Größe von Jupiter im Okular

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lacrimosa

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Hallo,

da meine Frage eine Anfängerfrage ist, stelle ich sie hier und nicht bei Optiken usw., ich hoffe, das ist ok:

Gestern konnte ich Jupiter mit meinem 200/1200er Dobson anschauen. Mit meinem 6mm Okular, konnte ich ihn zwar scharf sehen (ich sah die feinen Wolkenbänder), er war aber nicht besonders groß. Auch in den Wochen zuvor habe ich ihn niemals größer gesehen, obwohl die Bedingungen vielleicht noch etwas besser waren.
Wenn man die verlinkte Seite als Bezug nimmt, dann erscheint er mir höchstens so groß wie auf dem zweiten Bild von oben.

Teleskopvergleich Jupiter

Da ich ihn bisher noch nie größer sehen konnte, frage ich mich,

a) ob mein Teleskop technisch einfach nicht mehr hergibt,
b) es einfach nicht richtig eingestellt ist (optimal justiert ist es vermutlich nicht!)
c) oder Jupiter derzeit nicht mehr hergibt.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich eine schlechte Justage auf die Größe der Jupiterscheibe im Okular auswirkt. Auf der Binoviewerseite ist ja weiter unten ein Beispielbild zu sehen. Oder etwa doch?

Hängt es mit der Luftunruhe zusammen, weshalb ich Jupiter zwar scharf, aber nur relativ klein sehen kann?

Gruß

Ronald
 
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Moin Ronald!

Du hattest 200fache Vergrößerung eingesetzt. Somit zeigt Dir das Teleskop eben die Jupitergröße, die dieser Vergrößerung entspricht. Soll der Planet größer erscheinen, mußt Du natürlich höher vergrößern, wobei dann äußere Faktoren (Seeing und auch der Justagezustand des Newton) stärker ins Spiel kommen und das Bild beeinflussen. Da sind dann kleinere Vergrößerungen manchmal besser, weil das Bild schärfer erscheint. Details kann man dann auch erkennen, sofern man erstmal Beobachtungserfahrung gesammelt und die für den Abend optimale Vergrößerung gefunden hat. Anfänger vergrößern oftmals viel zu hoch.
 
Hallo Micha,

vielen Dank für die schnelle Antwort!
Bisher dachte ich, dass ich mit 6mm-Okular in der Stadt schon gut bedient wäre.
Warum sieht Jupiter auf der Binoviewer-Seite bei einer 180-fachen Vergrößerung mit einem 150/1200er Newton größer aus, als ich ihn mit 200x vergrößert sehe?

Gruß

Ronald
 
Hallo Ronald,

du musst natürlich den auf der Website angegebenen Abstand zum Monitor einhalten. Bist du zu dicht dran, erscheint er zu groß, bist du zu weit weg, erscheint er zu klein.

CS und VG Christian
 
Hallo Christian,

den Abstand von 1m habe ich eingehalten. Auch den Mondschatten sehe ich dann noch.

Aber vielleicht kann man das am Monitor auch nicht so gut mit der Realität vergleichen.

Gruß

Ronald
 
Hallo Ronald,

mit dem 6mm-Okular an Deinem 200/1200er hast Du 200-fache Vergrößerung (1200 mm / 6 mm = 200).

Daß Jupiter trotzdem "winzig" wirkt, ist richtig. Er ist halt verdammt weit weg.

Wenn Du Dir Zeit läßt mit dem Auge am Okular, erscheint er Dir mit der Zeit immer größer. Bei gutem Seeing wirst Du im Lauf der Zeit immer mehr Details wahrnehmen können. Unser Gehirn muß sich erst vom beidseitigen Sehen mit 170 ° Gesichtsfeld auf das Beobachten von einem dagegen winzigen Gesichtsfeldausschnitt im Okular umstellen.

Je mehr Beobachtungserfahrung Du gesammelt hast, desto schneller erfolgt jeweils die Umstellung auf "Teleskopsehen" ;)

Du brauchst nur Geduld. Bleib dran, dann wirst schon bald sehen, daß Du "mehr" siehst. :Trost:
 
Hallo Fee,

ich war einfach enttäuscht, dass ich in meinem Teleskop bei 200x einen kleineren Jupiter habe, als er auf der Seite dargestellt wurde. Die ganze Zeit dachte ich, dass es noch Reserven gibt, die ich nur noch nicht herausholen kann, weil die Bedingungen nicht so gut sind. Ich dachte, dass ich das 6mm Okular einfach nur falsch angewendet habe und dass es vielleicht bei einem besseren Wetter einen besseren Scharfstellpunkt gibt. Das scheint aber nicht der Fall zu sein.
So bleibt mir nur die Hoffnung, dass ich mit der Zeit mehr sehe, wobei meine Augen sicherlich nicht besser werden. ;)

Gruß

Ronald

 
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Zitat von lacrimosa:
dass ich das 6mm Okular einfach nur falsch angewendet habe
Servus Roland,

wie man ein Okluar falsch anwenden kann, erschließt sich mir nicht so ganz, außer man steckt es verkehrt herum rein. Beim Blick auf die Website kann ich eigentlich sagen, daß die Größenverhältnisse durchaus stimmen. Mit meinem 127/950 Triplet kann ich bei 95x locker die Wolkenbänder und Mondschatten erkennen.

Ich glaube, Du bist leider auf die vielen Werbebilder hereingefallen, welche die Planeten immer so zeigen, wie auf Hubble Bildern.

CS,
Peter
 
Hallo Ronald,

So bleibt mir nur die Hoffnung, dass ich mit der Zeit mehr sehe, wobei meine Augen sicherlich nicht besser werden.

Doch, sie werden besser, deine Augen. Vielleicht meine ich das anders als du. Deine Wahrnehmung von Details wird besser. Deine Erfahrung, wie das Gesehene zu analysieren ist wird besser. Das spielt sich aber meistens im Hirn ab.
Wie hat es einer der Forenteilnehmer im Abspann stehen: Bleib dran, am Okular.

Ein wenig Hilfestellung um zu wissen, wann und wo Mondschatten und der Großen Roten Fleck auf dem Jupiter zu sehen sind:

Klick hier

Versuche doch mal diese Objekte zu finden. Im Newton steht alles auf dem Kopf und ist seitenverkehrt, also das Bild einfach umdrehen, dann passt es.

Viel Spaß und CS,
Stefan
 
Hallo Ronald

Ich sehe gerade das Du aus Wiesbaden kömmst, wir sind eine schöne Gruppe hier aus der Umgebung und fahren, sollte der Himmel uns irgentwann ma wieder gnädig sein, zum Beobachten nach Laufenselten. Da ist es richtig dunkel, wenn Du Lust hast schreib mich einfach an. Zumindest sind da Leute dabei die das schon viele Jahre machen und über die nötige Erfahrung verfügen.

Gruß Manfred
 
Hallo Ronald,

Ich habe zur Zeit ein Heritage-Dobson 130/650 und der Jupi sieht mit meinem 6mm Okular genauso aus wie bei deinem Link mit dem 60/800mm Kaufhausrefraktor.

Ich wollte mir nächste Woche auch ein 200/1200 bestellen und wenn ich dann demnächst den Jupi so groß sehen würde wie beim 2. Bild dann wäre ich damit SUPER zufrieden.
 
Hallo Roland,
die Seite vom Binoviewer kannte ich auch schon - wenn ich ein Auge schließe und 1m weg sitze, passt das wirklich ganz gut zu dem Eindruck im echten 200/1200 bei ca. 180-fach.

Soll das Bild größer werden, musst Du höher vergrößern mit einem kurzbrennweitigeren Okular.
Dafür muss natürlich das Teleskop sauber justiert sein, gut temperiert sein und das Seeing am Himmel (Luftunruhe) muss passen. Passt eins davon nicht, wird das Bild nur weicher oder fängt an zu wabern, zeigt Dir aber nicht mehr Details.
 
Hallo Terry!
ICh hab auch das Heritage und da ist bei mir mit anderen Okularen auch noch mehr drin. Du darfst mal das Öffnungsverhältnis nicht vergessen. Hast du mal ein 4mm Okular versucht? 6mm sind ja knapp über 100fach...

Gruß Deadlock
 
Hallo Ronald,

ich hatte zu anfang ein 114/900mm Newtonteleskop mit 20 / 10 / 5mm Okularen.
Also 45x / 90x / 180x Vergrößerung. Irgendwann habe ich mal Jupiter
in der Nähe seiner Opposition bei 45x beobachtet (um ihn erst einmal
im Okular zu haben, später wollte ich dann höher vergrößern).
Der Mond stand auch am Himmel. Ich stellte fest daß Jupiter bei 45x
ziemlich genau so groß erschien wie der Mond mit bloßem Auge.

Das wundert auch nicht. Wenn man mal 40 Bogensekunden für die
scheinbare Jupitergröße ansetzt und das mit 45x multipliziert
dann sind das 1800 Bogensekunden. Geteilt durch 60 hat man dann
30 Bogenminuten oder 0,5 Grad, also den scheinbaren Monddurchmesser.

Wenn du nun versuchst auf dem Mond Detils mit bloßem Auge zu sehen
dann ist da ja schon einiges.

Die Übung wird dazu führen daß du nach einiger Zeit immer mehr Detail
auf Jupiter sehen wirst. Also nicht verzagen. Bei sehr ruhiger Luft
kannst du mit einem 20mm Teleskop auch noch höher als 200x vergrößern.
Ich würde da etwa 0,8 bis 0,7 oder sogar 0,66mm Austrittspupille ansetzen.

Die AP in mm errechnest du mitels Teleskopöffnung in mm
geteilt durch die Vergrößerung.

Oder Okularbrennweite in mm geteilt durch die Öffnungszahl
des Teleskopes. Dein 200/1200mm Teleskop hat die Öffnungszahl 6
(Teleskopbrennweite geteilt durch Öffnung = Öffnungszahl).

Also 250x, 285x bis zu 300x sollten bei sehr ruhiger Luft
gewinnbringend möglich sein.

Bleib am Okular. Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen
daß du mit etwas mehr Übung auch mehr sehen wirst.

Und du wirst erkennen daß es Nächte gibt an denen die Luft sehr ruhig ist,
während sie in anderen Nächten so unruhig ist daß kaum über 100x
möglich ist.

MfG,Karsten
 
Hallo an alle,

vielen Dank für die ermutigenden Worte und den Link. Ich denke, mir fehlt einfach noch die Erfahrung.

Ich bin gespannt, was ich in zwei Jahren sehen werde.

Gruß

Ronald




 
Das kannst du auch. Aus eigenerErfahrung kann ich sagen das ich am Anfang bei Jupiter am 8"er bei 6mm auch nur ein Band sehen konnte. Mittlerweile erkenne ich durchaus mehrere Streifen, Mondschatten, diverse Wirbelstürme auf dem Planeten ect.
Bei Jupiter empfehele ich weiterhin einen Grau- oder Polfilter der die Helligkeit etwas zurückschraubt und den Kontrast anhebt
 
Hallo Christian,

es war zu Beginn des letzten Jahres in der Tat so, dass Jupiter nur ein Band hatte. Das SEB kehrte erst wieder während des Jahres zurück ...

Im 8" sollte man heuer zwei Bänder sehen können (sind halt beide da), wenn mann 200x als Vergrößerung eingestellt hat, unabhängig von der Beobachtungserfahrung.

CS,
Stefan
 
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Je nach verwendetem Okulartyp erscheint Jupiter auch größer. Nehme ich ein Weitwinkelokular, ist der Planet deutlich größer als im brennweitig vergleichbarem Ortho. Im Ortho ist das Bild aber klarer und einen Tick schärfer. Anstrengender ist die Beobachtung mit dem Ortho, so daß ich auch je nach Tagesform (Bildschirmarbeitsplatz) das entsprechende Okular einsetze.
 
Hallo Jörg,
das habe ich bis jetzt immer andersherum gehört, ein größeres Gesichtsfeld soll den Planeten kleiner erscheinen lassen bei gleicher Brennweite.
Aber das kommt wahrscheinlich auch immer auf die persönliche Wahrnehmung an.

CS
MaRKus
 
Moin Markus!

Laß Dich nicht irritieren: Sind die Brennweiten des jeweiligen Okulartyps gleich, ist auch die Abbildung gleich groß. Alles andere "kommt einem nur so vor", ist imgrunde also nur eine opt. Täuschung wegen der unterschiedlichen Gesichtsfeldgrößen der jeweiligen Okulartypen.

Die Vergrößerung (V) überprüfst Du ganz einfach: V = EP / AP

EP ist die "Eintrittspupille", dh. der Objektivdurchmesser.
AP ist der Lichkreis im Okular, den Du bei Tageslicht siehst, wenn das Okular im Auszug steckt.
Ausmessen am besten mit Schieblehre oder Millimeterpapier.

Brennweitenangaben von Optiken und Okularen ist nicht immer zu trauen. Aufdrucken kann man viel.
 
Hallo Winni,
genau das meinte ich ja, dass einem Jupiter nur größer vorkommt, obwohl er optisch gemessen gleich groß ist.

Wenn mehr Raum bei einem Weitwinkelokular um Jupiter ist, dann scheint er kleiner zu sein, obwohl er es nicht ist.

Ich denke das wollte Jörg auch ausdrücken, nur anders herum.

Ein anderer Vergleich: der Mond erscheint auch etwas größer wenn er nah am Horizont steht, als wenn er hoch am Himmel steht. Er ist aber gleich groß. Es ist eine optische Täuschung.

Also alles o.k. mit der Vergrößerung ;)

CS
MaRKus
 
> genau das meinte ich ja

Tja, das war bisher so klar, daß der Markus nochmal nachfragen mußte und das anscheinend noch nicht erfaßt hatte.

In verschiedenen Okulartypen ist mir in all den Jahren noch nie aufgefallen, daß ein Planet in diesem oder jenem unterschiedlich groß erscheint. Die Mondtäuschung hat übrigens eine pysiologische Ursache, die mit der angelernten Seherfahrung zu tun hat.
Auffällig vergrößert erscheint bei identischer Vergrößerung nur ein Planet bei beidäugigem Sehen (also Bino-Benutzung). Diesen Effekt kann man leicht mit jedem Fernglas überprüfen.
 
Hallo Jörg,


Zitat von Erposs:
Je nach verwendetem Okulartyp erscheint Jupiter auch größer. Nehme ich ein Weitwinkelokular, ist der Planet deutlich größer als im brennweitig vergleichbarem Ortho. Im Ortho ist das Bild aber klarer und einen Tick schärfer. Anstrengender ist die Beobachtung mit dem Ortho, so daß ich auch je nach Tagesform (Bildschirmarbeitsplatz) das entsprechende Okular einsetze.

ich habe ein TS Ultrawide Angle 6mm (66 Grad), also Weitwinkel.

Gruß

Ronald
 
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Hallo zusammen,

ich denke auch, dass mit zunehmender Beobachtungserfahrung immer mehr Details auf Jupiter sichtbar werden sollten.

Könnte die unterschiedliche Größenwahrnehmung von Jupiter nicht auch daran liegen, dass Ronald am 02.01.2012 beobachtet hat, wo das Jupiterscheibchen eine Größe von ca. 43,1" hatte, und die Abbildungen im Binoviewer vom einem Zeitpunkt stammen, wo das Jupiterscheibchen größer war (z.B. ca. 49,6" am 27.10.2011)? Leider steht beim Binoviewer nicht dabei, von wann die Abbildungen sind.

Immerhin hätte die Abweichung von ca. 6,5" der Größe des Marsscheibchens am 17.11.2011 entsprochen, um einen Vergleich zu haben.

Viele Grüße & CS
Stefan
 
Jetzt hab ich Euch wohl verwirrt. Aber ich meine es tatsächlich genauso, im 9mm Vixen-Ortho erscheint mir Jupiter kleiner als im 9mm W70 Antares, was ja baugleich zur 9mm Goldkante sein soll. Vielleicht hat das etwas mit der Verzeichnung der Weitwinkelokulare zu tun, denn auch Sterne sind im Ortho kleine Pünktchen, während sie im Weitwinkel ein Tick größer im Durchmesser sind. Mein Telekop ist ein 250mm/f5 Newton, von dem ich der Meinung bin, daß er ganz gut justiert ist.

Die 6mm Goldkante ist (glaube ich) das schwächste Okular der Serie, versuch doch mal ein hochwertiges Plössl oder Ortho für die Planetenbeobachtung zu bekommen. Z.B. Meade Plössl der Serie 4000 werden immer wieder recht preiswert angeboten.
 
Hallo Jörg,

Verzeichnung findet nicht in der Bildmitte des Okulars statt. Aber Brennweitenangaben müssen nicht richtig sein. Nur, wenn man das 9mm W70 auch mal als 8,7mm findet, hat man keine genügend große Differenz. Anders verhält es sich aber, wenn vor dem Okular noch elemente die Brennweite verändern. Zum Beispiel führt bei Cassegrain-Systemen die unterschiedliche Fokuslage der Okulare zu einem veränderten Abstand zwischen Haupt- und Sekundärspiegel, wodurch sich die Brennweite des Teleskops ändert und damit die Vergrößerung. Einen ganz ähnlichen Effekt hat man wenn das Okular hinter ggf. auch fest verbauten Korrektoren, Flattenern oder auch hinter Barlows, GWKs, etc. sitzt.

Clear Skies
Sven
 
Hallo, also wenn ich das hier so lese, brauch ich mich wohl erst recht nicht zu wundern wenn ich mit meinen 2 Okularen 10 und 12mm den Jupiter bei Bienviewer so groß sehe wie auf dem ersten Bild, also bedeutet das, dass wenn ich ebenso wie Ronald ein 9 mm Okluar einsetzen würde (was ich nicht habe)und damit den Jupiter so groß wie auf der 2 Abbildung sehe würde oder ?

gruß
Martin
 
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