Hilfe es klebt !!!

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dziobek

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Mein Spiegel ist geschliffen. Heute wollte ich die Polierschale fertigen. Dabei befolgte ich den Rat eines wirklich erfahreren Schleifers und beschmirte den Spiegel mit Öl damit er an dem Pech nicht festklebt.
Jetzt kriege ich den Spiegel mit keiner Kraft ab. Alles liegt zur Zeit im Gefrierfach, aber ob das hilft weiss ich nicht habt ihr andere Ideen.
Danke
Michael
 
Re: Dont panic ...

Hi Michael,


das mit dem Oel ist mir neu --- ich verwende Seife, Glycerin oder Spuelmittel, das klebt nicht. Vor einigen Wochen hatte ich allerdings den Tropfen Glycerin vergessen, mit dem ich den Spiegel vorm Kleben waehrend der Lagerung bewahrte. Danach steckte der Spiegel unverrueckbar auf der Schale. Bei mir half ein Becken mit Wasser, das so heiss war, dass ich noch so gerade ohne Verbruehungen reingreifen konnte. Nach einer Viertelstunde war das Pech aufgeweicht und der Spiegel konnte abgezogen werden. Wobei die ersten Bewegungen mit ziemlicher Gewalt stattfinden mussten, ich stellte das Paerchen dazu hochkant auf den Teppich, kippte das System leicht an und drueckte auf die Spiegelkante. Weicher Untergrund ist hier wichtig, falls sich das System ploetzlich loesen sollte.


Viel Erfolg und ...
 
Re: Dont panic ...

Jetzt ist das ganze seit fast einer Stunde im warmen Wasser. Aber es lässt sich nicht trenen...
Warum habe ich bloß Öl genommen ...
 
Re: Dont panic ...

Hallo,

auch wenn ich noch lange nicht zu den Glasquälern gehöre, lese ich seit ziemlich langer Zeit die ATM Mailingliste. Und da kam vor kurzem etwas über den Verteiler, das dich interessieren könnte.

Denn da schreibt der Achim Strnad:

Habe das Tool auf die Kante gestellt, und auf den Spiegel mittels Gewicht
Druck ausgeübt. Nach 2h hat sich dieser ca. 1mm bewegt!.  Als nächstes
Spiegel samt Tool in warmes Wasser gelegt. Nach weiteren 2h war das Wasser
nur bis auf ca. 75% des Radius hineingekrochen, in den letzte Stunde
diesbezüglich kein sichtbarer Fortschritt. Wieder Tool auf die Kante, druck:
nach 1h ca. 2mm! Tool + Spiegel auf Toaster erwärmt (Brötchenaufsatz), nach
6 Heizungen gleiches Spiel: ca. 3mm nach 15min Druck. Nochmals Toaster, 8
Heizungen: dazwischen immer wieder Wasser auf die Kante gegeben, dieses
kriecht nun etwas besser unter das Glas. Spiegel bewegt sich nun besser:
Voller Druck: nach 5 min gut 1cm bewegt, weitere 3min bringen einen weiteren
cm. Tool und Spiegel auf Drehteller, Druck von der Seite. Bad Surprise: das
Pech ist in der Mitte zu warm geworden, staut sich, wirft sich auf. Bekomme
den Spiegel vom Tool, die Pechhaut ist aber im Eimer.
 
Hallo Michael !
Na da hast du ja eine schöne Bescherung, aber keine Angst.
Der Kühlschrank hilft da nichts weil dieses Pech wird zu wenig hart und löst sich nicht.
Versuche den Spiegel mit irgend welchen Mitteln senkrecht aufzustellen, so das die Polirschale nach unten wegwandern kann, dann kannst du ihn mit einen 2 KW Elektroofen mit Lüfter anströman lassen so das er 40 bis 60°C warmm wird dann beginnt er langsam zu wandern. Du kannst auch mit einem Gewicht etwas nachhelfen wenn die Halterung stabil genug ist. In 2 bis 3 Stunden dürfte das geschehen sein.
Das noch klebende Pech kannst du am besten mit Aceton ablösen. Villeicht hast du einen Behälter wo du das ganze Teil einen Tag lang hineinlegen und dann mit einigen Wattepauschen abwischen kannst, die du dier zuest vorbereitest, weil mit den klebrigen Fingern gehts dann nicht mehr gut. Natürlich erst im abgekühlten zustand hineinlegen weil sonst zerreißt es den Spiegel und alles ist um sonst.Es ist eine ziemlich schmutzige Arbeit aber die Beste.Zuletzt nimmst du nur leicht getränkte ausgedrückte Wattebauschen mit sauberen Aceton die du dann immer weg wirfst, dann bekommst du nicht mehr so eine schmutzige Suppe.
Alles Gute und frischen Mut
Alois
 
Re: Geduld ...

Hi Michael,


ich hatte den Spiegel auch ca. 1 Stunde im heissen Wasser. Die Pechhaut muss sich ganzflaechig erwaermen, und die schlechte Waermeleitung des Glases macht diese lange Zeit aus. Wie gross ist Dein Spiegel ? Meine Erfahrung machte ich mit einem 244mm-Spiegel, ca. 40 mm dick, auf Fliesentool.

Notfalls zwischendurch Wasser nochmal waermer machen bzw. heisses Wasser zugiessen, da es ja Energie an den kalten Spiegel und die Umgebung abgibt.

Auch eine Nacht im Wasserbad kann Wunder wirken. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann er sich abloest. Auf jeden Fall ungefaehrlicher als der Versuch mit der Eisenbahnstrecke aus "Amateur Telescope Making" .... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />


Warum Oel ? Frage ich mich auch --- Pech enthaelt doch oelige Bestandteile, und ich wuerde denken, dass sich das eher verbinden kann. Bin aber nicht Chemiker genug um das zu beurteilen. Glycerin ist sehr gut, verdunstet auch kaum.

 
Re: Geduld ... und die Bahn

Hallo Juergen,


> Auch eine Nacht im Wasserbad kann Wunder wirken. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann er sich abloest.
> Auf jeden Fall ungefaehrlicher als der Versuch mit der Eisenbahnstrecke aus "Amateur Telescope Making" ....

Koenntest Du das bitte mal naeher ausfuehren? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Dixon
(hat die Buecher nicht)
 
Re: Geduld ... und die Bahn

Hi Dixon,


die Uebersetzung findest Du auch bei Hans Rohr (Das Fernrohr fuer jedermann).

Aus der Erinnerung geht das sinngemaess so:

"Sollten sich die Scheiben nun garnicht loesen,
such Dir eine stark befahrende Bahnstrecke.
Stell Dich auf die Schienen und
halte den Spiegel in der einen Hand,
die Schale in der Anderen.
Positioniere das Ganze direkt ueber Deine Magengrube
(Praezision ist hier wichtig!) und warte.

Diese Methode hat bislang schon jeden Spiegel geloest."

Ich weiss aber nicht, ob es wirklich schon jemand ausprobiert hat. Auch weiss ich nicht, ob derjenige noch darueber berichten kann <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> .

 
Re: Dont panic ...

Statt dem Toaster würde ich doch einen modernen Elektroofen deutlich bevorzugen! Der Toaster erwärmt sehr punktuell und unkontrolliert. Im Elektroofen mit Umluft, ohne Ober/Unterhitze mit elektronischer Regelung auf 5 Grad genau habe ich schon wesentlich empfindlichere elektronische Teile erwärmt, Lack getrocknet etc. Umluft mach schön gleichmäßig und dennoch schnell warm. Für den Anfang würde ich es mit 50-70, höchstens 70-100°C versuchen, ohne jetzt auch nur die geringste Ahnung vom Spiegelschleifen zu haben. Wenn das Zeug geeignet gehalten wird, kann man es ja ruhig den ganzen Tag im Ofen langsam runter wandern lassen. Wenn der Ofen zuverlässig regelt und nicht gebraucht wird, sehe ich keinen Anlaß zur Hektik.

Viel Erfolg!

PS: Wie schleift man eigentlich so einen Spiegel? Ich kann mir das nur sehr schlecht vorstellen, daß man die richtige Form hinbekommt. Ist das ein Paraboloid, oder ein Kreissegment?
 
Re: Dont panic ...

Also jetzt habe ich die Dinger auseinander gekriegt. Aber alles ist voll mit Pech. Auch nach einer Nacht im Kühlschrank läßt es sich nicht lösen. Ich muß wohl dieses Pech abschreiben und es mit Aceton versuchen.
So viel Ärger, aber es ist meine Schuld, ich höre auf die Falschen.
Danke für eure Tipps
Michael
 
Glueckwunsch zur erfolgreichen Trennung ...

Hi Michael,


Du siehst - alles wird gut <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> .

Wenn Du allerdings Pech hast und kein Pech mehr hast, musst Du jetzt was bestellen und hast den Zeitverzug. Ansonsten ja nochmal Glueck gehabt. Ich glaube, diese Situation hatte fast jeder Schleifer schon einmal.

Aber eine Frage habe ich noch --- was fuer einen Spiegel machst Du gerade ?


Cheers und

 
Re: Glueckwunsch zur erfolgreichen Trennung ...

Ich schleife meinen ersten Spiegel. Es soll mal ein 20 cm Newton werden. Der Spiegel liegt gerade in einem Chemikaliebad (habe etwas im Baumarkt gekauft, es scheint zu funktionieren und lösst das Pech ab)
Ich hoffe durch die ganzen Aktionen keine Kratzer bekommen zu haben. In den schwarzesten Momenten gestern Abend hab ich es nämlich auch mit SCHRAUBENZIEHER versucht. Ich weiss, aber das ist mein Charakter. Keine Geduld. Wenn ich es mal schaffe, dann ist es wirklich bewiesen, dass es jeder kann.
Ich will versuchen das Pech was auf der Schale übrig geblieben ist, im Herd zu erwärmen und den Spiegel (diesmal mit Spülmittel beschmirt) drauf drücken. Vielleicht brauch ich dann kein neues Pech zu bestellen.
Grüsse
Michael
 
Re: Na sowas ...

... 20 Zentimeter also --- so ein Teil steht mir auch ins Haus. Heute abend faengt der Grobschliff an. Ist allerdings mein vierter Spiegel (156/930, 257/1140, 244/904 und jetzt solls ein 195/1000 werden, das neue Auge fuer Birgits "Sir William"). Bin also ab heute abend 8"-"Leidens-"genosse.

Na, ich hoffe mal dass der Schraubendreher noch keine Verkratzungen angerichtet hat.

Ich bin uebrigens auch ein Ungeduldiger. Spiegelschleifen geht ja noch, weil ich mich moralisch damit abfinde dass es lange dauert. Aber Du solltest mich mal anstreichen sehen. Natuerlich MUSS ich das Fernrohr zusammensetzen, wenn der Lack grifffest ist. Und dann --- huch wie ungeschickt --- auf einmal Fingerabdruecke und Schrammen im Lack ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Frohes Auspolieren ... !



 
Re: Na sowas ...

Ist schon seltsam. Nachdem das schwarze Pech weg war und ich in das milchige Gesicht meiner Scheibe gucken konnte hatte ich das Gefühl sie lächelt mich an: Du hast mich gerettet...
Schleifen ist schön
Michael
 
:) :) :) (ohne Text)

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
 
Re: Dont panic ...

Hallo...

PS: Wie schleift man eigentlich so einen Spiegel? Ich kann mir das nur sehr schlecht vorstellen, daß man die richtige Form hinbekommt. Ist das ein
Paraboloid, oder ein Kreissegment?

Bevor die Frage ob der Freude über die erfolgreiche Trennung
untergeht hier eine Antwort von einem, der das Buch der Bücher
zu diesem Thema (Hans Rohr: Das Fernrohr für Jedermann) im schrank
stehen und mehrfach gelesen hat, bis jetzt aber irgendwie nicht
die Zeit fand, das mal umzusetzen:

Der Teleskopspiegel entsteht, indem man "einfach" zwei Glasplatten
(rund, Material spielt prinzipiell mal keine Rolle, geht mit
jedem glasartigen Stoff) aufeinander legt und vorher dazwischen
etwas schmiergelndes packt, meist Carborundum plus etwas Wasser.

Bewegt man die Platten nun vor- und zurück und verdreht sie
gegeneinander immer wieder, dann wird die obere Platte in der
Mitte angegriffen und die untere am Rand...dabei geschieht das
Abtragen so, das eine Hohlkugelform, also eine Kugelkalotte,
bzw. unten eben das Gegenteil entsteht.

Man wechselt dann immer wieder zu feinerem Carborundum, bis
es schließlich ans Polieren geht, dazu bringt man auf dem
"Tool" (so heißt das Teil unten) eine Schicht Pech auf und
auf dieser wiederum ein spezielles Poliermittel, dann wird wieder
weitergearbeitet...was genau beim Polieren geschieht, ist übrigens
bis heute ein Rätsel, aber es funktioniert.

Auf diese Weise bekommt man dann einen perfekten Kugelspiegel,
den man aber so meist nicht braucht, man benötigt einen Parabolspiegel,
diesen kann man aber aus einem Kugelspiegel leicht herauspolieren,
da bei diesen Radien die Parabel und die Kugel fast (aber nur fast!)
dieselbe Kurvenform haben..durch längeres oder kürzeres "übereinander-schieben"
der beiden Glasplatten kann man die Form leicht beeinflussen
und so aus der Kugel eine Parabel formen...

Soweit mein Wissenstand zu dem Thema...es hört sich alles sehr einfach
an, soll aber teilweise ganz schön langwierig sein...aber das Ergebnis
soll besser als gewisse Betätigungen sein, sagen zumindest
die, die ihren Spiegel fertighaben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

 
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