Herangehensweise Beobachtungsnacht

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MatthiasDi

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Hallo ihr Lieben,
seit ca nem halben jahr habe ich nun mein 8" Dobs und bin schon viel am Himmel unterwegs damit gewesen...
Natürlich musste zuerst mal alles, was man vorher schon interessant fand, abgecheckt werden wie zb planeten, mond, andromeda usw..

nun ists momentan so bei mir, dass ich irgendwie nicht sehr weiter komme...
Denek ich muss doch endlich mal die ganzen Sternbilder auswendig lernen um mich auch langsam mal ohne KArte gut zurecht zu finden...

Was ich nun von euch wissen möchte: Wie geht ihr an so ne Beobachtungsnacht ran?

Nehmt ihr euch bestimmte objekte vor? Sucht ihr die schon vorher raus dass alle so auf einer "strecke" liegen?
Also zB alle Nebel und Sternhaufen im Großen Wagen und rund rum...oder wie macht ihr das?

Habt ihr dann auch ständig die Plage im KArkoschka zu blättern und wieder neu mit der Rotlichtlampe zu suchen?

Wie gehts dann bei euch weiter?
Wenn ihr ein Objekt gefunden habt? Zeichnet ihr es dann? Schaut ihr es euch länger an?
Bei mir ists so dass ich, schnell mal meine 4 Okulare durch probiere (42,15, 9, 5mm) und dann wenn ich die beste Lösung gefunden hab schau ichs mir noch ein bisschen an, bin dann meist unzufrieden dass nicht noch mehr zu sehen ist und schwenke weiter :-)

Irgendwie möchte ich da mehr system rein bringen :-)
Werde mich auch mal ans zeichnen machen...konnte mich bis jetzt noch nicht wirklich aufraffen, da ich erstens so neugierig war und vieles auf einmal sehen wollte und 2tens weil ich kunststudent bin und sowieso die ganze zeit zeichne :-)

Ja...das würde mich also mal interessieren, wie lange ihr euch an einem objekt aufhaltet oder ob ihr euch zuf rieden gebt sobald ihr fündig geworden seid!

Vielen Dank schonmal und CS
Matthias



 
Hallo Matthias!

was Du beschreibst ist, denke ich, ziemlich normal.
Bei mir war es anfangs ziemlich ähnlich, ich habe versucht vieles am gleichen Abend anzuschauen und war dann eher unzufrieden.

Mittlerweile mache ich es so, daß ich mir vorher kurz am PC (Stellarium) meinen Himmelsauschnitt ansehe und mir dann in einem Buch ein paar Infos zu den in Frage kommenden Objekten ansehe. Danach geht es dann raus. Meistens beobachte ich dann nur ein oder zwei neue Objekte und versuche neuerdings auch, sie zu zeichnen. Auf diese Weise beschäftigt man sich viel intensiver mit einem Objekt und ist am Ende richtig zufrieden!

Am Schluß werfe ich meistens noch einen kurzen Blick auf alte Bekannte.


Viele Grüße

Tim

 
Hi Matthias!

ich denke Tims Idee und Vorgehensweise, Ist die am sinnvollsten. Den Himmel Abschnittsweise bearbeiten. Wenn man sich allein nur mal die Sternbilder Kassiopeia ,Perseus, Schwan und Leier vornimmt. Da gibt es genügend zu gucken. Also, Häppchenweise, bitte sehr! zur Entspannung kann man immer mal auf Planeten sehen oder die Milchstraße abgrasen.

gruß, Daniel
 
Jeder macht das anders.
Was sich auf jeden Fall lohnt ist, wenige Objekte herauszusuchen und diese aber gründlich zu beobachten. Dabei hilft es ungemein, ein Zeichnung anzufertigen. Wenn man zuhause (nachher, nie vorher!) diese Skizze mit anderen Beobachtungen vergleicht, wird man erkennen, was man gesehen hat und was nicht. Und man wird angeregt sein, dort noch einmal hinzuschauen. Eine gute Quelle für Vergleiche ist das Night Sky Observers Guide oder auch die Objekte der Saison in Interstellarum.

Ich bereite mir für die schwierigeren Objekte stets Aufsuchkarten vor, typisch eine 10°x10°-Karte zum Suchen und eine 1°x1°-Karte für Details, in die ich dann hineinskizziere. Für sternarme Gebiete erarbeite ich zu Hause eine Aufsuchstrategie, meist eine Lageskizze des schwachen 6m-Sterns, der für den Start des Starhoppings dient. So etwas nervt im Dunkeln und mit klammen Fingern.
 
Hallo,

in jedem Fall wirst du noch Zeit brauchen um dich wirklich sicher am Himmel bewegen zu können, das dauert einfach ein bischen, bis man aussteigt (am Beobachtunsort) und kann mit einem Blick erfassen nicht nur welche Sternbilder wo liegen sondern auch die hellsten Objekte genau liegen so dass man einfach nur peilen muss. Aber dann hat man ja Ambitionen ganz andere Objekte zu beobachten, also Karte wird man immer brauchen, aber mit einer Vorbereitung macht die Nacht noch etwas mehr Spass.

Notizen sind immer gut, ich spare sie mir oft weil ich meine Berichte immer gleich nach dem Heimkommen schreibe. Zeichnungen hingegen erfordern viel mehr Zeit und sind eine sehr gute Möglichkeit a.) das Auge zu schulen b.) ein Objekt wirklich genau zu beobachten und c.) seine Erinnerungen an den Abend dauerhaft festzuhalten.

Das Praxishandbuch Deepsky kann ich dir ans Herz legen! Das ist von Amateuren geschrieben (z.B. mein Vorredner Uwe ;) ) und gibt eine richtig breite Übersicht über die Herangehensweise, Vorbereitungen, Zeichnungen, Notizen, Beobachtungstechniken, Beobachtungsprogramme usw. :)

Viele Grüße Benny
 
Hi Matthias,

ich denke das passt schon so wie Dus machst.

Ohne Karten wäre ich am Himmel ziemlich verloren. Die wichtigsten 20 weiss ich vielleicht, aber ansonsten muß ich auch immer wieder kucken. Eine Kopflampe mit roten LEDs ist hier recht praktisch: mit einer Hand den Karkoschka halten, mit der anderen Suchen.

Auswendigleren brauchst Du die Sternbilder nicht - mit der Zeit kannst Du die Dir von alleine merken. Nützlich wäre vielleicht so ne drehbare Sternkarte - das hilft zur groben Orientierung schon oft ungemein.

Ansonsten überlge ich mir auch vorher was ich denn ansehen möchte. Allerdings mache ich keine großen Planungen. Wenns ein schwieriges Objekt werden soll schaue ich aber auch vorher mal in den Atlas oder drucke mir ne eigene Aufsuchkarte.
Sonst benutze ich aber meistens Karkoschka + Star Guide.

Ein Objekt länger beobachten wirkt tatsächlich wunder, insbesondere am Planeten. Auch Galaxien profitieren davon, sich darauf zu konzentrieren, mal das Okular wechseln, nochmal probieren. Manchmal blinkt dann doch ein Spiralarm mal kurz auf. Allerdings gibts manchmal auch den eigenartigen Effekt, dass der erste Blick der beste ist. Die Erfahrung habe ich schon von anderen gehört - wie man das deuten kann weiss ich aber auch nicht so recht. Vielleicht hats was mit der Entspanntheit der Augen zu tun.
Gut ist auch vorher zu eruieren, was es am Objekt zu sehen gibt. Wenn man weiss nach weas man sehen muss/soll/kann tut man sich schon deutlich leichter was zu erkennen. Deep Sky Reisführer und Night Sky Observers Guide sind hier gute Quellen.

Je nach Nacht und Objekt gehts mir aber oft so, dass ich gleich merke, heute ist nicht mehr drin, dann gehts auch gleich weiter.

Wegen Systematik: vielleicht vorher prüfen, welche Objekte gerade zenitnahe sind - die geben oft am meisten her.

Und nicht vergessen: Sehen am Teleskop ist Erfahrungssache. Nächstes Jahr wirst Du vermutlich viel zufriedener sein, wenn Du die schon gesichteten Objekte wieder anfährst.

CS

Klaus

 
Hallo Matthias,

jeder hat so sein eigenes System. Der eine ist Schnellspechtler, der andere hält sich länger bei einem Objekt auf, der andere wiederum zeichnet, u.s.w

Ich denke das wichtigste ist das es einfach Spaß machen muss alleine oder mit Feunden in die Pampa oder hinterm eigenen Haus zu spechteln.

Ich z.B. bin Schnellspchtler, der sich das Zeil steckt mindesatens 1 neues Objket an einem Abend gesehen zu haben. Dabei empfinde ich oft die Aufsuche des Objektes spannender als die Beobachtung an sich.

Mein Tip, schließ dich mal ein paar Sternfeunden an oder gehe auf eine sog. "Starparty". Von den alten Hasen kannst du eine Menge lernen.

Gruß

Lots
 
Ciao,

es gibt verschiedene Wege (wie nach Rom).
Im Moment hast Du es sogar noch relativ einfach, weil ein 1. Ziel z.B. wäre alle Karkoschka Objekte mal anzusehen !

Das wäre aber nur der Beobachtungsteil...

Daneben würde ich SEHR empfehlen, Bücher zu lesen um zu verstehen, was z.B. ein Offener Sternhaufen (OC open cluster) ist, und warum er so ist wie er ist (HRD, FHD, Hauptreihe, Wasserstoffbrennen, Altersbestimmung,...). Es gibt extrem viele Hintergrundinformationen zu den Objekten, und die machen (für mich persönlich) die Sache erst interessant. Nicht alles kann man visuell am Teleskop direkt sehen, aber dennoch macht es das Beobachten interessanter. Man kann auch sehr verschiedene Vertreter von Objekten mal durchschauen, z.B. bei OCs: M45, h + chi, M67, NGC188 und vergleichen...

Man kann sich zu den Objekten Webpages ansehen, z.B. für M33:
- http://en.wikipedia.org/wiki/Messier_33 (Englisch meist besser als Deutsch, aber man kann auch Deutshc probieren)
- http://www.seds.org/messier/m/m033.html
- http://messier45.com/cgi-bin/dsdb/dsb.pl?ss=120908595465365&str=m+33
- http://en.wikipedia.org/wiki/Local_group_of_galaxies
oder mal nach M33 Googeln ...!

Noch ein paar allg. Tips:
- Bücher lesen
- Dann natürlich unbedingt Beobachtungsberichte anderer Leute lesen, die (zunächst) teleskop-mässig etwa in der gleichen Kampfklasse liegen, also 8" Berichte...
- Teleskoptreffen besuchen + andere Leute treffen
- Selbst Berichte schreiben + zur Diskussion stellen - dann gibt es nämlich oft Kommentare und Anregungen !
- unbedingt den dunkelsten Himmel aufsuchen, der erreichbar ist ! Die (meisten) Objekte werden VIEL besser sichtbar bei dunklem Himmel !
- ein 8" Teleskop wirklich richtig auszunutzen dauert übrigens mehrere Jahre (es gibt sehr viel zu sehen damit) :-)

Good luck,
Peter

PS: Wenn Du 8" Berichte von mir haben willst hier suchen:
http://eyes4skies.de/Internet/Astro/BeobachtungsReports/BeobachtungsReports.htm
unter 2005 und 2006

Objektanregungen (nach S und M Objekten - in der ersten Spalte - schauen erstmal):
http://eyes4skies.de/Internet/Astro/CrossRef/Crossref.htm






 
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Hallo ihr,
vielen vielen Dank schon mal für die Antworten! Da fühlt man sich gleich auf dem richtigen Weg ;-)

JA zum Thema "Hintergrundinfos zu den Objekten":
Ich lese schon sehr viel...setze mich dieses Semester auch in ne Astronomie-Vorlesung an der Uni (Auch wenn ichs nicht studiere)- macht wirklich Spaß! ISt sehr sehr interessant, gerade als Einsteiger hat man danach ein breitgefächertes Grundwissen...Auch wenns ab und zu hart ist, weil man da mit DiplomPhysikern und angehenden in der Vorlesung sitzt...gerade bei den Berechnungen ist man recht...naja...wie soll ich sagen...Mathe LK hat nicht gereicht ;-)

Ja ich denke ich werd das mitm Skizzieren mal angehn...wenns nur nicht so kalt wär in den FIngern :-)
Was mich zu dem auch irgendwie immer wieder reizen würde wär so n bisschen Fotos zu schießen...beim Mond klappt das ganz gut durchs Okular mit ner normalen Digicam aba ich denke das wars dann auch schon...

Ja und mit anderen treffen ist immer n bisschen schwierig, weil die meistens an dem Woe rund um Neu mond schauen und ich Wochenends oft daheim bin (also bei meinen Elterntiefstes Bayern^^).
Da ist übrigens sehr dunkler Himmel und ich kann wirklich gut spechteln...
Ja dann danke ich schonmal für die Tips und freue mich noch über weitere Äußerungen#

PS: Peter deine Glockner Doku ist wirklich spitze!! :-)


 
Ciao,

Cheers :-) !
Astro-Vorlesungen sind prinzipiell OK, aber das Rechnen braucht man i.a. als Amateur nicht.

Kannst Dir auch mal ein paar heftigere Objekte aussuchen, wenn Du Lust hast. Was noch relativ machbar ist bein gutem Himmel (Kannst in meiner Crossref schauen oder google):

- M33 und deren innere 1+3 Spiralarme, dazu NGC 604 (ein helles HII Gebiet)
- im Winter Rosettennebel (hast Du einen Nebelfilter ? OIII)
- G1 / Mayall II ein heller GC in M31
- die fernen Begleiter von M31: M147 und NGC 185
- im Frühjahr Virgo + 3C2723

Und einfach mal dazu was suchen + lesen. Sehr lehrreich ist u.a.
http://www.atlasoftheuniverse.com/localgr.html

Viel Spass,
Peter

 
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Hi,
danke für den Link. Werd ich mir genauer ansehen...

Einen OIII oder UHC Filter habe ich leider noch nicht...
Wenn ich mir Svens Seite so ansehe dann bringen die jedoch ganz schön was...
möchte hier keine Kaufberatung anfangen- aber wenn mir jemand nen UHC oder OIII empfehlen kann, bin ich sehr dankbar :-)

Welcher vo beiden wäre denn wichtiger?

Viele Grüße
Matthias
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Matthias,

da wirft die Forensuche jede Menge Threads aus.
Direkt gefragt und direkt gesagt halte ich(!) an 8" F/6 meine Kombination aus Baader O III und Astronomik UHC für sehr brauchbar und recht günstig.
Beim O III kann man auch den Baader O III CCD oder den sehr guten Thousant Oaks wählen.
Beim UHC ist auch der Lumicon eine sehr gute Wahl.
Meine erste Anschaffung wäre der O III, ein UHC ist aber an und für sich die direkte Folge aus dieser Erstanschaffung.
Bei Hß wird es dann doch schon recht speziell, aber durchaus nicht uninteressant.

Gruß und CS
*entfernt*
 
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