Großfernglas

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Schleimi111

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Hallo


Ich habe mich entschieden das ich mir ein Großfernglas zulege.
Aber ich würde gerne wissen ob einer erfahrung damit hat wenn ja was er empfhelen kann, wie Marke und des weitern. Was muß ich beim Kauf beachten und wo kaufe ich ?
Was mich auch sehr intressiert ist kann ich mit ein Großfernglas auch Planeten beobachten wie Saturn, Jupiter und halt alle anderen auch und wie sieht es mit Deep-Sky aus was ist da drin mit ein Großfernglas?
Ich würde mich über jede Antwort von euch freuen.


Gruß Micha
 
Hallo Micha,
viel kann ich Dir dazu nicht sagen. Aber vielleicht ist das
Angebot bei Lidl am Montag, 22.12.08 ganz interessant. Da gibts ein Bresser 20x80 mit Stativ für 129 Euro. Ich selber habe ein 20x80 von Wolfi (TS-Service) ein Triplet, das ich gleich nachjustieren musste. Da gefällt mir die Anbringung auf ein Stativ mit der Schraube zwischen den Objektiven überhaupt nicht. Es wackelt ohne Ende. Das Ding bekommst Du nicht stabil auf das Stativ.
Die 20x80 Gläser liegen alle so um die 130 Euro bei der einfachen Ausführung. Schau auch mal im AstroShop.de danach (Omegon 20x80). Evtl. käme auch ein 15x70 in Frage ? Da ist die Auswahl auch recht groß.
Also bei Planeten mit dem FG ist die Vergrößerung einfach zu gering. Aber Sternfelder, Milchstraße und einige Deepsky Objekte, z.B. die Plejaden, Orionnebel, auch M 31 Andromeda sind im Fernglas einfach unschlagbar. Schau und hör Dich rum und Du wirst das optimale Glas für Dich finden.
Gruß, Reinhard
 
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Hallo,

um das zu sehen was Du sehen willst brauchst Du kein Großfernglas. Das geht auch schon mit 'nem ganz normalen.

Mit dem großen siehts Du halt mehr Details, da einen Mond mehr, da eine Ringteilung und dort vieleicht Sterne statt eines nebligen Fleckchens.

"... alle anderen auch ..." wird aber wohl nichts werden.

Das ist wie bei jedem anderen Teleskop.

Mir persönlich liegen die 70 bis 80mm Modelle am meisten da man damit noch schöne Übersichten bekommt, bei den 70ern so um die 5 Grad, da passen die Plejaden optimal rein.
Je größer die Brennweite und die Öffnung umso kleiner wird eben auch das Bildfeld. Größer heißt auch immer schwerer was es wiederum mit sich bringt, daß man sich seltener dazu entscheidet den Trumm rauszuschleppen. Das handliche 70er oder 80er nimmt man dagegen schnell mal mit raus.

Wichtig für Astro ist auch einen 45 Grad oder 90 Grad Einblick zu haben, sonst gibt es Genickstarre gratis und man verliert also schnell die Lust. Von den geradsichtigen halte ich also nichts, da kommt dann schnell ein Spezialstativ dazu und ein Liegestuhl und man hat eins drei fix mehr Geld verjuchtelt als mit gleich was richtigem. Außerdem: Okulare sind fest eingebaut.

Der betuchte Käufer kauft dann halt ein Miyauchi oder Kowa, greift zum Binoptic oder Vixen und der Scheich leistet sich ein Fujinon.

Otto N. wird dagegen eher mit dem chinesischen united optics "Schwestermodell" vorlieb nehmen müssen, kann dann aber vom Gesparten auch noch mal flink nach Namibia fliegen.

Eines sollten alle tun und zwar im Fachhandel kaufen.

Das freut den und man hat auch jemanden zum rummaulen wenns wirklich Probleme geben sollte.

Gemeinsam ist all diesen Gläsern, mal vorausgesetzt man hat keine Gurke, ein überwältigendes Beobachtungserlebnis.

Ich kann es nur empfehlen.

cs, Brockwitzer



 
Ich habe ein 20x80 etwa 10 Jahre lang benutzt. Jetzt liegt es auf dem Oberboden.

Bei Deep Sky zeigt ein solches Glas einiges, der beidäugige Blick ist angenehm. Aber man benötigt ein ziemlich aufwendiges Stativ und kriegt bei Beobachtungen im Zenit Genickstarre. Ich hatte zuletzt ein Schulterstativ verwendet, das ging agnz gut. Aber Starhopping war schwierig.

Wegen all dieser Probleme bin ich jetzt auf ein 8cm-Spektiv umgeschwenkt. Kostet in etwas dasselbe, ist nur einäugig. Aber es hat einen 45°-Einblick und ein Zoom-Okular. An Mond und Planeten ist damit mehr zu sehen, Deep Sky vielleicht ein bißchen weniger.

Eine Alternative ist ein Glas mit 90°-Einblick. Aber dann ist das Bild meist gespiegelt und die Sternkarten stimmen die Sternkarten mehr, auch blöd. Oder 45°-Einblick mit Amici-Prosmen. Dann wiederum wird es teuer. Ist aber denneoch eine Überlegung wert.
 
Hallo Micha,

der Reiz des Fernglases liegt für mich darin, *ohne* Stativ oder Montierung zu beobachten. Ich habe ein ziemlich leichtes 15x70 (Celestron Skymaster für um die 100 Euro, gibt es ähnlich auch unter anderen Bezeichnungen). Mit dem kann ich noch gut ohne Stativ beobachten, wenn ich im Gartenstuhl sitze und die Ellbogen auf den Armlehnen aufstütze. Alternativ lege ich mich einfach auf den Boden und stütze das Glas mit den Okularmuscheln ab. Da gibts dann auch keine Genickstarre.

So ein 70 bis 80 mm Fernglas ist schön für Offene Sternhaufen oder hellere Kometen wie Holmes. Bei Planeten siehst Du schon mit dem kleinsten Fernrohr mehr, da dafür einfach die Vergrößerung fehlt.

Viele Grüße
Reiner
 
Hallo Micha,

drei Dinge sollte ein Großfernglas haben:
20x Vergrößerung
70-100mm Linsendurchmesser
45 Grad Einblick

Solch eines habe ich mit dem nicht mehr lieferbaren Miyauchy 20x77. Allerdings gibt es auch halbwegs brauchbare chinesische Nachbauten davon.

Was sehe ich darin?
- Plejaden formatfüllend - der schönste Anblick!
- H+xi Persei, Doppelsternhaufen im Perseus, - genial
- M-36-38 im Fuhrmann, wunderschön, gestochen scharf und mal was ganz anderes als nur als Detail durch das Teleskop.

Sprich, alles großflächige, auch M31 natürlich. Und am Planeten? Jupiter mit Monden, ohne Oberflächendetails, Saturn als Oval mit angedeutetem Ring, nicht überwältigend.

Summa Summarum wirklich gadacht für das gemütliche Betrachten der Milchstraße und deren großen Objekte. Im Sommer ideal im Schützen, massig Nebel und Sternassoziationen.

Wichtig ist aber der 45 Grad Einblick, damit bekommt man keine Genickstarre.

Tommys Statement kann ich nicht nachempfinden. Freihändig sehe ich mit dem 10x50 weitaus mehr als mit der 15-fachen Vergrößerung. Die kann man nur einige Sekunden aus der Hand halten. Ein Fernglas, - auch ein 10x50, - gehört auf das Stativ, man sieht damit ca. das dreifache als mit dem Glas aus der Hand. 15x nochwas aus der Hand halte ich für sinnlos.

CS
Winfried
 
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Ich persönlich bin immer noch Verfechter der Geradsichtbeobachtung - man muss halt nur ein Stativ mit ausreichender Höhe nehmen.
Genickstarre hatte ich nie, dafür kann ich mich gerade wegen der geradsichtigen Beobachtung besser am Himmel orientieren und Objektve anvisieren. Gerade mit Martin Birkmaiers Stativkränen funktioniert das hervorragend bei allen Großbinos von 70mm bis 150mm Öffnung - die Beobachtung ist damit genauso einfach wie mit kleineren Binos à la 7x50 oder 8x42.
ABER: Ist halt nur meine persönliche Meinung aus eigener Erfahrung, will hier nicht gegen die 45°-Front missionieren :-)
 
Hallo Micha,

ich hatte mal für einen Test zwei Großferngläser mit im Urlaub in der Bretagne. Das waren ein Chinagerät mit 90° und ein Miyauchi mit 45° Einblick.

Diese großen Klopper mussten natürlich auf ein Stativ, und im Beobachtungskomfort lagen zwischen dem 90° und dem 45° Einblick Welten. Ich würde in diesem Bereich immer ein 90° Glas nehmen. Versuche einmal, mit einem 45° Glas den Zenit zu beobachten, da liegst Du auf dem Boden, weil man bereits von unten in das Glas hineinschauen muss.

Freihändig ist das eine ganz andere Nummer, da lässt sich ein geradsichtiges Glas leicht nach oben über den Kopf heben, so dass man halbwegs bequem in den Zenit kommt. Ich bekomme das freihändig bis 12-fach ganz gut hin, ist aber natürlich sehr individuell. Eventuell hängt es von der körperlichen Masse ab, welche die Schwingungen dämpft ;)

Mit Sicherheit hängt es aber von der Technik ab, wie man das Fernglas in den Händen hält. Es gibt da einen speziellen Griff, der das Glas sehr ruhig werden lässt.

Ich selber habe von einem Großfernglas letztlich Abstand genommen, weil mein Himmel für Milchstraßenspaziergänge einfach zu aufgehellt ist, und mir die Ausgabe daher nicht lohnend erschien.

Planeten kannst Du übrigens mit dem Großfernglas komplett vergessen, da würde ich auch zum Spektiv greifen.

Viele Grüße
Andreas
 
Stefan und Nico,

Stefan, ich bin kein "Verfechter" der 45 Grad-Variante. Es kommt natürlich auch darauf an, was man ausgeben möchte. Die Kräne von Martin sind genial, haben aber natürlich auch ihren Preis. Daher denke ich, der Frager möchte das nicht unbedingt bezahlen. Mit dem Fujinon bin ich ja als Standardglas auch sehr zufrieden.

Nico, das stimmt schon, habe ich auch schon gesehen, allerdings bei 27x Vergrößerung. Aber "alle Tage" sieht man das nicht und man muß sich sehr darauf konzentrieren. Ich nutze das 20x77 zum "vergnüglichen Nebenherspechteln", einfach nur, wenn entweder die Bedingungen nicht mehr hergeben oder ich einfach zu faul bin, mal eben für nur eine Stunde das Scope herauszuholen.

Aber zugegeben: so ein Glas braucht man auf jeden Fall, es macht mit am meisten Freude.

CS
Winfried
 
Zu Andreas:

Bis etwa 70 Grad kann man im 45 Grad Glas noch entspannt beobachten, kann man das Stativ hoch genug ausfahren. Ab 70 Grad wird es zugegebenermaßen fast schon zur Quählerei.
Ideal (derzeit) ist für mich die Höhe der Sternhaufen im Fuhrmann, nur mal so als Beispiel. H+Xi sind auch noch sehr gut, bei M81/82 muß man das Stativ schon sehr hoch ausfahren und dann macht es nicht mehr so viel Spaß.
Schön zu beobachten (bei 45 Grad-Gläsern) ist die gegend um Scutum, da ist "mächtig was los" und man entdeckt einfach beim Schwenken viele lohnenswerte Objekte. Das sind auch so meine Lieblinge, die ich mit dem Großfernglas beobachte.

Auch etwas, was ich (für mich) festgestellt habe: es muß kein APO sein, ein gutes, vergütetes Glas erfüllt bei dieser Widefield-Beobachtung ansich die meisten Ansprüche, denn, will man`s farbrein, sind sie für diesen Zweck unbezahlbar. - Aber das ist eine rein finanzielle Sache.

CS
Winfried
 
Hallo

Vielen dank für eure zahlreichen Antworten.
Für mich in frage würden ein paar Grosferngläser kommen.
Als erstes habe ich an das Skymaster 20x80mm Bauart Porro gedacht als Zweites ein Nightstar 20x80mm auch Porro obwohl das Gewicht hier um 500g leichter ist und als letztes habe ich mir noch zur Auswahl ein Großfernglas 25x100 mit Tasche von TS gestellt, wobei das Gewicht sehr hoch ist und bei 5kg lieg was natürlich zur Folge hat das ein Stativ her muß, was nicht das Problem ist.
Was es letzt endlich sein wird entscheide ich dann wenn ich alle Drei einmal selber in der Hand hatte und es auch benutzt habe.
Wenn ihr mögt könnt oder dürft ihr mir auch gerne das ein oder andere gut sprechen oder halt auch schlecht da ich mit Kritik gut leben kann.
Was ich noch intressiert ist wie berechne ich die Brennweite bei einem Großfernglas?

Ein schönen klaren Abend an alle.

Gruß Micha
 
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Hallo,

auf der Suche nach einem geeigneten Großfernglas habe ich mir selbst vor einigen Jahren das 30x125 von Vixen mit 45°-Schrägeinblick gekauft. Das ist schon ein tolles Fernglas.
Allerdings wiegt es auch 11 kg und deshalb beobachte ich auch eher selten damit. Bis man es mal aufgebaut hat...

Ich habe auch noch ein 10x70 von Fujinon, das ich sehr
empfehlen kann. Wenn man das Fernglas auch noch freihändig benutzen möchte und dazu einen passend großen Objektivdurchmesser sucht, ist es meiner Meinung nach mit das Beste. Es ist zwar nicht gerade billig, aber auf jeden Fall sein Geld Wert. Ich habe als Vergleich mal durch das 15x70 Skymaster von Celestron geguckt. Es kostet zwar nur ein fünftel des Fujinon. Dafür ist das Bild des Fujinon aber auch 5mal so brilliant ;-). Egal welche Marke, ein sehr gutes Fernglas bekommt man eigentlich kaum unter 400 Euro.

Für die Beobachtung mit Stativ würde ich auch das 16x80 von Vixen empfehlen. Es hat schöne Weitwinkel-Okulare mit einem scheinbaren Gesichtsfeld von 68 Grad.
 
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Hi Winfried,

danke für Deinen Kommentar, gut finde ich auch die Kräne für die "kleinen" Groß-Ferngläser, nicht nur für unsere 150mm-Riesen.

Frohe Feiertage,

Stefan Korth


 
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