Große Teleskope und Deepsky..!?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Avelon

Aktives Mitglied
Hallo

Ich frage mich warum sehr viele Meinungen dazu raten ein nicht ganz so großes Teleskop für Deepsky zu nutzen.

Nehmen wir mal als gutes Beispiel ein C11/14" oder Meade 12/14".

Gut....die Dinger sind sehr schwer und haben eine hohe Brennweite!
Aber auf vielen Fotos im Internet werden grad mit diesen SC Optiken super Bilder im Deepsky bereich gemacht.

Ich denke mal wenn man das Geld über hat und sich eine stabile Montierung wie zb. Skywatcher EQ-8 oder Celestron CGE-Pro leisten kann sollte es doch (+ Reducer/Off Axis) möglich sein damit Privat auf Deepsky Jagd zu gehen,oder übersehe ich da etwas?

Da ich von Newton auf ein großes Equip (SC Optik) wechseln möchte beschäftigt mich da diese Frage.
Meistens liest man eben als Tip dann doch lieber einen Newton oder Apo zu nehmen......

Was meint ihr?


Gruß
KAI
 
Hallo,

wer rät denn dazu, für Deep Sky eher kleinere Teleskope zu nehmen?

Da ich von Newton auf ein großes Equip (SC Optik) wechseln möchte beschäftigt mich da diese Frage.
Meistens liest man eben als Tip dann doch lieber einen Newton oder Apo zu nehmen......

Ein Newton ist im Schnitt auch DS-tauglicher als ein gleich großes SC, aber natürlich zeigt der Newton umso mehr, je größer er ist. Zu einem Apo als Deep Sky-Spezialist wird hier außer in Ausnahmefällen wohl niemand raten, es sei denn, man ist in der Situation, sich um Geld keinerlei Sorgen machen zu müssen, sodass man sich problemlos einen Riesen-Apo samt Monstermontierung und Privatsternwarte zulegen kann. Von den meisten wirst du hier zweifellos den berechtigten Rat hören, für Deep Sky die größte Öffnung zu nehmen, die du noch bequem transportieren und montieren kannst.

CS,
Fabian
 
Hallo Kai,

ich gehe davon aus, dass es bei den Ratschlägen von denen du sprichst um die reine Fotografie geht.

Je mehr Brennweite du hast, desto anspruchsvoller wird das guiding. Selbst eine gute Ausrüstung vorausgesetzt, muss man diese auch richtig einzusetzen wissen.

Deshalb raten die alten Hasen meist dazu mit kleineren Brennweiten zu starten.

Wenn du an dem großen Dingern interessiert bist, könntest du evtl. einen kleinen APO aufsatteln und mit diesem fotografieren und den dicken als Leitrohr nehmen. Später switcht du das Ganze. Ist nur so ein Gedanke.

Ich selbst verfüge nur über begrenztes theoretisches Wissen. Es wird sich sicher noch der ein oder andere Experte dazu melden.

Was du aber bedenken solltest, wenn du über wenig oder so gar keine fotografische Erfahrung verfügst, ist das alles überhaupt etwas für dich? Günstiger wäre es klein anzufangen und sich damit zu beschäftige. Hat man dann Spaß daran sich Stunden und Nächte mit einem Bild zu beschäftigen, kann man darauf aufbauen. Wenn du feststellt dir fehlt die Geduld hierfür, hast du nicht soviel Geld verblasen.

Gruß Andy
 
Hallo Kai,

für große Geräte brauch man auch einen guten oder sogar einen sehr guten Himmel!

Ich bin der Meinung, das man hier in Deutschland auf Grund der Wetterbedingungen maximal 10" einsetzten kann.
Unter Gebirgshimmel geht natürlich mehr :smiley47:
Was noch von großer Bedeutung ist, habe ich eine Sternwarte, wo alles Windgeschützt und fest aufgebaut ist, oder bin ich im Feld.
Und ganz wichtig, wie gut ist meine Montierung!

VG, Endriko
PS: weniger ist manchmal mehr




 
Hallo Endriko,


Zitat von Endriko:
für große Geräte brauch man auch einen guten oder sogar einen sehr guten Himmel!

Ich bin der Meinung, das man hier in Deutschland auf Grund der Wetterbedingungen maximal 10" einsetzten kann.
Unter Gebirgshimmel geht natürlich mehr :smiley47:

Tja, das ist halt ein weitverbreiteter Irrglaube und widerspricht auch physikalischen und mathematischen Grundlagen! War schon öfters Gegenstand von Diskussionen im Forum.

Viele Grüße
Werner
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Servus Kai,
weiß nicht genau, worauf Du hinaus willst. Einfach ein größeres Fernrohr? Oder was spezielles zum Fotografieren?
Du könntest Dich mal auf Astrobin umsehen. Dort kannst Du auch nach Fotos suchen, die mit bestimmten Optiken aufgenommen wurden. Aus meiner Erfahrung, und ich fotografiere gern, wärst Du zum Fotografieren im deep-sky Bereich mit einem kleinen Apo oder Newton, jeweils mit entsprechenden Korrektor und beim Newton mit ausreichend großem Fangspiegel am besten bedient. Mein 10"f4,7 (1200mm Brennweite) ist schon sehr anspruchsvoll zum guiden, geht auf einer sehr schweren Monti und mit oag jedoch ganz gut. Mit meiner 1000da von Canon habe ich dann einen Abbildungsmaßstab von 0,9"/Pixel. Damit habe ich einen Abbildungsmaßstab, der bei üblichen seeing gerade noch sinnvoll einzusetzen ist. Ob bei Belichtungszeiten von 10 Minuten oder länger je frame ein Abbildungsmaßstab von 0,5" einen Zugewinn an Auflösung oder Details bringt, wage ich zu bezweifeln.
Du könntest ein entsprechend langbrennweitiges Gerät evtl. mit einer Kamera mit größeren Pixeln (9my statt der 5,4my bei der 1000d oder den beliebten 8300er Chips). Da ist dann zwar die Quanteneffizienz etwas größer, allerdings ist so ein SC auch deutlich lichtschwächer, selbst wenn Du es auf f7 bringst.
Evtl. eine gute Idee wäre die Möglichkeit, ein SC im Primärfokus zu verwenden (Hyperstar). Stellt aber hohe Anforderungen an die Justage.
Was mit Newtons geht, siehst Du hier:
Link zur Grafik: http://astrob.in/88378/0/rawthumb/gallery/get.jpg

und hier:
Link zur Grafik: http://astrob.in/90852/0/rawthumb/gallery/get.jpg

und sogar mit einem 5"f5 Newton geht was:
Link zur Grafik: http://astrob.in/107589/0/rawthumb/gallery/get.jpg

oder so was:
Link zur Grafik: http://astrob.in/128642/C/rawthumb/gallery/get.jpg

Wenn Dir nicht nur die Fotografie liegt, könntest Du mit einem 10-16" Newton auch visuell hübsche Beobachtungen machen, meist eindrucksvoller als mit ähnlich großem SC. Aber wie vieles, ist auch das Geschmacksache, geh mal auf Teleskoptreffen.

Viele Grüße
Gottfried







 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Moin Kai,

den Tip von Gottfried kann ich nur unterstützen, schau dich mal bei Astrobin um und schau auch mal, was bei welchem Teleskop als "Unterbau" dient.

Zitat von Avelon:
Ich frage mich warum sehr viele Meinungen dazu raten ein nicht ganz so großes Teleskop für Deepsky zu nutzen.

Meiner Meinung nach gibt es min. 2 Punkte, die für kleine bis mittlere Öffnungen sprechen. Zum einen sind die meisten empfohlenen Optiken schnelle Optiken (die "klassischen Fotonewtons") oder aber extrem gut korrigierte ED APOs mit nahezu perfekter Sternabbildung bis in die Ecken eine DSLR-Sensors, beiden gemein ist aber eine recht moderate Brennweite und ein damit verbundenes recht großes Bildfeld. Gerade im Deepsky-Bereich sind die meistfotografierten Objekte die flächigen Gasnebel und daher brauchst du auch nicht unbedingt große Brennweiten (ein enges Bildfeld). Zum anderen haben die moderaten Brennweiten den Vorteil, dass es für einen Einsteiger schneller möglich ist, die benötigten langen Belichtungszeiten zu erreichen. Bei einem langsamen System wie einem SC (ich nutze selbst jedoch auch ein 8" ACF zum fotografieren kleiner Objekte) kommen neben den Systembedingten Nachteilen (Auskühlen,...) zwei weitere fotografische Aspekte hinzu, denn neben der hohen Brennweite, die schon hohe Anforderungen an die Präzision des Guidings stellt, kommt auch noch das langsame Öffnungsverhältnis hinzu, dass die Belichtungszeiten arg verlängert. Beim Vergleich von einem f/5 Newton zu einem f/10 SC musst du beim SC 4-mal so lang belichten!!

Wenn man das Geld mal außen vor lässt, musst du dir in erster Linie darüber klar werden WAS du fotografieren willst. Wenn es bei den flächigen Objekten bleibt (Gasnebel, große Galaxien oder z.B. Reflexionsnebel wie die Plejaden), dann würde ich pers. auch immer wieder zu einem kleinen ED-Apo greifen, geht es dir aber vorwiegend um kleine Galaxien, planetarische Nebel, Kugelsternhaufen, Mond oder Planeten, dann kann ein großes langbrennweitiges Teleskop durchaus das Mittel der Wahl sein, dann allerdings auch mit entsprechender Montierung!
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben