Großfernglas - schon wieder ...

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Heiko_B

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Hallo Alle!

Ich möchte mir ein großes Fernglas zulegen.

Idealvorstellung:

- Öffnung 70-80 mm
- Gewicht unter 3 kg
- Schrägeinblick 45°
- Möglichkeit, durch Okularwechsel/Zoom mehrere Vergrößerungen im Bereich von 20x-50x einzusetzen

Der Preis spielt natürlich auch eine Rolle, aber zuerst brauche ich eine Marktübersicht ... geht ruhig davon aus, dass ein vierstelliger Betrag weit jenseits der Schmerzgrenze liegt.

Nach einigen Besuchen auf einschlägigen Webseiten bekam ich das Gefühl, dass oben formuliertes Ideal wohl nicht erreichbar ist (jedenfalls habe ich kein Produkt mit genau diesen Daten finden können). Kompromisse müssen gefunden werden - folgende Fragen drängen sich mir auf:

a) Gibt es ein Gerät wie das oben beschriebene und ich habe es nur nicht finden können?

b) Weiß jemand, ob bei den diversen erhältlichen 20x80-Porros (z.B. TS Triplet, Vixen ARK, Celestron usw.) die Möglichkeit besteht, einen Schrägeinblick durch Zenitprismen zu improvisieren und damit auch Okularwechsel zu ermöglichen?

c) Was taugen Zoom-Optiken - können die bei Sehfeld und Abbildungsqualität mit den Gläsern mit fester Vergrößerung mithalten?

d) Was taugen Spektive mit Bino-Adapter? In welcher Gewichtsklasse liegen die?

Ich wäre für ein paar sachdienliche Tipps sehr dankbar. 8ung: Es kann etwas dauern, bis ich mich wieder melden kann, da ich morgen (3. September) wahrscheinlich nicht in die Nähe eines Computers kommen werde.

Viele Grüße
Heiko
 
Hallo Heiko!

Folgenden Kommentar erlaube ich mir:

- Öffnung 70-80 mm
> kein Problem, schon vorhanden

- Gewicht unter 3 kg
> geht auch, macht aber u.U. mit den unten genannten Kriterien nicht ganz einfach zu erreichen, wenn´s stabil und wasserdicht sein soll

- Schrägeinblick
> Damit fangen die Probleme an, denn die von Dir genannten Fernglastypen Vixen Ark, Celestron und auch unsere FMT-70mm-Gläser eignen sich aufgrund der Prismenbauweise nicht für den Schrägeinblick. Möglich wäre das in unserem Fall theoretisch mit dem 15x80 MT-SX (s. hier ), aber dieses professionelle Glas ist den meisten Freizeitbeobachtern mit Sicherheit zu schwer und auch zu teuer.

- Wechselokulare / Zoomokulare
> Wechselokulare wären eine feine Sache, stellen aber je nach Vergrößerung eine Herausforderung für die Okular- und Okularfokussierung hinsichtlich Erhaltung der Parallelität und Wasserdichtigkeit dar. Realisiert worden ist das z.B. im Ansatz mit dem Vixen BT-80M-A, allerdings wiegt das Teil 5kg. Zoom-Okulare bei Großbinos sind meiner Meinung nach nicht so schön, weil Zoom-Okulare nie die Bildqualität von Festbrennweiten liefern, außerdem ist binokulares Zoomen auch von Anwenderseite immer etwas unbequem.

Vorschlag in eine andere Richtung: Nimm ein geradsichtiges Fernglas und schaue Dir z.B. die originellen Stativlösungen von Martin Birkmaier / ICS an. Nackensteife? Kann ich nicht nachvollziehen, ob mit oder Fernglas kann man doch auch über längere Zeiträume nach oben sehen (wenngleich nicht unbedingt in den Zenit - außer, man liegt...).

Schöne Grüße,

Stefan Korth

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Heiko,

durch die Miyauchis habe ich noch nicht geschaut, aber dafür umso häufiger durch die Fujinons (10x70 und 16x70).
Natürlich ist es ein Kompromis mit dem geraden Einblick, aber wie ich finde immer noch der beste.
Die beiden Fujinons sind optisch allererste Sahne, nur die Augenmuscheln sind nicht State of the art, da könnten serienmäßig die Streulichtaugenmuscheln dabei sein.

Wenn sich abends Sterne zeigen geht es mit dem 10x70 und Isomatte raus. Da werden dann irgendwann die Arme schwer aber der Blick in den Zenit entschädigt dafür.
Dann kommst Stufe zwei: 16x70 auf Holzstapel für die Horizontnahen Sehenswürdigkeiten. Und erst dann kommt evtl ein Staiv zum Einsatz, das ist mir meistens schon zu viel Aufwand. Die Nacht hat ihre eigenen Gesetze.

Die nächste Steigerung ist dann das hier:
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/ubb/showflat/Number/517277#Post517277

Nachdem ich eine Nacht durch so ein ähnliches (2x100mm) Ding geschaut habe wird das mein nächsten Bastelobjekt werden!

Viele Grüße
Kai
 
Ich denke, bei einem solchen 90° China-Fernglas kommt wegen der Prismenkonstruktion hinten deutlich weniger Licht heraus, als bei einem geradsichtigen Glas, wie z. B. dem Fujinon FMT 16x70. Von der Randunschärfe der China-Gläser mal ganz zu schweigen.

Ich hatte früher selbst ein Miyauchi 20x100 iB und ein Vixen BT 125. Beide hatten mit dem 45° Einblick einen erheblichen Aufwand an Prismen, die einfach Licht schlucken. Und die waren qualitativ den Chinateilen deutlich überlegen.


@Michael/schischi

Wahrscheinlich hat Dein verlinktes 70mm/90°-China-Ebay-Glas gerade mal die Lichtausbeute eines normalen 50mm Fernglas, wenn überhaupt. Auch Chinesen können die Physik nicht überlisten. Erst recht nicht mit einem Budget von ein paar hundert Euro. :/

 
Hallo Zusammen,

vielen Dank an alle für Eure Beiträge - ich habe allerlei Gedanken gewälzt und bin ein ordentliches Stück weiter.

Ein paar (weiterführende) Infos fehlen aber noch:

Es soll ein klassisches FG werden (d.h. geradsichtig), nicht mehr als 2,5 kg. Und weil ich aus vielen Jahren unterm Sternenhimmel weiß, was ein Schmerz im Nacken ist, muss ich unter einem Stativ liegen können bzw. ein Stativ haben, dass auch für meine 1,92 m noch hoch genug ausgezogen werden kann. Daheim habe ich eine sehr stabile Säule: Hat jemand einen Tipp, wie man da eine typische Stativmittelstange mit Stativkopf dranbekommen kann? Ich habe eine stabile Klemme mit Säule von Manfrotto gesehen - würde die was taugen? Hätte den Vorteil, dass man diese Klemmstange auch als "Anschraubstativ" mit in den Urlaub nehmen kann und kein ganzes Stativ mitschleppen muss (ich besitze kein Auto!).
Für den Einsatz in der näheren (mit dem Rad/U-Bahn erreichbaren) Umgebung würde ich mir entweder ein einfaches Dreibeinstativ anschaffen oder selber eines bauen - mal sehen, was nach Kauf des FG noch an Geld vorhanden ist.

Was für einen Stativkopf würdet Ihr empfehlen? Ich habe hier im Forum schon einige Tipps gesehen. Was ist besser: teurer Kugelkopf (z.B. MagicBall) oder doch was klassisches mit manueller Feinbewegung in beiden Achsen (z.B. Triton AZ)?

Nochmals Danke für Eure Hilfe

vg
h
 
Wenn es halbwegs komfortabel sein soll und auch für zenitnahe Beobachtungen, sehe ich nur eine Lösung. Eine drehbare Querstange an der jeweiligen Montierung. Auf der einen Seite mit Gegengewicht, auf der anderen Seite das Fernglas. Das ist allerdings nicht mal eben konstruiert. Im Fachhandel heißt das Schwenkarmmontierung.
Eine billige und leichte Urlaubslösung ist das aber nur eingeschränkt. Aber man kann damit sowohl im Stehen, als auch auf der Liege halbwegs komfortabel beobachten. Nur eine Lösung, die alle Deine Vorstellungen erfüllt, gibt es nicht. Irgendwo muss man immer einen Kompromiss eingehen, wenn das Budged nicht groß genug ist.
Die billigste Lösung ist ein Stativ mit Kugelkopf. Diese Kombi habe ich als Reiseausrüstung für mein Fujinon 16x70 eingesetzt. Allerdings nutze ich es ausschließlich in südlichen Ländern und auch nur bis zu etwa 50° über dem Horizont, weil ich dort Bereiche beobachten kann, die in unseren Breiten unter dem Horizont liegen. :/


Grüße, Amin
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Amin,

danke für den Tipp mit dem Schwenkarm - ich hatte mich bereits gefragt, wie man das Problem löst, dass beim zenitnahen Beobachten mit Kugelkopf oder Neiger der Schwerpunkt des FG schon weit außerhalb der Mittelachse der Montierung liegt.

Nochmals vielen Dank Euch allen. Den Gedanken an eine fernglasartige Beobachtung wälze ich seit Jahren, aber ich habe ihn nie ganz zu Ende gedacht. Das Bild ist inzwischen doch viel klarer als noch vor einer Woche.

Weiterhin viel Spaß wünscht

h
 
Hey Peter,

stimmt, das ist natürlich nur schwer zu toppen ... wenn mir die verwendeten Materialien auch insgesamt etwas dünn zu sein scheinen.
Wenn ich mal 2000,- Dollar über habe, schlage ich zu - bis dahin muss aber ein ausrangierter Bürostuhl ausreichen. Da stecke ich das Geld dann doch in die Optik ...

vg
h
 
Zitat von Heiko_B:
ich hatte mich bereits gefragt, wie man das Problem löst, dass beim zenitnahen Beobachten mit Kugelkopf oder Neiger der Schwerpunkt des FG schon weit außerhalb der Mittelachse der Montierung liegt.

Hier ist nochmal ein Link dazu, wie so eine Schwenkarmmontierung aussieht und funktioniert:

Bei ICS:
http://www.fernrohrmarkt.de/product....html&XTCsid=cdb3de7cfc0a5360c44a04b5b7e51855

Und hier bei TS:
http://www.teleskop-service.de/Fernglas/Fernglas/Zubehoer/binomount.htm


Grüße, Amin
 
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