guidescope fix am C8 montieren. wie?

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andreasmax

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hallo,
vorgabe: astrofotografie mit dem Celestron Edge HD 800 + Reducer 0.7, 9x50 mm guiderohr und einem MGEN II zum guiden.

meine bisherigen ergebnisse in diesem setup sind nicht zu gebrauchen. trotz perfektem guiding striche in den aufnahmen bei 3 minuten belichtung.
ein OAG dürfte leider kein thema sein, da ich eine nikon DSLR nutze und - selbst nach aussage celestron - damit ein OAG funktioniert. zu viel abstand...
bisherige aussagen zum problem lauteten immer auf flexibilität im system, sprich Edge / Guidrohr. dieses sitzt mit einer klemme am tubus. kann hier kein wackeln feststellen, alle schrauben angezogen, wirkt sehr robust.
zum thema spiegel-shifting: das problem bleibt selbst eine stunde gleich, sämtliche belichtungen gleiche trails an den sternen.
spiegelarretierung natürlich aktiviert.
frage nun:
a) wie stelle ich fest, ob es wirklich an einer flexibilität im system liegt?
b) wie bringe ich die weg? wie guiderohr fest moniteren?
c) ein anderes problem?

da ich die 1,5-2 m brennweite nutzen möchte (der tubus an sich ist wirklich gut!), hoffe ich auf ein paar anregungen und tipps.

danke euch und lg

andreas
 
Hi,
stell doch mal ein Bild ein, dann kann man das Problem besser analysieren.
Spiegelshifting erzeugt keine gleichmäßigen Strichspuren, dann ist der Stern verwackelt, das sieht man.
Flexibilität im System sollte sich auch anders darstellen. Wenn das Guiding Scope fest sitzt, sollte das auch nicht zu Strichspuren führen. Ich vermute bei deinem Auto Guiding läuft was schief.
Polar Alignment hasst Du gemacht ?
Gruß Jens
 
hi,
erstmals danke für die rückmeldung.
polar allign ist natürlich gemacht. sogar 2x, jeweils danach mit 3-stern-kalibrierung.
mit dem mgen fahre ich normalerweise einen 800er newton und 500er apo ohne jegliche probleme.
natürlich mache ich auch am mgen eine kalibrierung nach dem anfahren und erhalte dort zw. 97 und 100%. darunter zurück auf los, alles neu.
das guiding läuft ruhig, wenig korrekturen. bez. seeing ist mir auch das bewusst bei den einstellungen.
spiegelshifting schließe ich selbst auch aus, das würde ja erratisch autreten.
bez. beispielbild muss ich sehen, mein rechner (und damit der zugriff auf meine bilder) ist defekt und wird gerade getauscht. kann 2 wochen dauern. vll. erhalte ich noch zugriff auf die datenbank.
ich melde mich.
lg

andreas
 
hi jens,
hier ein unbearbeitetes single-frame.
bitte um deine einschätzung.
EdgeHD800.jpg


Nikon D5100a, ISO 800, 5 min. Aufnahme vom 5.9.2018

lg,

Andreas
 
Moin,

das sieht nach Guiding aus, wenn das was wackeln würde wäre da ein Gezitter im Gange, was nicht der Fall ist. Irgendwas stimmt da mit dem Setup und der Einrichtung nicht.

CS
Jörg
 
noch ein 1:1 ausschnitt.

EdgeHD_zoom.jpg
 
guiding? leuchtet mir ja irgendwie ein.
nur wo liegt der fehler, wenn das guiding ruhig läuft, die korrekturen brav gemacht werden? bei diesem fehler müsste der guidestern ja bald abhauen. macht er aber nicht.
mit der gleichen setup-routine und ähnlichen einstellungen am mgen (adaptiere je nach umstand) erhalte ich selbst mit dem 800er newton runde sterne. selbst nach 20 minuten belichtungen am 800er kein problem mit drift. das hab ich nur am c8.
gibt es da eine routine, um den fehler einzugrenzen?

lg,
andreas
 
frage nebenbei:
reicht der 9x50 als guiderohr am c8? sind ja doch zw. 1500 und 2000 mm brenntweite und der guider hat nur 180mm. wäre hier ein längeres guiderohr besser?

lg,
andreas
 
Nachführfehler. Die roten, grünen und blauen Pixel sind seltsam. Hast Du diese bei allen Bildern?
 
fürchte, das sind defekte pixel am sensor. sind in allen bildern, rechnen sich in PI wunderbar raus. kein thema.
 
Moin,

kann das Bildfelddrehung sein? Bin ein wenig ratlos. Ein Parallelitätsfehler würde sich ja nicht so zeigen.

CS
Jörg
 
frage nebenbei:
reicht der 9x50 als guiderohr am c8? sind ja doch zw. 1500 und 2000 mm brenntweite und der guider hat nur 180mm. wäre hier ein längeres guiderohr besser?

lg,
andreas
Moinmoin,

Ja! Die 250mm Brennweite (ca) sind im Verhältnis zur Hauptbrennweite schon wenig. Besser wirds mit längeren Brennweiten. Ich hatte bereits bei 1370mm Hauptrohrbrennweite eine merkliche Verbesserung mit 500mm Leitrohrbrennweite.
MGen subpixelt zwar, aber besser wirds trotzdem, wenn der "optische Hebel" nicht so groß ist. Auch sollte man die LR-Brennweite und die Teleskopbrennweite im MGen eintragen. Dennoch, dein Fehlerbild paßt nicht zu dieser Ursache, denn dann gäbe es keine Vorzugsrichtung und die Abweichung wäre in alle Richtungen gleich.

Dein Bild zeigt eine Abweichung in nur einer einzigen Richtung! Damit hast du noch irgendwas "drin", das deutlich stärker ist, als ein schlechtes "optisches Hebelverhältnis". Es könnte auch eine Art Verbiegung (der Schwerkraft nachgeben) zwischen Tubus und Leitrohr sein. Verbiegungen mit weniger als ein 10tel mm sind kaum noch mit bloßem Auge zu erkennen, aber auf dem Foto wirken sie sich dennoch heftig aus. Das fällt auch erst bei höheren Belichtungszeiten aus. Deine Belichtung sieht bei 1,5-2m Brennweite aber eher nach unter 3 Minuten aus.

Ich tippe aber mal auf Getriebespiel. Ich warte mit der Belichtung der ersten Nutz-Frames bis 5 Minuten nach Einschalten des Guidings, damit sich die ganze Sache "setzen" kann. Es hat sich dabei als nützlich erwiesen, beide Achsen nicht genau auszubalancieren, sondern ein kleines Ungleichgewicht einzustellen, sodaß der Achsmotor immer ein klein wenig was zu ziehen hat, damit die Zahnflanken immer an derselben Seite anliegen bleiben. Die RA-Achse belaste ich auf der Ostseite, sodaß der RA-Motor immer ein wenig Last hat, die er auf seinem Weg nach Westen hinter sich herziehen muß. Beim DE-Motor ists wurschd, wo die Last zieht, der bewegt (soll) sich währen der Belichtung ja nicht. Ich stelle den hecklastig ein. An beiden Achsen genügen wenige 100g Ungleichgewicht.

Der Balance würde ich als erstes mal nachgehen. Wenn du dann noch nach einem Lösungsansatz für längere Brennweiten am Leitrohr suchst, ich hab noch 500er Leitrohre übrig. Montiert sieht das dann so aus:

RC10-Leitrohr 1 fc.jpg

Ich befestige alles auf sog. Picatinny-Schienen (ein seltener Fall, wo Waffenzubehör zivile Qualitäten zeigt). Das ist viel leichter, stabiler und reproduzierbarer (!) beim Auf- und Abbau wie die ganzen "Standard-Wackelsockel", die man so kennt. Hier am 10er RC, hab ich am 6er RC auch schon so gehalten. Kann ich nur empfehlen ;)

RC10-Leitrohr 2 fc.jpg

500mm f/8, am Rohrende sieht man die MGen-Kamera

Grüße und CS,
Okke

PS: die bunten Pixel sind sog. Hot-Pixel, bzw Subpixel, das Pixel ist immer das gesamte RGB-Ding. Ein Subpixel ist eine dieser Zellen, sei es rot, grün oder blau.
 
Moin,

das berühmt-berüchtigte Wundertütigon ... - aber wer sie schonmal hatte, weiß was die Teile können. Cool. Für kompakten Aufbau hätte ich sonst einen der preiswerten 8/500er Spiegel empfohlen, die wiegen nix, haben ein grausliches Bild aber fürs guiden reichts.

CS
Jörg
 
Zum Thema Stabilität des Leitrohrs..... ich habe auf meinem C8 oben nochmal eine 2“ Schiene auf welcher ich einen Baader Stronghold montiert habe. Darauf kommt dann das Leitrohr. Ziemlicher Aufbau, aber sehr gut justierbar und stabil...
 
Die 250mm Brennweite reichen, damit guidet der MGEN bereits seeingbegrenzt (ordentliche Parametrierung vorrausgesetzt)- sprich, du kannst damit jede beliebige Brennweite guiden. Ich habe mit 200mm Brennweite schon 2700mm nachgeführt über 12 Minuten - punktfömig - soweit man bei dieser Brennweite und 5mym-Pixeln noch von Punkten sprechen kann.
Wenn ich deine Bilder sehe, würde ich auf den ersten Blick auf azimutalen Modus - und somit klassische Bildfelddrehung tippen, aber das schließt du ja bereits aus.
Aber wenn möglich, mit diesem Setup mal ein halb- und eine doppelt solange Belichtung machen - dann dürfte man die Ursache wahrscheinlich eher ermitteln können.

viele Grüße Ronald
 
Ja, sieht irgendwie nach AZ-Modus aus. Zu dem 500mm Beroflex (Wundertüte): das ist eine coole Idee fürs Guiden, wenn die Montierung entsprechend dimensioniert ist, denn die wiegen schon ganz schön. Sind nicht teurer als ein 9x50 Sucher und haben einen T2-Anschluss und der Unendlichanschlag ist mit Madenschrauben nachjustierbar.
 
wenn ihr mit AZ-Modus den AZ-Modus der AZ-EQ6 meint - nein, ich betreibe sie natürlich im EQ-Modus.

resultierend schließe ich aus den meldungen hier, dass es kein spiegel-shifting ist. korrekt?
nun kommt ja wieder der mond (leider). das kann ich aber mal nutzen für tests.
ich schau mir noch einmal im feld die guiding-parameter an. mein tipp wäre die toleranz beim MGEN von aktuell 0,10 auf 0,05 zu setzen und die AGG von 60 auf 80. was meint ihr?
auch sehe ich mir noch einmal das polar-alignment an. ich mache zwar aktuell jeweils 2 durchgänge, vll. braucht es für die lange brennweite mehr durchgänge.
auch schließe ich aus den meldungen, dass der 9x50 (180mm) für sucherguiding am Edge ausreichend sein sollte. right?
wenn das wetter es zulässt, rücke ich aus. sieht momentan nicht so gut aus.
ich halte euch auf dem laufdenen und sage hier schon mal vielen, vielen dank für die inputs!

lg
andreas
 
die 180mm LR-Brennweite sind nicht gerade hilfreich, aber es gelingt ja wohl auch bei krassen Brennweitenunterschieden (s.o.). Das Guiding schließe ich auch bei dem Erscheinungsbild definitiv aus!
Es ist nur eine Achse betroffen. Ich halte es immer noch für Getriebespiel. Warum glaubst du, das ausschließen zu können? Ostseitig belastet?
 
ich hatte das gleiche problem mit meiner vorherigen CGEM. diese habe ich genau wegen diesen bedenken einer optimierung durch VTSB unterzogen. lief zwar nachher besser, hat aber für dieses problem keinen unterschied gebracht.
auch habe ich bei der balance das getriebespiel sehr wohl im auge und belaste ostseitig. vll. nicht genug, die EQ 6 läuft in dieser achse eher streng und es nicht ganz einfach da die balance einzustellen. lt. händler wäre dies aber normal.
 
jo macht meine auch. aber ich hab runde sterne seit unbalance um ein paar 100g.
 
probier ich!
danke
 
grüß euch,

typisches Bild von Versatz zwischen Guide und Aufnahmekamera - der HS im C8 ist beweglich, und die Arretierung tut nicht immer zu 100,000% das was sie soll. Unsere Kameras haben gnadenlose Auflösung.
Also hilft nur da nur ein OAG.
Der MGEN guidet auch 3000mm wunderbar mit dem 180mm Leitrohr, die Subpixelgenauigkeit kann noch mehr.
Fette Sterne wird man sich bei solchen Brennweiten einfangen, aber rund werden sie sein.

lg Tommy
 
lt. tommy sollte also ein OAG in kombi mit nikon hier doch möglich sein! das probier ich wirklich gerne aus.
mein gefühl sagt mir (und dank eurer hilfestellungen hier - vielen dank!), damit muss es klappen.
ist bestellt.

lg
andreas
 
Guten Morgen,

ich würd den Thread gerne nochmal hoch holen, da ich das gleiche Problem am Rasa 11 habe. Bei mehr als 3 min Belichtungszeit habe ich gleichmässige Striche wie der Threadersteller (Bilder in der Threadmitte). Diese Striche bleiben immer gleich, würde ich 1 Stunde belichte gäbs lange gleichmäßige Striche wie oben im Bild.
Kann ich Tommys Antwort so deuten, dass das Guidingrohr nicht parallel zur Hauptaufnahmeoptik verläuft, oder was ist mit "Versatz" gemeint? Einen OAG kaufe ich mir für den Rasa natürlich nicht und ich muss auch nicht öfter länger als 3 min belichten. Jedoch sind die Sterne hald hier schon minimalst unrund und das merkt man auch auf den Bildern.
Ist hier wirklich nur mit einem OAG entgegenzukommen?

Ciao Vigo
 
Vigo,
mit “Versatz” ist gemeint, dass sich die Aufnahmeoptik im Verhältnis zur Guidingoptik verschiebt, also wackelt.
Das kommt in den besten Kreisen vor. Der Hauptspiegel ist beweglich gelagert und das Leitroh nicht.
Jede kleine Abweichung (z.B. durch Lageänderung im Laufe der Nacht wenn sich die Montierung bewegt) wird man dann auf den Aufnahmen sehen. Dagegen hilft der OAG.

Gruß
Ernie
 
Und was ist dann der Unterschied zwischen einem Versatz und Spiegelshifting? Beim Spiegelshifting bewegt sich doch auch der Hauptspiegel je nach Lage des Teleskop.
 
Das eine verursacht das andere - es gibt also bei Spiegelschifting ein Versatz zwischen Spiegel und Leitrohr.
 
Hallo Vigo,

Versatz kann auch noch andere Ursachen haben als das Spiegelshifting - eine Verwindung des Okularauszugs von Leitrohr oder Aufnahmeteleskop, Leitrohrschellen mit zu weichen Kunststoffspitzen, die auf das Leitrohr drücken, zu dünnes Tubusmaterial, sodass sich der Tubus selbst verformt, und alles andere, was neben dem Spiegelshifting noch Bewegung in das System bringen kann.

Beste Grüße,
Alex
 
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