Gute Ferngläser fürn Appel und Ei

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GerdHuissel

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Dies ist eine Info für alle die wenig Geld ausgeben können oder wollen.
Ferngläser von Revue -allerdings ältere Baujahre-
kommen vermutlich aus russischer Fertigung-
Bauweise Porro, ganz aus Metall, mit guter scharfer Optik!!
sind oft im Ebay für unter 20 Euro zu haben.
Habe mir 2 Stück zugelegt ein 7X50, ein 10X50.
Vom Preis-Leistungsverhältnis nicht zu schlagen!!
(Natürlich kann man auch mal ne Gurke erwischen, aber das Risiko 15 Euro in den Sand zusetzen ist relativ gering/ oder ihr schickt es halt wieder zurück )
Gruß, Gerd
 
Hallo,

schön für Dich, daß Du Glück gehabt hast. Ich selbst habe mir vor Jahren ein Revue-Monokular 7*50 und mein alter Herr das Fernglas 7*50 zugelegt. Die Teile lassen sich so gut wie nicht scharfstellen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />

Revue ist keine Marke sondern ein Label des Quelle-Versandhauses. Ohne genau zu wissen was da nun wirklich drin steckt würde ich keine 5 Euro dafür hinlegen. Und gerade bei solchen Vertriebswegen ist das fast nicht nachzuvollziehen.

Hast Du die Gläser mal mit anderen verglichen?

C.S.
Adrian


 
Sach ich doch die ganze Zeit <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Natürlich ist nicht auszuschließen, daß ein Glas beschädigt ist, aber das soll auch schon bei teuren Zeissjenaern vorgekommen sein, wenn ich mich an die Threads hier richtig erinnere. Ich denke, ein Hinweis könnte noch die Art der Vergütung sein, falls der Verkäufer die Antwort denn geben kann oder will. Unvergütete Gläser können erhebliche Reflexe zeigen, fully coated funktioniert nach meinen (bescheidenen) Erfahrungen schon ganz gut, ein simples coated kann aber mit Glück auch ein vollständig mehrschichtvergütetes Glas beschreiben.

Allerdings ist den Herstellern damals auch nicht die Quadratur des Kreises gelungen. Ein sehr schön reflexarmes Tori 12*50 reigte eine deutliche Verzeichnung, ein fully coatetes Subal Clover 7*50 verzeichnet kaum, zeigt aber schwache, jedoch scharfe Reflexe, ein Porst Export 10*50 (vermutlich 2. Jahreshälfte 1959) trägt keinen Vergütungshinweis auf dem Glas, ist laut Nürnberger Fototrichter aber vergütet. Die Farben der Reflexe deuten jedoch auf eine Vergütung nur auf Frontlinse und hinterer Okularlinse hin. Wenig Verzeichnung, wenig Reflexe, aber dafür etwas enges Gesichtsfeld. Die Transparenz all dieser Gläser ist gut, ebenso die Schärfe. Kollimation ebenfalls noch in Ordnung. In allen drei Fällen war das Fett jedoch sehr zäh geworden und bei Kälte waren sie praktisch nicht mehr scharfzustellen. Lithiumverseiftes Mehrzweckfett mit einem Temperaturbereich bis hinab zu -25 Grad Celsius schuf Abhilfe, nicht mal die Gefriertruhe kann die Mechanik jetzt noch beeindrucken.

Brillenträger kommen mit den Okularen übrigens meist auch ganz gut zurecht, wenn die metallenen Augenmuscheln abgeschraubt werden. Dann kann man fast direkt an die Linsen ran.

Später gab es Ferngläser im gleichen Design, aber mit offensichtlich geringeren Qualitätsanforderungen an die Hersteller. Ich habe den Eindruck, daß zunächst Fernglashersteller es für selbstverständlich hielten, im Rahmen ihrer Möglichkeiten gute Gläser abzuliefern. Mit einer langsam entstehenden Fernglasmode wurde dann auch mehr über den Preis gearbeitet. Man darf die Oldtimer nicht mit Billiggläsern verwechseln. Die alten Porst Universal oder Sirius 8*30 (118 Mark), Explorer 8*40 (148 Mark) oder Export 10*50 (218 Mark) (Preise von 1959, Taschen gingen extra, etwa 14 bis 19 Mark) kosteten für ihre Zeit immerhin einen Viertel bis halben Monatslohn - brutto.

Ich habe auch mal bei einem Fotohändler mehrere Gebrauchtgläser dieser Art verglichen, die dort 40 Euro kosten sollten. Sie waren alle gut und auch deutlich teureren Neugläsern ebenso deutlich überlegen. Erst bei dem gut vierfachen Neupreis waren Ferngläser zu bekommen, die in einigen - nicht allen - Aspekten besser waren. In anderen dafür zum Ausgleich wieder schlechter.

Ich bin auch der Ansicht, daß Oldtimer-Gebrauchtkäufe einem gute Universalgläser bescheren können. Fehlkäufe sind ein geringes finanzielles Risiko, ich konnte bisher mehrere Ferngläser mit Gewinn über Kleinanzeigen wieder verkaufen, auch wenn sie Mängel hatten. Selbst mit Mängeln an der Optik sind Oldtimer neuen Gläsern oft überlegen - zum Beispiel habe ich trotz leichtem Schimmel, Kratzern oder Staub bessere Abbildungseigenschaften und geringere Reflexe gehabt als bei preiswerten Neugläsern.

Allerdings fand ich bei Altgläsern oft die Vergütung auf der Augenlinse zerkratzt. Hier schaben die Wimpern, verschmutzen die Linse und dann wird heftig geputzt. Auch schirmen die rund geformten Augenmuscheln seitliches Streulicht nicht so effektiv ab wie der Kopfform angepaßte Formen. Das läßt sich jedoch als Zubehör nachkaufen.

Gruß
Ralf C.
egrade ein Porst Export für 4 Euro plus Porto ersteigert habend.
 
Moin!

Kann das nur bestätigen. Ich habe vor längerer mal ein älteres Modell eines REVUE 7x50 mit vergüteter Optik für lächerliche 26,-DM ersteigert das erstaunliches am Himmel leistet.

Später habe ich dann ein günstiges ZEISS Jenoptem 7x50W gebraucht gekauft. Das ZEISS ist natürlich im direkten Vergleich erkennbar besser (sowohl am Tage als auch am Sternenhimmel), insgesamt ist der Unterschied aber nicht soooooo gewaltig.

Dass das REVUE einem direkten Vergleich mit einem ZEISS nicht standhalten kann ist klar. Das ZEISS zeigt am Tage weniger Farbe bei starken Kontrasten (z.B Hochspannungsleitungen) und ein kontrastreicheres Bild. In der Nacht zeigt es vielleicht eine Grössenklasse mehr. Das REVUE zeigt allerdings auch absolut punktförmige Sterne bei nahezu identischem Gesichtsfeld, ein absolutes Schnäppchen (Meine Freundin erkennt übrigens keinen Unterschied zwischen den beiden Gläsern, deshalb bekommt sie von mir immer das REVUE <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ).

Grüätzis
Karsten

 
Hi, Adrian,
das Revue 10x50 hat eine scharfe Optik, man sieht die Jupitermonde, den Saturn länglich, dies alles ohne Reflexe.
Das Gesichtsfeld ist ca. 5 Grad (88m Sehfeld auf 1000m)
davon sind etwa 70% ohne Verzeichnung, die Sterne sind punktförmig, am Rand des Gesichtsfelds gibts leichtes Koma.
Ersteigert für 17 Euro.
Das Revue 7x50 macht am Tage einen guten Eindruck, das Bild ist scharf, bei exterm hellen Objekten habe ich lieichte Reflexe, die bei Deep-Sky Beobachtungen nicht relevant sind, verantwortlich dafür ist warscheinlich eine altertümliche Vergütung.
Sehfeld 122m auf 1000m = 7 Grad Feld
Ersteigert für 6 Euro 54 Cent.
Bei den Ergebnissen brauche ich die Gläser mit keinem anderen zu vergleichen, ich bin damit zufrieden.
Gruß Gerd
"Geiz ist geil"
 
Geht auch neu <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> Ich habe gerade bei photo dose in hannover in der Filiale im Hauptbahnhof Ferngläser von Hama im Ausverkauf gesehen, egal weg 39 Euro. Darunter auch ein 7*50, gummiarmiert, vollvergütet, Porro. Machte beim Durchschauen gar keinen unebenen Eindruck. Jedenfalls nicht auffallend dunkel, undscharf, flau oder mit rotlichtverstärktem Dämmerungskontraststrom oder so <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Neuware mit voller Garantie und Gewährleistung, OVP. 122/1000 Meter. Typ glaube ich Hama Waterproof III, die scheinen nicht weit von den Bresser-Gläsern vom Band zu fallen. Kollimierung war in Ordnung, maximal mögliche Spreizung für meinen Dickschädel allerdings ein bißchen sparsam. Für einen ausführlicheren Test hatte mein Dreijähriger nicht genug Interesse.

Gruß
Ralf C.
 
Hi,

nachdem ich nun eine Weile durch die verschiedensten Gläser geschaut und vor mich hin verglichen habe wäre mein Tipp ein Subal Clover oder besser noch ein Subal Clover de Luxe. Die Gläser gab es offenbar als 7*50 und 10*50, ob auch andere Größen ist mir nicht bekannt. Laut Produktionscode kommen die Gläser von Subaru/Japan, es gibt einen Anwenderbericht hier
http://www.maxon.net/sternkucker/tests/fernglaeser/clover750/clover750.html

Ich kann den guten Eindruck bestätigen. Bei mir ist das de Luxe noch kontrastreicher als das einfache Clover bei auch abweichendem Reflexverhalten. Das Clover neigt zu leichten Überstrahlungen und geringen Reflexen, das de Luxe neigt zu geringen Überstrahlungen und scharfen Reflexen, in Randnähe zeigen sich eine Art Beugungssternchen, die in einem mir noch unerklärlichen Winkel aus der Nähe des Bildrandes in Richtung schräg an der Bildmitte verlaufen.

Beide Gläser sind einfach vergütet, haben eine Nahgrenze von etwa 7 Metern. Das deLuxe hat umschaltbare Brillenträgerokulare, die in ihren Einstellbereichen der Augenmuscheln jedoch nicht an gute aktuelle Brillenträgerokulare heranreichen. Die Verzeichnung ist bei beiden Gläsern sichtbar aber relativ gering, die Randunschärfe ebenfalls.

Optisch sind beide klassisch aufgebaut: zweilinsiger Achromat als Objektiv, Porroprismen aus BK-7-Glas, dreilinsiges Okular, darunter eine verkittete Augenlinse.

Das Clover läßt sich leicht für Reinigung/Neufettung zerlegen, dabei ließ sich auch die Nahgrenze verbessern - vermutlich zu Lasten der Einstellbereiche für Sehfehlerausgleich. Mit abgeschraubten Augenmuscheln können Brillenträger beim Clover knapp den Bereich überblicken, der sich beim Nikon Action 7*50 bei umgeklappten Augenmuscheln ergibt. Bei eingefahrenen Augenmuscheln ist der für Brillenträger einsehbare Bereich beim deLuxe nochmal etwas geringer.

Das Clover hat abschraubbare Objektivtubi, beim deLuxe besteht dieser teil der Fassung aus einem Gußstück, die Prismen werden von oben eingesetzt und durch lange Bügel gesichert. Beim DeLuxe ist die Scharfstellung über eine breite Walze möglich, es hat ein Stativgewinde und angenehme Griffmulden.

Mechanisch ist das deLuxe besser, leichter zu warten ist das einfache Clover. Die Okulare lassen sich austauschen, ohne daß ich eine Veränderung der Abbildungseigenschaften beobachten konnte. Möglicherweise unterscheiden sich die Objektive. Beide Gläser sind sehr gut, das de Luxe bildet kontrastreicher ab, hat aber in meinem Fall auch die besser erhaltenen Linsen. Beim Clover ist die Vergütung der Okularlinsen beschädigt.

Beide Gläser zeigen bei starken Motovkontrasten leichte Farbsäume, dies bewegt sich etwa auf dem Niveau der Nikon Action-Gläser. Schärfe und Kontrast schienen mir im direkten Vergleich mit dem Zeiss Jena 8*30 MC mithalten zu können.

Die Clovers werden gelegentlich bei Ebay angeboten und wechseln für Beträge um 20 Euro den Besitzer. IMHO eine gute Einstiegsmöglichkeit, gute Gläser. Wer ein Clover hat kann ja immer noch weitersuchen, hat aber schon mal was Solides. Da Clovers offenbar nicht unter anderem Namen angeboten wurden gibt es auch keine Verwechslungsgefahr.

Bis inkl. 250 Euro habe ich nichts besseres gefunden, ein Swarowski Habicht 7*50 (ohne SLC im Namen) war dem Clover gleichauf, dem de Luxe im Kontrast unterlegen. Und das für 800 Euro. Die aktuellen Svarowskis, Leicas und Zeiss-West sind den Clovers überlegen. Sollte man bei dem Preisunterschied dann aber auch erwarten.

HTH
Gruß
Ralf C.
 
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