UwePilz
Aktives Mitglied
Liebe Beobachter,
nach vielen Wochen gab es hier in Leipzig gestern abend ein paar klare Stunden. Angelika
war schon ganz hippelig, auch ich hatte meinen 12-Zoll Newton (einen Ninja) schon
kaltgestellt.
Um sieben standen wir dann auch schon auf unserer Endmoräne. Obwohl es den Tag über
geschneit hatte, war der Himmel nicht ganz so klar, wie wir anfangs dachten. Wir hatten
Bortle 3-4, das ist normal für unseren Beobachtungsort.
Der Orion stand um diese Abendzeit optimal am Südosthimmel. Also schwenkten wir den
Ninja zuerst dorthin und sahen uns M78 einschließlich Umgebung an.
M78 selbst zeigte bei höherer Vergrößerung (150x) die dunkle Stelle zwischen den beiden
Sternen, sogar recht einfach. Bei näherem Hinsehen zeigten sich weitere schwache Ausläufer und Einbuchtungen - ein lohnendes Objekt.
Dann versuchten wir die in der Nähe gelegenen schwachen Nebelfetzen NGC 2067 und NGC
2064 zu sehen. Am Fernrohr wähnten wir beide Nebel zu erhaschen, aber eine Kontrolle am
Schreibtisch ergab, daß wir nur NGC 2067 wirklich auf die Netzhaut bannten. Bei 2064
narrte uns ein schwacher Stern - das ist eben so beim 'indirekten Vermuten'.
Der viel größere NGC 2071 ein Grad nördlich war bei allen Vergrößerungen leicht,
widersetzte sich aber heftig, Einzelheiten zu bieten.
Ganz in der Nähe gibt es einen großen Dunkelnebel mit dem etwas abenteuerlichen Namen
LDN 1622. Er liegt laut Karte in der Nähe eines kleinen hellen Nebels, nämlich vdB 62, den wir allerdings nicht zu sehen bekamen.
Nach etwas 'Einsehen' sahen wir den nördlichen Teil des Dunkelnebels gut und strukturiert. Der auf Fotos auffälliger südliche Teil war deutlich schwerer und einfach nur rund (50x). Insgesamt war es keine leichte Beobachtung, da der Himmel insgesamt etwas aufgehellt war. Wir haben bei dieser Beobachtung versucht, durch Vergleich Helligkeitsunterschiede der verschiednenen Hintergründe zu erfassen. Dabei müssen auch die Eigenheiten der Okulare beachtet werden: Ich habe ein Erfle, da ist am Rand alles heller. Aber im Röhrenblick eines 26mm-Plössl sind solche Effekte zu vernachlässigen.
Schließlich - wie jeden Abend - wenigstens einen offenen Haufen. Gestern wurde es drei,
die ziemlich nahe beeeinander liegen. Dennoch könnnen sie unterschiedlicher nicht sein.
Im Perseus suchten wir zuerst NGC 1545 auf. Ein mäßig konzentrierter, aber auffälliger
Haufen, der in der Mitte als Schmuck einen weiten roten Doppelstern trägt. Der Perseus
stand im Zenit, der Himmel war schön dunkel - viel dunker als im Orion. Eine Augenweide.
NGC 1528 liegt knapp 2 Grad nordwestlich. Er ist sehr sternreich und stark konzentriert,
sozusagen ein Urbild aller offenen Haufen. Nach Süden laufen einige schöne Sternketten,
welche dem Haufen ein krabbenartige Aussehen geben.
Etwas weiter östlich liegt schließlich NGC 1624, der von einem Nebel umhüllt sein soll.
Bei geringer Vergrößerung sahen wir zunächst nur einen schwachen Nebelfleck. Stärkere
Vergrößerung zeigte schließlich eine kompakte Gruppe aus 10 Sternen ab 12m, N-S
länglich. Wir wissen nicht, ob wir bei der geringen Aufsuchvergrößerung den nichtaufgelösten Haufen oder den Nebel gesehen haben.
Inzwischen waren 1 1/2 Stunden vergangen, Füße und Finger kalt. Also packten wir unseren
Kram wieder ins Auto und fuhren nach Hause ins warme.
Bleibt dran, am Okular.
nach vielen Wochen gab es hier in Leipzig gestern abend ein paar klare Stunden. Angelika
war schon ganz hippelig, auch ich hatte meinen 12-Zoll Newton (einen Ninja) schon
kaltgestellt.
Um sieben standen wir dann auch schon auf unserer Endmoräne. Obwohl es den Tag über
geschneit hatte, war der Himmel nicht ganz so klar, wie wir anfangs dachten. Wir hatten
Bortle 3-4, das ist normal für unseren Beobachtungsort.
Der Orion stand um diese Abendzeit optimal am Südosthimmel. Also schwenkten wir den
Ninja zuerst dorthin und sahen uns M78 einschließlich Umgebung an.
M78 selbst zeigte bei höherer Vergrößerung (150x) die dunkle Stelle zwischen den beiden
Sternen, sogar recht einfach. Bei näherem Hinsehen zeigten sich weitere schwache Ausläufer und Einbuchtungen - ein lohnendes Objekt.
Dann versuchten wir die in der Nähe gelegenen schwachen Nebelfetzen NGC 2067 und NGC
2064 zu sehen. Am Fernrohr wähnten wir beide Nebel zu erhaschen, aber eine Kontrolle am
Schreibtisch ergab, daß wir nur NGC 2067 wirklich auf die Netzhaut bannten. Bei 2064
narrte uns ein schwacher Stern - das ist eben so beim 'indirekten Vermuten'.
Der viel größere NGC 2071 ein Grad nördlich war bei allen Vergrößerungen leicht,
widersetzte sich aber heftig, Einzelheiten zu bieten.
Ganz in der Nähe gibt es einen großen Dunkelnebel mit dem etwas abenteuerlichen Namen
LDN 1622. Er liegt laut Karte in der Nähe eines kleinen hellen Nebels, nämlich vdB 62, den wir allerdings nicht zu sehen bekamen.
Nach etwas 'Einsehen' sahen wir den nördlichen Teil des Dunkelnebels gut und strukturiert. Der auf Fotos auffälliger südliche Teil war deutlich schwerer und einfach nur rund (50x). Insgesamt war es keine leichte Beobachtung, da der Himmel insgesamt etwas aufgehellt war. Wir haben bei dieser Beobachtung versucht, durch Vergleich Helligkeitsunterschiede der verschiednenen Hintergründe zu erfassen. Dabei müssen auch die Eigenheiten der Okulare beachtet werden: Ich habe ein Erfle, da ist am Rand alles heller. Aber im Röhrenblick eines 26mm-Plössl sind solche Effekte zu vernachlässigen.
Schließlich - wie jeden Abend - wenigstens einen offenen Haufen. Gestern wurde es drei,
die ziemlich nahe beeeinander liegen. Dennoch könnnen sie unterschiedlicher nicht sein.
Im Perseus suchten wir zuerst NGC 1545 auf. Ein mäßig konzentrierter, aber auffälliger
Haufen, der in der Mitte als Schmuck einen weiten roten Doppelstern trägt. Der Perseus
stand im Zenit, der Himmel war schön dunkel - viel dunker als im Orion. Eine Augenweide.
NGC 1528 liegt knapp 2 Grad nordwestlich. Er ist sehr sternreich und stark konzentriert,
sozusagen ein Urbild aller offenen Haufen. Nach Süden laufen einige schöne Sternketten,
welche dem Haufen ein krabbenartige Aussehen geben.
Etwas weiter östlich liegt schließlich NGC 1624, der von einem Nebel umhüllt sein soll.
Bei geringer Vergrößerung sahen wir zunächst nur einen schwachen Nebelfleck. Stärkere
Vergrößerung zeigte schließlich eine kompakte Gruppe aus 10 Sternen ab 12m, N-S
länglich. Wir wissen nicht, ob wir bei der geringen Aufsuchvergrößerung den nichtaufgelösten Haufen oder den Nebel gesehen haben.
Inzwischen waren 1 1/2 Stunden vergangen, Füße und Finger kalt. Also packten wir unseren
Kram wieder ins Auto und fuhren nach Hause ins warme.
Bleibt dran, am Okular.