Gutes Seeing für Mond unwichtiger als für Jupiter?

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WOBAFGKMRN

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Hallo

Ich hatte heute an meinem 150/3000 Schiefspiegler mit Bino-Ansatz eine interessante Beobachtung. Und zwar konnte ich, trotz eher schlechtem Seeing (geschätzte Stufe 4 nach Pickering), am Mond bis 250x vergrößern und hatte eigentlich ein gutes Bild mit vielen Details - mal abgesehen davon, dass es sich ständig bewegte.
Naja und am Jupiter war bereits 200x zu viel und neben den obligatorischen groben Details (rudimentär NEB, SEB und noch das eine oder andere Band) war da nicht viel zu holen.

Und da frage ich mich halt jetzt, ob das normal ist, dass der Mond schlechteres Seeing deutlich besser verträgt? Oder habe ich heute eine besondere Art von "selektivem" Seeing erlebt *gg* ?

LG Michael
 
Hi,

ich setzt jetzt mal voraus, dass es nicht am unterschiedlichem Lokalen Seeing bedingt durch die verschiedene Positionierung des Teleskops relativ zum Beobachter liegt( Körperwärme, verschiedene Höhen der beobachteten Objekte usw).
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es an den unterschiedlichen Kontrasten liegt, wie hoch man sinnvollerweise mit der Vergrößerung gehen kann und da lautet die Reihenfolge von hoher nach niedriger Vergrößerung:
Mond-Saturn-Mars-Jupiter.
CS Mike
 
Hallo Michael,

Jupiter ist besonders schwierig bei nur durchschnittlichen Seeing. Ursache sind die zarten Kontraste und Farbabstufungen, die bei schlechteren Bedingungen nicht mehr sichtbar sind, obwohl er der größte Planet ist und daher scheinbar besonders gut zu beobachten sein müsste. Bei Saturn sind die Kontraste härter und so kann man auch die Vergrößerung auch etwas höher ansetzen. Beim Mond habe ich sehr gute Ergebnisse bei einer Austrittspupille gleich oder größer 1mm, in meinem Fall also maximal 130x. Insgesamt beobachte ich lieber mit etwas geringeren Vergrößerungen (etwa 100-150x) und erziele damit schärfere Bilder und bessere Kontraste. Der Seeingeinfluss ist geringer, dafür ist die Abbildung etwas kleiner. Ich denke, jedes Objekt hat seinen optimalen Vergrößerungsbereich, den man sich für seine eigenen Vorlieben erarbeiten muss.

Viele Grüße!
Bocian
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo

Danke für eure Erfahrungen. Und ja, unterschiedliches lokales Seeing kann ich ausschließen.

Ich persönlich habe es selber auch schon erlebt, dass z.B. der Mond und Saturn auch bei gutem Seeing einfach eine höhere Vergrößerung als Jupiter zuließen.
Aber sowas wie gestern hat mich schon sehr verwundert. Denn die Details am Mond waren trotz stark wabernder Luft scharf und deutlich zu sehen - kenne ich sonst auch anders, nämlich dass dann einfach ein "Weichzeichnungsfilter" überm Bild im Okular liegt. Und am Jupiter war, dem Seeing entsprechend, nix zu holen.

LG Michael
 
Hallo Michael,

am Mond hat man häufig eine "Seeingart", die man in etwa als "Seegang" bezeichnen könnte, also wellenförmige Bewegungen mit langer Amplitude. Das beeinträchtigt den Schärfeeindruck des Bildes kaum. Kurzfrequente Seeingstörungen sind da viel unangenehmer.
Für die kleineren Planeten und hier gerade für die feinen Details mit teilweise geringen Kontrasten am Jupiter ist auch dieses "langwellige" Seeing Gift und man muss mit der Vergrößerung runter.

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Günther

Ich denke das wirds gewesen sein, also dieser "Seegang". Dann hoffe ich für meine nächste Jupiterbeobachtung mal auf eine ruhigere See ;-) .

LG Michael
 
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