Hilfe beim (Wieder-)Einstieg

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Anna_Lorenz85

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Guten Abend zusammen!
Mein Name ist Anna, bin 24 Jahre alt und wohne in einem westlichen Zipfel Thüringens.

Mein Interesse für die Astronomie besteht zwar schon seit einigen Jahren, doch leider hatte ich bis vor kurzem weder das nötige Geld noch die Zeit, meinen Interessen nachzugehen. Als mir eine Freundin vor einigen Jahren diese Seite hier zeigte, war ich sofort begeistert und etwas neidisch, denn ich hätte mich auch gern mehr darum gekümmert. So hege ich seit genauso langer Zeit den Wunsch mir ein Teleskop zulegen zu wollen, aber die gegebenen Umstände ließen das nicht zu.

Ich möchte also Astronomie auch erleben. Zum astronomischen Interesse gehört für mich auch das fotografische.

Nun habe ich den Versuch gewagt, mich zu informieren, welches Teleskop man braucht und natürlich welche Kamera dazu nötig ist, werde aber von der Fülle der Infos regelrecht erschlagen und nun schwirrt mir der Kopf. Nun, die Kamera habe ich, allerdings "nur" eine Digitalkamera der Firma Praktica. Hierzu ein paar Daten:

- 10.0 Megapixel
- 1/2,3" CCD Bildsensor
- f= 6,2 - 18,6 mm

Eine Spiegelreflex ist zwar besser, doch so eine Kamera steht bei mir nicht auf dem Wunschzettel. Und ich bin mit meiner Kamera sehr, sehr zufrieden.

Nu fehlt mir aber noch das passende Teleskop dazu, allerdings kann ich zur Zeit auch nicht mehr als 500€ dafür ausgeben. In diversen Internetshops werden ja soweit günstige Teleskope angeboten. Ich stelle nun auch keine professionellen Ansprüche, da ich Fotos entweder nur für mich oder Familie und Freunde mache, daher kommt auch ein Teleskop für 2000€ nicht in Betracht, da es auch finanziell bei weitem den Rahmen sprengt. Es gibt ja nun schon einiges an Angeboten für die Astrofotografie (mich reizt eigentlich alles, vom Mond über die restlichen Planeten unseres Sonnensystems zu Deep Sky). Aber sind solche Teleskope für den reinen Hobbygebrauch auch wirklich geeignet und wenn Ja, welche Bauart, Marke, Zubehör etc. würdet ihr empfehlen? Oder sollte ich doch noch ein bisschen mehr Zeit investieren um zu sparen, um dann doch mehr auszugeben? Wie gesagt, ich möchte gucken und auch ein bisschen anfassen :/ also bildlich festhalten.
Und welche Literaturempfehlung habt ihr? Es reicht ja nicht, das nötige Euipment zu haben und dann nicht zu wissen, wie es geht. Tipps von euch sind natürlich auch gerne willkommen!

Ich hoffe auf eure Hilfe!

LG Anna
 
Hallo Anna,

du bringst da einiges durcheinander.
Astrofotografie und visuelle Beobachtung sind zwei unterschiedliche paar Schuhe.Kennst du diese Seiten:


www.svenwienstein.de
www.taunus-astronomie.de

Ich finde Astrofotografie ist ein sehr schönes Teilgebiet, dass aber wiederum sehr viel Zeit und Geld in Anspruch nimmt.Deswegen möchte ich das nicht so sehr ausführen ,da es Anfänger nur verwirrt.Ich möchte garnicht so sehr auf Teleskopempfehlungen eingehen(kommen sicher noch Vorschläge), sonderen auf das auffinden von Objekten am Nachthimmel.Das finde ich ist das Wichtigste. Ich hatte bei meinem Einstieg, der noch nicht sehr lange her ist, riesen Probleme sachen zufinden.Ich habe mir ein kleineres Teleskop in Ebay ersteigert und siehe da:Ich habe drei Tage gesucht und nichts gefunden.Frage an dich.Weißt du was M13 ist? Kannst du mit dem Finger draufzeigen?Wie weit hast du dich mit sowas befasst.

Mein Vorschlag ist :
Schnapp dir eine gescheite Sternkarte ein kleines bis größeres Fernglas, so ab 7x50 aufwärts, und ab nach draußen.Das hat mir enorm geholfen.und so ein bisschen Bildung über Objekte im Internet ist auch nicht schlecht.



MFG Flo
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
hallo!
vielen dank für die antwort. also mir bleibt zur zeit nix anderes übrig, als ganz klein anzufangen, schon allein aus finanziellen gründen. zur zeit habe ich ein ziemlich gutes fernglas aus großvaters schrank, eine sternkarte und 3 bücher, ja und meine kamera, um erst mal so fotos vom (nacht-) himmel machen zu können. also ich weiß, was ein m13 ist, aber du hast recht, aufzeigen kann ich ihn wohl noch nicht. meine strategie zur zeit ist: sparen und währenddessen weiter beobachten und infos über infos sammeln und nebenbei in dem maß beobachten, wie es mir möglich ist.

nun noch mal eine andere frage: wie hilfreich sind himmelsjahrbücher und fernrohrführerscheine?

mfg
anna
 
Hallo Anna,
ich kann Dir den Fernrohrführerschein wärmstens empfehlen, auch ich habe erst vor Kurzem begonnen und als erstes ein gebrauchtes Viven 90/1350mm Refraktosteleskop erworben, da alle Okulare in 1" waren fing ich an mit Neuanschaffungen, die meist nicht sehr sinnvoll waren, wie ich dann beim lesen des Fernrohrführerscheins gelernt und auch verstanden habe.
Also während der Vorbereitung erst mal lesen.
Das Buch kann übrigens ruhig auch gebraucht sein, die Grundlagen der Optik ändern sich nicht jährlich.
Viel Spaß und viel Erfolg!
Sebastian
 
Hallo Anna,

mal kurz zur Fotografie: Viel mehr als afokale Mondfotos wird mit deiner Kamera in Verbindung mit einem Teleskop nicht gehen, wenn Du das Objektiv nicht abnehmen und durch einen T2-Adapter ersetzen kannst. Das ist aber auch ganz gut so, Astrofotografie durch's Teleskop ist ein teurer Spaß.

Zwei Dinge gehen aber:

  • Strichspuraufnahmen
    Dazu brauchst Du ein Stativ mit Kugelkopf oder Videoneiger, einen Fernauslöser und warme Kleidung. Dann richtest Du die Kamera nach Norden, stellst die Sterne scharf (bei der Brennweite dürfte auch ein weit entfernter Turm als Fokushilfe funktionieren) und gehst auf Serienbelichtung. Bei einer niedrigen ISO-Zahl, offener Blende und Dunkelbildabzug kannst Du dann z.B. 90 Bilder a 30s aufnehmen und am PC zusammenbasteln. Mit einem Programm wie Startrails kommt dann sowas raus:
    Link zur Grafik: http://www.kerste.de/Strichspur.jpg
    Kamera war eine Nikon D50 bei 17 oder 18mm Brennweite, 90 Bilder à 30 Sekunden (jeweils mit 30s Dunkelbild zur Rauschreduzierung).
    Und wenn Du bei eisigen Temperaturen eineinhalb Stunden lang einmal pro Minute den Auslöser drückst und sonst nichts zu tun hast (aber auch keine Zeit für was anderes), hast Du schon mal einen Einblick in die Astrofotografie erhalten.
  • Sternfeldaufnahmen
    Da brauchst Du bereits eine Montierung mit Polsucher, die die Nachführung der Kamera übernimmt. Was für Belichtungszeiten da drin sind, musst Du selber ausprobieren. Leider wirken helle und dunkle Sterne auf den Bildern ähnlich; ein Weichzeichnungsfilter wie der Cokin P830 vor dem Objektiv bläht die helleren Sterne auf und sorgt dafür, dass man die Sternbilder erkennen kann. Für eine Montierung mit Stativ kannst Du aber locker dein komplettes Budget verbraten und hast immer noch nichts, um dir die Sterne auch anzusehen.
Mein Tipp, grad bei dem Budget: Der Standard-Tipp für Einsteiger ist der 8"-Dobson, da gibt's hier im Forum unzählige Threads zu. Mit 500 Euro ist eine gute Erstausstattung möglich. Beschränk dich bei Fotografie erst mal auf Strichspur und Mond durchs Okular. Wenn du dann immer noch fotografieren willst, investier in ein gutes Stativ, eine gute Montierung, eine DSLR und ein nicht zu langbrennweitiges Teleskop; Leitfernrohr und Autoguider sind auch keine schlechte Idee. Aber Astrofotografie (Deep Sky) ist eine Materialschlacht.

Planetenfotografie mit einer Webcam ist günstiger (50-100 Euro für Webcam und Adapter), wenn Laptop und Teleskop schon vorhanden sind. Das Teleskop sollte aber auf einer parallaktischen Montierung mit Nachführung sitzen, sowas ist mit ausreichender Stabilität für 500 Euro nur gebraucht zu bekommen - und zeigt mangels Öffnung visuell weniger als der 8"-Dobson.

Und immer wichtig: Schau mal unter http://www.astronomie.de/gad nach, ob in deiner Nähe eine Volkssternwarte ist, um Kontakte zu knüpfen und gemeinsam beobachten zu können.

Viel Erfolg,
Alex
 
Strichspuraufnahmen ... Kamera war eine Nikon D50 bei 17 oder 18mm Brennweite, 90 Bilder à 30 Sekunden (jeweils mit 30s Dunkelbild zur Rauschreduzierung).
Und wenn Du bei eisigen Temperaturen eineinhalb Stunden lang einmal pro Minute den Auslöser drückst ...

... was für ein Rückschritt der Technik! Früher haben wir das mit einer einzigen Aufnahme mit Dauerbelichtung auf Film gemacht, z.B. mit einer 6 x 9 Boxkamera von Agfa, ich glaube die kostete damals ganze 9 DM ...

Nichts für ungut,
mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
halli hallo!

vielen dank für die tipps, ich lerne immer mehr dazu, was sehr hilfreich ist. jetzt hab ich auch so ein paar tricks bei meiner kamera raus, nur mit dem beobachten hats wegen der wetterlage noch nicht geklappt :( hab jetzt noch mal geld in ein buch investiert ("Astronomie - Sterne beobachten", u.a. von S. Seip, kosmos verlag).
nun noch mal eine frage: ich hab ein einsteigerangebot gesehen (mit teleskop, online-kurs, ich glaub redshift und kosmos-himmelsjahr 2010), wäre das empfehlenswert oder sollte ich besser die finger davon lassen? so würde ich mir noch ein bisschen geld zusammenkratzen, um mir später ein wirklich gutes teleskop mit einigem zubehör zu kaufen, das auch für astrofotografie und naturbeobachtung geeignet ist.

ein schönes weihnachtsfest!

lg,
anna
 
Hallo,

ich mache seit Anfang des Jahres meine ersten praktischen Schritte - bei den derzeitigen Wetterlagen wird es wohl auch noch was dauern. Nachdem ich im Forum hier einen längeren Thread zum im Kurs verwendeten Teleskop gelesen hatte und rein zufällig die Kursunterlagen selbst lesen konnte, habe ich mich gegen den Kurs bzw. die Teilnahme entschieden:

- Geeignete, vergleichbare Software gibt es kostenlos im Web

- die Software (E&T), die ich für Anfänger empfehlen würde (sogar vor dem Teleskopkauf) ist nicht enthalten. Mit dessen Vorschaufunktion kann man experimentieren, was wie leicht mit unterschiedlichen Teleskopen und Bedingungen zu sehen ist. Wie ich finde die größte Anfängerschwierigkeit.

- das Teleskop schien mir nur bedingt geeignet und für meinen Beobachtungsplatz eher gar nicht sinnvoll

- die Kursinhalte waren IMHO im Wesentlichen theoretisches Basiswissen, dass man entweder sowieso hat oder schnell im Web findet

- die Inhalte, die ich mir gewünscht hätte, habe ich nicht gesehen. Z.B.: Wie finde ich konkret und gezielt gesuchte Objekte mit dem Kursteleskop? Wie sehen die Objekte im Kursteleskop von meinem Standort bzw. bei entsprechenden Beobachtungsbedingungen aus? Wie sind Größe und Helligkeit im Objektiv etc. Bis zu so ganz praktischen Dingen wie: Damit ich bequem beobachten kann, muss ich den Zenitspiegel schräg stellen. Wie muss ich die Sternkarte dann drehen, damit ich die Gegend erkenne bzw. soll ich lieber unbequem beoachten? Wie drucke ich eine geeignete Sternkarte aus, damit ich bei meiner Vergrößerung Karte und Himmelsausschnitt im Teleskop in Deckung bringe? Am Besten alles mit einigen konkreten Beispielen von leichter bis schwieriger Sichtbarkeit. So von "was sehe ich im Oriennebel" bis zu "sehe ich den Ringnebel und wenn ja, wie"

Wie gesagt, habe ich mich gegen den Kurs entschieden, für ein besseres Teleskop gespart, auf anderen Seiten informiert und nicht zuletzt experimentiert.

Ich will den Kurs damit nicht schlecht reden. Man muss seine Erwartungen und das Gebotene gut überprüfen. Auch unter dem Blickwinkel Preis-Leistungsverhältnis.

Für mich persönlich glaube ich auch im nachhinein, dass der Kurs mir nicht geholfen hätte. Die Umsetzung von Theorie zu Praxis fehlte mir. In der Theorie ist Starhopping einfach. Aber wenn der Anblick durch den Zenitspiegel "verdreht" ist, durch das Teleskop mehr Sterne sichtbar sind, als auf der drehbaren Sternkarte usw., dann weiß man als Anfänger nicht, ob man das Gesuchte sieht und mit einem Stern verwechselt, ob man an der falschen Stelle sucht, ob das Objekt wegen Himmelshelligkeit oder Teleskopschwäche unsichtbar bleibt usw. Klar muss die Erfahrung Einiges bringen, aber eine ganze Reihe Anfängertipps in die Richtung sollten machbar sein. Allerdings habe ich auch sonst noch keine Webseite gesehen, auf der solche Tipps zu finden sind.

Evtl. erhält man solche Tipps bei der gebotenen Betreuung. Aber dann kann man auch an anderen Stellen fragen.


Grüße
Norbert
 
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