Gute MANUELLE Montierung???

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

mayoo

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

Ich würde gerne wissen ob man beispielsweise eine HEQ5 Montierung auch per Hand bedienen kann und nicht nur über die ToGo-Automatik. Ich habe die Montierung nun schon auf einigen Bildern gesehen, konnte aber keinerlei Einrichtungen, bezüglich der Steuerbarkeit per Hand erkennen.

Bild einer HEQ5 Montierung:
http://www.vtsb.eu/WebRoot/Store11/...57/BCE7/338B/137F/C0A8/28B8/6A1B/HEQ5PROZ.jpg

Ich frage aus folgendem Grund:
Ich bin noch absoluter Neuling in Sachen Teleskopbenutzung. Und um mit der Sternenkartografie und der Verwendung einer parallaktischen Montierung vertraut zu werden, glaube ich dass es das Beste für mich währe, zu Beginn, mit einer manuellen Steuerung anzufangen. Selbst wenn ich die ToGo-Funktion nicht verwenden würde, sondern nur die Koordinaten über die vier Tasten des Bedienfeldes anpeilen würde, währe es mir lieber die Dek.- und RA-Achse vollkommen manuell einzustellen weil man - wie ich glaube - nur so ein echtes Gefühl für die °Abstände bekommt. Allerdings möchte ich mir auch keine zu kleine Montierung anschaffen, da ich - sobald ich fit genug bin - auch in die Astrofotografie einsteigen möchte und mir dann auch, eventuell, ein größeres Teleskop zulegen will. Und wenn es dann soweit ist, währe es mir ganz recht, mit nicht wieder eine neue Montierung holen zu müssen.

Wenn ich dann für die Fotografie soweit bin, könnte ich mir ein 200er f/5 (oder etwas größer) vorstellen, wo die HEQ5 schon langsam an ihre Grenzen kommt.

Tabelle über sinnvolle Teleskop/Montierung-Kombinationen
http://deepsky-brothers.de/SinnvKombiTEL_Monti.htm

Fazit:

Mein Dilemma ist nun:
Soll ich mir eine Montierung holen die eigentlich schon zu "gut" für mich ist, da ich sie nicht mehr manuell bedienen kann (HEQ5), was ich auf Grund der Bilder vermute.

Oder soll ich eine Montierung holen
(zb. GPD2
http://www.telescope-service.com/vixenpics/mounts/GPD2.jpg)
die für eine größere Optik schon einen Ticken zu klein ist???

Wäre nett wenn mir jemand weiter helfen könnte.

Vielen Dank im voraus.

Gruß mayoo
 
Hi,

bei der HEQ5 kann man die Klemmen lösen (sieht man auf dem Bild leider nicht, die sind auf der anderen Seite) und die Achsen per Hand einstellen. Die Klemmen wirken wie eine Rutschkupplung. Nicht vollständig gelöst bieten sie einen Widerstand, so daß sich das Teleskop nicht selbständig macht.
Wie es mit der Einstellung über die Teilkreis beschert ist, weiß ich aber nicht.

Gruß
Markus
 
Moin!

Die HEQ-5 besitzt Motoren in beiden Achsen, das ist richtig. Natürlich können - wie bei allen anderen Montierungen auch - die Achsklemmungen gelöst werden. Sind die Klemmen fest, bewegt sich die HEQ-5 nur per Motoren über das Steuergerät. Handbetrieb über flexible Stellachsen ist nicht möglich. (Übrigens auch bei der schwereren EQ-6 nicht.)
Nun gibt es diese Montierung durchaus auch ohne den SynScan GOTO-Computer (der kann aber später nachgerüstet werden). Man hat praktisch ein kleines Steuergerät mit vier Richtungstasten in der Hand (HEQ-5 Standard oder SynTrek). Daüber läuft dann auch die RA-Nachführung. GOTO ist hier also nicht möglich, man muß die Objekte auf die althergebrachte Weise einstellen.

Es ist so, daß die größeren Montierungen heutzutage nur noch elektrisch gesteuert werden. Allein auf den RA-Motor will kaum jemand mehr verzichten. Komplett manuelles Nachführen kommt dagegen immer mehr aus der Mode, und die Montierungsmodelle wie die GPD2, die sowas noch ermöglichen, werden immer weniger.
 
Hallo mayoo,

also ich halte mittlerweile nicht mehr viel von dem Weg einmalig das Gerät/die Montierung fürs Leben kaufen zu wollen (zumindest im unteren/mittleren Preissegment). Bei dieser Einstellung lässt Du nämlich eins ausser Acht, den technologischen Fortschritt.
Wer sagt Dir denn, dass bis Du mit der Fotografie soweit bist es nicht neue Montierungen gibt, die viel einfacher zu bedienen sind?

Wenn ich etwas ausprobieren möchte, dann gehe ich persönlich über den Weg des Gebrauchtmarkts. D.h. Du suchst dir eine zu Deinem aktuellen Gerät passende Montierung und verkaufst sie dann wieder, wenn Du den nächsten Schritt gehen willst. Der finanzielle Verlust ist eher als gering zu bezeichnen.

Auch andere Dinge sind noch zu berücksichtigen. Z.B. visuell möchte man gerne mal eine Wolkenlücke ausnutzen und schnellspechteln. Dann immer eine HEQ-5 oder EQ-6 in den Garten tragen ist schon ein rechter Aufwand. Diesen Fall hast Du beim fotografischen Arbeiten nicht, weil Du den ganzen Aufwand nur treibst, wenn die Wetterlage entsprechend sicher ist.

Grüße
Volker
 
Erstmal danke für die schnellen Antworten.

1.
Zitat von helly:
Nicht vollständig gelöst bieten sie einen Widerstand, so daß sich das Teleskop nicht selbständig macht.
Ist das nicht schlecht für die Montierung wenn ich das so mache? In diesem Fall lasse ich doch die Arretierschraube auf die Welle drücken, und wenn ich die Montierung nun bewege, mache ich mir doch die Welle, durch das Reiben der Fixierung, kaputt, oder nicht?


2.
Zitat von winnie:
Man hat praktisch ein kleines Steuergerät mit vier Richtungstasten in der Hand (HEQ-5 Standard oder SynTrek). Daüber läuft dann auch die RA-Nachführung.
Würdest du mir nun raten (als blutigen Anfänger) eine solche Montierung zu benutzen?
Ich will auf den Übungseffekt hinaus. Ich könnte mir gut vorstellen, dass eine rein manuellen Montierung, gut für meinen späteren Umgang, mit der Navigation, am Himmel ist.
Oder; würdest du sagen, dass es egal ist, ob ich nun die Achsen mit den eigenen Fingern, oder mit dem Steuergerät einstelle?


Zitat von mayoo:
... um mit der Sternenkartografie und der Verwendung einer parallaktischen Montierung vertraut zu werden, glaube ich dass es das Beste für mich währe, zu Beginn, mit einer manuellen Steuerung anzufangen. Selbst wenn ich die ToGo-Funktion nicht verwenden würde, sondern nur die Koordinaten über die vier Tasten des Bedienfeldes anpeilen würde, währe es mir lieber die Dek.- und RA-Achse vollkommen manuell einzustellen weil man - wie ich glaube - nur so ein echtes Gefühl für die °Abstände bekommt.
Würdet ihr mir damit zustimmen?

Gruß mayoo
 
Hallo mayoo,

also ich weiß nicht, wofür Du das Gefühl für ° Abstände dann später benötigst.

Ich finde es wichtiger, dass man ein Gefühl für den Abbildungsmaßstab seines Sternkatalogs bekommt. D.h. wie weit sind die Sterne auf der Karte tatsächlich beim Blick ins Okular auseinander.

Das ist aber unabhängig davon, ob man die Montierung manuell steuert oder mit einem Steuergerät.

Das Risiko wenn man Goto hat ist aber, dass die Bequemlichkeit siegt und man es halt doch benutzt.

CS
Volker
 
Hallo Volker,

danke für deine Rat. Genau das wollte ich wissen.
Zitat von AstroRider:
Das ist aber unabhängig davon, ob man die Montierung manuell steuert oder mit einem Steuergerät.

Also kann ich mir beruhigt eine HEQ5, oder was es dann so auf dem Markt, in der Größenordnung gibt, kaufen. Allerdings werde ich auch darauf achten, dass GoTo NICHT enthalten ist :)

Dank und Gruß.
 
Hallo mayoo,

na ja, das ist halt meine persönliche Meinung. Ob Du das dann auch so siehst weiß ich nicht.

Gibt es bei Dir in der Nähe denn niemanden, der ab und zu beobachtet und Dich mal mitnehmen würde? Dann könntest Du das vor einem Kauf mal live ausprobieren.

Bei einer Montierung mit Steuerung ist aber noch zu beachten, dass Du dann auch immer die Stromversorgung mitnehmen musst. Das wieder zum Thema schnellspechteln.

CS
Volker
 
Hallo Volker

also, ich will mir ca. August/September 2012 meine Ausrüstung zulegen. Bis dahin werde ich hoffentlich durch einige Teleskope schauen um mir ein noch genaueres Bild zu machen. Derzeit versuche ich nur so viele Informationen und Meinungen zu sammeln, wie ich kann, um nicht als totale Niete da zu stehen, wenn es das erste mal raus geht.

Mittlerweile habe ich schon einen ziemlich guten Überblick bekommen. Jetzt muss ich mich in die einzelnen Bereichen, wie z.B. der Optik oder der Navigation noch tiefer einarbeiten. Und wenn ich dann in ca. 2 bis 3 Monaten ein fundiertes Grundwissen aufweisen kann, werde ich mich auch schon auf den "Acker" machen um ein paar praktische Erfahrungen zu sammeln.

Also egal welchen Tipp oder Ratschlag ich hier bekomme. Ich werde auf keinen Fall direkt loslaufen und das empfohlene Produkt kaufen. Ich werde mir vor einem Kauf wohl noch viele Meinungen anhören. Aber kaufen werde ich erst dann, wenn ich mir mit meiner Wahl sicher sein werde.

Soviel hab ich schon erlesen können.
"Man sollte sich lieber etwas mehr, als zu wenig Zeit mit der Teleskopwahl lassen"

Gruß Marco
 
Moin Marco!

> dass es egal ist, ob ich nun die Achsen mit den eigenen Fingern, oder mit dem Steuergerät einstelle?

So sehe ich das auch, ja. Die Steuerung an sich ist nur noch Mittel zum Zweck. Die Vorarbeit, die Du selber leistest, ist das Auffinden des Zielgebiets, entweder mit Teilkreisen oder per Starhopping. Ich meine, so lernt man erst, sich am Himmel zurechtzufinden und ein "Gefühl" für das Teleskop zu bekommen.
Wie geschrieben: Wenn man später Spaß hat, kann man GOTO und den Guider zum Fotografieren immer noch nachrüsten. Es ist ja nicht so, daß die modernen Montierungen nicht auch ausbaufähig wären.
Die erste wird auch im Astronomenleben nicht die letzte Montierung gewesen sein - je nach dem, wie sich die Interessen überhaupt weiterentwickeln. Da würde ich doch keine Pläne auf x-Jahre hinaus machen...
Vielleicht hast Du ja schon nach dem ersten Winter die Nase voll, wer weiß?! Ambitionen haben viele, Durchhaltevermögen deutlich sehr viel weniger.
 
Hi,

Zitat von mayoo:
Zitat von helly:
Nicht vollständig gelöst bieten sie einen Widerstand, so daß sich das Teleskop nicht selbständig macht.
Ist das nicht schlecht für die Montierung wenn ich das so mache? In diesem Fall lasse ich doch die Arretierschraube auf die Welle drücken, und wenn ich die Montierung nun bewege, mache ich mir doch die Welle, durch das Reiben der Fixierung, kaputt, oder nicht?
da geht nichts kaputt. Die Klemmung einer HEQ5 oder EQ6 funktioniert völlig anderes als die Kopplung der Motoren an z.B. einer Vixen GP.

Bei einer GP kann man die Motoren durch Lösen dieser Arretierschraube entkoppeln und so auf Handbetrieb umstellen. Man muß dann per Hand Zahnräder drehen (oder so ähnlich), um die Schnecke zu bewegen, damit sich das Teleskop dreht. Man kann nicht direkt am Teleskop ziehen, um es zu bewegen.

Bei der HEQ5 und EQ6 dagegen löst man die Klemmen und schiebt das Teleskop dorthin, wohin man will und zieht danach die Klemmen wieder fest. Rädchen drehen sich dabei keine. Die HEQ5 und EQ6 haben sowas wie Doppelachsen. Der eine Teil der Achse ist über das Schneckenrad mit dem Motor verbunden, der andere Teil der Achse mit der Klemmung. Löst man die Klemmung einer Achse, kann man die Montierung um diese Achse komplett frei drehen.

Gruß
Markus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Marco,

ich bin jetzt seit einem dreiviertel Jahr mit einer manuellen ADM unter einem 6" Newton dabei. Mir war tatsächlich wichtig, nicht mit einem GoTo-Gerät anzufangen, um erstmal überhaupt eine Orientierung am Himmel zu bekommen. Vieles hierzu wurde in diesem Thread schon gesagt. Es macht irrsinnig Spaß, die Objekte über die Sternbilder am Himmel zu finden.

Ich würde es wieder so machen und bezweifle zurzeit sogar, dass ich mir in näherer Zukunft überhaupt eine Motorisierung zulegen werde, obwohl ich dies eigentlich mal vor hatte. Ich genieße die Nachführung von Hand, die mit einer Parallaktik problemlos gelingt und keinerlei Mühe bereitet.

Zudem hat sich heraus gestellt, dass die manuelle Nachführung sehr rasch am Start ist, ohne Kabelkram und Batterien. Eine grobe Nordausrichtung reicht aus, man muss nicht 100% ausrichten etc. Da ich bei den hiesigen Himmelsqualitäten gern öfter umlege und neue, noch unbekannte Objekte ansteuere, würde mich eine Motorisierung mit ständigem Kupplung ein- und ausklinken zurzeit eher stören.

Viel Glück bei deiner Wahl...

CS

Logi
 
Hallo,

Da ich bei den hiesigen Himmelsqualitäten gern öfter umlege und neue, noch unbekannte Objekte ansteuere, würde mich eine Motorisierung mit ständigem Kupplung ein- und ausklinken zurzeit eher stören.
damit hier kein Mißverständins aufkommt: bei einer HEQ5 und EQ6 ist das Klemmen/Entklemmen nicht mit dem Kuppeln/Entkuppeln einer GP zu vergleichen.
Das Klemmen/Entklemmen erfolgt über einen Hebel ohne Werkzeug und ist mit einem kurzen Handgriff pro Achse erledigt.

Viele Grüße
Markus
 
Hi mayoo,

Ich würde gerne wissen ob man beispielsweise eine HEQ5 Montierung auch per Hand bedienen kann und nicht nur über die ToGo-Automatik.

eine HEQ5 hat üblicherweise keine Möglichkeit, eine biegsame Welle für Nachführung per Hand anzubringen. Da sind die Motoren schon an der Montierung dran. Die werden entweder über eine einfache 2-Achs Steuerung oder die SynTrek mit Autoguideranschluß betrieben.

Die 2-Achs-Steuerung hat kein Goto und auch keinen Autoguideranschluß. Zum visuellen Spechteln und Kennenlernen des Himmels ist das absolut ausreichend. Das Suchen und Finden von Objekten läßt sich damit üben, macht auch einen guten Teil vom Reiz des Hobby´s aus. Die Orientierung am Himmel kannst damit problemlos lernen. Hast dann das Objekt der Begierde gefunden, bleibt es dank dem Nachführmotor in der RA-Achse auch im Gesichtsfeld des Okulars. :)

Aber wenn Du dann durchs Teleskop fotografieren möchtest, ist "Goto" sehr hilfreich, um gleich beim Objekt anzukommen. Die guten Nächte sind rar, ich möchte da keine Zeit mit Objekt Suchen und Finden "verplempern". Da möchte ich losfotografieren.

Beim Fotografieren durchs Teleskop ist auch der Autoguidinganschluß an der Steuerung wichtig. Ungeguidet kannst auch bei guter Polausrichtung nur ein paar Sekunden (20-30) fotografieren, ehe aus Sternen Striche werden. Und das ist schade. Du möchtest doch bestimmt punktförmige Sterne, wenn Du Dir schon die Mühe mit Fotografieren machst.

Der von Dir angesprochene 8" f=5 paßt visuell auf eine HEQ5, aber fotografisch ist das sehr, sehr grenzwertig. Da würde ich ein kleineres, leichteres Teleskop nehmen. Z.B. nen 6" f=5er...

Deine Frage sollte also eher lauten, 2-Achs Steuerung oder gleich SynTrek mit Goto und Autoguideranschluß. Solange Du nicht wild über den Himmel kurvst per Goto, sondern nur die Nachführung nutzt, ist der Stromverbrauch nicht weiter tragisch. Mit nem vollen Akkupack kommst gut durch ne Nacht...

Plane unbedingt bei der Anschaffung der Montierung noch einen guten Deepsky Atlas und ne Rotlichttaschenlampe mit ein. Damit hast dann gleich Vorschläge für ne Menge Objekte, die Du nach und nach abklappern kannst. Und natürlich auch nen Satz Okulare. :)


 
Hallo.

ei einer GP kann man die Motoren durch Lösen dieser Arretierschraube entkoppeln und so auf Handbetrieb umstellen. Man muß dann per Hand Zahnräder drehen (oder so ähnlich), um die Schnecke zu bewegen, damit sich das Teleskop dreht. Man kann nicht direkt am Teleskop ziehen, um es zu bewegen.

Bei der HEQ5 und EQ6 dagegen löst man die Klemmen und schiebt das Teleskop dorthin, wohin man will und zieht danach die Klemmen wieder fest.

Nicht anders geht es auch bei der GP. Auch hier macht man die Klemmen auf, und kann dann das Teleskop von Hand dort hin bewegen wo man es haben möchte.

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Gerd,

der Unterschied ist aber, dass die GP zum einen die Klemmen hat, um das Teleskop schnell grob irgendwohin zu schwenken.

Für das Starhopping kann ich aber bei der GP den Motor entkoppeln so dass ich die Achsen mit einem Handknauf/biegsamen Wellen manuell drehen kann und so eine feinfühlige Verstellung habe. Ist das Objekt dann im Blickfeld muß ich nur die Schraube wieder festziehen und das Objekt wird nachgeführt.

Und das geht bei der HEQ-5/EQ-6 nicht.

Edit: Noch eine Anmerkung: Bei manchen Steuerungen (z.B. das Synscan Upgrade Kit) verliert die GP primär mal diese Eigenschaft, weil es diese Schraube zum schnellen Entkoppeln nicht mehr gibt und alles unter der Abdeckung liegt.

CS
Volker
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Da gebe ich Gerd recht. Da scheint es ein kleines Mißverständnis zu geben bei den Begriffen "Achskupplung" und "Motorkupplung".

Mit der Achskupplung lassen sich die Achsen entkoppeln und so das Teleskop beliebig in jede Richtung bewegen und auf ein Objekt einstellen. Sind diese offen erfolgt keine Nachführung auf das Objekt obwohl die Motoren laufen. Diese Kupplung hat so je ziemlich jede parallaktische Montierung, die mechanische Ausführung unterscheidet sich allerdings etwas.

Die Motorkupplung ist eine als in den meisten Fällen als Schwalbenschwanz ausgeführte Klemmung zwischen Motor und der Schnecke der jeweiligen Achse. An meiner GP habe ich diese Kupplung schon seit Jahren nicht mehr offen, die Messingteile sind wahrscheinlich inzwischen so dermaßen korrodiert, dass ich die nicht ohne Gewalt auf kriege.
Sollte nachts der Strom ausfallen(z.B. durch Kälte oder schwachen Akku) kann man an der GP diese Motorkupplungen öffnen und per Hand weiter auf das eingestellte Objekt nachführen, indem man an den Knöpfen dreht, die auf der anderen Seite der Schnecke angebracht werden können.
Fällt an einer HEQ5(oder auch EQ6) der Strom aus, ist Ende Gelände, da an dieser Montierung der Motor nicht von der Achse gelöst und die Montierung händisch nachgeführt werden kann.

Kurzum, die GP und alle Montierungen mit außenliegenden und mit Kupplungen versehenen Motoren können per Hand auch bei Stromausfall nachgeführt werden. Bei der HEQ5 oder der EQ6 mit innenliegenden Motoren ist das nicht möglich. Ein Reserveakku ist da die einzige Lösung.

Unter "Nachführung" versteht man die Kompensation der Erddrehung(ca.15°/h).

Grüsse,
Matthias
 
Hallo Logi,

das kann ich bestätigen.

Mir wäre das reine Anschauen von Objekten auch schnell langweilig. Das "Jagen" sprich Aufsuchen macht meist sogar mehr Spaß als das anschließende Beobachten. :cool:

Allerdings bin ich fürs visuelle Beobachten mittlerweile auf einen motorisierten Dobson umgestiegen, weil das Starhopping eben wesentlich einfacher geht und bei der visuellen Beobachtung halt doch Öffnung zählt.

D.h. zuerst baue ich das parallaktische Fotogerödel auf und wenn dann die Kamera fleissig ihre Bilder macht, nutze ich den Dobson zum schauen.

CS
Volker
 
Hallo,

noch eine Anmerkung zur HEQ-5/GPD2.

Also ich persönlich denke, dass beide Montierungen fotografisch die gleiche Tragkraft haben und ich die GPD2 wg. der besseren mechanischen Qualität bevorzugen würde.

Bei der GPD2 könntest Du auch zunächst eine (gebrauchte) GP-2 nehmen und später, wenn Du eine größere Optik willst auf eine GPD2 umsteigen. Dann musst Du ja nur das Achsenkreuz austauschen. Stativ/Steuerung/Prismenschienen kannste 1:1 weiterverwenden.

Für einen Deepsky-fotogafisch genutzten 8" f/5 würde ich aber entweder eine G8, CGEM oder eine VTSB modifizierte EQ6 nehmen.

CS
Volker
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben