H Alpha - Coronado PST - Filterschutz prüfen

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Michael-S

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Hallo zusammen.

Ich habe folgende Frage:
Kann man an einem älteren Coronado PST prüfen, ob die Filter noch einwandfrei (sicherer Schutz für das Auge) funktionieren?

Hintergrund meiner Frage:
Ich habe vor ca. 1 Jahr ein älteres Coronado PST (Nummer: 96816 ) gekauft.
Nach dem Kauf habe ich 4-5 mal damit beobachtet.
Allerdings ist mir aufgefallen, daß in diesen Zeitraum von ca. 3- 4 Wochen das Augenlied meines rechten Auges (Beobachtungsauge) nervös gezuckt hat.
Das Zucken war nicht direkt beim beobachten, sondern in diesem Zeitraum dann tagelang. Vielleicht lag es daran, dass ich in dieser Zeit viel Stress im Geschäft hatte und wenig geschlafen habe.
Aber natürlich kam auch der Gedanke auf, ob an dem PST alles in Ordnung ist...
Seitdem habe ich mit dem Coronado nicht mehr beobachtet, da ich etwas verunsichert bin.

Vielleicht habt ihr eine Idee wie ich das Gerät überprüfen kann (es ist mein erstes H-Alpha Teleskop daher fehlt mir der Vergleich).
Von außen wirkt das Teleskop in einem sehr guten Zustand. Die Beschichtung am Objektiv schimmert golden/lila und ist nicht löchrig oder fleckig.
Sollten euch Informationen fehlen, bitte einfach fragen.

Viele Grüße und vielen Dank im Voraus.
Michael
 
Hallo Michael,

eine richtige Messung der Transmission des PST ist nur mit dem entsprechenden Spezialequipment machbar und wegen der sehr starken Blockung außerhalb des Durchlassbandes H-alpha/656,28nm nicht ganz so einfach (ganz zu Coronado-Anfangszeiten wurde einmal eine Messung publiziert). Das dürfte wohl mangels Equipment ausscheiden.

Insofern bleibt eine (Sicht-)Kontrolle der Filterkomponenten.

Dein PST mit der Serien-Nr. 96816 ist/war ein PST der ersten/frühen Serie, die alle Korrosions-Probleme mit dem in der Frontlinse integrierten ITF-Filter hatten. Diese Objektive wurden gegen nur mehr bläulich schimmernde Frontlinsen ohne Filterwirkung getauscht. Dafür wurde ein neuer ITF-Filter (silbrig schimmernd, in Durchsicht klar orange, in der Hülse unter der Okularaufnahmehülse) unter dem Blockfilter (kleiner, rötlich schimmender Filter am Boden der Okularaufnahme) integriert.

Dein PST hat demnach folgende Elemente mit Filterwirkung:
-Etalon
-ITF
-Blockfilter auf einem RG (Rotglas)

Entscheidend für die Sicherheit sind das RG und der ITF.
Ein zu hoher Durchlass im Visuellen würde wegen der Blendung sofort auffallen. Bleiben die unsichtbaren UV- und IR-Anteile.
Das RG des Blockfilters blockt die UV-Komponenten sehr sicher und einen Teil des sichtbaren Spektrums bis Orange/Rot.
Der ITF blockt sehr breit von UV bis tief in's IR und hat zwei Durchlassbereiche (u.a. bei H-alpha). Das ITF ist dafür bekannt zu korrodieren, einzutrüben und die Sicht zu blockieren. Bevor die Filterwirkung des ITF durch die Schichtenkorrosion nachläßt, sollte durch diesen Filter allerdings nichts mehr zu sehen sein.
Wenn also die Filter an ihren Plätzen und keine Beschädigungen/Eintrübungen zu sehen sind, sollte eigentlich alles ok sein.
Eine richtige Bestätigung bringen natürlich nur Messungen.

Ciao Werner
 
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Hallo,

eine kleine Korrektur habe ich noch: Viele der frühen PST der 1. Serie mit dem golden spiegelnden Objektiv hatten kein ITF vor dem 5mm Blocker verbaut. Die erste der zweiteiligen Okularsteckhülse war bzw. ist leer. Erst ab ca. 2004/2005 hatten alle neuen PST mit klarem Objektiv und bläulicher AR Vergütung einen ITF als Energieschutz erhalten.
Richtig, wenn bei den älteren Geräten mit Energieschutz im Objektiv oder den Neueren mit ITF das Filter anläuft/korrodiert erblindet das Gerät peu à peu. Es ist bisher kein Fall bekannt das dadurch stattdessen augenschädliche Sonnenstrahlung durchdringt.
Übrigens als Ergänzung das von Werner erwähnte augenseitige RG Glas ist ein Dunkelrotglas wie das Schott RG630, besitzt eine sehr gute tiefe Blockung, öffnet bei ca. 600nm und hat bei 630nm T50%. Es ist verklebt mit einem ca. 0,6nm FWHM H-alpha Filter davor welcher den H-alpha Transmissionspeak des Etalon isoliert durchlässt und selbst eine technisch bedingte Blockung von OD4 bis OD5 im Bereich von ca. 150nm vor- u. hinter der durchgelassene Wellenlänge hat.

Stress bzw. Verspannungen und wenig Schlaf kann die Ursache für das Zucken eines Augenlides sein. Das kenne ich aus eigener Erfahrung. :)

Sonnige Grüße
Oliver
PST_5mmBF.jpg
 
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