Größe von Objekten bei Fernglas vs. Spektiv ?

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spatz1

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Hallo...

Hab gerade meinen 80/400-er FH als Spektiv aufgebaut (25-er Oku drin, also 16x)
und gleichzeitig mit dem 7x50-er Steiner bissle Mond bekuckt.

Dabei fiel folgendes auf:

Der Mond erschien im 7x50-er Steiner ziemlich genau gleich groß wie im 16x80-er "Spektiv".

Wollte man den Mond im Spektiv merkbar größer haben, so mußte man dort schon auf das 10-er Oku, also
40x wechseln.

Meine Erklärung (Daddy fiel das als erstem auf) dafür ist, das das beidäugige Sehen einem mehr Vergrößerung
vorgaukelt, da man mehr Details sieht.

Stimmt das bzw. kennt den Effekt jemand und kann ihn anderweitig schlüssig erklären ?

(Im Umkehrschluß würde das nämlich bedeuten, das das Bild des Mondes in einem 20x80-er Fernglas etwa so groß
erscheint wie bei 40x im Spektiv...das käm nicht uncool <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> )
 
Hi

Ohne Zahlen zu nennen: Es ist schon so, dass mit beidäugigem Sehen mehr festzustellen ist. Ich denke, dies zeigt sich vorallem in den Details aus. Ob die Vergrösserung so kallkuliert werden kann, weiss ich jedoch nicht. Die erscheinungsweise in der Grösse hängt auch vom Blickfeld ab.

Viele Grüsse

Thomas Knoblauch
 
also das darf ja wohl nicht wahr sein! Meine Vermutung: 7x50 hat sehr enges Gesichtsfeld (da gibt es bis 40° runter) und 16x80 Spektiv das "astroübliche" mit so 60-70° , dann wäre der vom Mond eingenommene Teil des Gesichtsfeldes tatsächlich ähnlich!
Aber in Wirklichkeiit ist der Mond im 16x80 natürlich über doppelt so groß - nur kann das Gehirn in kleine Gesichtsfelder "hineinzoomen" (sonst wäre das Minigesichtsfeld eines 70cm Fernsehers aus 3m Entfernung bei Spielfilmen unerträglich!!)
und dadurch fällt das nicht soooo auf.

Gruß
 
Hallo Frank,

ich kenne diesen Effekt auch, allerdings nicht so ausgeprägt. Wenn ich z.B. den Mond im 20x100-Fernglas betrachte und dann zwischendurch mal ein Auge schließe oder abdecke, erscheint mir der Mond schon kleiner, etwa um den Faktor 1,3. Da die Optik ja nicht gewechselt wird, kann es eigentlich nicht am geänderten Gesichtsfeld liegen.

Beeindruckend finde ich, dass Details, die man einäugig nicht wahrnimmt - egal mit welchem Auge man schaut, bei der beidäugigen Beobachtung sofort hervortreten.

Viele Grüße + cs
Martin
 
Hallo...

Also ich kann noch etwas Daten nachliefern:

Das 7x50-er ist ein Steiner Navigator II (hab ich wegen dem eingebauten Kompaß) und hat
ein Sehfeld von 118m.

Das "Spektiv" ist ein 80/400-er FH, als Okulare kamen schlichte Plössls (25mm, 50°) bzw. LVs (45-50°) zum Einsatz,
also auch keine Weitwinkel-Brüller (Nagler) oder sowas.

Und es war echt so, das der Mond bei 16x im FH gleich groß erschien wie im Fernglas bei 7x....

Anzumerken ist auch, das der FH natürlich auf Fotostativ benutzt wurde, das Steiner nicht.
 
Hallo Frank,

da hilft nur der Augenverrenktest: Das eine Auge bekommt eine AP des 7x50, das andere die AP des (geradsichtigen?) Spektivs - jetzt langsam die Achsen zusammenwackeln, bis sich die Bilder überschneiden ... naaaa, immer noch gleichgroß, der Mond bei 7x und bei 16x? Aber nicht über den Muskelkater um die Augen am nächsten Tag meckern :-)))
Im Ernst, mit Nebeneinanderhalten von Optiken mache ich schnelle Gesichtsfeldschätzungen (allerdings gegen diffuse Leuchtfelder), aber manchmal eben auch Vergleiche tatsächlicher Vergrößerungen.

Schielende Grüße+cs,
Dietmar

 
Ja, genau die letzte Antwort hätte ich auch gegeben, wenn sie nicht schon vorher da gewesen wäre. Nur der GLEICHZEITIGE Anblick gibt verläßlich Aufschluß sowohl über Vergrößerung als auch Gesichtsfeldgröße. Das Gedächtnis täuscht! Man kennt der Effekt auch aus der High Fidelity: Nur beim Umschalten zwischen zwei Wiedergabesystemen kann man die Klangqualität verläßlich beurteilen. Wenn ich erst eine Anlage höre, dann einige Zeit vergeht (Umstöpseln der Kabel, Betreten eines anderen Raumes, der auch noch weitere akustische Veränderungen bringt usw.) und ich dann die andere Anlage höre, wird es schwierig. Da der Mensch zwei Augen hat (die im Gegensatz zu den zwei Ohren hier eine perfekte Kanaltrennung ohne "Übersprechen" ermöglichen), geht das in der zuvor beschriebenen Weise gut, einfach und schnell. Im Falle des runden Mondes und runden Gesichtsfeldes macht es sogar nicht einmal etwa aus, wenn das Fernglas ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild und das als Spektiv benutzte Fernrohr ein kopfstehendes und seitenverkehrtes Bild zeigt. Da das Spektiv wegen der objektiv stärkeren Vergrößerung "wackelempfindlicher" ist, empfiehlt es sich, dieses auf ein Stativ zu stellen und das parallel vor dem zweiten Auge benutzte Fernglas von Hand auszurichten (falls kein zweites Stativ mit entspr. Halterung verfügbar ist).

MfG Walter E. Schön
 
Hallo Hanz (und auch Frank),

wieso soll der Mond (oder sonst was) im 16x80 mehr als doppelt so groß erscheinen als im 7x50 ? Etwa wegen der mehr als doppelt so hohen Vergrößerung ?
Das stimmt so nicht.
Die Vergrößerung beim 16x80 läßt ja den Mond nicht 16 mal so groß erscheinen und auch nicht 7 mal beim 7x50.
Die "Vergrößerung" sollte man eher so verstehen, daß die Entfernung durch die Vergrößerung geteilt wird.
Also beim 7x50 durch 7 und beim 16x80 durch 16.
Stell Dich z.B mal aus 100m vor ein Auto und betrachte es und dann aus 40m, dann siehst du das Auto aus den 40m auch nicht doppelt so groß (breit) wie aus 100m.
Und deswegen erscheint der Mond im 16x80 auch nicht so viel größer und breiter als im 7x50, es sollten aber doch mehr Details auf der Mondoberfläche zu erkennen sein.

Grüße
 
Ich würde mal behaupten, dass das Auto aus 40m sogar 2,5 mal so breit erscheint wie aus 100m. Das ist doch einfachster Dreisatz.
 
Ja, nach dem Dreisatz schon.
(Hier schon eher Strahlensatz)
Aber es kommt einem trotzdem nicht 2,5mal so groß vor.
Jedenfalls mir nicht. :-)
Wenn Du es schon so mathematisch betrachtest.
Dann mach mal mit 10m Entfernung, das ist ja wirklich nicht weit... und dann mit 5m.
Kommt Dir das Auto dann wirklich doppelt so groß vor ? ;-).
Oder aus z.B. 20m und dann mit einem 7x50, ist es dann wirklich 7 mal gößer ?
Mir kommt das Auto dann näher und größer vor, ja ganz klar, aber für mich ist es nicht 7 mal größer.
Es ist für mich dann nicht so, als würde ich auf ein ca. 28m großes Auto mit dem bloßen Auge schauen.

Grüße
 
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