich mangels Anlass ?) noch nie gerechnet.

Grüße,

Carsten
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von Cereso:
Bei 10mm voll ausgeleuchtetem Bildfeld hat man "in der Regel" aber mehr als 70% am Rand.

Hallo Carsten,
was heißt "in der Regel"? Siehe mein oben verlinktes letztes Beispiel als Gegenbeweis oder rechne selsbt z.B. einen 6" f/10 durch. Da bekommst du mit einem 2" 32-38 mm Weitwinkelokular mit sagen wir ca. 40 mm Feldblende deutlich unter 50% Randausleuchtung, wenn du das zu 100% ausgeleuchtete Feld nur 10 mm groß machst.

Ausnahme sind Newtons mit sehr kurzbauendem Okularauszug, da wird es kritisch, und wie es bei wirklich großen Geräten ist habe ich mangels Anlass noch nie gerechnet.

Was hat die Bauhöhe des Okularauszuges mit der 10 mm Faustregel zu tun? Entscheidend ist vielmehr, wie Spitz der Beleuchtungskegel ist. Je spitzer der Kegel (kleines Öffnungsverhältis, z.B f/10), um so abrupter der Randabfall. Bei kleinen langen Newtons kann man sich nicht auf die 10 mm Regel verlassen.
 
Hallo Stathis,

na, ein F/10 Newton ist jedenfalls nicht die Regel.
Der Okularauszug hat etwas damit zu tun, weil der Lichtabfall zum Rand um so steiler wird, je näher man dem Fangspiegel kommt.
Aber wenn wir uns hier weiter kabbeln, dann bringt das den Mitlesern keinen Erkenntnisgewinn mehr. Man muss eben im Einzelfall rechnen. Die 10mm sind eine gute Daumenregel, meistens passt es auch mit der Randausleuchtung (wenn man denn 70% als feste Grenze will), aber man kann sich nicht bedenkenlos darauf verlassen.

Grüße,

Carsten
 
Danke Euch allen für die Beiträge!

Hat mir jetzt schon weitergeholfen.
Werde die Fangspiegelgrösse jetzt mit den empfohlenen Programmen so auslegen, daß ich mit minimaler Vergrößerung
das Bildfeld (>40mm) am Rand zu 70% ausgeleuchtet bekomme.

Viele Grüsse
Jochem
 
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