H-Alpha mit C8 ?

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portaball

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Ich habe hier noch ein olles Orange C8 aus den 70ern rumliegen das am Nachthimmel optisch ziemlich gut ist.
Ich frage mich, ob man es nicht für die Sonnenbeobachtung nutzen könnte.
Einen "normalen" Sonnenfilter habe ich schon, aber ich würde vielleicht gerne in Richtung H-Alpha gehen ohne jetzt das ganz grosse finanzielle Fass aufzumachen.

Mir geht es ausschliesslich um die visuelle Beobachtung, Fotografie reizt mich nicht die Bohne.

Sowohl Thousand Oaks also auch Daystar bieten ja entsprechende Sets mit Off Axis ERFs an, mit denen man dann auf ca. 63mm Öffnung kommt.

Leider kenne ich mich in der Thematik gar nicht aus, das Thousand Oaks Set hat wohl 0.9 Angstöm, und kostet gerade mal $840.
Daystar hat verschiedene Bandpassfilter mit unterschiedlichen Kennlinien im Angebot, je weniger Angström desto mehr Kohle :-)

Was ist eigentlich der Unterschied ob ich nun mit einem 0,9 - 0,7 oder 0,5 Angström Filter schaue?


Und würde denn auch das Daystar Quark hinter so einen Off Axis ERF passen, und was ist hier der Unterschied zwischen den Prominence und Chromosphere Versionen, muss ich mich hier wirklich entscheiden ob ich Sonnenoberfläche oder Rand beobachten will? Was wenn ich beides machen will?

Gibt es irgendwelche Nachteile des C8 bei H-Alpha, z.B. die Tubustemperatur in der Sonne:

Ich sehe den Vorteil kein weiteres Teleskop anschaffen zu müssen und 60mm Öffnung zu haben, die als spezielles Sonnenteleskop doch schon nicht mehr ganz günstig ist.

Danke für eure Hilfe und Denkansätze :-)

Jochen
 
Hallo Jochen,

das ist eine schlechte Idee. C8 = f/10, abgeblendet auf 63mm -> f/32, d.h. ein 32er Okular ergibt eine AP von 1mm und eine Vergrößerung von 62x.

Noch schlechter wird´s mit dem Daystar Quark, das verlangt bei offaxis Betrieb zwingend ein ERF Filter, bei Refraktoren erst ab ca.150mm Öffnung.

Außerdem ist im Quark eine 4,3x Telezentrik integriert, das macht aus Deinem f/32 ein f/134; mit 32mm Okular AP = 0,24mm und V min = 269x.

Kauf Dir für das Geld statt des ERF Filters lieber einen kleinen Achromat zum Daystar Quark.

Gruß Uwe
 
Hallo Jochen,

...Was ist eigentlich der Unterschied ob ich nun mit einem 0,9 - 0,7 oder 0,5 Angström Filter schaue?...

bei 0,9A. siehst du bestenfalls Protuberanzen am Sonnenrand. Bei <0,7A. sieht man dazu auch jede Menge H-alpha Strukturen auf der Sonnenscheibe. Bei 0,5A. sind diese Strukturen sehr kontrastreich und die Feinstruktur lässt sich durch Filtertrimmung vielfältiger darstellen.

Dummerweise hatte ich den Fehler begangen indem ich die Sonne durch ein 90mm Refraktor mit 0,5A Objektivfilter angeschaut habe. Danach hat es einige Jahre gedauert bis ich mich mit einem 60 mm Etalon von Coronado (< 0,7A.) mitsamt 18 mm Blockfilter anfreunden konnte. Diese Garnitur benutze ich neuerdings mit einem 90 mm f/10 Refraktor. Der hat dann effektiv 60 mm freie Öffung für H-alpha Sonne.

Prinzipiell könnte man das auch mit dem C8 off axis machen. Aber dann wäre der Durchmesser des Blockfiklters etwas zu knapp für das volle Sonnenbild. Kurz gesagt, vergiss das C8 für H-alpha Sonne.

Gruß Kurt


 
Hallo Jochen,

grundsätzlich wird der visuelle Kontrast auf der Sonnenoberfläche mit abnehmender Filter-HWB besser. Allerdings kommt auch immer weniger Licht durch, was bei sehr engbandigen Filtern zur Folge hat, dass die feinen Protuberanzen am Sonnenrand nicht mehr wahrgenommen werden können. Dies gilt allerdings nur für kleinere Teleskopöffnungen so bis 120mm Diameter. Bei größeren Öffnungen hast Du genug Licht zur Verfügung, um auch feine Protuberanzen mit engbandigen Filtern zu beobachten. Zusätzlich steigt auch die Auflösung des Teleskops linear mit dem Durchmesser. Jetzt gibt es unterschiedliche Filterlösungen: Entweder Frontetalon + BF oder ERF + Heckfilter. Bei doublegestackten Frontetalonen ist so bei 0,5 A HWB schluss, mit den Heckfiltern kommst du bis 0,2 A HWB runter, wenn es die Spardose hergibt. Außerdem ist bei den Frontfiltern die maximale Öffnung durch dieselben bestimmt, was bei Heckfiltern nur durch die Größe des ERF limitiert wird. Der Vorteil bei Frontfiltern ist das unveränderte Öffnungsverhältnis des Teleskops. Dies lässt bis zu bestimmten Brennweiten die Beobachtung der ganzen Sonne zu (abhängig von der BF-Größe). Bei Heckfiltern muss ein Strahlengang von mindestens f/30 am Filter gewährleistet sein, da diese Interferenzfilter einen (nahezu) parallelen Strahlengang brauchen, um zu funktionieren. Das bedingt bei gegebenem Öffnungsverhältnis idR. eine Brennweitenverlängerung mit dem Nachteil, dass je nach Filterdurchmesser nicht mehr die ganze Sonne am Stück beobachtet werden kann, bzw. die kleinste erreichbare Vergrößerung in den dreistelligen Bereich rückt. Dazu braucht man dann auch das Seeing, um solche Vergrößerungen nutzen zu können...

Zu Deinem C8: Als katadioptrisches System würde ich eine Ha-Nutzung nur erwägen, wenn ich mit nahezu der ganzen Teleskopöffnung arbeiten möchte. Das bedingt einen großen, nicht ganz billigen ERF. Du musst auf jeden Fall unter allen Umständen den Großteil der Sonnenenergie aus dem Teleskop fern halten, da es sonst zu temperaturbedingten Schäden an selbigem kommen kann (Fangspiegel). Eine offaxis Lösung macht meines Erachtens kaum Sinn, da man bei diesen Öffnungen auf einen günstigen Refraktor mit einem besseren Öffnungsverhältnis zurückgreifen kann. Daher würde ich mich an Deiner Stelle mal auf dem Gebrauchtmarkt nach einem günstigen Refraktor umsehen. Der muss nicht farbrein sein, da Du in monochromatischem Licht beobachtest.

@Uwe: Das ist so nicht ganz richtig. Das von Dir errechnete Öffnungsverhältnis bezieht sich nur auf den Photonenfluss in der Fokalebene. Das angestrebte Öffnungsverhältnis von f/30 für die Heckfilter hat aber den Grund eines möglichst annähernd parallelen Strahlengangs durch den Filter. Dieser ändert sich aber bei einer Offaxisanwendung nicht, bzw. kaum, je nachdem, wie weit offaxis der ERF sitzt. Daher bleibt bei 63mm offaxis ein C8 ein f/10 Teleskop und bräuchte eine dreifache, telezentrische Brennweitenverlängerung, um auf die angestrebten f/30 für einen Heckfilter zu kommen. Das schränkt die Anwendung des Daystar Quark mit seinem festen Verlängerungsfaktor von 4,3x schon deutlich ein, zumal die resultierende Brennweite von knapp 9 Metern und der kleine freie Durchlass des Selbigen einen extrem kleinen Ausschnitt der Sonne abbilden würde, vom Seeing ganz zu schweigen... Deiner Empfehlung kann ich mich indess voll anschließen. ;)

Grüße Markus
 
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Vielen Dank für euer Feedback!

Geahnt hatte ich es ja schon, nun weiss ich es aber sicher und noch dazu perfekt begründet.

Es war halt nur so eine Idee eventuell zum Preis eines PST mehr als mit einem PST sehen zu können :-)

Ich werde es vorerst mal bei der Weisslichtbeobachtung der Sonne belassen und eventuell später dann mit einem richtigen Gerät einsteigen.
Zuvor gibt es aber noch einige andere Baustellen zu beackern...

Nochmals Danke und Grüsse Jochen
 
Hallo Jochen,

nicht gleich die Flinte ins Korn werfen!

Genaueres zu diesem Thema kann ich Dir nicht sagen. Ich weiss jedoch das auf dem ITV seit Jahren ein SC in Off-Axis H-Alpha zu Gast ist. Frage mal in anderen (blauen)Foren nach. Dort sind zumindest Freunde des Kollegen aktiv.
 
hallo Jochen ,

das ist überhaupt kein Problem ( allerdings lässt sich das Quark wohl nicht verwenden am C8... )
-ich habe Jahre mit einem geheizten Daystar T-Scanner , O,8Ä
sehr gut H-Alpha-Oberfläche und Protuberanzen beobachten können , spezielle ERF-Filter mit Fassung gibt es auch direkt fürs C8 von Daystar ,
und dann muss man sich eben für das gewünschte H-Alpha Filter entscheiden , man beobachtet dann mit ca. 60mm ERF Off-Axis
um eben das ca. f30 Öffnungsverhältnis zu erreichen für die Daystar Filter am C8
und kann feinste Details beobachten ,und ich hatte nie Probleme irgendeiner Art dabei , auch keine thermischen ,
Schöne Grüsse Hans
 
Hallo Hans,

funktionieren wird vieles, allerdings immer mit abstrichen in der Performance. Es bleibt natürlich jedem überlassen, mit welcher Qualität er sich zufrieden gibt. Ich für meinen Teil möchte immer das Beste aus einem System heraus holen, vor allem, wenn man doch eine nicht unerhebliche Summe investiert hat. Damit gelten die oben beschriebenen optischen Beziehungen. Natürlich lässt sich das auch ohne die entsprechenden Einbußen offaxis erreichen, dazu muss aber der Heckfilter um einen bestimmten Winkel (abhängig von der außeraxialen Lage des ERF) und in Richtungsabhängigkeit zur Lage des ERF verkippt werden. Das ist nicht ganz trivial und erfordert eine penible Ausrichtung der optischen Komponenten zueinander, und das vor jeder Beobachtung. Das tun sich die wenigsten an. Aber des Menschen Wille ist ja bekanntlich sein Himmelreich...

Grüße Markus
 
hallo Markus ,

ja natürlich , es ist um beste Performance erreichen zu wollen und da stimme ich sehr zu nicht ganz trivial !
aber ich kann nur von meinen damaligen Erfahrungen sprechen
ich hatte mal einen Daystar T-Scanner sogar geheizt, war damals einer der ersten..glaube ich ,und zusätzlich mit Verkippungs-mechanik ,habe damit am C8 wirklich erstklssige Beobachtungen mit dem Off-Axis ERF machen können !
allerdings war der T-Scanner auch qualitativ sehr gut , unabhängige Beobachter bestätigten mir fast University-Qualität...
und das ganze ging mit Heizung und tilt-Mechanismus ohne jegliche Problematik , vielleicht hatte ich ja auch besonders Glück mit allen Komponenten ...
wird aber auch von Daystar und glaube auch Solar-Spectrum fürs C8 angeboten ,
ja aber natürlich , was ist schon manchmal einfach , und natürlich nicht ganz billig ,
( vielleicht ist das Quark da ja heutzutage eine tolle einfachere und preiswertere Lösung )
wollte nur darauf hinweisen das es am C8 natürlich nur meiner Erfahrung nach auch ganz gut funktionieren kann...da Frage nach Kombination mit C8 H-Alpha Beobachtung war
es gibt natürlich immer bessere Lösungen ,und je mehr man bereit ist Geld in die Hand zu nehmen..
stimme Dir da voll zu natürlich
Beste Grüße Hans
 
Hallo Hans,

ich möchte Deine damaligen Beobachtungen gar nicht in Frage stellen und wenn Du damit zufrieden warst, hast Du ja auch alles richtig gemacht. Unbenommen davon, ob es vielleicht noch besser gegangen wäre. Wichtig ist, dass man selber mit seinem Equipment zufrieden ist. Ob es besser geht (mit bestehendem Equipment) kann man sowieso nur sagen, wenn man einen Vergleich hat...

Der Vollständigkeit halber sei noch zu der verkippten Anwendung des Filters erwähnt, dass man dafür ein entsprechend großes, korrigiertes Bildfeld benötigt, da man sich sonst Offaxisabberationen der Optik einhandelt, welche das Ergebnis wieder trüben. Da scheiden wohl SC-Systeme ohne Feldkorrektur wegen ihrer hinlänglich bekannten Offaxisfehler eher aus...

Grüße Markus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
hallo Markus ,

wollte eigentlich ja auch nur bestätigen das man /ich auch mit einem C8 sehr zufrieden stellend H-Alpha Beobachtung betreiben konnte ,
es gibt allerdings sicher wesentlich perfektere Lösungen ,
insbesonders heute auch preislich gesehen ,
es war zumindest bei mir allerdings schon eine Zeit her eine
Möglichkeit mein C8 auch dafür zu nutzen ,

im Vergleich aber eben heute hat sich doch da auch mehr getan an guten Instrumentierungen und dann bis hin zum Quark...da würden mich auch mal Erfahrungen interessieren....!??
Danke sehr aber auch für Deine Ausführungen ! und stimme da sicherlich überein mit Dir , es gibt bessere H-Alpha Möglichkeiten als mit einem C8
Beste Grüße Hans
 
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Der thread hat ja noch ne spannende Entwicklung genommen :-)
Vielen Dank für die ganzen interessanten links, H-Alpha mit dem C8 werde ich aber dennoch bleiben lassen.

Grüsse Jochen
 
hallo zusammen ,

ja, kommt eben auch darauf an was man an Geld investieren will ,
so eine ganze Schmidt-Platte als ERF.....

und das C8 ist dann nur noch als H-Alpha Gerät zu nutzen....

aber es gibt heute eben genug Möglichkeiten ,

Schöne Grüße Hans
 
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