Guide8 oder TheSky6 ?

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L_Groening

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Hallo,

Ich möchte mir eventuell eines der beiden Programme zulegen, weiß aber nicht wo die wesentlichen Unterschiede beider Programme liegen.

Bisher habe ich überwiegend Redshift-5 und E&T benutzt - die Freeware-Programme CdC und Stellarium habe ich zwar auch auf dem PC, aber praktisch nicht verwendet.

Bei TheSky hätte ich auch noch das Problem mich zwischen 2 Versionen entscheiden zu müssen: der sehr teuren Professional-Version und der halb so teuren Serious Astronomer Version.

Ich möchte mir Ansichten erstellen, wo ich die anzuzeigenden Objekte sehr flexibel nach Objektkriterien selektieren kann und zu den Objekten möglichst viele detaillierte Informationen erhalte (z.B. interessieren mich Planetarische Nebel & Veränderliche sehr).

Vielleicht können mir hier die Nutzer dieser Programme weiterhelfen?

Vielen Dank
Lothar
 
Hi Lothar,

Ich möchte mir Ansichten erstellen, wo ich die anzuzeigenden Objekte sehr flexibel nach Objektkriterien selektieren kann und zu den Objekten möglichst viele detaillierte Informationen erhalte (z.B. interessieren mich Planetarische Nebel & Veränderliche sehr).

Hmmmh, nach was für Kriterien sollen diese Objekte denn selektiert werden können?
Kannst Du mal ein Beispiel geben?

Gruß Alex (VSU)
 
Hallo Lothar,

ich benutze TheSky 6 Professional und Guide 8. Die Unterschiede zwischen den Programmen sind erheblich:

Guide 8 rechnet Ephemeriden kompromisslos korrekt. TheSky rechnet ordentlich, aber in kritischen Fällen (ungewöhnliche Jupitermondereignisse, streifende Sternbedeckungen, sehr erdnahe Asteroiden, ...) schlechter als Guide.

Beide Programme haben Möglichkeiten, eigene Katalogdatensätze einzubinden. Bei Guide ist das vielleicht sogar flexibler, bei TheSky ist es komfortabler. E&T exportiert Objektdaten sowohl importkonform für TheSky6 als auch als "Private Objektliste" für Guide. Ich weiß aber nicht, ob das Einlesen eigener Datensätze bei TheSky6 nur in der Professional-Version geht oder auch mit Serious Astronomer. Das sollte Dir aber Bisque oder Karl Thurner bei ICS (dt. Vertrieb) sagen können. Ich finde die "Private Objektliste" von Guide praktischer, weil man da nicht so viel machen muss, bis man die geplanten Objekte auf den Karten hat wie bei TheSky.

Guide und E&T sind in besonderer Weise gekoppelt: neben der Ansteuerung der Kartenmitte aus E&T heraus (was auch für TheSky 5 und 6 in beliebiger Ausbaustufe funktioniert) gibt es für Guide 8 auch die "Gegenrichtung": ich liefere zu E&T ein kleines Tool aus, das auf Guide "lauscht". Wenn Du in Guide ein Objekt anklickst, bekommt das Tool das mit und fragt E&T, ob es ein Objekt mit diesem Namen kennt. Ist das der Fall, geht ein Dialog auf und bietet Dir diverse E&T-Funktionen an: das Objekt zu einem Plan, Projekt oder einer Karte hinzufügen. Oder eine Beobachtung loggen. Oder die Objektinformation (Katalogdaten, Wahrnehmung, Sichtbarkeit) abrufen. Damit ist es dann egal, ob Du mit E&T oder mit Guide als "Lead" abeitest.

Dann ein ganz wichtiger Unterschied: TheSky6 ist von der Grafik, der Bedienung und der Dokumentation her wesentlich moderner als Guide. Guide ist sozusagen die rohe Kraft, es braucht auch weniger Rechnerpower als TheSky. TheSky bietet für meinen Geschmack etwas wenig Auswahl bei Deep Sky Katalogen. Viele Abell-PNs findest Du da nicht, dafür gibt es aber zehntausende von Minibildchen irgendwelcher schwacher PGC-Fuzzeln.

Ich finde es in beiden Programmen nicht besonders gut gelöst, wie die Grenzgröße oder Objektauswahl gesteuert werden. TheSky wirft für meinen Geschmack zu viele Objekte und Sterne auf die Karte. Klar, man kann es einstellen, aber leider nicht mit wenigen Klicks. Bei Guide finde ich das zwar auch nicht optimal gelöst, aber besser.

TheSky6 Pro kann vor allem dann punkten, wenn Du das Programm in eine Gesamtlösung für Sternwartenautomation integrieren möchtest. Es ist scriptingfähig. Ähnliche Möglichkeiten bietet nur StarryNight mit seinem Plugin-SDK, aber das ist nur was für Leute mit guten Kenntnissen von C++ und dem Windows-API. Für TheSky6 ein einfaches Skript zu schreiben dürfte wesentlich schneller zu lernen sein. E&T bietet für TheSky6 Pro die Möglichkeit, die Daten einzelner Objekte von TheSky abzurufen und in den Dateneditor von E&T zu übernehmen. Du kannst also Daten aus TheSky6 Pro "herausziehen". Sowas lässt sich mittels der Skriptingschnittstellen von TheSky machen. Bei Guide war das nicht möglich: es gibt keine Schnittstelle und aus dem GUI kriege ich nix raus, weil Guide die Objektdaten lediglich mit Windows-Zeichenbefehlen auf den Schirm bringt und es keine Fensterstruktur gibt, an die man irgendwie herankäme. Ich habe da viele Stunden lang probiert, aber dann aufgegeben.

TheSky6 ist für Astrofotografen interessant, weil man Gesichtsfelder von Kameras sehr flexibel gestalten kann.

TheSky bietet die Möglichkeit, die Karten als Metafile auszugeben. Damit kannst Du die Karten z.B. in CorelDraw laden und nachbearbeiten (Beschriftungen, Pfeile, ...). Übrigens geht das auch mit E&T: Datei.Speichern unter... wählen und dann beim Dateityp EMF oder WMF auswählen.

TheSky bringt im Lieferumfang viel mehr Sterndaten mit als Guide (~55 Mio vs. ~19 Mio). Beide Programm erlauben Zugriff auf Sterndaten im Web, aber ohne Internetverbindung bietet TheSky mehr. Mir persönlich reicht mit 14,5" Öffnung der Guide Star Catalog aus. Bei Guide kannst Du aber Sterndaten für tiefe Felder aus dem Web runterladen, die das Programm dann in einem Cache parkt. Damit können die tiefen Karten dann auch ohne Webzugang gezeigt werden.

Wie auch immer, man kann mit beiden Programmen tiefe Karten erstellen - und sei es vor der Beobachtung zuhause statt spontan draussen auf dem Acker. Ich habe eine Web'n Walk Card, aber am Beobachtungsplatz kein UMTS. Vielleicht ist das ja gerade das Merkmal eines guten Beobachtungsplatzes ;-)

Mein Fazit: ich nutze Guide 8 auf meinem Feld-Notebook als ideale Ergänzung zu E&T. Wenn E&T mit seinen Fähigkeiten nicht ausreicht, füllt Guide perfekt die Lücke. Draussen auf dem Acker starte ich Guide eigentlich nur für "Planetare Fragen".

Ich schätze TheSky6, wenn ich zuhause am Schreibtisch Aufsuchkarten basteln möchte, Gästen bei einer Veranstaltung etwas demonstrieren will oder auch schon mal, um mit dem DataWizard der Professional Version mir Sachen ausrechnen zu lassen, für die ich sonst ein kleines Programm schreiben müsste. Als "Allroundprogramm" für diejenigen, die am liebsten alles mit einer Software machen als mit einem ganzen Zoo ist TheSky6 Pro schon eine Bank.

Für einen praktischen Beobachter bietet Guide solide Funktionalität und ein prima Preis-/Leistungsverhältnis.

Das kommende VdS-Journal hat den Schwerpunkt "Computerastronomie" und erscheint im Dezember. Dort gibt es einen großen Vergleichstest populärer Kartenprogramme, an dem ich mitgewerkelt habe. Ich denke, dass Du vor einer Kaufentscheidung da mal reinschauen solltest.

Gruß,
Tom
 
Hallo Lothar,

zu Tom`s Ausführungen ist ansich nichts mehr hinzuzufügen. Daher nur ein allgemeiner Kommentar eines THE-SKY Users:

Ich verwende THE SKY in der Version V-4D, also die große Version, von Karl Turner ins deutsche übersetzt.
Damit steuere ich meine Teleskope sowie meine Sternwarte zu meiner vollsten Zufriedenheit.
Was welches der beiden (neueren) Programme mehr kann und mehr darstellen kann, ist mir mit Verlaub "wurscht", da ich das dort gebotene in meinen beiden 12" Geräten (Newton und SC) so und so nicht sehen könnte.
Was mit gefällt ist, daß ich zusammen mit dem Argo-Navis über The Sky auch meinen Dobson bedienen kann, komplett über den Laptop. Das läßt mich auch Objekte finden, nach denen ich lange suchen müsste.

Ein Nachteil von THE SKY, Version 6: das Programm ist ggf. etwas zu sehr auf Grafik aufgebaut und verspielt in der naturealistischen Darstellung. Eben vielleicht mehr für "Genuß-Spechtler" gedacht denn für den reinen wissenschaftlichen Einsatz. Daher braucht es auch mehr Speicherkapazität, um flüssig zu laufen.

Ich selbst kann es empfehlen, bin aber nicht der große Anwender aller möglichen Funktionen beider Programme.

CS
Winfried
 
Hallo,

danke für die Antworten - besonders an Thomas für den ausführlichen Bericht. Da ich Mitglied in der VdS bin, werde ich das neue Heft ja bald erhalten und ich habe keinen Zeitdruck mit der Anschaffung eines der beiden Programme.

Weiß jemand ob es in naher Zukunft für E&T, Guide oder TheSky neue Versionen geben wird?

Wenn TheSky etwas "bunter" ist als Guide ist dies für mich kein Problem, war eigentlich auch von Redshift angetan, suche aber noch etwas Besseres mit mehr Möglichkeiten, gerade bei den Einstellungen für Objekte / Karten. Wert lege ich auf einen guten Bedienungskomfort.

Ephemeriden sind für mich kein Thema, an Teleskopsteuerung denke ich z. Zt. nicht wirklich (zuwenig Erfahrung / Kenntnisse).

Was Alex Frage angeht zu der Einstellung flexibler Objektkriterien: ich möchte bei Veränderlichen und Doppelsystemen verschiedene Typen selektieren und kombinieren (z.B. RV-Tauri-Sterne, Eruptive, Doppelsysteme mit weißem Zwerg, Riesen-/Überriesen) - das war mit Redshift so nicht möglich, außerdem waren die Objektinformationen zu wenig.

Viele Grüße
Lothar
 
Hi Lothar,

Weiß jemand ob es in naher Zukunft für E&T, Guide oder TheSky neue Versionen geben wird?

Über E&T kann Dir Thomas Auskunft geben :)
Bei den anderen Softwarepaketen bleibt die Homepage, der Vertrieb oder e-mail.

ich möchte bei Veränderlichen und Doppelsystemen verschiedene Typen selektieren und kombinieren (z.B. RV-Tauri-Sterne, Eruptive, Doppelsysteme mit weißem Zwerg, Riesen-/Überriesen) - das war mit Redshift so nicht möglich, außerdem waren die Objektinformationen zu wenig.

Hmmh, bei solcherarts spezifischen Abfragen ist es nicht einfach das richtige Programm zu finden. Es ist ja für den Hersteller immer so eine Frage sowas zu implementieren, wenn es unter 100 Usern grade mal einer braucht...
Außerdem müssen die entsprechenden Datenbanken erstmal integriert werden...
Aber, mir fällt grade "Marfir" ein, der auch ein Programmpaket im Angebot hat daß sich mit der Klassifizierung von Sternen beschäftigt.
Vielleicht kann er Dir da ein bischen weiterhelfen.

Ansonsten wird wohl nichts anderes übrigbleiben (vorerst) als mit verschiedenen Software-Paketen zu arbeiten um zum Ziel zu kommen.

Es ist so wie Thomas vor einiger Zeit schonmal sinngemäß so passend dazu gesagt hat:"Ein Programm das alles kann gibts nicht und wenn, ist es vermutlich unbedienbar :cool:"

Gruß Alex (VSU)
 
Hallo an alle,

ich besitze schon seit längeren Guide8 und TheSky 5D. Mit den beiden Programmen bin ich sehr zufrieden. Ich hab beide Programme auf mein Laptop laufen und auch auf den neuersten Stand.

Das einzige was mich in Guide8 stört, was TheSky 5 nicht hat ist, bei Anbindung am Teleskop (GoTo) sehe ich in TheSky5 einen roten Kreis wo mein Teleskop steht bzw. wo es gerade hin fährt. Das ist bei Guide8 nicht zu sehen. Schade eigentlich.

Ich bin auch gespannt wann Guide in der 9'ten Version kommt.

Meine Überlegung bzw. meine Zukunftspläne sehen so aus das ich mein 11" SC mit meiner SBIG 4k und das Dach vollautomatisch betreiben kann. Dann muss ich nicht mehr die ganze Nacht frieren.

Was ist euer Meinung nach das beste für solch eine vollautomatische Sternwarte, oder haltet ihr das nicht für Sinnvoll?

Gruß
Johnson
 
Zitat von L_Groening:
Weiß jemand ob es in naher Zukunft für E&T, Guide oder TheSky neue Versionen geben wird?

An Eye&Telescope 3.0 wird abschließend gewerkelt. Eine neue Version soll bis zum Jahresende erscheinen - aber das ist keine offizielle Ankündigung sondern meine Erwartung. Ronald Stoyan und ich haben halt auch noch anderes zu tun ;-)

Software Bisque überarbeitet TheSky. Die neue "X" Version läuft wohl auch unter Linux und auf dem Mac. Lieferbar ist die Ausbaustufe "Student Edition", die beiden größeren Varianten sind in Entwicklung, ohne Terminankündigung. Die Screenshots von der Student Edition auf der Bisque Website erinnern mich sehr an Starry Night. Wenn TheSky X Pro so gut aussieht wie Starry Night Pro 6, aber Daten und Funktionen besser sind, dann wird es eng für Starry Night.

Über Guide 9 wird manchmal in Foren geshrieben. Bill Gray, der Entwickler, ist offenbar immer fast fertig, aber nicht ganz. Es geht ihm (wenn ich seine Beiträge richtig interpretiere) mit dem neuen Release in erster Linie darum, ein Medium mit aktuellen Daten auszuliefern, weil lt. seiner Aussage viele Daten auf der Guide 8 CD inzwischen hoffnungslos veraltet sind. Ich würde von einer neuen Guide-Version keine tiefgreifenden Veränderungen erwarten. Wozu auch, da ist viel mehr drin als man braucht. Ich war einmal echt verblüfft, als beim Reinzoomen auf den Mond plötzlich in der Legende die Kartennummern des Rükl-Atlas auftauchten. Wow, da hat einer mitgedacht!

Wenn TheSky etwas "bunter" ist als Guide ist dies für mich kein Problem, war eigentlich auch von Redshift angetan, suche aber noch etwas Besseres mit mehr Möglichkeiten, gerade bei den Einstellungen für Objekte / Karten. Wert lege ich auf einen guten Bedienungskomfort.
Den Bedienungskomfort hättest Du. Wenn die "Real Mode" Eintellungen von TheSky stören (den Winfried wohl schon), kannst Du sie dosiert deaktivieren. Und dann fliegt die Grafik nur so. Vor der Performance ziehe ich den Hut, da war TheSky schon immer ganz mit vorne dabei.

Was Alex Frage angeht zu der Einstellung flexibler Objektkriterien: ich möchte bei Veränderlichen und Doppelsystemen verschiedene Typen selektieren und kombinieren (z.B. RV-Tauri-Sterne, Eruptive, Doppelsysteme mit weißem Zwerg, Riesen-/Überriesen) - das war mit Redshift so nicht möglich, außerdem waren die Objektinformationen zu wenig.
In diesen Punkten würde ich weder von Guide noch von TheSky mächtige Möglichkeiten erwarten. TheSky6 Pro bietet mit dem Data Wizard fantastische Möglichkeiten um Abfragen zu formulieren. Ich galube aber, dass die mitgelieferten Daten das nicht enthalten, was Du Dir wünschst. Und dann hilft auch kein noch so tolles Query-Tool.

Viele Grüße
Tom
 
Hallo Tom,

ist nicht ganz so, wie zu in Bezug auf mich sagst. Ich habe ja die Version 5D und bin damit absolut zufrieden. Ich liebäugle, - warum, weiß ich selbst nicht - aber schon mit der Verion 6 und dem "realen Himmel".
Wirklich brauchen wird man`s nicht, aber für Besucher mag es schon besser sein, wenn es realistischer ist.

Ich dachte da nur mehr an die höheren Anforderungen an den Laptop. - Viele nehmen, da draußen im Feld, lieber einen älteren mit und der hat dann nicht ganz die Performance, die man für dieses Programm benötigt.

Kurzantwort für Johnson:

Ich arbeite in der Sternwarte mit The Sky 5D und alles funktioniert einwandfrei. Das Programm läuft sehr stabil, stützt nie ab und hängt sich bislang auch nicht auf. Ich habe es seit der ersten Version und es hat mich noch nie im Stich gelassen, kann es also empfehlen. An der Motorisierung des Schiebedaches arbeite ich noch, aber auch das wird THE SKY regeln, da bin ich mir ziemlich sicher. Vielleicht muß ein Bekannter von mir da noch etwas umprogrammieren, aber ich denke, es dürfte gehen.

CS
Winfried
 
Heyho,

ich habe mal ein bischen nebenher weiter über Lothars Problem nachgedacht...

Für eines von Lothars Probleme, nämlich
außerdem waren mir die Objektinformationen zu wenig
ist mir zumindest für den "SkyMapViewer" und das "Artemis BBSystem" eine "nette" Lösung eingefallen :cool:

Ich denke, diese Idee könnten andere Programmierer auch aufgreifen :cool: :/

Hier mal ein Screenshot der zeigt wie ich das Infoproblem
gelöst habe....
Zu sehen ist eine Mapdatei aus dem "Fundus" um den Stern "Alcyone" in den Plejaden inclusive Objektinformationsfenster
Link zur Grafik: http://www.vsu.dyndns.org/AlcyoneSample.jpg

Wie funzt das jetzt?

Gegeben sei eine "Link-Map" Datei auf einem Server ("Artemis BBSystem") die beliebige HTML-Dokumente, ( besser gesagt Hyperlinks ) über Äquatoriale Himmels-Koordinaten verknüpft!

Anders gesagt, diese "Link-Map" Datei ist eine beliebig lange Liste von Objektkoordinaten mit zugehörigem Hyperlink.

Jede Zeile definiert also ein neues Objekt vom Typ "HTM".

Mal angenommen, irgendjemand wollte eine Sternkarte um den Stern "Alcyone" in den Plejaden erzeugen und es gäbe eine solche "Link-Map Datei" in der es eine Zeile mit folgendem Eintrag gibt.
+03.791389 +24.105000 + HTM http://en.wikipedia.org/wiki/Alcyone_(star)

Er generiert also die enstprechende Abfrage mit "Alcyone" im Zentrum und schränkt dabei die Feldgröße auf meinetwegen 30 Bogenminuten Radius ein.
Er erhält dann eine "Mapdatei" mit Informationen aus allen möglichen Objektkatalogen PLUS alle "HTM" Objekte die ebenfalls mit im Feldradius liegen...

Beim Anclicken von "Alcyone" auf der Sternkarte wird der Stern anhand der äquatorialen Koordinaten (mittels Fangraster) identifiziert und alle zugehörigen Beschreibungen inclusive der präzisen Hyperlinks im Objectinformationsfenster gelistet !!.

Wenn man also über "Alycone" neue Informationen hat müßte man "nur" im Host-System die Link-Map Datei updaten, indem man eine neue Zeile mit den "Alcyone" Koordinaten und einem neuen Hyperlink anlegt...

Auf diese Weise könnte die Datenbasis über ein Objekt ganz einfach erweitert werden...

Muß mich bei Lothar für seine "Probleme" bedanken... :super:

Gruß Alex (VSU)

P.S Die Idee arbeitet am besten bei Client/Server Datenbank-Systemen, bei denen der User keine Katalogupdates einfahren muß.
Für Standalone Programme wie "Guide","Cartes du Ciel" usw. geht das zwar auch ist aber sehr viel umständlicher da jeder User andauernd Datenbankupdates durchführen müßte...
Hmmh, es hat alles seine Vor und Nachteile... :/



 
Hallo @all,

alle hier aufzuzählen wäre ich ja stunden dabei ;)

Ich habe im Internet ein bischen gestöbert, ist zwar schon etwas her, aber ich entsinne mich noch schwach das da doch mal ein Programm gegeben hat bzw. noch gibt, das ALC, ACL oder ähnlich hieß. Mit diesen Programm (laut Video-Clip) konnten da Sterne, Galaxien, PN usw. auswählen die aber mit TheSky6 lief. Ich glaub DOME oder so hieß das Programm.

Mit diesen Programm konnte man Galaxien aufnehmen als LRGB z.B. M81 und M82. Voraus gesetzt das Wetter spielt mit. Also nochmal in kurzform:

öffnen von dem Programm, einen Button anklicken und dann
Galaxie(n) anklicken in TheSky6
entweder L oder LRGB und dann auf Start oder so klicken
und dann ins Bett gehen. Am nächsten Tag die Bilder auswerten.

Kann sich da jemand von euch erinnern oder hat das schon jemand von euch gehört?

Vielleicht du Tom, Alex, Winfried ....?

Gruß
Johnson
 
Hi Johnson,

ich denke du meinst Bob Denny´s Acp Paket :/

Ein Blick zu BDW Publishing bzw. auf MPO Connections schadet auch nicht :/

Aber ich muß Dich warnen, du findest ganz sicher alle "Lego-Steine" auf dem Weg zur Vollautomation, der Teufel sitzt aber wie üblich im Detail bzw. im schwächsten Glied der Automationskette und das ist meistens die Pointierungsgenauigkeit beim Ansteuern von Himmels-Objekten.

Über die Probleme die bei der Pointierung auftreten können, kann man ein ganzes Buch veröfffentlichen :/

Eins ist jedoch sicher, es ist viel Frust dabei und man kann den Spruch anbringen, den ein A.de User in der Signatur stehen hat. "Man leidet, aber man wächst" :/

Gruß Alex (VSU)
 
Hallo,

Danke noch mal für eure Beiträge. Im Moment tendiere ich eher zu TheSky und werde mir mich nochmal weiter im Web informieren bevor ich es kaufe. Ansonsten werde ich sicher E&T upgraden, wenn die neue Version da ist.

Viele Grüße
Lothar
 
Hallo Alex,

die Idee mit dem "Anhängen" von Links an Objekte ist gut, aber nicht komplett neu. Schon seit einigen Versionen kann man in Eye&Telescope an Beobachtungen beliebige Dateiverweise anhängen. Das können nicht nur Bilder sein. Diese Idee ist mir auch aus anderen Logging-Programmen bekannt. Außer bei Beobachtungen könnte man genauso gut bei den Objektdaten Zusatzinformationen verlinken. Bei E&T habe ich mich hier aber dazu entschieden, statt Links lieber Textfelder zu benutzen und deren Inhalt auch in der Datenbank abzulegen. Das läuft dann unter dem Begriff "Notizen". Solche Texte kann man schön in Objektlisten als Tooltips anzeigen. Mit Links geht das nicht, denn i.A. braucht man ja die passende Anwendung zur Anzeige des verlinkten Inhalts.

Ich sehe manches (noch?) ein wenig aus der Perspektive des Anwenders ohne Internetzugang. Ein Server für Objekt-Links wäre schon eine tolle Sache, aber wer pflegt sowas? Das ist eine Mords-Aufgabe! Es gibt auch schon eine Reihe von Online-Angeboten zum Abfragen von Objektdaten, aber leider weder nach irgendeinem Standard (als Webservice?) noch mit einer Art Metacrawler obendrüber. Beim CDS gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Abfragen zu formulieren. Einige Abfragen sind auch technisch dokumentiert, so dass Du im Prinzip einen HTTP-Request auch programmatisch zusammensetzen kannst. Dann müsste ein Programm die Antwort parsen. Das geht alles, ist aber zerbrechlich bei Änderungen. Halt die Vorstufe zu einem richtigen Webservice. Es ist schade, dass manche nützliche Techniken aus der Enterprise IT in der Astroprogrammierung noch kaum aufgegriffen werden. Aber da habe ich leicht reden, da ich auf beiden Baustellen arbeite...

Grüße,
Tom
 
Guten Morgen Thomas,

ahh rogger, wie man sieht komme ich kaum dazu mir andere Programme anzusehen ... :(

Da hast Du natürlich völlig recht, die technische Realisierung ist die eine Sache die Pflege der Datenbank dahinter eine ganz andere...

Daß man auch das "CDS" für derlei Datenabfragen nutzen kann ist absolut richtig und man muß vor den Betreibern den Hut ziehen... :hochachtung:

Was mir aber an der ganzen Sache mit den "verteilten Systemen" nicht gefällt ist eben genau dieses "Verteilungsmerkmal" und die damit verbundene Frage:"Wer zum Geier ist hier für was zuständig?".
Hie und da liest man ja immer wieder:"Booah mein CDC liest keine Asteoridendaten, :teufelgrr: mein XY-Planetariumsprogramm findet keine USNOA oder USNOB Objekte.... was mach ich nur?
Antwort:"Beten, daß die Programmierer sich untereinander verständigen und die Schnittstellen wieder auf identischen Stand bringen..." und wer ärgert sich darüber --> der Anwender...
Und es ärgern sich aber auch die Entwickler, weil der Kollege "da drüben" in seiner Datenbank mal wieder "ein Bit" verschoben hat... :erschreck:

Wo wir mal wieder beim beliebten Thema "Datenglobalisierung" und "Schnittstellennormierung" sind :/
Ist ja schon interessant zu sehen wie es auf der Welt so zugeht. (Fast) Alle wollen "Globalisieren" nur auf dem Weg dahin brechen links und rechts die Systeme ein... Ob das jetzt das Finanzwesen oder die Deutsche Bundesbahn ist ...

Kann sein, daß ich hier altmodisch denke, aber im übertragenen Sinn wünsche ich mir so manchen High-Tech "Tante Emma" Laden wieder, der für ein begrenztes Problem eine Komplettlösung anbietet und bei dem es noch einen verantwortlichen Ansprechpartner gibt und nicht einen "Anrufbeantworter"...

Gruß Alex (VSU)
 
Zitat von Varyonyx:
Wo wir mal wieder beim beliebten Thema "Datenglobalisierung" und "Schnittstellennormierung" sind :/
Ist ja schon interessant zu sehen wie es auf der Welt so zugeht. (Fast) Alle wollen "Globalisieren" nur auf dem Weg dahin brechen links und rechts die Systeme ein... Ob das jetzt das Finanzwesen oder die Deutsche Bundesbahn ist ...

Kann sein, daß ich hier altmodisch denke, aber im übertragenen Sinn wünsche ich mir so manchen High-Tech "Tante Emma" Laden wieder, der für ein begrenztes Problem eine Komplettlösung anbietet und bei dem es noch einen verantwortlichen Ansprechpartner gibt und nicht einen "Anrufbeantworter"...

Hi Alex,

ich denke auch "altmodisch". Mir ist leider in meiner Berufspraxis in den letzten Jahren aufgefallen, dass das Thema XML und Datenaustausch oft nicht richtig verstanden wird. Manchen Menschen ist nicht klar, dass Datenaustausch nur vernünftig funktionieren kann, wenn man sich auf Umfang, Struktur und Bedeutung der Datenelemente verständigt hat. XML erweckt leicht den Eindruck, dass damit alles ganz easy wird, denn als Mensch kannst Du ein Dokument lesen und Dir aus den Namen der Tags irgendeine Vorstellung dessen machen, was da gemeint ist. Wenn aber ein Programm die Daten verarbeiten soll, dann muss diese Semantik festgelegt sein, am besten als ein XML Schema.

Die XML Schnittstellen des CDS sind m.E. ein Beispiel für diese Ignoranz. Man bekommt DAten zwar in XML geliefert, aber in einer Struktur die für eine maschinelle Auswertung mehr Probleme schafft als das XML löst. Keine klaren Datentypen, die Metainformationen sind viel zu generisch um irgendwas halbwegs konkretes dagegen zu programmieren. Ich habe auch nirgends ein Schema gefunden, aus dem hervorgeht, welche Elemente in einem Abfrageresultat überhaupt enzhalten sein können. Diese Information brauche ich aber, wenn ich eine Importroutine oder eine Transformation schreiben will.

Datenaustausch und Standards müssen also mit einer organisatorisch-fachlichen Abstimmung beginnen. Dazu muss man das Anwendungsfeld gut kennen und klar abgrenzen. In unserer COMAST-Arbeitsgruppe hatten wir dazu kürzlich eine längere Diskussion, weil es Erweiterungsvorschläge gab, die den ursprünglichen "Scope" gesprengt hätten. Statt nun "alles" in ein noch fetteres Schema zu stopfen, haben wir uns für einen modularen Ansatz entschieden: Wiederverwendung von Basistypen, neue Schemas für neue Anwendungsfelder.

Wenn unser XML-Projekt seinen wichtigsten Meilenstein erreicht hat (www.deepskylog.org mit Import/Export-Fähigkeiten), denke ich ernsthaft daran, COMAST der OASIS zur Veröffentlichung als offiziellem Standard vorzulegen. Das kann man zumindest mal versuchen. OASIS hat schon schlechteren oder schwächeren Schemas seinen Segen gegeben als unserem ;-)

Eventuell ist es sinnvoll, mit den belgischen Kollegen von deepskylog.org mal darüber zu reden, ob sie Deine "Linkidee" aufgreifen wollen. Dann fehlt "nur noch" ein Webservice, um die Informationen abrufen zu können.

Ich befürchte dass es nichts bringt zu versuchen, über mehrere chaotisch organisierte Dienste irgendeine Abfragelogik zu legen. Du hast es ja schon geschrieben: heute läufts und morgen kommen keine Daten mehr. Oder eine andere Struktur. Aber worauf sollen wir hoffen, wenn uns selbst die Profis (ich denke ans CDS) manchmal nur sehr halbherzige oder schwache "Lösungen" zur Verfügung stellen? Vielleicht kann Henning Lorch ("Lorchi") hierzu was schreiben, Stichwort "Virtual Observatory". Wäre spannend, mal zu recherchieren was es da gibt, aber aktuell fehlt mir dazu die Zeit. Mag sein, dass solche Online-Zugriffe mal für E&T 4 oder 5 ein Thema werden. Bis dahin fließt noch viel Wasser den Rhein runter.

Gruß,
Tom
 
Hi Thomas

Die XML Schnittstellen des CDS sind m.E. ein Beispiel für diese Ignoranz. Man bekommt DAten zwar in XML geliefert, aber in einer Struktur die für eine maschinelle Auswertung mehr Probleme schafft als das XML löst. Keine klaren Datentypen, die Metainformationen sind viel zu generisch um irgendwas halbwegs konkretes dagegen zu programmieren. Ich habe auch nirgends ein Schema gefunden, aus dem hervorgeht, welche Elemente in einem Abfrageresultat überhaupt enzhalten sein können. Diese Information brauche ich aber, wenn ich eine Importroutine oder eine Transformation schreiben will.

Genau so siehts aus ... und diese Umstände machen einem das Leben schwer. Deswegen habe ich mich hingesetzt um eine eigene Datenbasis zu schaffen die erstmal eine solide Grundlage schafft um darauf aufzubauen.
Du weißt ja aus der Erfahrung mit E&T was das für eine Quälerei ist :schwitz:
Ich mußte das auch erst erleben, jetzt kann ich da auch mitreden :D

Auch aus diesem Grund ist "Artemis" ein Client Server System geworden, weil man niemand die Pflege einer 134GB Datenbank auf dem eigenen Rechner zumuten kann :cool:

Bin gespannt was Lorchi zum Virtual Telescope sagt...
Ich hoffe er kann meine Prognose mittlerweile widerlegen :/

Gruß Alex (VSU)


 
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