Hallo zusammen,
danke euch für die Rückmeldungen!
Seeing sowie eine Flügelaufnahme (Off-Band) bzw. Aufnahmen nahe dem Linienkern kann ich grundsätzlich ganz gut unterscheiden, denke ich. Bei den gröberen Strukturen am Sonnenrand dachte ich bisher aber auch primär an Seeing gepaart mit einer perspektivischen Verzerrung – und das spielt da meiner Meinung nach auch eine massive Rolle.
Am Rand kommen ja zwei Effekte zusammen:
1. Perspektive & Sichtlinie: Wir blicken schräg durch die chromosphärische Schicht. Dadurch überlagern sich viele feine, eng beieinanderstehende Fibrillen und Spikulen optisch hintereinander und wirken zusammengestaucht deutlich breiter und „gröber“.
2. Seeing: Die Luftunruhe verschmiert am Rand diese feinen Bündel extrem schnell zu der beschriebenen klumpigen „Orangenhaut“.
Ein echtes Off-Band zeigt sich meist an ganz anderen Stellen: Filamente verblassen schlagartig, zarte Randprotuberanzen brechen weg und die untere Photosphäre schlägt durch – sprich: Flecken und Penumbren werden scharf wie im Weißlicht, während das chromosphärische Netzwerk verblasst. So kenne ich es zumindest von meinem PST Etalon als Tuning Gradient.
Gerade bei Vollscheiben mit Etalons kommt dieser Tuning-Gradient über das Feld hinzu (ein Teil der Scheibe ist im Kern, ein anderer leicht im Flügel). Aber das „Grobe“ direkt am Rand ist m.E. sehr oft genau die Kombination aus Perspektive und Seeing.
Ich werde in den kommenden Fotobetrachtungen nun mal stärker darauf achten, da müsste es dann bei guten Instrumenten mit gutem Seeing Fotografien geben, die feine Details wirklich Uniform bis zum Rand abbilden.
CS
Stephan