H-alpha Bino Beobachtung

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Helios88

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Guten Abend,

Wollte mal wissen was man für die Bino-Beobachtung mit einem Sonnenteleskop aussieht? Visuell soll dies ja besser oder sinnvoller sein als double stacked. Mal davon abgesehen das DS mit dem LS80 ja wohl so eine Sache ist, wegen den eng zusammenliegenden Etalons...

- Was wird benötigt?
- Welche Ausrüstung könnt Ihr empfehlen?
(Welcher Bino,Glaswegkorrektor usw.)
- Welches Budget sollte ich einplanen für eine brauchbare Lösung?

Eingesetzt werden soll das ganze an einem Lunt 80mm mit Feather touch Auszug und BF1200.

Bedanke mich schon mal für eure Hilfe!

Dominik

 
Hallo Dominik

Mit 80mm Öffnung sollte die gesamte Sonne bei ca. 60-80x gut und scharf zu beobachten sein. Ich tippe darauf, dass Dein Lunt f/8 hat, dann würdest Du mit einem 2x Glaswegkorrektor und Okularen um 16-20mm in diesem Bereich landen.

Ich geb' mal ein Beispiel für ein Minimalbudget:

1. Das Baader Maxbright kann man empfehlen, gibt's auf der Baader-Schnäppchenliste für 125.
2. Als 2xGlaswegkorrektor muss ein Baader für 90 nicht unbedingt sein, da tut's auch einer von Astro-Professional, kann man bei ebay für 25 bekommen. 2x sollte reichen, der kompensiert gut 70mm Weg, das Bino braucht 110mm, die restlichen 40mm sollte der OAZ des Lunt schaffen, ansonsten Backfokus mal vorher austesten.
3. Als Okulare kommen Gold- oder Blaukanten bzw. Derivate in Frage, z.Z. bei Bresser/ExploreScientific als Ausstellungsware oder Sonderangebot zum Stückpreis von ca. 35 erhältlich.
(Alternativ kann man bei ebay auch sogenannte "Celestron" aspheric Okulare aus China kommen lassen, Paarpreis nur 16 , Plastikfassung und vermutlich ist die Asphäre auch aus Plastik, aber optisch erstklassig - vorausgesetzt die Asphäre ist richtig rum montiert, sonst muss man sie umdrehen. Möglicherweise trüben Plastiklinsen aber im Laufe der Zeit etwas ein.)
4. Dann noch einen T2-1,25" Steckadapter mit Filtergewinde, den Du zur Aufnahme des einschraubbaren Glaswegkorrektors passend absägst, damit die Länge von Steckhülse plus Korrektor nicht unnötig Backfokus verbraucht und die Vergrößerung nicht unnötig hoch getrieben wird. (Der wirksame Vergrößerungsfaktor des Korrektors wächst mit dem Abstand zwischen Korrektor und Bino.) Bei einem Baaderkorrektor ist das nicht nötig, der wird oben in die T2-Steckhülse eingelegt.

Macht summa summarum ca. 180-240 plus Versand, bzw. regulär 380-430.

Ich möchte mein Bino nicht mehr missen. Am Lunt 100 der hiesigen Sternwarte ist das Bild mit den billigen 23mm China-Asphären wirklich fabelhaft, und sogar noch brillanter, als mit den teureren 20mm Blaukanten.

Bevor Du einsteigst, würde ich aber testen, ob Du mit einem Bino bei diesen Vergrößerungen klarkommst. Viele Leute haben eine latente Heterophorie, die sich im niedrigen Vergrößerungsbereich (Ferngläser) noch nicht störend auswirkt, aber im höheren irgend wann halt doch. Am Baader lässt sich das - in gewissen Grenzen - über die seitlich verschieblich festschraubbaren Okularstutzen ansatzweise individuell ausgleichen.

Gruß,
Mathias

PS: ein Problem vieler Binoansätze, auch des Baader Maxbrights, soll man nicht verschweigen: bei kürzeren Okular- und längeren Teleskopbrennweiten, sprich höherer Vergrößerung, können irgendwann zunehmend störende Nebenpupillen auftauchen. Im allg. ist es aber ohnehin besser (und billiger) zum Steigern der Vergößerung einen anderen Glaswegkorrektor einzusetzen, bzw. an seiner Stelle mit guten Barlows zu experimentieren.
 
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