Hickson 90, remote...

StKorth_privat

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Seit Januar 2018 nutze ich hauptsächlich den Fuhrpark von iTelescope.net für die Spezialdisziplin „Remote Astronomy“ – und so langsam, aber sicher werde ich mich aus dem Thema verabschieden, nach dem ich Dutzende von Deep-Sky-Objekten eingefangen habe. Wenn ich mich weiter astrofotografisch betätigen werden, dann von der eigenen Sternwarte aus – da sind dann zwar andere Geräte am Start, aber das sind dann die eigenen 😉.

Heute aber habe ich noch einmal ein Leckerli mitgebracht – die Galaxiengruppe Hickson 90, zu finden im Sternbild „Südlicher Fisch“ bei -32° Deklination.

Den Kern der Gruppe bilden NGC 7173 (11,9 mag), NGC 7174 (13,1 mag) und NGC 7176 (11,5 mag). Nördlich davon findet sich dann auch noch NGC 7172 (11,8 mag). Bei Durchmessern von 30.000 bis 85.000 Lichtjahren sind diese Milchstraßensystem alle deutlich kleiner als unsere Milchstraße, sie sind ca. 118 Milionen Lichtjahre von uns entfernt. Gerade in der Negativaufnahme sieht man auch die Folgen der gravitativen Wechselwirkung zwischen den Galaxien ziemlich gut.

Aber da ist noch viel mehr im Bild zu finden:

PGC 67888 – 15,1 mag
PGC 67912 – 16,1 mag
PGC 67910 – 14,8 mag

Diese drei darf man wohl als Begleiter der oben genannten Galaxien sehen, ihre Rotverschiebungen deuten auf sehr ähnliche Entfernungen hin.

Und dann geht es weiter hinaus, denn da findet sich noch eine Galaxiengruppe:

LEDA699690 – 17,2 mag – 1,0 Milliarden Lichtjahre
LEDA700196 – 17,9 mag – 1,2 Milliarden Lichtjahre
LEDA699541 – 17,3 mag – 0,5 Milliarden Lichtjahre
LEDA700321 – 17,8 mag – 1,7 Milliarden Lichtjahre – und mit ca. 150.000 Lichtjahren Durchmesser schon ein echtes Dickschiff!

Beim „Q“ ist dann noch etwas besonderes zu finden bzw. zu erahnen – eine Gravitationslinse!

Hier haben wir das Objekt CXOCY J220132.8-320144 mit 19.9 mag vor uns. Eine 3,7 Milliarden Lichtjahre entfernte Galaxie steht genau vor einem 12,2 Milliarden Lichtjahre entfernten Quasar.

Zu erkennen ist davon mit Amateurmitteln leider so gut wie gar nicht, zoomt man sich richtig in das Bildhinein, dann kann man bestenfalls eine längliche Galaxie erkennen, das Doppelbild des Quasars kann man da nicht trennen. Wer mehr über das Objekt wissen will – hier steht´s: https://iopscience.iop.org/article/10.1088/0004-637X/769/1/81/pdf.

Dominiert wird das Bild vom 6,6 mag hellen Stern HD 209253, der ist wiederum „nur“ 98 Lichtjahre von uns entfernt. Visuelle Beobachter dürfte der beim Blick auf Hickson 90 ganz schön stören.

Noch ein paar Worte zur Technik: Verwendet wurde das iTelescope.net T32, einem 431mm-Reflektor mit 2.912mm-Brennweite. Kameraseits hat man das Teleskop mittlerweile mit einer ASI6200MM Pro ausgestattet, die deutlich bessere Bilder liefert als die vorher montierte FLI-CCD-Kamera. Belichtet wurde dieses Mal 17 x 300 Sekunden.

Clear Skies,
Stefan Korth
 

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