Gute Einstiegskamera für gelegentliche Aufnahmen

froschi

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
ich benötige mal zwei, drei Empfehlungen für eine günstige, aber gute Einstiegkamera. Grund, bei der Sonnenfinsternis habe ich festgestellt, dass meine Nikon D7000 an meinem 10“ GSO Dobson nur mit einer Barlow in den Fokus kommt, was das Bild für den Sensor zu groß darstellt. Da ich ab und an gerade für solche Gelegenheiten und auch den ein oder anderen Planeten gerne mal ein Foto machen möchte, riet man mir zu einer Planetenkamera. Da ich ansonsten nur visuell unterwegs bin, habe ich da null Ideen, wo anfangen und wo aufhören. Ich weiß nur, ich möchte keine Materialschlacht veranstalten. Allerdings sollte sie auch für andere Teleskope passen, da ich mir gerade für Sonne und Planeten noch gerne einen Mak zulegen möchte. Wäre klasse, wenn ihr mir da was empfehlen könntet. Budget nenne ich extra nicht, da ich da nicht festgelegt bin, es geht mir da dann eher drum, dem Grundsatz zu folgen, wer billig kauft, kauft zweimal. Aber vielleicht gibt es ja doch was im unteren Preissegment, was für den Einstieg mehr als ausreichend ist.

Vielen Dank im Voraus,
CS der Dino
 
Hallo Dino,

meist steigt mit dem Preis die Sensorgröße.
Für Planeten braucht es das nicht, bei Mond und Sonne kann das schon eher gwünscht sein.

Mir ist das nicht so wichtig, ich wollte wenig ausgeben um komme mit einem kleinen Sensor aus. Ich kann beim Mond ja auch Mosaike erstellen.
Als Farbkamera nutze ich die Asi662mc, die ist zur Zeit sehr günstig, knapp über 200 Euro.

Die nächst größere Sensor-Klasse wäre für mich die Asi585mc, knapp über 500 Euro.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

das heißt, mit der Asi662mc bekomme ich z.B. die Sonne auch nicht ganz aufs Bild? Also muss ich auf die Sensorgröße achten. Jetzt mal doof gefragt, ich brauche aber dann zwingend auch einen Laptop um die Bilder zu speichern, oder?
 
Hallo Dino,
ja, weder mit der 662 noch mit der 585 bekommst du die Sonne bzw. den Mond komplett auf den Sensor. Dafür brauchst du schon einen deutlich größeren Sensor.
Die 294 passt von der Größe her. Sie ist gelegentlich gebraucht deutlich günstiger zu erwerben.

Schau mal hier:

Da kannst du dein Teleskop und die entsprechende Kamera auswählen und siehst das FOV der Kombination.

Der nach außen gelegene Fokuspunkt bleibt aber auch mit der neuen Kamera bestehen, sodass du eine passende Verlängerungshülse brauchst.

Für Planeten und Sonne/Mond brauchst du keine gekühlte Version, aber einen Laptop mit entsprechender Aufnahmesoftware.

Viele Grüße
Andreas
 
Hallo,

ja, wobei je nach Brennweite passt die Sonne auch nicht komplett auf die größeren Sensoren.
Bei der Sonne mache ich z.B. beim 8" F6 Dobson meine Großaufnahmen mit Barlow. Da passen die Sonnenflecken noch auf den Sensor.
Für die komplette Sonne nehme ich das 400mm Beroflex und selbst da ist ein 2 Teile Mosaik nötig. Das ist aber schnell gemacht.

Bei der Sonnenfinsternis wollte ich aber auf jeden Fall die komplette Sonne und so habe ich mein 200mm Takumar verwendet.

Bei den Planeten ist selbst der kleine Sensor so groß, dass ich noch ein schmales Aufnahmefenster ziehe um die Framerate zu erhöhen.
Da wäre ein größerer Sensor gar nicht nötig. Mir war es den Aufpreis nicht wert, aber wenn dich die 500 Euro nicht so stören, kein Problem nimm den größeren Sensor.

Ich habe Teleskope / Objektive und die Kamera in der Freeware Stellarium eingerichtet und kann die Objekte dann in der Sensoransicht ansehen.
Da siehst du genau wie viel auf den Sensor passt. Hilft mir bei der Planung meiner Deepsky Aufnahmen um zu entscheiden welche Optik / Brennweite da günstig ist.

Ein Laptop ist ja meist vorhanden, ich habe dann aber einen gebrauchten sff Rechner samt 19" Monitor nur für meine Astroaufnahmen im Garten gekauft.
Bei der Sonnenfinsternis war ich aber raus zum See, da hat auch mein Laptop gute Dienste verrichtet.

Gruß,
Holger
 
Hallo,

das heißt, mit der Asi662mc bekomme ich z.B. die Sonne auch nicht ganz aufs Bild?

Bei der Sonne und dem Mond kannst du grob überschlagen:
Je 100mm Teleskopbrennweite wird das Bild der Sonne circa 1mm im Durchmesser groß. Bei 1250mm Teleskopbrennweite hat die Sonne einen Durchmesser von circa 13mm auf dem Chip der Kamera.

Jetzt mal doof gefragt, ich brauche aber dann zwingend auch einen Laptop um die Bilder zu speichern, oder?

Nicht nur um die Bilder zu speichern.
Die Planetenkameras haben keine eigene Steuerung sondern werden durch ein Aufnahmeprogramm angesteuert. Bekannte Programme sind FireCapture:


Oder SharpCap:


Danach musst du die Bilder noch stapeln und weiter bearbeiten.

Viele Grüße
Gerd
 
Super, ich danke euch! Dann werde ich mich mal gründlicher in die Materie einarbeiten und mir die unterschiedlichen Kameras mal anschauen.
 
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