Noch was zu deinen DeepSky-Vorhaben (Galaxien, Sternhaufen...):
Die einen sagen, DeepSky-Beobachtung fängt erst bei 8" an (sinngemäß so zu lesen z.B. im Katalog von intercon-spacetec 2003). Andere (z.B. Ronald Stoyan in seinem DeepSky-Reiseführer) beginnen DeepSky-Beobachtung mit dem bloßen Auge und Feldstecher. Ich glaube die Geister scheiden sich an der Frage, was man unter "Beobachtung" versteht.
Ich persönlich halte die DeepSky-Beobachtung füe einen sehr wichtigen Bereich. Warum? Schon alleine wegen der Objektfülle. O.k., der Mond ist geil und den hast du (fast) immer. Aber was dann? Venus, Mars, Jupiter, Saturn und den Reit, Neptun oder Uranus zu finden. Aber meißtens sind nur 3 oder 4 dieser Planeten am Nachthimmel und wenns dumm läuft auch noch verdammt weit weg - und dann kann es durchaus schnell langweilig werden.
Deshalb DeepSky: Alleine der Messier-Katalog umfasst über 100 Objekte, von denen eigentlich immer gut 50 Stück beobachtbar sind. Un djetzt zum Thema: "Ab wann sind sie beobachtbar - mit welchem Teleskop?"
Mit 114mm wirst du wohl die meisten damit "sehen" können. Das bedeutet, dass du sie buchstäblich entdeckst und die Faszination erfährst, tausende oder gar Millionen von Lichtjahre nach draußen zu blicken. Außerdem lernst du durch das Aufsuchen (was nicht ganz einfach ist) auch die Sternbilder kennen und lernst, dich am Nachthimmel zu orientieren. Wie aber schon gesagt wurde, wirst du bei den allermeisten Objekten (vor allem bei Galaxien und Nebeln) nicht mehr als einen diffusen kleinen dunkelgrauen Fleck sehen. Und dabei ist es bei 114mm wichtig, dass du einen dunklen Himmel hast.
-> Für mich entscheiden folgende 6 Punkte über den Beobachtungserfolg vor allem bei DeepSky!!!
1. Das Teleskop, die Öffnung: Je höher die Öffnung, umso heller die Objekte und umso höhere Vergrößerungen sind möglich.
2. Das Zubehör: Ein tolles Teleskop ist nutzlos, wenn die Okulare unbrauchbar sind - achte darauf beim Kauf!
3. Der Himmel, das Seeing, das Wetter: Jedes Teleskop ist nutzlos unter einer Wolkendecke. Aber ich bringe mal ein Beispiel: Ich habe mal durch ein 450mm (!!!) Gerät beobachtet (Sternwarte) und sah auf Grund des hellen Stadthimmels und des Vollmondes nicht viel mehr als durch mein 200mm-Dobson unter dunklem Landhimmel. Vor allem am Planeten ist ein gutes Seeing (ruhige Luft) wichtig.
4. Deine Augen: Du musst dich an die Dunkelheit gewöhnen, damit sich deine Pupillen vergrößern (das dauert schonmal ne halbe Stunde). Erst dann nehmen deine Augen auch ein Maximum an Licht auf.
5. Die Erfahrung: Mit zunehmender Erfahrung wirst du immer mehr Details wahrnehmen können! In Stoyans DeepSky-Reiseführer sind viele Zeichnungen durch solche Geräte gemacht worden. Aber erst ein unerfahrenen Beobachter wird diese Details selbst bei einem viel größeren Gerät nicht erkennen.
6. Die Montierung: Wacklige Montierungen, die zittern und schon deshalb alles unscharf machen? Nein danke! Der Tubus mus ruhig sein (auch bei leichtem Wind) und nach jeder Berührung (z.B. Auswechseln der Okulare) schnell wieder zitterfrei werden.
Und man könnte die Liste noch um Faktoren wie "ausreichend Abkühlzeit für den Spiegel"... erweitern.
Und zum Schluss noch 2 Fragen: WO wohnst du (Stadt, Land...) und WIE VIEL willst du ausgeben?